Was letzte Preis

Lieber Tagesbuch,

fragt mich mein gegenüber über die Chatfunktion des Anbieters. In der Frage, die hier durch den extrem kurzen Satzbau des Senders fast schon in das unleserliche gesteigert wird, steckt die Intention, mir letzte Geheimnisse über meine Grenzen bezüglich des Wertes der von mir angebotenen Ware zu entlocken.

Basarisch würde ich jetzt mit einem exorbitanten Preis beginnen, in etwa 200.000 € für einen Beutel weißen Pfeffers von 100 Gramm. Da wir uns aber zu Beginn des 21.Jahrhunderts befinden, würde uns beiden sehr schnell bewusst, dass hierzulande nicht mehr die Preise des kruden und gewalttätigen Mittelalters zählen – sondern die hundert Gramm im Einkauf zwischen 20 und 30 Cent schwanken. Je nach Qualität und Entfernung zum Anbauland versteht sich. Man will ja nicht um den heißen Brei reden und bringt also einen ziemlich realistischen Preis heraus, der natürlich als die absolute Untergrenze angesehen werden kann – was hätte sonst die Frage nach dem letzten möglichen Limit nach unten auch für einen Sinn?

Kaum hat man seine Vorstellung eingespeist in das System aus Einsen und Nullen und die Nachricht fliegt in Windeseile über optische Kanäle zum Gegenüber irgendwo im wilden Kurdistan – welches sich natürlich in Wirklichkeit heute direkt um die Ecke im nächsten Stadtteil befindet, kann man sich schon das fürchterliche Gelächter auf der Gegenseite vorstellen – um danach ein Angebot gesendet zu bekommen, welches im Idealfall nur 1 Prozent der genannten Summe beträgt. Und dies mit einer Inbrunst an Weltwissen, die einem die Sprache oder in diesem Fall die Tastatur wegschlägt.

Völlig inakzeptable Angebote sind heute ja auch scheinbar in allen Lebensbereichen vollkommen an der Tagesordnung. Ich möchte nicht wehleidig oder als rückwärtsgerichtet erscheinen, aber hätten sich Autohersteller in den 90ern getraut, einen Mittelklassewagen für knappe 40.000 Mark auf den Markt zu bringen? Mittelklasse? Also so in der Art Golf und Konsorten?
Hätte man diesen dann überhaupt in die nähere Auswahl einbezogen? Klar, kommst du jetzt mit Inflation und so. Aber, mein junge, zwischenzeitlich gab es eine massive Abwertung, um knapp die Hälfte. Genannt Euro. Der ja auch nur gefühlt teurer ist.

Nun. Für eine Bratwurst hätte ich auf dem Basar aber eben keine 7 Mark bezahlt. Niemals. Weil ich wusste, dass der Herstellungspreis irgendwo um die 30 Pfennig lag- also wer auf meine Kosten dicken Reibach machen wollte, der war falsch gewickelt. Heute allerdings bekommt man nirgendwo mehr eine Wurst unter 2.50. Wie gut, wenn man keine mehr isst.

Vegan ist ja sowieso der bessere Mensch, habe ich mir sagen lassen.
Zumindest sind die Diskussionen heutzutage eher davon geprägt, dass man schneller alles besser weiß als früher. Wikipedia und Smartphones sei Dank. Aber in Zeiten von Faktencheck und unseriösen Nachrichten – wem soll man noch wirklich Glauben schenken, wenn nicht dem eigenen Instinkt? Glauben heißt eben nicht Wissen. Auch wenn dir religiös fanatische aller Richtungen heute etwas anderes erzählen mögen…

Über hunderte von Jahren von Generation zu Generation weitergegebene Werte können doch eigentlich nicht falsch sein. Ethik wandelt sich nicht derart schnell. Außer, man ist zum Beispiel immer noch Raucher. Dann wird man schnell an die Zeiten der Verfolgten und der Verfolger der Geschichte – egal wo und egal wann – erinnert. Der Mensch als des Menschen Wolf eben. Man denkt daran, wie sich wohl die Gebrandmarkten der jeweiligen Zeit gefühlt haben mögen…
Heute braucht man keine Abzeichen mehr. Die Ansammlung vor dem jeweiligen Gebäude gibt ja schon an, dass man sich zu der Sekte der Raucher bekennt.
Dass keine öffentlichen Anklagen und Verbrennungen stattfinden – kann man wohl getrost auf den Humanismus unserer Zeit schieben. Im Mittelalter war man da nicht ganz so zimperlich. Gut, da standen noch Feudalismus und Monarchie im Wege und auch zur Aufklärung bedurfte es erst einmal der Trennung von Kirche und Staat.

Heute trennt man ja eher das Volk vom Staate. Der Staat als sich mit sich selber befassendes Wesen. Welches den Krümmungsgrad der Banane oder Gurke bestimmt – und mitreden möchte in allen Belangen des öffentlichen Lebens. Dabei aber so wichtige Dinge wie den Ressourcenerhalt und die Pflege der Infrastruktur vollkommen hinten anstellt. Denn dazu ist kein Geld da. Wie auch, liegt ja nach der letzten Rettung auch alles bei den Banken. Wie soll da noch jemand was zusammenkratzen für Kitas oder Bildung?

Wozu auch Bildung? Man kann heute so schön Staaten lenken – ohne etwas zu tun oder zu wissen. Bewiesen ist dies ja nun schon mehrfach. Da brauche ich auch keinen täglichen Hinweis auf einen anderen Präsidenten irgendwo auf der Welt. Besser sind wir da ja auch nicht wirklich. Vielleicht nicht so alt und frisiert. Aber ganz sicher nicht besser. Ist aber immer einfacher mit dem Finger auf andere zu zeigen. Dann muss man sich nicht mit den eigenen Problemen beschäftigen…und das plumpe Volk ist abgelenkt. Ist ja auch gerade keine WM…Schade eigentlich.

Schöne neue Welt eben. In der sich jeder mit all den tollen Fakten der Bekannten beschäftigt, weil Gudrun gerade Melone in einem hippen Cafe in Wien isst. Oder der Peter im Stadion beim Fußball ganz begeistert seinen Schal schwenkt. Und wir dürfen alle sofort daran teilhaben.
Müssen dazu auch nicht einmal mehr vom Sofa aufstehen –außer um sich was zum knabbern oder trinken zu holen – und bekommen die Realität durch Fernseher und Smartphone direkt nach Hause geliefert. Was man so Realität nennt. Reality TV sicherlich nicht.

Schneller und immer schneller. Brauchte man damals noch Jahre um von China nach Europa zu reisen wie es einst ein gewisser Marco machte – kann man das heute gern selber mit seinem Polo in wenigen Tagen oder Wochen tun. Oder per Handy eben in Sekundenschnelle. Wobei das Handy selber erst einmal mit einem der riesigen Containerschiffe über die Meere geschippert werden muss um hier seinen täglichen Sklavendienst zu verrichten.

Und mir die Nachricht zu senden, auf die ich nun so lang gewartet habe. Denn heute sind schon Millisekunden quasi Jahrzehnte. Gefühlt halt, wie beim Seitenaufbau im Netz…

10 Euro. Das ich nicht lache. Nicht für dieses Teil. Da kann Er oder Sie sich einen anderen blöden suchen, wird er oder sie ja sicher auch finden.
An der nächsten Ecke wartet schon einer. Ganz sicher.

Zumindest wenn ich so betrachte, was so die Leben der anderen ausmacht.
Da komme ich mir auch vor wie auf einem Basar.

Einer im Himmel allerdings. Und der oder die Schöpfer bietet gerade frisches Hirn in der Theke an. 10 Euro das Kilo. Zum Sonderpreis eben. Ein echter Schnapper.

Ist den meisten allerdings schon zu viel. Die nehmen dann lieber einen etwas schöneren Körper für ein paar Cent mehr. Und wenn das nicht geht, dann wird er eben später direkt auf dem Planeten verschönert.
Schnipp-Schnapp und ein wenig Botox irgendwohin gespritzt – schon passt es doch zumindest für den Dschungel. Nicht den alltäglichen in der Stadt. Ich meine schon den anderen.

Was soll es, ich gehe weiter voran und blicke nicht zurück. Zumindest nur ungern. Aber beim nach rechnen bin ich eben weiterhin bei der D-Mark. Kann ich nix tun. Und beim Aufregen über die Preise irgendwie auch. Obwohl wir in Deutschland ja auch auf ganz hohem Niveau meckern. Sagen die Politiker ja immer. Oder lamentieren. Aber eben nicht demonstrieren. Außer es geht um einen Bahnhof.

Können wir ja wenigstens. Aber eben nicht Flughafen. Was war denn da nochmal? Reden wir lieber nicht über die letztlichen Kosten. Bei der Hamburger Pracht Leiche waren es am Anfang ja auch knappe 70 Mios. Am Ende dann halt 700. Was soll es schon? Die paar Peanuts mehr oder weniger. Wenn schon ein Vorstand bei VW für knappe 13 Monate gute 12 Mios bekommt und eine Rente von 8000 Euro…was soll der Geiz? Wir ham es doch!

Stellt sich mir als Steuerzahler immer wieder bei jeder neuen Bauleiche oder Stellenbesetzung die bange Frage:

Was letzte Preis?

Weisse Bescheid, ne?

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Brotdose Kunst

Lieber Tagesbuch, 

ist es, wenn ich mich vor eine Leinwand stelle und mit meinem Eigenurin getränkte Acrylfarbe mit einem Pinsel auf dem weißen Untergrund verteile. Wenn ich dabei meine Stulle esse, könnte man meinen, ich würde meinem Erwerb nachgehen. Und so sehen dies ja weltweit auch viele Kunstkritiker. Bis zu mehrere Millionen Euro werden da hirnlos verbrannt in dem man in solche Werke investiert.

Wobei auch ein Gorilla oder ein Pavian, bewiesenermaßen, solche hoch abstrakten Strichzeichnungen hinbekommen. Da lobe ich mir die Malerei des Gegenstands, bis hin zu sehr abstrakten Darstellungen wie dem Kubismus. Weiterentwickelt hat sich da, zumindest für mich, jedoch nicht mehr viel. Gut, man zahlt heute Unsummen für dieses Gekritzel – aber ein Sohn oder eine Tochter erledigen diese arbeiten auch – ohne dass man dafür Wahnwitz im Portemonnaie spielen müsste.

Aber ich bin ja ein Banause.

Stehe im MOMA und sehe eigentlich nichts. Also nichts, was mich wirklich interessiert. Kann man sich dann auch schenken. Oder anderen. Die freuen sich dann über die Karten.

Apropos freuen:

Es soll tatsächlich Momente geben, in denen sogar eine Kanzlerin lächelt. Der Gegenkandidat macht es vor und kommt aus dem grinsen nicht raus. Nix vorgestellt und trotzdem schon besser. Das schafft selten einer! Zumal er ja nun nicht für einen Neuanfang steht sondern eher für das weiter so. Was Parlamente und Demokratie anbelangt. Aber ich halte mich da raus. Solange die Parteien glücklich sind und die Diäten passen.

