Der geschenkte Tag

Lieber Tagesbuch, 

ist ja heute, der letzte schöne Tag des wundervollen Monats Februar.

Der Tag, auf den sich viele Menschen eben nur alle 4 Jahre freuen können – weil erst dann eine richtige Geburtstagsfeier möglich ist. Nicht so zwischen den Tagen, von heute auf morgen, wo sich keines der Geburtstagskinder richtig wohlfühlt, weil eben entweder der 28. Februar ist und man ,vorfeiert‘ – oder eben der erste März und man dann halt ‚nachfeiert‘! Also feiert man rein in einen nicht existierenden Tag. Deprimierend oder? Wenn in den kurzen Zeitraum zwischen 23.59 Uhr und 0.00 Uhr der gesamte Tag reingequetscht wird? 24 Stunden in 0 Sekunden? Das ist keine Geschwindigkeitsangabe eines flotten Gefährts. Eher der Ausdruck von Stress…

Hat man wohl gerade noch Zeit, kurz seinen Glückwunsch zu überbringen. Wenn es nicht so viele sind, die einen da beglückwünschen wollen. Also im eigenen hohen Alter wohl eher wahrscheinlicher, dass sich dazu genug Zeit findet – weil eben weniger Gratulanten vorbeikommen. Und dann aber fix. Hand geschüttelt, Geschenk überreicht und schnell noch ein ‚tzlichenglckwnsch‘ gezischt. Schon ist der Nächste dran.

Ist eben quasi so, als wenn man alle 4 Jahre ein Kreuz irgendwo auf einen verflixt langen Zettel machen würde und sich dennoch irgendwie gefühlt oder real nichts ändert. Eine verschenkte Stimme. Oder besser: man kann sie sich auch schenken. Wenn man an so etwas Spaß hat. Oder an Stimmen interessiert ist. So eine Wahl ist dann ja  auch ganz schnell erledigt. Und im Alter ist auch dies viel einfacher. Hab ich immer schon gewählt. Wie, die gibt’s gar nicht mehr? Mist. Dann wähl ich eben was, was so ähnlich klingt. Oder wo ein D für Deutschland drinsteht. Oder so ähnlich halt.

Oder gehe erst gar nicht mehr hin. Schaue mir das nur noch an. Das ist jetzt aber auch deprimierend, sagst du? Dann muss man halt selber aktiv werden. So richtig mit Ortsverein und allem was dazu gehört. Pi Pa Po halt. Pingelig die Parasiten und den Popanz bekämpfen. Die Klaviatur der Politik mitspielen. Mit viel Bier und Wein und örtlichen Problemen. Da werde ich auch noch mal drüber berichten, den Politiker in seinem Wesen beschreiben…erinnere mich bei Zeiten mal daran.

Über dieses aktive Stadium bin ich jedoch schon Jahre hinaus. Ich habe mich selber pensioniert und zurückgezogen, sitze auf dem Sofa  und meckere nur noch. Ist auch einfacher. Muss man nicht so viel selber machen. Keine Plakate mehr schleppen oder bei Wind und Wetter an irgendwelchen Gleisen angekettet herumliegen. Um dann festzustellen, dass der Zug eine ganz andere Route nimmt an diesem Tag.  Oder im ganzen Leben. Schön bequem. Vom Schreibtisch, Sofa, Sessel oder auch aus dem Bett heraus durch die Republik zu zappen und dabei immer einen Kommentar auf den Lippen. Nein, das hat auf keinen Fall etwas mit der Berichterstattung zu tun. Eher schon mit den Sendern. Gibt halt IMMER was zu meckern. Und was zu verbessern. Für mich gibt es nichts tödlicheres als den Stillstand. Es muss halt immer was gehen. Und meist ist es ja auch so.

Und wenn es nur die Kritik an der schreibenden oder moderierenden Zunft ist. Die sich neuerdings bei der Berichterstattung mit dem kommentieren nicht sonderlich zurück hält. Da wird alles sehr schnell in das richtige Licht gerückt. Da ist man dann ganz fix im Schubladendenken und der politischen Korrektheit. Was nicht darf, das darf eben nicht. Ohne mich da jetzt irgendwie in aktuelle Themen einmischen zu wollen. Der Spaltpilz ist auch ohne mich aktiv. Ich HABE dazu einfach keine Meinung. Ich möchte mich einfach nicht von irgendeiner Seite blöd anpöbeln lassen. So weit sind wir nämlich in der demokratischen Debatte schon gekommen. Ich finde das zumindest befremdlich. Aber egal, kein böses Blut hier an dieser Stelle. Auch wenn es durchaus auch mal nachdenklicher sein darf in diesem Blog. Jeder wie er möchte, ich bin da wirklich ein ganzer Demokrat. Auch wenn man mir den direkten Zugriff entzogen hat. Eben mit den Kreuzchen – alle vier Jahre. Da muss ich dann auch weder lesen noch schreiben können. Eine der beiden ersten und man liegt zur Hälfte in der Hälfte. Mir geht es dabei einfach nur gegen den Strich, wenn man aktuelles Geschehen in der Presse dann auch gleich mit bewertet. Die Wertung selber kann man getrost bitte mal mir überlassen. Da bin ich durchaus alt genug dafür. Aber irgendwie scheint dies heute nicht mehr möglich zu sein. Schade. Den meisten scheint man nicht mehr zu trauen. Woher kommt es nur? Dieses Unvertrauen aller Beteiligten?

Die Hoffnung stirbt eben zuletzt, oh mein Gott. Auch wenn dieser Vortänzer einer globalen Erinnerungsbewegung mit Hang zum Jenseits  mir  persönlich gar nicht gehört. Und ich ja irgendwie auch nicht mehr dazu. Aber man wird ihn wohl doch noch verwenden dürfen, oder? Hat sich halt so eingebürgert wie das Tempo statt des Taschentuchs und dem UHU statt des Klebers. Jetzt nicht der aus dem Fernsehen. Der fürs Papier. Nicht für das gedruckte wohlgemerkt. Eher so für die noch unbeschriebenen Seiten.

Und da lobe ich es mir doch, alle vier Jahre einen Extra-Tag zu haben. Einen zur Besinnung und vor allem auch zur Rückschau. Oder wie gerade im letzten Absatz auch zur Manöverkritik. Um sich hinzusetzen und einfach mal aufzuschreiben. Oder zusammenzukleben und dabei ein um das andere Taschentuch zu füllen.