Zurück zum Thema.

Also wenn ich morgens oftmals in meine Brotdose schaue, dann ähnelt dies ja schon sehr der abstrakten Kunst die man heutzutage bei den Auktionshäusern unter die Leute bringt.

So mit Chia und Kürbis und Sonnenblume und noch weiteren 10 Sämereien. Lecker. Kann kein Bäcker so hinkriegen wie ich. Dessen bin ich mir bewusst. Und bestaune halt jeden Morgen aufs Neue ein Kunstwerk.

Nur würde mir natürlich für eine selbst gestaltete Stulle niemand den Nobelpreis für alternative Kunst überreichen – weil es den ja nicht gibt. Aber er müsste erfunden werden. Dann könnte man alljährlich über die Experten staunen – wie auch beim Wort des Jahres.  

Die GfdS versetzt mich ja immer wieder ins Staunen.

Ist doch die Aufstellung des Jahres immer auch ein wirklicher Scheinwerfer auf die Dinge, die die Menschen in dieser Zeit bewegt haben. Schau mal rein, es ist wirklich bemerkenswert. Man kann sich in jedes Jahr hineinversetzen.

Und wo wir schon beim postfaktischen sind: der Rennfahrer Sebastian Vettel heißt mit bürgerlichem Namen Sebastian Vettel und ist Rennfahrer! Woher ich das weiß? Es sind halt die Werte unserer Zeit. Die Brüder oder Schwestern verdienen Millionen oder Milliarden mit ihren Hobbys, andere in dem sie sinnfreie Finanzprodukte verhökern und sich ungehemmt bereichern – und die Dritten sehen dabei zu, halten die Taschen auf und beschließen dann Gesetze, um dies alles auch noch zu legitimieren. Unter strenger Diät versteht sich. Und andernorts soll es Leute geben, die tatsächlich nach Pfandflaschen fischen.

Verrückte und auch Perverse Welt. Schließlich könnte man etwas ändern, wenn man nur wollte. Aber wenn am Volke vorbei regiert wird, dann bleibt einem Nichts als staunend da zu stehen und zu registrieren: die Masse ist damit zufrieden!

Der Souverän soll in der Zwischenzeit lieber Auto fahren auf Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung und so eben jauchzend dahinbrettern ins Grüne hinein. Sorgenfrei. Und GroKo wählen. Auch ein Wort des Jahres.

Aber eben auch Grüne und Terrorist. Wobei die beiden sich jetzt eher gegenseitig ausschließen. Auch wenn man die ersten Jahre der Grünen im Parlament durchaus als Terror bezeichnen konnte. Für die Etablierten. So ganz ohne Regeln und Benimm – einfach nur Protest der Bürger. Herrlich. Nun sind sie eher angepasst und ruhig und dümpeln so in den Parlamenten herum. Man hat sich an die Diäten und Pöstchen gewöhnt. Nis mehr mit Revolte oder Protest. Heute zeigt man mit dem Finger auf die, die Protestieren. Wofür auch immer. Arme Demokratie, so wackelig, dass man nicht einmal Faschisten belächelt ins Parlament einziehen lassen kann um sie dann argumentativ zu bekämpfen. So weit sind wir denn dann doch nicht. Knappe 100 Jahre danach. Seltsam.

Und wen soll ich nun wählen, fragt sich dann unsereiner…?

Hmmm.

Ich würde Dali wählen. Oder Picasso. Oder sogar Rembrandt. Da bekam man was für das Geld. Und es war eine Investition in die Zukunft.

Eben das genaue Gegenteil der Brotdosen-Kunst von heute. EGAL von welcher Partei, wohlgemerkt. Ernst heute, ich weiß. Aber musste sein. Bevor mir noch der Kragen platzt…

WEISSE BESCHEID, ne?


 


 

 

Sie haben 5 Minuten gedacht

Lieber Tagesbuch, 

aber das Tagesziel waren 10 Minuten. Was nun?

Gut, heutzutage kann man bei den ganzen Parolen und Dampfplauderern in Politik und Kultur oftmals eher erkennen, dass diese lieben Menschen vielleicht sogar unter einer Minute liegen. In der Woche. Mit der eigenen Denkleistung. Warum sollte man auch mehr Gehirnschmalz verbrennen als Schmalz auf der Stulle ist? So von wegen Energieerhaltung und EEG-Umlage. Könnte man sich glatt umlegen – oder andere. Oder angewidert abwenden. Aber sind das wirklich Alternativen?

Oder regiert man einfach durch? Ohne Rücksicht auf Verluste? Oder macht am besten gar nichts, sitzt alles aus und plaudert irgendwelche Worthülsen die niemand versteht oder auch verstehen möchte. Man ist dann bestürzt. Oder gar betroffen. Und verurteilt auf das Schärfste. Wow.

Das nenne ich mal Demokratie!

Wenn wir nicht mal mehr die Auswahl haben – oder einem eine Auswahl vorgeGAUCKelt wird. Oder Vorgesteinmeiert. Wie man es eben möchte.

Wie schön wäre es gewesen, wenn hierzulande nach dem Aufbruch 90 eine WIRKLICHE Demokratiebewegung aufgestanden wäre und die Parlamente erobert hätte! Direkte Demokratie bis zum abwinken. Ich möchte mir das gar nicht genauer vorstellen. Aber das hat eher Gründe in der Abwesenheit von Wissen innerhalb der heutigen Gesellschaft.

Womit ich beim Thema wäre.

Habe ich mir, wahrscheinlich als letzter auf diesem Planeten, scheint zumindest so, einen kleinen Sklaventreiber angeschafft. Einen, der mir täglich sagt, wie viel ich geschlafen und mich bewegt habe. Wichtige Informationen, die man braucht um ein glückliches Leben zu führen. Ebenso die Information, dass die 8 Stunden schweres Laufen exakte 32 Kilokalorien verbraucht haben! Heissa! Fast ein halber Joghurt! Da kann ich ja wieder prassen und schlemmen…

Also einen Fitnesscoach jetzt nicht direkt – sondern eines dieser netten Bänder, die einen also auf Schritt und Tritt, neben NSA und BKA über das Handy, überwachen. Und am Ende des Tages dann ein untrügliches Ergebnis ausspucken. Zuwenig gelaufen! Zuviel geschlafen! Also Normalzustand. Der muss schleunigst geändert werden um nicht an Adipositas schrecklich zu verenden. Wo doch vor knapp 150 Jahren die ‚Normalos‘ höchstens 28 Jahre alt wurden, im Schnitt. Und heute, mit circa 100 Kilo Übergewicht schleppen wir uns bis ins hundertste Jahr der Pflege und liegen dem Staat auf der Tasche! Unverschämt! Rente ab 85 oder bis 70 fordere ich da!!!

Zurück zum Thema.

Diese kleinen Maschinen sind ja erst der Beginn der gesamten Entwicklung die uns noch bevorsteht, wage ich mal zu prognostizieren. Überwachen unsere Schritte und die Atmung sowie den Puls oder auch gleich den Blutdruck. In der Steigerung haben wir dann unsere kleine Netzbrille auf, die uns mit den wichtigsten Daten der Umgebung versorgt (direkt auf die Netzhaut projiziert) – und nebenbei misst, wie viel wir denn so den Tag über nachgedacht bzw. unser Gehirn benutzt haben.

‚Sie haben heute nur 5 Minuten wirklich nachgedacht. Und dies nur, weil sie nicht mehr wussten, wo das Klopapier liegt. Dies war wenig effizient und ihr Tagesziel lag sowieso bei 10 Minuten!‘

Ups. Tut mir leid. Also schnell den Bildungsfernseher angeschaltet und die aufoktroyierte Zwangsdokumentation in der Mediathek geschaut. Mindestens 20 Minuten. Weil man nach 30 Sekunden ja eh schon wieder mit den Gedanken abschweift zu Kollegen, Arbeit, Sport oder was weiß ich. BLOSS keine Politik. Oder ähnliches. Oder NACHDENKEN! Warum? Sollen sich doch die anderen die Gedanken machen. Und da passt das Paarungsverhalten der neu kaledonischen Sumpfdotter-Assel hervorragend ins Programm. Warum habe ich das nicht schon eher gewusst? Vielleicht hilft mir das mal bei einer Quizshow? Hört sich wie die ultimative Frage an: wie oft paaren sich die neu kaledonischen Sumpfdotterasseln im Durchschnitt pro Stunde während der Sommersonnenwende?

Wer sich darüber Gedanken macht, der sollte mal eine andere Droge ausprobieren. Oder weniger davon nehmen. Oder entscheidend MEHR!

Also quasi wie in der Politik.

Auch dafür könnte man ja dann Roboter engagieren, in den Parlamenten. Können die da den lieben langen Tag vor sich hin diskutieren. Und wer möchte, kann dem sogar zuhören. Nur wer würde das wollen? Wozu sollte man denn auch alles selbst erledigen?

Denn selbst der Doktor wird dann ja wohl irgendwann nicht mehr der eigene Onkel sein („…das ist der Onkel Doktor, vor dem brauchst du keine Angst haben, der macht nur kurz pieks und dann ist alles wieder gut! Und nachher gibt es ein Eis und ein Comicheft!“ Hurraaa! Wunderbare Kindheit!).

Ist dann eine Maschine die vollkommen leidenschaftslos die Körpersäfte analysiert und mit dem Sachbearbeitungscomputer der Krankenkasse deinen Fall durchgeht. Innerhalb von Millisekunden versteht sich. Während man sich wieder anzieht sozusagen. 

‚Mein Kollege von der Kasse und ich, wir sind beide der Auffassung, sie sollten ab heute 30 Minuten mehr Sport machen. Wir haben sie bei City-Fit angemeldet. Die Beiträge werden sowieso abgebucht und wir überwachen sie per GPS. Also machen sie lieber keine Dummheiten!‘

Geht man also mit einem dummen Gefühl nach Hause und beichtet seinem Partner, dass man aufgrund des übermäßigen Genusses von Teigwaren und hellem Mehl nun täglich eine halbe Stunde später nach Hause kommt.

„Wieso? Hast du etwa eine neue Sekretärin?“

„Ne, aber einen neuen Onkel. Der ist zufällig auch Doktor. Also MEIN neuer Doktor.“

„Das kannst du wer weiß wem erzählen! Du bist um Punkt 4 hier zuhause! Damit das mal klar ist!“

Na Toll.

Also weiter total überhöhte Beiträge für ein nicht genutztes Fitness-Abo zahlen und jeden Monat dem Computerdoktor eine neue Story auftischen! Bis auf den Computer also alles exakt wie heute auch…

Aber wenigstens meckert das Überwachungsband nicht mehr.

Heute 10 Minuten darüber nachgedacht, wie ich den Onkel Doktor austrickse!

Ziel erreicht.

Und in der nächsten Woche überlege ich mir dann ein paar Doktorspiele

Aber das ist ein vollkommen anderes Thema…

WEISSE BESCHEID, ne?

 

Wenn der Weihnachtsmann klingelt

Lieber Tagesbuch,

wird er in diesem Jahr hoffentlich kein HERMES-Bote sein. Also weder ein Bote der Götter noch pünktlich. Sollte er dennoch klingeln müssen, dann sicherlich gegen 0 Uhr in der Nacht – wegen Arbeitsüberlastung. Und er hinterlegt wenige Augenblicke später sehr wahrscheinlich auch wieder nur einen Zettel im Postkasten. Niemand angetroffen, das Paket wurde dem Osterhasen zur Auslieferung übergeben.

Und das kann dann ja auch mal etwas länger dauern. Schließlich hat der auch noch seine Eier zu färben. Wenn er sie nicht von seiner Gattin gefärbt bekommt, durch Fußtritte in die Weichteile – versteht sich. Denn auch der Osterhase hat ja im Moment ebenso nichts zu lachen. Schließlich wird eines der Hauptziele der in meiner Kindheit begonnenen Ostermärsche dieser Tage zwar erreicht – der Ausstieg aus der Atomenergie.

Fragt sich nur: zu welchem Preis?

Da wird den Energieversorgern, die über 6 Jahrzehnte die Kohle mit billiger Energie gescheffelt haben, es soll sich um etliche hunderte Milliarden handeln, da wird also diesen kleinen Gaunern erlaubt, sich für schlappe 23,5 Milliarden loszukaufen.

Absolution durch den Steuerzahler. Der quasi per Gesetz die Altlasten übernimmt und für die Entsorgung der hochradioaktiven Substanzen zu sorgen hat. Und bei Halbwertszeiten um die Milliarden Jahre quasi für jedes Jahr einen Euro bekommt. DAS ist doch mal ein Super-Deal!

Allerdings mal wieder nicht für den Michel.

Der hat seine Mützi, heutzutage ja HOODIE genannt, tief ins Gesicht gezogen und steht neben den 3 Affen ‚Seh nix, Hör Nix, Sag nix‘ treu doof in der Gegend herum. Und staunt. Wie so oft in der Bananenrepublik Deutschland. Denn hier sind Dinge möglich, für die man in Wallonien zum Beispiel aufsteht und einfach mal Nein sagt.

Ceta ist so ein Beispiel.

Da wird einfach per Ministererlass drüber entschieden. Und notfalls auch über Tengelmann. Schließlich wäre es ja noch schöner, wenn das Volk entscheiden würde – und nicht der mit seinem Amt ausgestattete Minister, der damit ja quasi die Wahrheit mit Löffeln wenn nicht gar über Pumpen eingeführt bekommen hat.

Wären wir eine Runde von Weisen, nicht Waisen wohlgemerkt, dann könnte ich die Entscheidungen ja oftmals sogar noch nachvollziehen. Allein, mir fehlt langsam der Glaube. Und dadurch, dass fast jeden Tag mittlerweile ein Skandal durch die Republik gejagt wird, kommt man ja auch gar nicht mehr hinterher. So richtig.

Man staunt und zetert gerade noch über den Wahlkampf drüben beim großen Bruder – und schon sitzen hier Rot-Rot-Grün zusammen in einem Saal und diskutieren über die Wahl in 2017. So wie vor etlichen Jahrzehnten, vor den Abspaltungen aus der SPD. Quasi ein SPD-Reloaded.

Und Herrlich: man stellt fest, dass man sogar vielleicht eine Mehrheit zustande bringen könnte. Mit der FDP. So wie in den 60er/70ern. Ja heissa. Wer erzählt hier mal was Neues? Geschichte wiederholt sich eben in immer kleineren Zyklen. Sieht man ja auch an dem lieben, kleinen russischen König. Der möchte auch wieder Zar sein. Und benimmt sich auch so.

Kosaken. Da sind mir seit Loriot die Zipfel am liebsten. Und um eben einen solchen Zipfel geht es ja auch in der Krim-Frage. Oder auch in anderen sprichwörtlich umstrittenen Teilen der Welt.

Da wird sich um einen Flecken Erde gestritten, wie die sprichwörtlichen Kesselflicker. Und dies in einer Zeit, in der die Aufklärung, das Fernsehen und das Internet eigentlich jedem auf diesem Gesteinsbrocken im All doch klargemacht haben sollte: wir sind alle eins. Und so sollten wir uns auch benehmen. Wo kein Krieg, da keine Flüchtlinge. Oh, das leuchtet ein und ist eine sooooo einfache Lösung?

Ja, manchmal ist das Leben wirklich eben ganz simpel.

Man müsste nur drüber nachdenken. Und was ändern. Und Atome nicht spalten. Und vor Allen Dingen seinen Müll aufräumen für die Generationen danach.

Aber Generationen-Vertrag, da haben die alle nix mehr mit am Hut heute. Die fragen sich eher, ob es den bei Vodafone auch als Flatrate gibt. So nach dem Motto: sehr, sehr wenig einzahlen und sehr, sehr viel herausbekommen.

Quasi wie mit der Rente. Wenn man Pension bekommt. Oder eine Diät als Minister. Oder gleich vom Finanzminister-Job hinüber wechselt zu den Banken. Soll es ja geben, sowas.

Und da fragst du mich, ob sich das irgendwann vielleicht mal ändern wird?

Klar, wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen und der Hermes-Bote vor der Tür steht und klingelt.

Und dann stehen die drei, Weihnachtsmann, Bote und Osterhase, gemeinsam vor deiner Tür, streiten sich darüber, wer das Paket zustellen darf – und legen zum Schluss gemeinsam doch wieder nur den Zettel in den Briefkasten: Empfänger nicht angetroffen, Paket liegt zur Abholung bereit. Ist nur nicht ganz klar, WO!

Ist so wie mit dem Menschen an sich, Gott als Zulieferer und der Weisheit als Paket.

Verstehst du jetzt nicht? Dann lies noch mal in Ruhe,

Weisse Bescheid, ne?

 

 

Die flatulative Osmose

Lieber Tagesbuch,

herrscht ja eindeutig eher beim Mann vor. Zumindest ist mir in all den bisherigen Lebensjahren selten ein weibliches Exemplar untergekommen, welches mit derartiger Monstrosität der Flatulenz huldigt – wie eben der Mann.

Äußert sich bei manchen dieser Art darin, dass tatsächlich sogar Spiele damit verbunden werden. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang immer an meinen Opa, der mich als kleines Kind immer aufforderte, an seinem Zeigefinger an der rechten Hand zu ziehen. Und in dem Moment, in dem ich dies tat, entfuhr es ihm. Mächtig, laut, oft auch grässlich stinkend, was evtl. auf die Zusammensetzung seiner Darmflora Hinweise hätte eröffnen können, wenn ich denn zu diesem Zeitpunkt bereits ein erfolgreiches Medizinstudium hinter mich gebracht gehabt hätte. Dies war nicht der Fall und so zog die Duftwolke ungehindert über die gesamte Fläche der angrenzenden Grünanlage. Ohne nachfolgende Analyse über deren genaue Zusammensetzung und die vorausgegangenen Prozesse.

Diese Art der offen zur Schau gestellten Flatulenz, der flatulativen Osmose halt, bei der jede Zelle des Körpers die eigenen Stoffwechselprodukte über die Darmwinde aus dem Körper abführt, ist bei Männern scheinbar nicht selten anzutreffen. Zumindest war immer mal wieder jemand dabei, der ungeniert in der Öffentlichkeit sein Innerstes nach außen gekehrt hat.

In den meisten Fällen nicht gerade zur Erheiterung der Umwelt – sondern eher um Empörung und Missgunst zu ernten. Oder wie sagte ein Komödiant letztens? Scheiße is, wenn der Pfurz watt wiegt.

Auf solche tendenziell wichtigen Erkenntnisse kommt halt auch nur, wer seine Düfte nicht sammelt. Was mich wieder dazu bringt, dass ich den Nutzen von Aktivia immer noch nicht verstanden habe. Kann es tatsächlich sein, dass man NICHT pupsen kann? Ist als Mann nahezu unvorstellbar. Gerade bei Vollkornbrot und ausgewogener Ernährung bin ich quasi ein sich ständig in der Gasproduktionsphase befindlicher Zellhaufen in einem Fleischsack. Es gärt rund um die Uhr in mir. Nun nicht nur wegen der Weltpolitik, in der auf der einen Seite die Abschottung und das absolute Paradies versprochen werden – um auf der anderen Seite die halbe andere Welt in der Zwischenzeit mit einem Bombenteppich zu belegen. Ideologien, Religionen, Kriege. Habe ich mir nie etwas draus gemacht und ich muss sagen: ich brauche es auch nicht. Da furz ich sozusagen drauf.

Der eine hortet also die Dämpfe in seinem Inneren, der andere irgendwelche Dinge in seinem Haus oder seiner Wohnung. Nennt sich dann Darmverstopfung oder Messie. Ganz danach, welchem Laster man nun genau frönt.

Wobei der Messie natürlich das entscheidend größere Problem hat – weil er irgendwann noch nicht einmal mehr auf sein eigenes Klo kann. Um Dampf abzulassen oder geschweige denn an seinem Körper irgendwelche Tätigkeiten vorzunehmen. Sei es auch nur zur Pflege desselben. Alles voller Bananenkisten oder Plastiktüten.

Ganz abgesehen von den alten Möbelstücken und Hüten, Vasen, Taschen, Pumpen, Kompressoren oder kleinen Heizkraftwerken. Was sich halt so ansammelt wenn man hin und wieder mal auf den Flohmarkt geht. Da sind andere froh, dass sie den Müll endlich quitt geworden sind – und ein ehrenwerter Messie hortet die neuen Errungenschaften. Nicht, dass mir das harte Schicksal nicht bewusst ist.

Und vor allen Dingen: ich möchte mich nicht über Krankheiten lustig machen, weit gefehlt. Die bedürfen der Behandlung, ohne Frage. Wobei sich mir schon die Frage stellt, ob nicht schon die ganze Welt erkrankt ist. Aber dies ist mal wieder eine andere Geschichte.

So sammelt man also vor sich hin, bis die ganze Bude ohne den Trödeltrupp nicht mehr beherrschbar ist. Und die kommen dann und schmeißen einfach die Hälfte weg. All das, bei dem man jahrelang in seinem Kopf sagte: das kann man doch noch gebrauchen! Ist vielleicht die Erziehung in den Kindheitstagen, kurz nach Kriegsende, ein wenig schuld daran.

Damals trichterte Oma uns allen doch schon ein, dass man lieber etwas repariert als wegschmeißt. Hat man ja nicht so viel davon, von diesen Dingen. Und darum muss man die schon pflegen und aufbewahren und eben auch reparieren. Während Opa mir wieder seinen rechten Zeigefinger hinhielt. Was auch so ziemlich seine abschließende Sicht der Dinge beschrieb.

Was störte es ihn schon? Hatte er doch sein Leben schon gelebt und nun ging es nur noch darum, die Rente sinnlos zu verprassen. Rente? Ja, ich weiß, etwas, was man heute kaum noch versteht. Zumindest, dass man davon leben kann. Geschweige denn große Sprünge machen. Oder gar den Zeigefinger hinhalten. Aber: die Renten sind sicher! Nicht die Höhe, aber eben der Begriff. Auch eine andere Baustelle, kommen wir noch mal dazu. Stichwort Altersarmut.