Wie waren die letzten 4 Jahre? Was kommt in den nächsten 4? Wie sieht es mit meiner wirtschaftlichen Entwicklung aus? Brauchen wir einen 4-Jahres-Plan oder setzen wir auf den Markt? Kommen wir ohne Kredite aus oder werden wir uns bei irgendjemandem etwas borgen, also anleihen? Oder drucken wir gleich etwas Geld im Keller? Inflation hin oder her, bei nahezu Nullinflation kann man doch drucken was die Platte hergibt. Nach mir die Sintflut. Und Geld raushauen für alles Mögliche. Zumal jeden Monat mehr Geld entdeckt wird. Zumindest im Bundesfinanzministerium. Wo haben die das all die Jahre nur versteckt gehabt?

Und da einem ja im Normalfall niemand etwas schenkt im Kapitalismus – da muss man schon genau hinsehen, sehr seltenes Pflänzchen – kann man sich beim Schöpfer bedanken, dass es nicht so genau hinkommt, mit den Umlaufzeiten von Sonne und Erde. Und dass man eben alle 4 Jahre so einen Tag einschieben muss. Ist doch eigentlich eine schöne Geste des Universums an das jeweilige Individuum, oder? Jeder kriegt einfach einen Tag geschenkt jedes vierte Jahr! Tolles Gimmick, dieses Universum hätte ich im Jenseits wohl auch gewählt!

Was kann man da nicht alles tun!

Gut, der Großteil von uns muss arbeiten gehen – also freut sich vorrangig der Arbeitgeber alle 4 Jahre über einen geschenkten Arbeitstag. Wenn er denn in die Arbeitswoche fällt. Oder doch nicht? Hmmm. Das kann ich nicht mal entscheiden. Dadurch, dass das Jahr einen Tag mehr hat, also 366 Tage, ist es vorrangig erst einmal ein Arbeitstag mehr. Man könnte natürlich auch den ersten Tag des Schaltjahres doppelt feiern. Sozusagen alle 4 Jahre einen nullten Tag im Januar einführen. Dann würden wir einen weiteren Tag frei haben. Ist doch auch viel schöner zwischen Silvester und Neujahr. Und sinnvoller, weil die Erklärung ja auch die ist, dass man alle 4 Jahre einen Tag einschieben muss. Warum nur willkürlich am Ende des Februars? Ich plädiere hiermit also für den Nullten Januar.

Und ich schenke mir die Kritik an diesem Tag. Also jetzt für heute mal. Freue mich über die ganzen Damen und Herren, die heute wieder 4 Jahre älter werden. Das ist doch effektiv. Gar nicht erst jedes Jahr feiern und sich überlegen, dass man wieder ein Jahr älter geworden ist. Ne, besser alle 4 Jahre, dann hat man auch nur alle 20 Jahre einen glatten Sprung bei der vorderen Zahl. Damit auch nur durchschnittlich 5 von diesen deprimierenden Wechseln im durchschnittlichen Leben. Wenn man eben 100 wird.

Schöne Vorstellung. Wobei ich selber mich über jedes Jahr freue. Immer wieder aufs Neue freue ich mich Ende Februar auf den Weg zur Arbeit, wenn ich merke, dass ich wieder in der Helligkeit hin und zurück fahre. Das gibt mir die Gewissheit, dass der Sommer unaufhaltbar auf dem Weg ist. Und die ersten Strahlen uns schon erreichen.

So gewiss kann sich der Februarist nicht sein. Zumal wenn dann tatsächlich einer den 29.Februar abschaffen würde. Dann wäre es zumindest noch zu Lebzeiten ganz vorbei mit dem Geburtstag feiern.

Keine schöne Vorstellung.

Aber nur deswegen alles so lassen wie es ist? Das ist doch kein Grund. Vor 10.000 Jahren gab es so etwas wie das Schaltjahr noch nicht. Ob es schon Kalender gab, ich wage es zu bezweifeln. Am Anfang war wohl erst mal die eigene Höhle wichtiger. Der Frau, dass die Höhle schön sauber, dem Mann eher, dass genug gegorene Substanz im Keller zu finden ist. So hat jeder seine Prioritäten. Bis sich dann mal einer aufgerafft hat und so etwas wie einen Kalender erfunden hat. Da war der Weg noch weit. Und in der Folge kamen dann so glorreiche Entdeckungen wie die Kalendersprüche oder –Fotos auf.

Spiralkalender. Abreißkalender. Mondkalender. Adventskalender. Gregorianische oder Anpflanz- bzw. Saatkalender.

Fragt man sich doch glatt nebenbei, ob der Schaltjahreskalender teurer ist als der normale. Schließlich ist ja auch eine Seite mehr zu drucken. Wo kommen wir denn da hin?

Wie man sieht – nichts Wesentliches heute. Kein besonderer Einfall an dem Tag, der einem einfach so in den Schoß fällt. Wo wir gerade beim fallen sind: fällt doch eh keinem auf. Wer hat schon Gefallen an den Gedanken eines ausgefallenen Denkers?

Ach, doch, sicher. Eines wäre da tatsächlich ja noch: die ganzen Frauen, die heute hochschwanger im Bett liegen und hoffen, dass der Nachwuchs lieber noch einen weiteren Tag wartet. Damit er nicht so ein doofer Schaltjahres-Geburtstags-Feierer wird. Die Damen und die damit verbundene Qual kann ich mir ganz gut bildlich vorstellen.

Darum drücke ich heute mal die Daumen. Einen ganzen Tag lang. Versprochen. Warum? Geschenkt!

Weisse Bescheid, ne?

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Das Übersetzungsbüro

Lieber Tagesbuch,

für Leichte Sprache erklärt mir vom gestrigen Tage an, warum ich schon seit Jahren das Gefühl habe, ein Alien zu sein. Fremd auf diesem Felsbrocken im All namens Erde, fremd in meinem Land, meiner Stadt und oftmals sogar in meinem Körper.