Stapeln sich also die Erinnerungen und der Müll der Geschichte im Hausflur. Bis es den Angehörigen oder den Nachbarn stinkt. Da hilft dann meist wirklich nur noch die Radikalkur. Alles weg und endlich mal wieder besenrein machen, die gute Stube. So ein Frühjahrsputz hilft ja auch der Seele. Zumal entrümpeln IMMER gut tut. Schließlich belasten viele Dinge einfach nur unser Leben. Man baut sich sozusagen komplett zu. Materielle Bindung an eine immaterielle Zukunft. Denn diese existiert ja erst mal nur im Kopf. Was uns wieder dazu bringt, zu erörtern, was am anderen Ende oft herauskommt. Neben der ganzen Scheiße, die den lieben langen Tag so weltweit ans Licht der Öffentlichkeit kommt.

Wusstest du übrigens, dass ein Abgeordneter NACHDEM er sein Mandat niedergelegt hat, für jedes Jahr mit Mandat 18 Monate lang knapp 9.000 Euro Überbrückung bekommt? Heißt also, man war, sagen wir mal, 11 Jahre im Bundestag – und plötzlich fällt auf, dass man ja gar kein Hirn hat. Muss man sein Mandat niederlegen. Und bekommt dann noch satte 16 Jahre seine Überbrückung. Also muss man erst mit 40 in die Politik. Um bis zur Rente ausgesorgt zu haben. Das sind doch mal echte Perspektiven! Gerade für die junge Generation, die laut aktuellen Nachrichten ja nicht mehr so sehr konsumieren möchte.

Wovon auch? Vom Mindestlohn und von befristeten Verträgen? Da wird man doch gern Politiker! Und lässt so manches mal Dinge ab…von denen man auch denken könnte, es wäre nur ein Furz in der Weltgeschichte.

Und manch einer, der lässt ja auch mal heimlich einen fahren – im Aufzug. Wenn niemand dabei ist. Nur um dann im nächsten Stockwerk peinlich berührt auszusteigen – weil vor der Tür jemand wartet. Und man ja allein im Aufzug war. Wer sollte sonst wohl dort drinnen gefurzt haben? Schlimm, schlimm. Aber auch wieder gut, dass man die eigenen Dämpfe prima riechen kann.

Sonst würde man als Mann auch ziemlich schnell am Ende der eigenen Kräfte angelangt sein. Oder zu Anti-Aktivia greifen. Um der Flatulenz Einhalt zu gebieten. Kann ja sonst auch keiner aushalten! Außer, man bewegt sich im Parlament der geistigen Flatulierer. Wenn man nicht gerade Hirn-Dünnschiss hat. Und von Demokratie und Todesstrafe faselt. Soll es geben. Was sich alles so Demokratie schimpfen darf. Tststs. Da lobe ich mir doch die Einstellung von Opa.

‚Hier, zieh mal dran!‘

Hält mir den Zeigefinger hin – und ich zieh wieder dran. Obwohl ich das ganze doch schon kenne.

Ach Oppa, du warst schon eine Granate!

 

WEISSE BESCHEID, ne?

 

Digitalisierung 2016.0

Lieber Tagesbuch,

ist, wenn ein Pokemonjagender Mobiltelefonanstarrer von einem autonom fahrenden Tesla-Auto überfahren wird, dies durch ein Google-Auto aufgenommen und durch eine Verkehrsüberwachungsdrohne komplett aufgezeichnet wird. Willkommen in der neuen Welt. Und die Amazon-Drohne blinzelt verstört beim Paketausliefern auf die Straße und versteht die Welt nicht mehr…

Was genau mag denn nun Digitalisierung sein? Fragst du mich das jetzt wirklich ernsthaft?

Nun, nehmen wir mal an du bist krankenversichert. Dann wird zukünftig der Arztbesuch gar nicht mehr nötig sein. Du schnappst dir morgens früh dein Handy, startest die App deines Hausarztes, der schaut sich über die Kamera deine Prusteln im Gesicht an und schreibt dich krank. Das geschieht unmerklich für dich im Hintergrund. 

Dabei wird erst der Arbeitgeber informiert – und danach die Krankenkasse. Du kannst dich hernach direkt in die Apotheken-App begeben, dort dein Medikament raussuchen (verschiedene Hersteller, mit manchen hast du vielleicht sogar eine Kooperation, d.h. die Sponsoren deiner Tochter die Blockflötenstunden dafür, dass du ihre Produkte kaufst) – und dieses wird dir dann per Drohne zugesandt.

Nach cirka 20 Minuten Flugzeit. Spätestens jetzt musst du deinen Arzt bewerten und für deine Krankenkasse dessen Rechnung freigeben.

Danach wieder ab ins Bett und genesen also. Bis dich am nächsten Morgen die App darauf hinweist, dass du ja sowieso in diesem Jahr schon öfters krank warst und man dir sofort die nächsten 3 Wochen als Krankzeit vorschlägt. Kommt jetzt auch nicht mehr drauf an. Und die Diagnose liefert man dir schon vorab anhand deiner im Klo gemessenen Körperflüssigkeitswerte. 

Nebenbei solltest du die Aufnahme von Alkohol reduzieren, rät dir die Arzt-App. Und gestern, der Fisch, der war aber nicht MSC – und schon gar nicht Bio. Und schon nervt das schlechte Gewissen. Schließlich kann von diesem einen Fisch das leben einer ganzen Fischerfamilie abhängen! Zumindest erscheint es so. In Wirklichkeit trifft es nur einen dieser riesengroßen Fischfang-Trawler im Atlantik – und der kann es weiß Gott verkraften…

Schöne neue Welt.

In der auch schon sehr früh feststeht, wer oder was du wirst. Vor allen Dingen haben deine Eltern dich schon vorher im Baukasten zusammengesetzt. Kann eigentlich kaum noch was schief gehen.

Mit der kleinen App auf dem Smartphone wurde der perfekte Samencocktail zusammengestellt, vom Labor dann fertig gemixt und per Drohne zugestellt. Gut, guter Sex sieht jetzt anders aus – aber was tut man nicht alles für die Menschheit? Möchte nicht jeder einen kleinen Galileo oder Albert? Oder eine Marie? Was gäbe die Welt für einen neuen Jesus oder eine Jesine. Muss man ja nicht gleich wieder an die Wand nageln. oder an ein Kreuz. 

Fällt mir ein, was wäre gewesen, wenn man Jesus geköpft hätte? Würde dann heute jeder mit einem Schwert um den hals herumlaufen? Gut, in Zeiten von Terror und der wahlfreien Ausübung von grober Körperverletzung mit Todesfolge oder jeglichem anderen groben Unfug (ich sage es gleich: ich halte mich aus allen Diskussionen hierzu heraus. Bringt nix. Denn meine Argumente sind nicht tödlich!) kann so ein Mordinstrument bei der Hand oder besser am Hals sicher nützlich sein. 

Aber dann hat ja jeder eins. Halt so wie im kalten Krieg. Alle haben eine Bombe und darum nutzt sie keiner. Ja, so verrückt ist der von den Bäumen heruntergestiegene Affe! Wohl wahr! Manche hielten ja eben dieses verlassen der Bäume schon für den großen Irrtum. Andere gehen noch weiter und finden, wir hätten nicht mal das Wasser verlassen sollen. Besser für uns wäre es sicher gewesen. Gäbe es jetzt Planktoncocktails auf dem Meeresgrund. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gut, gibbet also am Spielplatz um die Ecke zur Genüge Jesines oder Jesusse in Tateinheit mit der bekannten Schackeline. Aber wir reden hier ja eher nicht von den Kindern mit sehr viel Potential – also enormer Luft nach oben -, die zumindest schon mal den Stift so halten können wie der Turm in Pisa steht. Zwar schief – aber dennoch lässt sich damit auch ein Wort hinkrakeln. Auch dabei ist man nicht mehr ganz so genau, schließlich wird auf Tablets geschrieben, die Autokorrektur übernimmt den Rest. Selbst der größte Dummbatz bekommt auf diese Weise Weltliteratur hin! Alle Minuten lang ein neuer Shakespeare! Nun, nicht exakt so lang und detailliert bzw. Pointen reich – aber zumindest hört es sich fast schon an wie Englisch. Das Deutsche. Sind wir akut ja auch nicht sehr weit weg von.

Kaum Werbung, in der nicht alles irgendwie besser ist, weil es ‚repair‘ oder ‚revitalift‘ oder ’smoothie‘ ist. Hinzu kommen ‚Events‘ und ‚Spots‘ die dein ‚Life‘ irgendwie besser machen. Es ‚upgraden‘.  Tja, manches mal wünschte ich mir weniger Werbung und mehr Hirn. Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben. Und wer schon Persil und Omo hat, der braucht sich um eine gescheite Gehirnwäsche keine Sorgen mehr zu machen. Ünrigens werden pro jahr 60 Millionen Tonnen Phosphor in die Kloake gespült. Die Hälfte unserer Einfuhren an Phosphor kippen wir wieder weg! Das nenne ich mal Weitblick! Ist so, als wenn ich am Geldautomaten nach jedem Abhebevorgang die Hälfte meines erhaltenen Geldes verschenken würde. Fände ich auch wieder toll. Würde ich den ganzen Tag nur an Bankautomaten stehen! Karriere als Bankautomaten-Vorsteher. Chief of – versteht sich. Man macht ja auch seinen Master und den Bachelor. 

Ich sags ja…denglisch sei dank. Aber nicht mal das ziehen wir durch. Könnte man doch zumindest schon mal das seidt einführen (Kombi aus seit und seid) und den bestimmenden Artikel endlich weglassen. Man liest ja auch kaum noch bestimmende Artikel. Alles eher Einheitsbrei. Auch wieder eine andere Geschichte.

Alles das ist auch bereits mit kleinen bunten Pillen erreichbar. Realität und keine Fiktion. Viagra und Co. lassen grüßen. Täglich wird es mehr. Und in Zukunft sind sogar direkte Eingriffe ins Hirn denkbar. Gut, macht man jetzt nicht so sehr viel kaputt. Von daher sag ich mal: schlimmer geht es eh immer! Also warum nicht? Wären wir wieder bei der Schnittstelle im Kopf, du erinnerst dich?

Naja, auf jeden Fall sind deine Lehrer dann das Internet und diese kleinen, süßen Roboter die dich durch deine Kindheit und Pubertät bis ins Erwachsenenalter begleiten. Kleine Pokémons und PacMans.

Und ein jeder hat eine Brille auf (was ja auch die Diskriminierung der Brillenträger endlich beenden würde) mit der er sämtliche Zusatzinformationen zu einem Objekt sofort eingeblendet bekommt. Steht man also vor der Sehenswürdigkeit und die Datenbrille sagt einem: hey, is 80 Jahre alt, heißt Omma Krawuttke und lebt hier im Altersheim um die Ecke. 

Was die jetzt gerade hier splitterfasernackt vor dem Picasso im Museum macht – man weiß es nicht genau. Aber zumindest erkennt man auf Blick oder Kopfnicken hin, wer die Erziehungsberechtigten waren und sind. Und wie viel Omma Krawuttke im Monat so an Rente kriegt. Und was sie gestern gegessen und eingekauft hat.

Gut, das würde jetzt wieder nur der Ordnungshüter sehen. Der sieht aber auch sofort alle Einträge zur Sprache der gestrigen Woche. Also alles, was Omma Krawuttke in der letzten Woche so vom Stapel gelassen hat.

In Einzelfällen vielleicht nicht so interessant. Aber insgesamt und in BIG DATA sicher ein willkommenes Highlight jeder autoritären Regierung. Die einem durch die Datenbrille natürlich auch immer anzeigt, wie etwas gerade aktuell heißt oder welche Wertung es gerade hat. Doppelplusgut sag ich nur.

Also in all der schönen Zeit in den Allergenfreien Bereichen der Großstadt werden immer mehr und weitere Daten über dich gesammelt. Und die verfestigen dann dein Bild. So dass ein jeder sofort weiß, woran er bei dir ist. Wie erwähnt eben auch der liebe Herr Staat. Der damit dann auch schon weit vor der anstehenden Wahl weiß, wen du denn wählen wirst.

Und darum muss die Wahl ja auch erst gar nicht stattfinden – weil das Ergebnis eh schon feststeht. Das wäre dann auch Demokratie 2.0! Heissa! Und Politiker die ihre Vita oder ihre Abschlüsse gefälscht haben oder irgendwo abgeschrieben oder sonst wie gelogen und korrumpiert haben – gibt es gar nicht mehr. Nur noch Politroboter die den lieben langen Tag nichts anderes tun, als das für und wieder zu debattieren. und zum Schluss wird abgestimmt.

Sagst du jetzt, wo ist der Unterschied zu heute?

Gut, die kosten eben nur noch Strom. Keine dicke Diät mehr.

Und wenn der durch Wind, Wasser und/oder Sonne hergestellt wird…ist doch erst mal alles gut!

Während das Volk draußen Pokemons jagt oder bei der EM/WM/AM/BM/CM zu Hause vor der Glotze zuschaut.

Arbeiten muss ja auch niemand mehr, denn sämtliche Jobs der Welt werden komplett von Robotern erledigt. So dass der Mensch sich ganz auf seine guten Seiten besinnen kann. Ich hatte es bereits beschrieben, du erinnerst dich sicher.

So malt der gute Mensch dann halt Ölgemälde aus Urin oder bastelt aus Filz kleine Hüte. Oder baggert in seinem Garten herum. Ganz, ganz kecke nehmen 3 Stunden lang den gerade im Garten entdeckten wilden(!) Vogel auf. Solange der Akku reicht. Und ein ECHTER VOGEL: Kein Pokemon! Wow!

Lange keinen mehr gesehen. Außer im Zoo oder im TV.

Schöne neue Welt halt…alles so wundervoll bunt! Und sogar in HD! CURVED! Also gebogen…für uns Ältere…

Weisse Bescheid, ne?

 

 

Wer Hunde isst

Lieber Tagesbuch, 

der unterdrückt auch Menschen. Ist zwar kein direkter Zusammenhang – aber man kann/konnte es ja aktuell in China beobachten. Da werden rituelle Krankheiten einfach durchgezogen – weil das Volk nachher noch aufsteht und aufmüpfig wird. Also lieber alles erlauben bis auf die freie Meinungsäußerung – und schon sind alle zufrieden. Bis auf die Schwein und Rind essende westliche Zivilisation, die sich mit grauen abwendet, wenn dem geliebten Bello das Fell über die Ohren gezogen wird.

So mag wohl auch der alteingesessene Afrikaner beim Wasserbüffel oder der Australier beim Strauß denken. Schmeckt doch. Also ab auf den Tisch!

Womit wir bei der immer wieder beliebten Diskussion der Essgewohnheiten des Parasiten Mensch auf dem wundervollen Erdenrund wären. Grundsätzlich kann man ja keine Grenze ziehen, auch Pflanzen haben ein Anrecht zu leben. Nur was soll der Parasit dann essen?

In der weit entfernten Zukunft wahrscheinlich irgendwelche Pillen und Lösungen – weil alles andere auf dem weiten Erdenrund schon auf- und kahlgefressen wurde. So wie bei jeder Plage, wenn der Parasit einfach zu viel zu fressen vorfindet. Große Bevölkerungsexplosion und irgendwann dann der Kollaps. Warum bitteschön sollte es dem Menschen anders ergehen? Ist er doch nur ein Teil der Kette und kann nicht anders. Sagen die einen.

Ich sage allerdings, wenn er schon Zellkulturen züchten kann, warum dann nicht das Fleisch als Zellkultur heranwachsen lassen? Lasst die Lebewesen in Ruhe und perfektioniert lieber die Anzucht dieser Kulturen! Da wird dann unbelebtes verköstigt und jeder kann seiner Geschmacksrichtung frönen. Cola-Himbeer sag ich nur.

Bis dahin werden sicher noch eine Menge Sommersonnenwenden erlebt – und eben auch ebenso viele Hunde abgeschlachtet. Und Küken geschreddert. Und Gänse gemästet. Und so weiter und so fort.

Nein, der Mensch ist ein ganz lieber. Ehrlich!

So bis auf Atombombe und Krieg und Armut und Elend und Ausbeutung und Raubtier-Kapitalismus bzw. Globalisierung.

Und Giftgas und Völkermord und Umweltverschmutzung und Asbestverseuchung und Dioxin und Contergan und so weiter und so fort.

Ansonsten ist der Mensch total lieb.

Gottgleich!

Zumindest überlegt er schon, ob er nicht Autos und sogar Züge von selbst fahren lässt. Gut, bei der deutschen Bahn wird das noch einige Zeit dauern, da sind wir Verspätungen ja gewohnt und es wäre schon ein Wunder, wenn am Ende nicht ein Zugführer ohne Lok bei den Anstrengungen herauskäme (so in der Masse gedacht) – aber insgesamt lässt sich der Siegeszug der Maschinen doch kaum noch aufhalten. Schließlich gehen so viele wunderschöne Dinge damit einher. Man kann sich selber und all seine Gedanken und Erinnerungen irgendwo in der Cloud abspeichern und bei Bedarf jederzeit wieder abrufen. Wüsste man also, wenn man jemanden nach langer Zeit wieder trifft, warum man denjenigen nicht mehr wieder treffen wollte. Da hilft dann Verdrängung nicht viel. Und hinter einem jeden Menschen steht dann ein kleiner Roboter, der Pflichtschuldigst alle Aufgaben erledigt. Man selber hängt als schlaffer Fleischsack in der Manier eines ausgewachsenen Stephen Hawking in seinem Stuhl und hat die Intelligenz des gesamten Universums in sich vereint. Nur ist man eben nicht mehr in der Lage irgendetwas selber zu tun. Denn Muskeln bilden sich bei Nichtbenutzung zurück. Soll beim Gehirn übrigens ähnlich sein – auch wenn es kein Muskel ist.

Schlussendlich wird dann halt auch der letzte Hund verspeist sein (Hopi-Indianer als Hinweis) und die Spezies Mensch vom Planeten vertilgt bzw. verschwunden. Ganz schön Schwarz gesehen, ich weiß.

Aber hat doch auch was Schönes, wenn dann dereinst tatsächlich außerirdische zu Besuch kommen – und die selbst fahrenden Autos und Züge als Lebewesen untersucht werden.

‚Was mag wohl Deutsche Bahn heißen?`

‚Ach, ist bestimmt nur so ein blödes Tattoo wie bei uns auch vor zigtausenden von Jahren.‘

‚Mag sein. Mich wundert auch, dass jeder von denen IMMER unpünktlich zu jedem Termin auftaucht!‘

‚Sind halt keine Hunde! Die sind IMMER pünktlich. Zumindest wenn es was zu essen gibt…‘

 

Stimmt. Die wurden zur Sommersonnenwende lieber in den Kochtopf geknallt.

Am liebsten würde ich von Luft und Liebe leben. Und von Lichtenergie. Aber leider waren alle bisherigen Experimente zu diesem Thema eher unergiebig.

Dann bleibt mir eben nur mich am Riemen zu reißen. Jeden Tag. Denn dafür wurde mir Vernunft gegeben. Klar, alles auf Fressen und gefressen werden aufgebaut. Aber wenn man das System kapiert hat, dann kann man das doch auch abändern. Zumindest bin ich der festen Überzeugung dass das geht…

Also ich wäre für das wieder einführen der alten Riten der Maya, Inka und Azteken! Nach jedem Fußballspiel wird die verlierende Mannschaft auf dem Altar geopfert in dem man ihnen einzeln das Herz rausreißt. Und anschließend darf der Gewinner die Kleidung der Zuschauer mitnehmen.

Hört sich ganz vernünftig an. Zumindest nicht bekloppter als das mit den Hunden…

WEISSE BESCHEID, ne?

P.S.: eigentlich ist ja Sommerpause und sowieso auch noch EM – aber für diesen Unsinn musste ich eine Ausnahme von der Regel machen…

 

Die Salzaufnahme

Lieber Tagesbuch,

ist kein neues, hypermodernes Aufzeichnungsverfahren, welches in Kürze Dolby Surround ablöst und damit den althergebrachten Pfurz im THX-Kino dem zu belustigenden Publikum dann auch Geruchstechnisch näherbringen könnte. Auch wenn ich persönlich sicher gerne einmal Geruchskino erleben würde – so weit sind wir ja leider noch nicht. Wobei, wenn man es einmal grundsätzlich sieht, ist das Speichern von Daten auf Silizium ja schon nahe dran an der angesprochenen Salzaufnahme!

Gemeint ist hier eher die Überversorgung der Bundesbürger mit dem gewöhnlichen, jodierten Kochsalz. Welches sich, wie auch der Zucker, versteckt in nahezu jedem Lebensmittel findet – wenn man einmal von reinem Zucker oder reinem Salz absieht, bei denen der jeweilige Gegenpart dann eher nicht enthalten ist.

Unabhängig von dem, was man den lieben langen Tag so mit seinem Leben macht, schieben die allermeisten Menschen sich auch noch Dinge in den Schlund, bei denen sie nicht lange nachdenken, woher diese kommen oder was eben diese im Körper auslösen. Geschweige denn, dass man sich Gedanken darüber macht woher das Nahrungsmittel jetzt genau stammt. Blindes Vertrauen nennt man das wohl. Oder eben Opferergebenheit – schließlich hat man als Verbraucher oftmals ja gar keinen Einfluss mehr auf die Inhalte und Geheimzutaten. Die Lebensmittellabore sind mittlerweile nicht mehr wegzudenken aus der gesamten Branche…

Niemand würde wohl gern den gesamten Tag in einem geschlossenen, dunklen Raum verbringen – außer er hat gerade eine ansteckende Krankheit wie Arbeit oder ähnliches, diese kann  ja meist in Deutschland nur hinter Kassen oder an Schreibtischen auskuriert werden. Zumeist bis zum Wochenende. Nach dem man dann einige Monate oder Jahre der Arbeitstherapie hinter sich gebracht hat, folgt dann dennoch oft unweigerlich der Gang zum Arzt. Und der stellt dann fest, dass man erhöhte oder erniedrigte Werte hat.