Klar, nicht selten hat dieses Gefühl eher damit zu tun,  dass ich meinen Fleischsack mit einer Überdosis alkoholartiger Substanzen derart schnell konfrontiert habe, dass dem armen physischen Ausdruck meiner Existenz nur eine simple Lösung bleibt: sich zu erbrechen.

Da kann man sich dann schon mal fremd im eigenen Körper fühlen, wenn sich alles dreht und man sich eher auf einer Achter oder gar 16erBahn wähnt.

Und sind wir doch mal ganz ehrlich, wie oft war dir in deinem Leben schon so richtig zum kotzen zu Mute?

Und das eher nicht wegen eines seltsamen Mageninhalts oder einer allzu kurvenreichen Strecke in den Schweizer Alpen auf der Flucht vor den deutschen Steuerfahndern, die nur mit einer kleinen, silbrig-glänzenden CD bewaffnet versuchen, dir, dem Beelzebub der Steuerhinterziehung, die Flötentöne beizubringen? Oft, ich weiß. Aber dies soll hier nicht das Thema sein.

In manchen dieser Kotzanfälle ist es aber auch nur das Unverständnis über einen nicht einmal sonderlich  komplizierten Sachverhalt.

Da könnte man einfach kotzen weil einem danach ist.

Und genau um dieses Unverständnis teilweise oder sogar ganz auszuräumen – wenn man denn intellektuell dazu in der Lage ist, gerade beim Typus des Berufspolitikers habe ich da ja oftmals so meine argen Zweifel, aber dies ist ja auch weithin bekannt – also um auch noch die letzten Fragen zu beantworten und absolute Klarheit zu schaffen, da gibt es nun das Übersetzungsbüro der Leichten Sprache.

Bevor ich dir in kurzen, verständlichen, klaren und leichten Sätzen erkläre worum es sich dabei handelt, sollten wir noch ein Wort zum gerade erwähnten Berufspolitiker verlieren.

Sicher, man kann ja immer einräumen, die lieben Abgeordneten MÜSSEN nicht immer alles verstehen, was sie so den lieben, langen und sicher auch sehr anstrengenden Tag im noch weitaus anstrengenderen  Parlament vor sich hin beschließen. Aber schön wäre es schon, oder?

Wenn jemand mir zum Beispiel die Halbwertszeit für Plutonium etwas näher bringen möchte, um mir damit eingehender klar zu machen, dass ich weit über 20 Tausend Jahre auf den von mir verursachten Müll aufzupassen habe, weil dieser in der Zwischenzeit stark strahlend ist und damit durchaus auch in der Lage alles andere im nahen Umfeld zu kontaminieren – dann kann man einer neuen Energiequelle im lockeren Gespräch ja durchaus auch schon einmal etwas skeptischer eingestellt sein. Wenn man nicht gerade einen etwas größeren Koffer unter seinem Schreibtisch in der Staatskanzlei gefunden hat.

Allerdings gäbe es unter solchen Umständen wohl auch kein BER oder irgendwelche Philharmonien an größeren Flussläufen. Oder zumindest nicht zu solchen Preisen und mit diesen Folgen. Sollte man doch annehmen.

Apropos: hat man ja gerade in dieser Woche auch wieder einmal festgestellt, dass bundesbananikanische Großbauprojekte im Schnitt IMMER 30 Prozent teurer werden als ursprünglich geplant. Im Durchschnitt wohlgemerkt. Fragt man sich glatt, ob bei der Planung und Veranschlagung solcher großen Bauvorhaben nicht auch meine Omma das letzte Wort haben könnte. So als ultima ratio.

‚Nix, datt is zu teuer.‘

‚Mensch Omma, datt soll doch der tollste und größte und beste und schnellste und überhaupt deutscheste Flughafen auffer Welt werden!‘

‚Nix. Dann kann ich wieder nicht schlafen wenn ich durch Zufall mal in Berlin übernachte. Nene, die haben doch auch schon ein paar Flughäfen. Is zu teuer. Auch mit dem ganzen Brimborium dabei. Schluss, Aus. Datt machen wir nich!‘

‚Och Mensch Omma!

Spricht es aus und in der Tagesschau am Abend hört man dann so tolle Sätze wie:

‚Auch das Bundesrepublikanische Großbauprojekt des Flughafenneubaus in Berlin wurde heute mittag vonne Omma abgelehnt. Nach der Elbphilharmonie, dem unterirdischen Stuttgarter Bahnhof und der eigenen Weltraumstartbasis in Andernach am Rhein ist dies damit das vierte Bauprojekt in Folge, welches mit der Begründung, es sei zu teuer, von der Omma abgelehnt wurde. Vertreter der Wirtschaft und der Bauindustrie in der Republik sind bestürzt und befürchten nun Einbußen bis hin zu klaren Einbrüchen in der Konjunktur.‘

Und?

Ich fände es herrlich.

Wenn man sich so alljährlich unser geliebtes Schwarzbuch anschaut, dann wird einem oft ganz schwarz vor Augen. Und dann könnte man kotzen. Da hätte der kluge Hausfrauensachverstand einer nur mittelmäßig begüterten Omma eben schon ausgereicht, um diesen Irrsinn zu verhindern. So meine Meinung.

Oder man institutionalisiert das ganze. Eben mit einem Übersetzungsbüro. Um das tägliche Geschwurbel in für alle verständliche Worte zu kleiden. Da würde die Nachricht im Staatsfernsehen der BRD dann nur noch lauten:

‚BER machen wir nich mehr – is zu teuer!‘

Das versteht doch wenigstens jeder! Jetzt nicht direkt warum genau eben dieses Projekt. Aber halt die für jeden verständlichen, wichtigsten Gründe. Ohne großes Palaver.

So könnte man sich dann auch die große Politik vorstellen.

Also keine schwülstigen Reden über Bestürzung oder tiefe Betroffenheit. Nein. Tacheles.

‚Wenn der Herr Putin da jetzt nicht seine Waffen mit der kompletten Armee abzieht und da nicht langsam mal Ruhe ist im Karton, dann gibt et richtig Laffka. Sacht die Omma.‘

Herrlich. Omma for President sozusagen.

Also quasi so, wie es bald in den USA auch sein wird. Zumindest reden dort ja auch alle vom Untergang der Demokratie.

Ich sag es ja, wäre sowohl hier als auch dort ganz gut.

Nach über 100 Jahren ist es mir auch nicht mehr ganz so klar, warum ich mir dieses tägliche Geschwafel anhören muss, wenn dadurch nur Aktionen im Hintergrund, Korruption oder sonstige Vorteilnahme gedeckt wird.

Letztlich soll das Büro aber ganz andere Aufgaben, leider, übernehmen. Es soll behördliche Anweisungen in ein deutsch übersetzen, welches auch der gemeine Bürger versteht. Nein, nicht der Wutbürger. Eher so du und ich. Dass man mit diesen Maßnahmen  implizit klar macht, dass sich die Politik und die damit zusammenhängenden Behörden nun schlussendlich ganz vom Bürger und seiner Sprache entfernt haben, das ist dabei jedoch nur nebensächlich. Was hat man schon davon, wenn einen das eigene Volk nicht mehr versteht?

Geschweige denn die Zugereisten? Welchen Eindruck hat man als Außenstehender von einer Behörde, die eine simple Übersetzung braucht, um sich verständlich auszudrücken?

Nicht, dass ich mich an dieser Stelle über Menschen mit Behinderung lustig machen oder deren Probleme klein reden möchte, weit gefehlt. Ich finde es eher sonderbar, dass man sich nicht verständlich auszudrücken vermag und hierfür noch Bürokräfte beschäftigen muss. Fragt man sich glatt, wer hier die Behinderung hat…

Und man fragt sich sofort, wer überhaupt noch in der Lage ist, in dieser Republik eine Steuererklärung ordentlich und vor allem Ordnungsgemäß auszufüllen – wenn das schon der gebildete und versierte Herr Hoeness nicht richtig schafft. Der Arme.

Geschweige denn von den ganzen Mitbürgern zu reden, die weder Schreiben noch Lesen können. Die armen Parlamentarier. Klar, dass man dann ein Übersetzungsbüro braucht.

Könnte ich auch langsam gebrauchen, verstehe das hier alles ja schon lange nicht mehr…

WEISSE BESCHEID, ne?

Schweinegrippe

Lieber Tagesbuch,

 

die geliebte, besonders von der Pharmaindustrie erwartete und dabei auch fest in der Umsatz- und Erlösstatistik eingeplante Schweinegrippe ist wieder da! Hurra! Habe ich ja auch lange genug darauf gewartet! Zumindest wurde in der letzten Woche wieder einmal der Versuch gestartet, die Hysterie allenthalben zu beginnen…

Nun kann man zum letzten uns bekannten Ausbruch ja nur sagen: toll, dass nur so wenige sich wirklich ernsthaft infiziert haben! Lag wohl an den Unmengen an Impfstoffen, die an die Bevölkerung verteilt wurden. Ich selber und mein kompletter Umkreis jedenfalls waren nicht dabei. Seltsam. Aber offenbar nur Glück! Wie wir zu einem Hochsicherheitsrisiko wurden und dennoch nicht krank! Gut, einige sagen wir sind es – im Kopf. Aber da kenne ich auch noch andere Beispiele, die weitaus schlimmer dran sind. Nicht wahr Herr Dobrindt? Hat ja den Rinderwahnsinn praktisch schon im Namen…

Wobei ich in der Sache Schweinegrippe ja auch eine andere Vermutung hege. Seit den Prinzen wissen wir ja, dass Männer im Allgemeinen und auch Besonderen Schweine sind. Daher ist in der Ableitung die Schweinegrippe auch in Wahrheit – Lügenpresse hin oder her – die Männergrippe! Und mit eben dieser, wir wissen es alle, ist absolut nicht zu spaßen!

Für gewöhnlich entwickelt sich die schreckliche Männergrippe schleppend, mit einem irgendwie nicht an körperlichen Symptomen festzumachenden Unwohlsein im Kopf. Hernach stellen sich oft ein fürchterlicher Schnupfen und ein ziemlich komatöses Kratzen im Hals ein.

Schon diese ersten Warnzeichen werden von sämtlichen Männern sehr ernst genommen, weiß man doch um den meist schlimmen Verlauf der weltweit bekannten Männergrippe. Die ersten Medikamente werden schon vorsorglich auch von noch nicht infizierten Männern im Umkreis des angeschlagenen prophylaktisch genommen. Hierzu zählen insbesondere starke Schmerzmittel und die bekannten Antibiotika. Hinzu kommen Bier und eventuell noch andere Alkoholika – und natürlich letztere in Menschenform. Die schließen sich quasi immer sofort in die Behandlung mit ein.

Man nimmt eben auch an, dass sich die ersten multiresistenten Keime durchaus nicht in den Krankenhäusern sondern in den Pubs und Kneipen der Welt gebildet haben, in denen der Anteil an männlichen Besuchern über das normale statistische Mittel hinaus ging. Also in knapp 99 Prozent der Fälle. Die Infektionswelle selber ist in Fachkreisen auch als Kneipensterben bekannt. Mit dieser ist absolut nicht zu spaßen! Hier im Ruhrgebiet, einhergehend mit dem Rauchverbot, hat eben dieses Sterben schon ausnahmslos alle kleinen Läden hinfort gespült. Im wahrsten Sinne des Wortes. Gut, in einigen wenigen Fällen waren auch die Besitzer der Lokalität selber die treibende weil am meisten saufende Kraft. Aber in allen anderen bekannten Fällen gibt es eine durchaus auffällige Verbindung zur bereits erwähnten Männergrippe…

Der Infizierte selber hat zum Zeitpunkt der ersten Anzeichen der Infektion allerdings noch keine Medikamente genommen und scheut auch den Gang zum Arzt. Schließlich ist er ja ein Mann – da haut ihn ein lächerlicher Schnupfen schon nicht um. Es ist Samstag, der Bundesligaspieltag steht an, danach der Kneipen- und dann auch der unvermeidliche Discobesuch. An diesem wie jedem Wochenende hätte dann ja auch nur noch der Notdienst oder das Krankenhaus offen. Zur Belagerung der Krankenhäuser durch Bagatellkrankheiten mal ein anderes Mal etwas mehr…an dieser Stelle nur so viel: Wer mit einem Schnupfen ins Krankenhaus geht, der gehört sofort in ein sicheres Herkunftsland wie die Schweiz abgeschoben. Würde auch den Franken wieder runterregulieren…

Durch den Nichtbesuch des Arztes oder anderer helfender Menschen wird also die Möglichkeit, den Virus möglichst weit zu verbreiten, exzessiv wahrgenommen. Indem man wie auch sonst immer wahllos an fremden Gläsern nippt oder wild um die Gegend bzw. Häuser zieht – mit den damit allseits bekannten, verbundenen Risiken wie wildes Küssen und leidenschaftliche Liebkosungen irgendwelcher zufälliger Geschlechtspartner. Dies natürlich auch außerhalb des Paarungsrituals (auch als Brunftzeit oder ‚isch-bin-der-Prinz‘-Zeit besser bekannt)) oder der Karnevalszeit – dabei wird eigentlich wenig Unterschied gemacht.