Wovon auch immer.

Damit sind jetzt nicht die Einstellung gegenüber dem anderen Geschlecht, anderen Kulturen, Rassen oder gar Tieren gemeint. Nein, meist sind es so tolle Sachen wie das böse oder gute Cholesterin (mich selber hat ja bisher noch keine Fettzelle blöd angemacht, das lief meist eher anders herum), der liebe Zucker der zur Diabetes führt oder eben auch Salz/Mineralienmangel bzw. der Überschuss der dem Körper arg zu schaffen macht. Je nachdem.

Sollte man also meinen, dass Menschen, die ja zumeist über alles um sich herum informiert werden wollen und gerade bei Feinstaub oder Tabakrauch starke Belästigungen empfinden – dass diese Mitbewohner des Planeten dann auch eher eingehender darüber nachdenken wenn sie sich an der nächsten Ecke die Bratwurst im Brötchen oder den Hamburger in der Braterei reinkloppen. Sollte man meinen. Die Zuwachsraten der Fast-Food-Ketten sagen schlichtweg etwas anderes.

Wen stört der fehlgeleitete Konsum schon wirklich, vielleicht gerade noch den Magen, der allerdings auch nur rebelliert, wenn wir komplett gesundheitsgefährliche Dinge zu uns nehmen. Wobei, wo hört eben diese Gefährdung auf und wo fängt sie an? Ein breites Feld. Welches ich heute allerdings gar nicht näher erörtern möchte – schließlich muss jeder selber entscheiden, was er in seinen Körper hineinlässt und was nicht. Eines sei nur gesagt: jeder wie er möchte, ich würde niemandem Vorhaltungen machen wollen. Ich kann auch alle Lager verstehen. Wünsche mir aber, dass mir auch in meine Auswahl niemand hineinregiert. Da hört für mich der Spaß nämlich auf! Und vor allen Dingen gehört es nach meiner Sicht der Dinge nicht zu den originären Aufgaben des Staates, sich in solche Felder einzumischen.

Was mich allerdings schon seit der Kindheit nicht in Ruhe lässt, sind Gedanken, die sich um die Zubereitung von allerlei Speisen drehen.

Wer ist darauf gekommen, eine Frucht eines unbekannten Strauches erst zu trocknen, dann zu rösten und im Nachgang fein zu mahlen – um es dann auch noch mit kochendem Wasser zu versetzen und diese heiße Brühe dann abschließend auch noch zu trinken? Versetzt mit eben dem angesprochenen Zucker oder/und einem Drüsensekret einer Kuh? Eben dieses Sekret wird zum Teil auch getrocknet und danach, selbst wenn es stark nach Verwesung oder ungekochten Socken riecht, noch sehr gerne verzehrt. Wer kommt bloß auf so etwas?

Gut, irgendwelche Knollen aus der Erde zu graben und diese dann probieren…das kann in der Menschheitsgeschichte dann auch mal den Gruppenvorkoster sein Leben gekostet haben – aber im allgemeinen gingen diese Versuche oft glimpflich aus – und ihnen verdanken wir so köstliche Dinge wie eben die Pommes Frites. Wer es halt mag. Dennoch muss man auch erst mal diese Wurzeln ausgraben. Vor vielen tausend Jahren war der Druck noch nicht so stark zur Bushaltestelle zu hetzen um den Linienbus zu erwischen der einen dann in das Büro fährt. Da konnte man, nachdem man von irgendwelchen wild wachsenden Pilzen genascht hatte, auch mal kopfüber in der Erde versunken an irgendwelchen Knollen lutschen. Kam vor. Im Nachgang fummelte man dann am Euter irgendeiner Kuh herum…und siehe da: die Milch zum Kaffee war schon da! Hat dann noch ein paar tausend Jahre gedauert bis man wirklich was damit anzufangen wusste – außer der Käseherstellung halt.

Anders kann ich mir die verrücktesten Dinge der menschlichen Ernährung nicht erklären. Schließlich muss man auch auf das kochen oder braten eben erst einmal kommen. Wahrscheinlich hat nach einem Waldbrand, ausgelöst durch einen Wolkenbruch mit Blitzen, das fertig gegrillte Rindersteak schon auf dem Waldboden gelegen. Frisch garniert mit gerösteten Pilzen und Kartoffeln. Fehlte eben nur noch die Sauce. Womit wir bei dem nächsten Teil unserer Entdeckungsreise wären. Der Sauce.

In vielfältigen Variationen über all die Jahrtausende entstanden – steht der homo sapiens heutzutage im Supermarkt vor dem Regal und weiß nicht, welche er nehmen soll. Absolutes Überangebot. Und in den Zeiten der Hektik und des Stresses greift man eben zu den Fixprodukten. Womit wir wieder bei den Inhaltsstoffen und sonstigen Ingredenzien wären. Außer man kocht noch wirklich alles selber, mit Reduktion des Bratensaftes und den Zutaten aus dem heimischen Garten oder zumindest aus dem Gewürzregal. Die bessere Alternative – aber nicht jeder hat die Lust und die Muße sich dem hinzugeben. Womit er sich den Herstellern eben quasi ausliefert.

Es gibt ja heutzutage eine riesige Menge an Unverträglichkeiten. Wo wir früher eben kurz Kotzen gegangen sind – da wird heute vom Arzt schnell eine Intoleranz festgestellt. Diese Intoleranz stelle ich auch oft fest – und tatsächlich muss ich oft auch wie damals sofort und akut kotzen. Wenn ich mir so einige Entscheidungen anschaue. Da spricht jetzt nicht gerade die Weisheit oder Weitsicht. Eher die Hetze und die Leidenschaft. Welches Schwein treibt man am besten morgen durchs Dorf? Und halt, können wir das nicht auch essen?

Was mich aber immer wieder stark mit meiner Kritik zurückhält, ist die Vergänglichkeit des Seins. In 100 Jahren kräht meist kein Hahn mehr danach. Außer man ist in Deutschland geboren und hat eine ewige Schuld auf seinen Schultern. So wie es auch Amerikaner mit den Indianern, Russen mit den Weißrussen usw. usf. haben müssten.

Also versuche ich nicht erst groß an allem herum zu kritisieren, sondern lutsche entspannt und weniger nachdenklich an meinem Salzleckstein. Danach eine kleine Runde auf meinem Rad. Ist doch auch viel schöner, hier im Käfig. Und täglich frisches Wasser gibt es ja auch…

WEISSE BESCHEID, ne?

Getürkte Wahrheiten

Lieber Tagesbuch,

lassen mich seit ein paar Jahren ja nicht mehr los. In den letzten Wochen sogar wieder verstärkt. Schließlich stirbt die Wahrheit meist zuerst…und heute wird es eher ernst. Hin und wieder ist es eben nicht anders zu ertragen als mit Kritik…

Da erdreistet sich ein Pressesprecher eines noch im Bau befindlichen deutschen Flughafens doch tatsächlich, die ganze Wahrheit, und nichts als die Wahrheit auszuposaunen. Und was passiert dann gleich im Handumdrehen?

Genau, er wird entlassen. freigestellt. Von der Arbeit befreit. Von der ganzen Last, die ihm sicherlich auch stark vom Herzen gefallen sein dürfte – nachdem er sich einmal mit der sprichwörtlichen Verpulverung von Steuermilliarden eingehender befassen durfte.

Frei nach dem Motto: es darf nicht sein was nicht sein darf!

Oder wie im Mittelalter, wo man ja den Überbringer der Nachricht köpfte – weil man am Inhalt der Nachricht selber kaum was ändern kann.

Ist quasi wie ein Fußballspiel, welches so lange läuft, bis der richtige gewinnt.

Oder mit Referenden, die man so lange durchführt, bis das richtige Ergebnis herauskommt. Wobei richtig hier natürlich von der Kapitalkraft des jeweiligen Befragenden abhängt. Und auch, ob man ein Referendum dann auch überhaupt ernst nimmt. Oder, wie bei uns in der Republik, gar nicht erst durchführt, weil das Volk einfach unmündig ist. Das hat es vor knapp 100 Jahren ja bewiesen. Überhaupt findet man derzeit einige Parallelen zur Weimarer Republik. Aber dazu vielleicht mal ein anderes Mal mehr.

Muss man sich auch also mal vor Augen halten. Da wird im Jahre 2006, medienwirksam zur Fußball-WM im eigenen Lande, der erste Spatenstich zum Neubau eines Hauptstadtflughafens getan. Und anvisiert werden, neben einer Milliarde an Baukosten , knapp ein Jahr, also Ende 2007, wahrhaftig die Fertigstellung. Mittlerweile sind aber schon 10 (!) Jahre vergangen, die Kosten sind auf über 6(!) Milliarden angewachsen – und kein Ende ist in Sicht. Nicht, dass wir überhaupt jemals ein Bauprojekt in der Republik innerhalb der beiden Grenzen Zeit und Geld fertig bekämen. Völlig illusorisch. Wie auch? Wenn man Einsteins Zeit-Dilatation voraussetzt, also dass bei hoher Gravitation bzw. Anziehungskraft die Zeit gekrümmt wird, dann ist es doch klar: bei solchen Schwergewichten wie unseren windigen Politikern und den ganzen Baugrößen – da kann, durch die große Anziehungskraft der Kapitalgeber auf die Politiker schon mal die Zeit gekrümmt, gedehnt oder was weiß ich werden. Und Geld? Geld ist sowieso nur eine Illusion, dazu kommen wir später aber noch ausführlicher.

Also im Grunde kein Wunder – die soll es ja immer mal wieder geben – sondern leider eher bittere deutsche Realität. Medizin muss halt bitter schmecken. Vielleicht hat die Kanzlerin darum immer solche Gramfalten um den Mund herum? Wenn sie sich doch so sehr grämt, warum dann nicht den Weg frei machen für eine erfrischend NEUE Politik ohne das Kohl’sche aussitzen? Aber ich werde hier schon wieder politisch – das möchte ich ja eher vermeiden. Denn die dümmsten Kälber wählen eben ihre Metzger selber. Jeder kriegt eben das, was er auch verdient.