Mit dem erreichten Alkoholpegel schwindet allerdings  auch die Widerstandsfähigkeit des gesamten männlichen Körpers und spätestens nach der bekannten Inkubationszeit von einem Sonntag ist es am Montag morgen leider zu spät: nichts geht mehr. Aus dem Kratzen im Hals ist eine eitrige, den Schlund komplett zu verschließen drohende Infektion geworden, die sich auf sämtliche innere Organe, den Tastsinn, die Ohren und die Augen auswirkt. Der jeweilige Partner wird nur unter übermenschlichen Anstrengungen wahrgenommen, der Patient wird bettlägerig und mäkelnd. Alle 20 Sekunden entweicht ein Stöhnen oder Seufzen, die Kopfschmerzen sind nahezu unerträglich und alle Körperfunktionen drohen ihren Dienst einzustellen. An Arbeit ist nun zunächst wirklich nicht mehr zu denken. Man kann als Partner eher froh sein, wenn sich der Infizierte noch leidlich am frühen Montag morgen zum Arzt durchkämpfen kann.

Spätestens dort wächst sich die Infektion dann zur bekannten, nahezu tödlichen Männergrippe aus. Alle uns bekannten Organe, praktisch der gesamte Körper, der Stoffwechsel und ganz besonders die Hygiene sind akut davon betroffen und unter Mitleidenschaft gezogen.

In den nächsten 2 Wochen ist an Selbstreinigung des Infizierten nicht auch nur annähernd zu denken. Er liegt eher lethargisch im Bett herum, stöhnend ob der höllischen und qualvollen Schmerzen – und ist gerade noch in der Lage, dem  Lieblingsprogramm im Fernsehen zu folgen. Gut eingepackt und durch den Partner mit Flüssigkeiten und Essbarem versorgt beginnt nun die qualvolle, alles Vorherige  in den Schatten stellende  Phase der Genesung – die sich allerdings auch gute 3 oder 4 Wochen hinziehen kann.

Am Ende ist man dann sehr froh, erneut dem Tod von der Schippe gesprungen zu sein und freut sich schon auf den nächsten Stadionbesuch – nach der Winterpause wohlgemerkt.

Jo. Da helfen auch keine Pillen. Männergrippe halt. Muss man durch. Oder besser: Frau! Bis das Ferkel wieder anfängt sich zu waschen halt…dann ist das gröbste vorbei. In den meisten Fällen  allerdings auch die Beziehung.. Ob darum so viele der bekannten Fälle tödlich enden?

Weisse Bescheid, ne?

 

 

Brüsseler Einerlei

Lieber Tagebuch,

ist das genaue Gegenteil vom Leipziger Allerlei. Kommt eben nicht alles rein und durch. Aber wenn man in der tumben Republik nicht vorankommt, weil immer irgendwer seinen Senf dazugibt und sogar Dinge verhindert – dann delegiert man ein Thema einfach nach Brüssel. Dann sind schlussendlich die blöden Europäer schuld und niemand sonst nimmt einem im Nachgang noch die Entscheidungen krumm. Oder man baut einen Flughafen Drumherum. Anderes Thema.

Sprach es also aus, auf der Pressekonferenz – und versuchte die Bargeldobergrenze direkt über das Brüsseler Parallelament in unsere Köpfe ein zu kippen. Unser lieber Finanzminister. Drollig. Weil Gegenwehr da war. Von Beginn an. Und bist du nicht willig…

Klar, der gewöhnliche Ganove wird sich enorm davor fürchten, wenn er fortan nix mehr über 5000 Euro einkaufen darf…mit Bargeld. Der hält sich da auch dran! Garantiert! 

‚Du, ich kann die Waffen jetzt nicht bei dir kaufen, denn dann müsste ich dir das Geld ja überweisen – und dann fällt das nachher noch auf!‘

‚Ja, stimmt. Weißt du was? Du bezahlst das einfach in Raten ab. Pro Rate 4999 Euro. Dann kannst du ja weiterhin Bargeld benutzen!‘

‚Ja, toll! Du hast immer so gute Ideen. Wahnsinn. Hab ich gerade gar nicht dran gedacht, dass das ja auch ginge…und dann können wir das mit den Drogen, den Pelzen, den Frauen und den Kindern auch weitermachen. Toll!‘

Denken wir das gesamte Konstrukt mal zu Ende.

Dann wird demnächst also auf dem Überweisungsschein der Bank auch die Adresse des Überweisenden anzugeben sein. Man muss ja schließlich wissen, wo genau man den Verbrecher schnappen kann. Und dazu wäre noch die Angabe wichtig, zu welchen Tageszeiten man dort denn genau anzutreffen sei. Bei wechselnden Standorten sind übrigens sämtliche Möglichkeiten anzugeben. Es folgt die komplette Täterbeschreibung mit Haar- und Augenfarbe, der ungefähren gefühlten und der tatsächlich gemessenen Größe. Abschließend ist dann noch ein Foto beizufügen, welches zum Zeitpunkt der Überweisung gemacht werden muss. Vor Ort. Damit man auch anhand der Kleidung notfalls fahnden kann.

Hinzukommend und verschärfend werden dann alle Prepaid-Karten für Mobiltelefone verboten. Schließlich muss man jederzeit über GPS oder andere Systeme in der Lage sein, festzustellen, wo ein Mensch sich gerade wirklich aufhält. Also ist mit dem Prepaid-Verbot auch ein Kauf-Gebot verbunden. Man wird quasi mit dem Eintritt ins Vorschulalter gezwungen, ein Handy zu besitzen.

Noch dazu wird dann in jedem dieser neu fabrizierten Handys die Ausschalten-Funktion eliminiert. Geht ja nicht, einfach so das Handy abzuschalten. Die Masse kriegt es ja sowieso schon nicht hin, die legen sich mit dem Teil ja auch noch in die Badewanne oder ins Bett. Warum auch sonst Spritzschutz oder Unterwasserfähigkeit? Gut, hin und wieder macht man auch Bilder von Clownfischen, irgendwo im Korallenriff einer Insel. Aber halt eher nicht so oft.

Auf dieses Telefon, welches durch die Kamera ständig Aufnahmen der Umgebung an den großen Bruder liefert, werden nützliche Anwendungen installiert, die Schlüsselwörter wie Bombe oder Anschlag direkt analysieren und erkennen – und sofort eine Großfahndung einleiten. Ach wo, besser wäre es, wenn sofort jedes Mal ein Alarm ertönt, wenn man nur etwas Böses DENKT!

Gut, in der Innenstadt oder im Büro ist dann an arbeiten in der alten Weise nicht mehr zu denken – aber wir wollten doch alle schon lange das Einzelbüro des Chefs, oder?

In den Vorschul-Apps wird einem dann eindringlich Gut und Böse erklärt, an konkreten Beispielen.

Überweisung bei Beträgen ab 5000 Euro? Macht man doch nicht. Nein, nein, nein!

Braves Mädel. Das hast du gut verstanden.

Und wenn man Erwin am Ohr zieht, dann ertönt direkt ein Alarm. Es sei denn, man ist der Erziehungsberechtigte oder Lehrer. Oder wurde zuerst am Ohr gezogen. Oder man hat am Morgen brav mit dem Papa die korrekt ausgefüllte Überweisung für das Marihuana bei der zuständigen Bank abgegeben.

Hört sich für mich eher so an, dass man die Ganoven bittet, sich doch endlich an die Regeln zu halten. Sind ja gar nicht so viele. Also zumindest schon mal bei krummen Geschäften kein Bargeld zu benutzen, weil man dies ab einer gewissen Summe schließlich verboten hat. Menno.

Macht der. Versprochen.

In etwa so, wie der xte Tatort an jedem y-beliebigen Sonntag abläuft.

Da ist dann auch innerhalb von Sekunden die Einsatzhundertschaft inklusive Scharfschützen und Helikopter am Tatort – nur, weil die beiden Kommissare kurz vorher in ihrem kleinen Büro entdeckt haben, dass der Täter wohl doch gerade zu Hause ist. Irgendwie konnte man das auf den Bildern erkennen. Obwohl er das ja in dieser Form vorher in der ersten Befragung gar nicht angegeben hat. Und das Handy ist ja auch aus. Hat der einfach ausgeschaltet. Sollte verboten werden…lach…

Dann wird in schöner Regelmäßigkeit mit Endlos-Munition, wie in einem Videospiel, herumgeballert – wobei der böse niemals die guten erwischt, egal wieviel Munition er auch verschießt. Dem jeweiligen Kommissar genügt jedoch ein gezielter, ruhiger Schuss aus gefühlten 500 Kilometern Entfernung – und der Ganove ist noch am Leben und gestoppt! Hurra!

Eineinhalb Stunden sind rum und der Fall ist schon gelöst!

Also EXAKT wie in der Realität. Sieht man ja auch immer bei xy…

Und darum auch die Obergrenze. Hält man sich dran. Wie man sich ja an so einiges hält, geradezu festhält. Wenn es nach dem normalen Michel gegangen wäre, dann hätten wir wohl immer noch die Mark. Darum hat man den Michel auch nicht sonderlich gefragt. So wie immer. Denn Michel hat vor gut 100 Jahren ja schon bewiesen, dass er nicht alle Latten am Zaun hat. Und ob nun Zaun oder Mauer – der Unterschied besteht ja dann auch eher in Material und Höhe.

Und der liebe Staat sorgt für die Regeln. Damit alle ganz toll zusammenleben können. Da wird dann alles, was über 65 Dezibel Geräuschbelastung hinausgeht, einfach verboten. Schützenfest adé. Goodbye Wiesn oder Wasn. Und Crange ist auch erledigt. Hinzu kommen noch sämtliche Dissen oder einfach alles, was Spaß macht und laut ist.

Also auch Sex. Wird, wegen der Störung der Nachbarn, der Nachtruhe oder einfach der spionierenden Beamten einfach verboten!

Dann hätten wir WIRKLICH endlich die absolute Sicherheit. Wenn keiner mehr geboren wird, kann auch keiner mehr was Dummes oder gar Böses tun. Herrlich! Endlich hat der Staat mal ein funktionierendes Konzept von der Zukunft!

Und nicht wieder dieses Stochern im Nebel. Formaldehyd? Contergan? Radioaktivität? Dioxin? Feinstaub? Elektrosmog?

Wie sacht doch der Polizist am Tatort immer?

Bitte gehen sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen!

Zu sehen nicht. Aber eben zu denken. Wäre mal an der Zeit, eine Obergrenze für den Irrsinn einzuführen. Dann wäre nach einem verzapften Fiasko auch mal endgültig Schluss. Und man könnte nicht ewig so weiter herumwerkeln. Also, wo fängt es an, wo hört es auf?

Ich weiß, jeder hat eigentlich eine zweite Chance verdient. Aber warum ausgerechnet immer hier???

WEISSE BESCHEID, ne?

 

Gravitationswellen

Lieber Tagesbuch,

 

sind ja, unter vielen anderen, eines meiner Lieblingsthemen, wie du sicher über die Jahre festgestellt haben wirst. Einstein, Relativität und der Kosmos. Nichts liegt dem Otto-Normalverbraucher ferner, als sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Alles viel zu weit weg vom Alltags Geschehen. Reflektion? Wozu?

Also wird ihm auch nicht aufgehen, dass in den letzten Wochen vielleicht ein Meilenstein in der Forschung beschritten wurde. Man hat, wenn es nicht der Test der gesamten Detektoren-Anlage war, Gravitationswellen aufspüren können.