Und dann stellt sich in dem Rührstück um den deutschen Flughafen in Berlin doch glatt so ein popeliger, kleiner Pressesprecher hin – und meckert und zetert. Ich meine jetzt nicht den Pressesprecher der Kanzlerin. Der dreht ja eher an der Wahrheit so lange herum, dass am Ende keiner mehr weiß, was eigentlich Sache war. Oder man sitzt es, wie gesagt, einfach aus. Oder man ist gleich bestürzt. Man kennt das ja. Wenn da mal nicht nur die Diplomarbeit abgekupfert ist…

Aber so etwas einfach ungefiltert in einer Presseerklärung herauszugeben! Die Wahrheit! Wo sind wir denn? Das geht natürlich gar nicht. Nestbeschmutzer! Fast so, als wenn man einen ausländischen Staatspräsidenten mit satirischen Mitteln hier im Inland unmittelbar angreift – und die Mutter der Nation ergreift Partei. Und setzt sich damit einfach über bestehende Gewaltenteilung hinweg. In dem sie vorab schon verurteilt und Recht spricht. Oder das Parlament einfach Gesetze verabschiedet, die von vornherein Verfassungswidrig sind.

Kann man in all diesen Fällen nicht einfach mal bei der Wahrheit bleiben und zum Beispiel einen Despoten und Diktator auch wirklich Despot und Diktator nennen? Und einen Bruch der Demokratie auch als solchen bezeichnen? Scheinbar nicht. Es gibt halt immer noch Paragrafen, die zu Zeiten des Kaisers (‚Majestätsbeleidigung‘) eingeführt wurden und irgendwie die Jahrhunderte überleben. Weil keiner abändert solange man nicht aktiv wird. Seltsames Politikverständnis. Da wird dann lieber eine neue blaue Plakette eingeführt um das Abwracken 2.0 einzuleiten. Hat nix mit Wacken zu tun. Gott bewahre! Die armen Festivalbesucher. Würde ich doch nie über einen Kamm scheren mit diesem Pack…

Oder, ein weiteres Beispiel, man besitzt ein Unternehmen, mit dem man weltweit irrsinnige, ja wahnwitzige Gewinne einfährt, in dem man Telefone verkauft – nur 80 mal so teuer als es früher der Fall war. Und die anfallenden Gewinne aus den Verkäufen versteuert man dann irgendwo anders in der Welt. In einem Land, in dem man, sagen wir mal, so ein Prozent als Gewinnsteuer bezahlen muss. oder auch gleich gar nichts. Oh wie schön ist Panama! Und wie unschön ist Solidarität und der Gedanke daran! Man nutzt die Infrastruktur und die Menschen – aber Steuern zahlen? Bin ich blöd? Nun, als kleiner Mann bleibt einem nicht mehr als brav abzuführen. Wird ja schon zwangsweise getan. Auf dem Lohnzettel ersichtlich. Aber als globaler Konzern mit dem humanitären Ansatz, das Kapital ohne Rücksicht auf Verluste zu vermehren – was stört einen da schon die Solidarität? Oder auch Rücksichtnahme? Weder auf Verbraucher noch auf Umwelt. Bringt ja keinen Profit.

Wir leben eben heutzutage in einer vollkommen neuen Welt. Da bekommen bisher allseits bekannte Begriffe vollkommen neue Bedeutungen. Getürkt ist etwas nicht etwa, weil wir es mit Despoten oder gar Diktatoren zu tun haben, nein, weit gefehlt. Auch wenn du jetzt an genau so etwas denkst. Der Begriff ‚getürkt‘ selber kommt von einem im 18.Jahrhundert, zur Zeit von Friedrich dem Großen, als Weltneuheit vorgestellten Schachcomputer, bei dem vor dem für alle einsehbaren Schachfeld eine mit orientalischer Kleidung versehene Puppe saß, welche angeblich die einzelnen Züge mit einer ausgeklügelten Mechanik im Inneren eines Kastens berechnete und dann eigenhändig ausführte. Im Kasten selber saß aber ein kleiner Mensch. Man kam dem Treiben schnell auf die Schliche – und fortan war eine Sache ‚getürkt‘.

Fast so, wie uns die weise Politik wahr machen will, dass die Märkte und das Finanzwesen solch undurchschaubare Kästen sind, bei denen man eher ehrfürchtig den Banken und Großfinanziers zuschaut – ein Wunder, dass diese die Hintergründe verstehen und durchblicken! Und falls nicht und alles an die Wand fährt wie schon mehrfach geschehen, dann steht ja der Steuerzahler bereit und hilft mit seinem Ersparten und den allseits beliebten Steuermilliarden. Die haben wir dann plötzlich ja auch  ENDLOS zur Verfügung.

Genauso könnte man also heute von getürkten Wahrheiten sprechen. Man lässt also das Volk lieber in dem Glauben gewisser Wahrheiten – um sich selbst nicht mit bohrenden Fragen zu konfrontieren. Und um Antworten herum zu kommen.

Kennen wir alle doch aus dem Alltag nur allzu genau.

Mein Lieblingsbeispiel derzeit ist das tolle Mizellen-Wasser in der Werbung. Wundersames Wasser, welches bei der Anwendung spürbar alle Falten aus der Haut klopft und über Nacht den oder die Anwender mit der Haut einer 20jährigen ausstattet. Unbemerkt und ohne jede Qual. Fast ebenso unfassbar in der Wirkung wie die Beeren-Diät oder die Quark-Diät, welche jedes Jahr im Frühling durch den Blätterwald rauscht. Niemand weiß wie, und es funktioniert ja auch nicht wirklich. Und falls doch: dann war es die geheime Zutat, die wundersame Diät, Gott oder ein Panini-Sammelbildchen welches man auf dem Kaminsims mit Kerzenlicht im Dunkeln verehrt.

Dabei gibt es die Mizellen tatsächlich. Wer jetzt den genauen Ablauf der Entstehung von Mizellen herausfinden möchte, sei auf Wikipedia verwiesen. Erhellend. Kurzum: hier bilden sich kleine Klümpchen und die helfen angeblich gegen Falten. natürlich nicht, in dem sie sich in eben diese legen. Da geht jetzt keiner so genau drauf ein. Ein 30 Sekunden-Spot ist dafür auch zu kurz. Da müssen ja halbnackte Frauen gezeigt werden. Wobei, wenn man den Politikern folgen mag, dann ist auch das bald vorbei. Sexismus in Werbe-Spots: verboten! Besser. Dann glaubt den Mist wenigstens auch keiner mehr. So zumindest meine Hoffnung.

Und bei den Mizellen ist es im Grunde wie zuvor auch bei der berühmten Hyaluronsäure. Die war dann ja auch überall drin und unverzichtbar. Ich weiß auch gar nicht, wie ich mir ein Leben ohne Mizellen und Hyaluron noch vorstellen soll! Oder eben ohne Antioxidantien. Geschweige denn ohne Ionisiertes Wasser von den Polkappen. Mit einem Bagger frisch vom kalbenden Gletscher gehackt, mit Tauchern in Position manövriert um dann mit dem Tanker verschifft und anschließend portioniert und einzeln verkauft zu werden. Wer denkt da schon an die Umweltbilanz oder an CO2? Wenns schee macht! 14 Milliarden Jahre altes Wasser. Ob das noch gut ist? ich weiß ja nicht. Obwohl auch das Mindesthaltbarkeitsdatum (eine wundervolle deutsche Erfindung) längst nicht mehr das anzeigt, was es eigentlich sollte. Wegwerfmentalität mit eingeschlossen. Oder die bunten Ampeln. Wer achtet schon wirklich darauf? Die adipöse Gesellschaft sicherlich nicht. Bei denen muss die Verpackung schön bunt sein. Und am besten eben ionisiert und vom Mars. Oder wenigstens vom Mond. Raumfahrer-Nahrung. Herrlich.

Daneben eine kaum zu entziffernde Schrift in der Größe 0.0001 Arial, damit man auch auf gar keinen Fall etwas erkennt. Außer dem in fetter, einwandfrei lesbarer Schrift prangenden Markennamen. Und nicht nur gefühlte Quadrillionen an Inhalts- oder Aromastoffen. Alles ungefährlich. Alles natürlich. Wobei natürlich in diesem Fall heißt, dass es in unserem Universum herstellbar ist. Und in den letzten 20 Jahren noch keiner wirklich ernsthaft erkrankt ist. Wobei ernsthaft – wer will schon nach 20 Jahren den Zusammenhang zu einem damals verzehrten Yoghurt herstellen? Gut, in Amerika geht so was. Da steht auf den Produkten schließlich auch, dass man die Verpackung besser nicht mit isst. Wer so wahllos in sich hineinstopft. Was soll der auch schon groß wählen? Anderes Thema.

Ganz beliebt sind in der Aufzählung der tollen Zusatzstoffe ja auch die freien Radikale. Jetzt nicht die, die man mittlerweile in fast jeder Großstadt antrifft um gegen oder für etwas zu demonstrieren. Noch in den 80er Jahren war man damit der große Revoluzzer. Gern gesehen und etwas besonderes auf jeder Feier. Den Hippies der 60er Jahre angelehnt war man eben gegen alles und jeden. Und damit für das Leben. Warum? Ich weiß es ja auch nicht. Aber es war HIP.

Heute ist man eher gegen alles und jeden – und wird ganz schnell als Radikaler oder gar als Terrorist angesehen. Auch alle Maßnahmen, die man so ergreift, sollen ja vorrangig den Terrorismus oder diese Radikalen bekämpfen und eindämmen. Gewirkt hat das alles bisher nichts. Wie auch? Wenn jemand meint, er müsse sich in einer belebten Innenstadt in die Luft sprengen, dann wir der sicherlich vorher nicht noch über sein Handy den genauen Standort verraten. oder gar seinen Pass vor Ort verlieren. Oder einen Koffer mit irgendwelchen Schriften. Aber genau dies passiert. Fragt man sich: sind die zu doof? Wirklich so dämlich, dass selbst Nachbar Klawuttke drauf kommt und die Hintergründe erklären kann?

Oder aber sind wir schon so weit, dass wir Erklär-Fernsehen haben? Mit der kompletten Überwachung und dem Einheitsbrei um 20 Uhr? Alles getürkt. Und nächste Woche wird der Flughafen eröffnet!

Gut, welches Jahr habe ich jetzt nicht gesagt…und ein paar Milliarden mehr oder weniger – wen interessiert es schon? Wenn doch selbst von der EZB schon das Helikopter Geld angedacht ist. Fragst du dich, was das ist? Nun, ein lieber Onkel fliegt mit einem Hubschrauber über deiner Stadt und wirft einfach wahllos Geld ab. Welches man dann einsammeln kann. Wird sicherlich das Vertrauen in die Währung enorm stärken! Bei Nullzins versteht sich. Und Renten-Lücke. Fast so, wie eine Abwrackprämie für voll funktionsfähige Autos.  Nur  mehr hinten rum. Durch die Brust ins Auge. Nicht so ganz offensichtlich wie mit dem Hubschrauber. Verstehst du?

Wäre besser, die würden kein Geld sondern eher Hirn vom Himmel schmeißen. Aber solange hierzulande nicht 100 Prozent der Bevölkerung vegan lebt, würde ich nicht dafür garantieren wollen, was schlussendlich mit dem Hirn passiert…

Wer hat eigentlich beim Hirn mal auf die Inhaltsstoffe hingewiesen? Und müsste dort nicht auch eine Mindestnutzungsdauer vorgeschrieben werden? Eine Stunde am Tag?