Um ein wenig Verständnis in diese vielleicht verwirrenden Worte zu bringen: schon vor Jahren wurden für viel, viel Geld Detektoren aufgebaut. Diese sollten die Vorhersage von Einstein, dass Gravitationswellen existieren, auf den Prüfstand bringen.

Solche Wellen würden zum Beispiel entstehen, wenn sehr massereiche Teilchen sich im Weltall umeinander bewegen. Jetzt keine Puddingteilchen oder mit gemischtem Hack für unter 3 Euro (wie pervers!!!) gemästete Menschen. In diesem Fall eher schwarze Löcher. Die sind ja selber schon sehr schwer nachzuweisen, weil sie halt schwarz sind. Und ebenso das Welle-Teilchen-Modell…aber dazu vielleicht ein anderes mal mehr.

Die supermassiven Löcher, die ja eigentlich keine Löcher sind, sondern nur Materieansammlungen. So wie einige Menschen wohl auch nur Materieansammlungen sind. Stoffwechseln wohl – aber alles andere ist vollkommen unerheblich. Ob existent oder nicht, letztlich kaum ein Unterschied zu erkennen. Wer weiß, wozu es gut ist…

Also tanzen diese ‚Löcher‘ in Virtuosität und heftig bewegt, ständig umeinander – und wegen ihrer gemeinsamen Anziehung entstehen eben diese berüchtigten und von Einstein damals vorausgesagten Gravitationswellen.

Also Schockwellen im Raum, quasi, die mit Lichtgeschwindigkeit durch das All sausen. Und nur minimal invasiv sind. Also für den Menschen nicht spürbar. Glaubt man in der Wissenschaft.

Ich selber bin ja der Meinung, dass diese Schockwellen durchaus Auswirkungen auf das menschliche Gehirn haben. Ansonsten kann ich mir verschiedene Verhaltensweisen der Menschheit gar nicht anders erklären. Als mit eben diesem Schockzustand. Und unter Schock macht man ja die verrücktesten Sachen. Man kreuzigt Menschen, oder verbrennt diese weil sie hexen sein könnten und auf Besen reiten sollen. Oder weil angeblich die Erde um die Sonne kreist. Lächerlich! Weiß doch jeder, dass es in Wirklichkeit die endlosen Schildkröten sind, die aufeinander gestapelt das Universum bilden.

Man vergiftet sich, im Schockzustand,  die eigene Infrastruktur bis zum abwinken, ob es nun Plastikschnipsel oder Chemierückstände im Wasser sind oder Feinstaub und Schwermetalle in der Luft.

Wir sind ja maximal belastbar. Auch wenn die Zahl der Krebsfälle gefühlt zugenommen hat. Ist wie mit der gefühlten Temperatur. Fühlt sich derzeit eher wie Winter an. Sollen aber 10 Grad sein. Seltsam…

Oder man hackt seine Lunge kaputt – jetzt eher so indirekt, in dem man der Erde die Lunge kaputthackt. Kann ja nur der Schockzustand sein. Schock über die Erkenntnis, hier so ziemlich allein zu sein im weiten Kosmos. Und die Gewissheit, irgendwie dann später auch mal wieder endgültig gehen zu müssen.

Diese Einsicht schockiert die meisten. Kinder noch nicht, die wissen davon ja oft noch nichts. Und die Realität kommt früh genug. Der Rest der Spezies ist jedoch geschockt. Gut, viele auch wieder nicht, die sind eher geschockt wenn ihre Lieblingssendung wegen einer Sportübertragung ausfällt. Oder weil gerade irgendetwas wirklich Wichtiges passiert ist, über das man nun berichten muss. Die goldene Sumpfdotterblume wird Pflanze des Jahres oder so. Oder die beliebten Unwörter des Jahres werden gewählt. Meines wäre in diesem Fall für 2016 ja ‚Kurzdeutsch‘.

Kurzdeutsch ist jenes deutsch, welches in die deutsche Sprache Einzug hält, weil diejenigen, die die deutsche Sprache benutzen, nicht mehr genau wissen, welcher Artikel vor das zuständige nun fällige Wort gehört.

‚d’Cola‘.

Irgendwie Französisch. Und verstörend. Aber nur für uns. In etlichen hundert Jahren wird deutsch vielleicht gar nicht mehr existieren. Dies sollte uns keine Angst machen, Latein ist auch auf dem absteigenden Ast…und kaum noch jemand spricht hunnisch.

Ein weiteres Beispiel gefällig?

‚Heute Abend geh ich Kino‘.

Nun. Was will mir mein gegenüber sagen? Ich verstehe den Inhalt. Immerhin. Alles andere ist mir dann nicht mehr so eingängig. Warum wird aus einem ch ein sch? Isch. Disch.

Isch sehe es zu eng, isch weiß.

Ich liebe allerdings die deutsche Sprache auch. Dazu muss ich sie nicht perfekt beherrschen, ich selber bin voller Fehler. Gerade auch und wegen der Reform der letzten Jahre.

Aber ich bemühe mich weiterhin. Und für mich kommt Kurzdeutsch nur mit etlichen Promille in Frage. Dann wird es nämlich durchaus praktisch nur ‚Zhause‘ sagen zu müssen. Aber eben auch verständlich. Weil die Anziehungskraft über meine Abstoßungskraft siegt, die im Zuge der Einbildungskraft mit der Einwirkungskraft von Alkohol doch zu wünschen übrig lässt. Sprich: mich zieht es zu Boden. Manchmal auch mit Schockzustand.

Was aber ist dieses ES welches mich herunterzieht? Nach Einstein könnte es ein Graviton sein. Oder mehrere. Also Teilchen, die den anderen erst die Masse geben. So wie bei mir Plunder- oder eben die besagten Puddingteilchen. Oder Chips. Die geben mir Masse. Und der Alkohol enthemmt meine Widerstandskraft. Also ziehen mich die Gravitonen, so mehr bildlich gesprochen, auf den Boden der Tatsachen.

Gravitation und Anziehungskraft. Spüren wir im normalen Leben ja durchaus auch oft. Fühlen wir uns ja von so einigen Dingen im Leben angezogen. Für den einen ist es seine neue Tatzenjacke – für den anderen sein neues Auto. Oder auch der Lippenstift oder der Ring. Alles sehr anziehende Dinge. Je nachdem, welcher Mensch man gerade ist.