Kein Wunder, dass man nicht mehr über den Rinderwahnsinn berichtet. Wenn eh alle davon betroffen sind.

WEISSE BESCHEID, ne?

Ran an die Eier!

Lieber Tagesbuch,

damit meine ich grundsätzlich natürlich AUCH das Liebesspiel zwischen Blume und Biene, so wie es jeder von uns kennt. Da werden dann sanft die Knospen bearbeitet und manchmal auch die Wurzel allen Übels beim Schopfe gepackt…soweit für uns Erwachsene recht eindeutig. Wenn dann im Nachgang noch ein harter Tritt in die Weichteile erfolgt und man dies alles rechtzeitig (so ca. 1 bis ½ Wochen vor den Feiertagen) erledigt – dann hat man sie: die zu Ostern allseits beliebten, bunten Eier!

Grün und rot und blau…

Fällt mir glatt einer ein:

Kommt ein Mann zum Ohrenarzt. Er nestelt an seinem Hosenschlitz herum, der Arzt ist irritiert und sagt sofort:‘ Ähm, ich bin ein Ohrenarzt. So wie es aussieht…‘

‚Moment, lassen Sie mich bitte kurz erklären.‘ Sagt der Patient während er seine Hose öffnet und an seiner Unterhose herumwerkelt.

‚Nein, nein, ich bin OHRENARZT, sie müssen sicherlich zu einem Urologen oder Internisten oder…‘

In der Zwischenzeit hat der Patient sein ‚Gemächt‘ entblößt und dieses erstrahlt in allen Regenbogenfarben, durchsetzt mit eitrigen und wunden Stellen.

‚Oh mein Gott. Damit müssen sie dringend zu einem Fachmann, das sieht schrecklich aus…‘

‚Lassen Sie mich doch bitt erst einmal erklären. Also. Wir haben einen Kegelklub. Und immer, wenn jemand in die Rinne wirft, dann kommen die beiden ältesten Kegelbrüder mit den dicksten Kugeln zu einem, stellen sich rechts und links vom Werfer auf, der muss sein Genital herausholen und zwischen den Kugeln platzieren – und dann zählen die beiden rückwärts…drei…zwei…eins…‘

Der Doktor starrt den Patienten entsetzt und fassungslos an, kriegt aber kein Wort mehr heraus.

‚Sehen Sie – und genau DAS höre ich nicht!‘

So viel also zu bunt gefärbten Eiern zu Ostern.

Wie kommt es eigentlich dazu, dass erwachsene Menschen zu einem besonderen Feiertag im Jahr in ihrem Garten oder sonst irgendwo in der Umgebung Lebensmittel, die sie zuvor mühsam mit Lebensmittelfarbe bearbeitet haben, verstecken – um diese dann später von anderen ausgraben zu lassen? Oder Monate später beim eigenhändigen Mähen des Rasens den fauligen Geruch bemerken und dann die jeweiligen Überreste mit kleinen Kotzanfällen beseitigen zu müssen? Welche Religion schafft so etwas? Und warum? Warum keine Sardinen oder die zugehörigen Dosen? Oder Käse? Oder warum versteckt man nicht direkt Blumenerde? Gut, schwer zu finden, ich verstehe es…

Der Name selber leitet sich ja aus dem lateinischen ab, also aus der alten Sprache Roms, dem Weltimperium, das sich vor den Neros und Cäsaren der Welt nicht verstecken konnte – und allen anderen einfach die eigene Ideologie  mit militärischen Mitteln aufgezwungen hat. Wer Parallelen entdeckt soll die zunächst für sich behalten. Hier geht es um Latein. Oder den, der mit seinem eben am Ende ist. Dem Lateinischen, in dem es ursprünglich ja Pascha heißt. Und wer den in der zivilisierten und emanzipierten westlichen Welt eben zu oft raushängen lässt, der bekommt auch mal einen zwischen die Hörner oder direkt einen Tritt gezielt unterhalb des Beckenbodens – und hat damit zwangsläufig geschwollene und farbige Eier. Kommt es also daher? Es wäre sinnig. Und hätte sogar nach den vergangenen tausenden von Jahren noch einen Bezug zur Realität. Den hat manch einer heutzutage ja schon verloren. Verlorene Eier. Wieder was anderes. Von den dicken oder verlorenen also kommt es eher nicht her. Auch wenn Eier ein zentraler Bestandteil des Festes sind, diese aber schon vor zigtausend Jahren bemalt wurden – galten Eier eben schlechthin schon immer für Fruchtbarkeit und wurden in eben den dazugehörigen Fruchtbarkeitsriten zu allen möglichen Dingen benutzt. Heutzutage bekundet man ja auch immer noch sein missfallen, in dem man wildfremde Menschen einfach mit faulen Eiern bewirft. Auf das die Frucht dieses Geistes für alle sichtbar stinke? Könnte für mich glatt ebenfalls ein tägliches Ritual werden…

Kein Wunder, wenn man dann, glaubt man an Auferstehung und ewiges Leben, auch an ein solches Fruchtbarkeitssymbol glaubt. Warum man dieses dann aber eifrig versteckt und von Mitmenschen suchen lässt, ist vordergründig nicht ganz so einfach zu klären. Und wenn die Eier, wie gerade  schon beiläufig bemerkt, schon vor tausenden von Jahren bemalt wurden, selbst in China oder Afrika – ohne einen Bezug zur christlichen Religion…wird einem ganz anders, wenn man ein solches prähistorisches Ei dann mal entdeckt. Von der Wertigkeit einem Faberge-Ei nahe kommend – vom Geruch dann eher nicht.

Unabhängig von eben diesen bemalten Eiern verstecken viele ja noch andere Dinge im Leben vor den Mitmenschen. Manch einer seine Neigungen, oder den Besitz – weil man Angst vor dem Verlust hat. Verlustängste sind ja eine der größten Triebkräfte im Leben. Auch wenn das letzte Hemd ja bekanntlich keine Taschen hat. Dennoch hat man halt enorme Angst davor. Beim vergraben der Eier hingegen legt man es ja sogar darauf an, dass diese gefunden werden. Also wäre es gleich besser, man würde es wie beim Geocaching machen und sich die Koordinaten gleich mit aufschreiben. Das wiederum kann dann wirklich in Arbeit ausarten – aber man hat im Hochsommer die unliebsamen Überraschungen nicht. Oder nur wenige. Soll ja auch mal Zahlendreher geben. Oder andere Missverständnisse.

Manch einer lässt sich sogar die Färberei komplett abnehmen und kauft schon fertig gefärbte Eier. Geht einem natürlich der tolle Essiggeruch und das färben an sich flöten. Als Kind, wie sollte es auch anders sein, habe ich das geliebt. Sogar Eier ausgeblasen für den Osterstrauch habe ich regelmäßig. Jetzt nicht die des ortsansässigen Pfarrers für dessen Strauch – nein, weit gefehlt, auch wenn ich mir ob der Sorgsamkeit des Priesters mit seinen anvertrauten Messdienern nie ganz sicher war. Anderes Thema. Ich sage nur Thebartz van Elst. Golden Eier. Oder Goldener Ochse. Komme ich noch mal zu.

Also man feiert die Auferstehung des Herrn und hatte dafür früher einmal sogar eine ganze Osterwoche frei. Hat man dann wegrationalisiert, in Zeiten der Industrialisierung, bis auf den Freitag und den Montag. Blöd, wenn man am Samstag oder Sonntag zu Ostern dann arbeiten muss. Ist sowieso schon nicht mehr zeitgemäß. Aber an solchen Tagen ärgert man sich dann sogar mehrfach.

Hatte man also vorher eine Woche Zeit zu färben, zu verstecken und zu suchen – muss das alles in der heutigen, schnelllebigen Zeit, an einem Tag passieren. Im Schnelldurchgang eben. In der aggressivsten Form habe ich dies einmal bei den Nachbarn erlebt. Die Eltern verstecken um kurz nach 9 Uhr am frühen Ostersonntag die Eier, die Kinder suchen um 20 nach Neun danach – mit dezenten Hinweisen von den genervten Erziehungsberechtigten (‚guck doch mal hinter dem Strauch‘, ‚schau doch mal in die Regenwassertonne‘, ‚sieh mal im Kühlschrank nach‘), weil die grenzdebilen Spielkonsolensüchtigen eher mit einer neuen APP versuchen, auf ihrem Handy den Kumpels aus dem Kindergarten klarzumachen, warum sie gerade bei der netten Netzwerkballerei wegen der blöden Eltern nicht teilnehmen können. Da wird dann oft aus Nachbarschaftsgründen und den mit den Streitigkeiten untereinander verbundenen Polizeieinsätzen ganz drauf verzichtet und die bunten Eier landen sofort auf dem Wohnzimmertisch. Ohne lästiges verstecken oder gar suchen. Und dann aber Heidewitzka – 3 Wochen Cholesteringepumpe auf Kasse. Man kann die Teile dann irgendwann auch nicht mehr sehen. Selbst das Frühstücksei wird dann schief angesehen.

Darum halten es einige wie mit ihrer nicht ausgelebten Religion: sie machen gar nicht erst mit. Freuen sich zwar auch auf die wenigen freien Tage, in denen sie entspannen können – solange bis draußen bei den anderen die Eier gesucht werden.

Stellen wir uns mal vor, wenn tatsächlich noch jedermann bei dem Mittelalterlichen Spektakel mitmachen würde. Man könnte in aller Seelenruhe ganze Stadtviertel plündern. Wie bei einer EM oder WM im Halbfinale – wenn die Deutschen dabei sind. Da taumelt auch alles in absoluter Glückseligkeit – während zur gleichen Zeit im Parallelament die wirklich wichtigen Gesetze verabschiedet werden.

Zum Beispiel, dass die Lebensmittelfarbe zum Färben der Ostereier nur noch aus biologisch abbaubaren und möglichst auch vom Menschen verzehrbaren Inhaltsstoffen bestehen darf. Als wenn jemand die Schale mit isst. Aber stimmt schon, ich hatte auch in der Kindheit oft Eier, deren Farbe nach dem pellen auch das ansonsten schneeweiße Ei im Inneren mitgefärbt hatten. Ich hab es trotzdem gegessen. Wer weiß was drin war? Und eigentlich bin ich auch froh drum. Ich habe ebenfalls Erde im Sandkasten gegessen, bin mit einer Schnoddernase rumgelaufen, bin auf Bäume geklettert und habe auch die Blätter von den Bäumen in meinen Mund gesteckt. Ich war halt auch die meiste Zeit draußen. Und das eben nicht nur am Ostersonntag zum Auffinden von versteckten, gefärbten Lebensmitteln von Zuchtvögeln. Wenn ich im heimischen Wohnzimmer vor der Kiste saß, dann war das eher für Cpt. Future, Biene Maja oder Kimba den Weißen Löwen. Da erstehen Gedanken in mir auf…herrlich. Hat Ostern eben doch was Gutes. Wer braucht schon Eier?…außer ein Herr Kahn?

WEISSE BESCHEID, ne?