Geld soll ja auch anziehend wirken. Besonders auf eine bestimmte Sorte Mensch. Die, die es nicht haben. Starke Anziehungskraft. Und die Wellen, die von einer richtig fetten Menge Geld ausgehen können, die erlebt man mitunter ja auch vor Gericht. Oder wenn die RICHTIG Reichen Steuern hinterziehen. Da einigt man sich dann schnell außergerichtlich, da fließen ein paar Millionen und alle sind zufrieden. Man möchte den oder die mit der Kohle ja nicht verärgern. Dann wandern die nämlich aus. Also wird gebuckelt. Wenn alle an einem Strang ziehen würden – wohin dann auswandern? Womit ich wieder bei meiner geliebten Utopie wäre. Aber lassen wir das. Unrealistisch. Dystopie in Reinkultur – damit kommen wir besser klar.

Realistischer könnten also tatsächlich jene Wellen sein. Wenn man sie denn auch tatsächlich aufgespürt hat. Dieser Umstand ist aber noch nicht ganz klar. Man vermutet es seit Wochen – aber noch ist es nicht wirklich bestätigt. Könnte nämlich auch nur ein Test der Anlage sein. Das wiederum wissen nur 3 der hochrangigen Forscher die in dem Versuchsaufbau arbeiten. Und die testen eventuell ohne Wissen der anderen nur die gesamte Anlage. Also muss man weiter ein wenig abwarten bis es offiziell wird. Und falls es wirklich der Fall ist – dann wäre dies schon eine kleine Sensation. Eine nachträgliche ERNEUTE Bestätigung der Theorie, die vor 100 Jahren für Furore gesorgt hat.

Klar, interessiert dich jetzt nicht so wirklich. Dich interessiert im Grunde nur die direkte Auswirkung hier unten. Dass Wasser nach unten fließt oder Dinge zu Boden fallen. Dabei stimmt das gar nicht. Sie stürzen nämlich nur durch eine Krümmung der Raumzeit nach unten. Aber Krümmung, das wiederum dürfte dir ja wieder geläufig sein. Buckeln kannste ja ganz gut.

Schon seltsam. Früher waren es vielleicht der Gutsbesitzer und seine Frau die vielleicht angehimmelt wurden – heute sind es Millionen von Sternchen und Sternen – und du mittendrin. Immer mit der Hoffnung, Deutschlands nächster Superstar oder das neue Topmodel zu werden.

Oder nochmal Bundespräsident. Eine weitere Amtszeit meines Lieblingspfarrers und etliche Millionen Kränze die noch niedergelegt werden können. Deutet sich zumindest an.

Gut, zieht mich persönlich jetzt eher nicht an. Stößt mich eher ab, die Idee.

Wobei. Ein Volk im Schockzustand wie es das deutsche derzeit zu sein scheint – da könnte durchaus alles möglich sein. Warum sollten es die deutschen auch besser haben als die Amerikaner?

Ich weiß, war alles sehr ernst heute. Ich verspreche Besserung. Wenn die nächste Gravitationswelle vorbeikommt…versprochen…dann surfen wir beide zusammen auf dem Kamm der Sonne entgegen…

Wie, man sollte meine Medikation ändern?

WEISSE BESCHEID, ne?

Kornkreise

Lieber Tagesbuch,

sind in diesen Tagen ja wieder hochaktuell.

Ob nun in Düsseldorf oder Köln, Koblenz oder Deggendorf – ob Fasching, Fassenach oder Karneval, ob mit Kostüm oder lieber gleich ganz ohne jegliche  Kleidung: Korn erleichtert alles. Zumindest denkt sich dies der gewöhnliche Karnevalist.

Abgesehen von heftigen Artikulations- sowie Bewegungsstörungen, die bis hin zu komatösen Zuständen reichen, in denen die geistig umnachteten im Parlament ihre Kreise ziehen (ohne Korn, wohlgemerkt), ist bei vielen die Aufnahme von allgemeinen Botschaften durch die Hinzunahme von gesättigten Kohlenwasserstoffen doch sehr stark eingeschränkt.

Gut, bis auf die Botschaft, dass gerade frische, vergorene oder destillierte Flüssigkeiten bestellt oder geliefert wurden.

Ziehen also die Jecken hübsch verkleidet durch die Straßen und ihre Kreise, auch Polonäsen genannt. Manch einer ist auch gar nicht mehr in der Lage geradeaus zu schreiten – sicherlich lässt sich der allgemeine Gang unter Alkoholeinfluss irgendwie in Korrelation zur Erfindung der Polonäse bringen. Kreislaufen mit Rausch. Und dazu mit Pappkappe und Schminke. Herrlich. Und fast schon so, wie der normale Tag im Büro. Jetzt ohne Korn oder Bier wohlgemerkt. Oder auch nicht? Wer weiß…

Ich persönlich finde diesen aus dem altgermanischen Heidentum stammenden Brauch immer noch sehr zeitgemäß.

Man stolzierte mit seltsamer Kleidung auf dem Körper, trug Masken, sprach wirres Zeug und klopfte wild mit irgendwelchen Hölzern herum – um die bösen Geister zu vertreiben. Letzte Woche im deutschen Bundestag. Nutzte nix, die Mehrheit des Parlaments war eh nicht anwesend und hat nur die Kohle für die Abwesenheit kassiert.

Vor knapp 5000 Jahren allerdings, in Mesopotamien, also da, wo jetzt zwischen Euphrat und Tigris gerade rivalisierende und marodierende Banden aus aller Herrn Länder ihr Unwesen treiben, da war es eine Art ‚Gleichstellungsfest‘. Der niedere durfte dem Hochgestellten mal die Meinung sagen und wurde dafür nicht sofort gesteinigt oder an den Eiern zum trocknen aufgehängt. Nun gut, hin und wieder nach der Feier ein bisschen. Aber dann hat ja auch keiner mehr so genau hingeschaut. Justitia war schon immer blind…und das auch ohne Alk!

Hin und wieder war es sogar möglich, dass diese Bräuche über ganze Wochen praktiziert wurden. Allerdings achtete man weithin darauf, irgendwann wieder die Ordnung herzustellen. Also das alte Herr-Sklaven-Verhältnis, welches sich ja wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte zieht, wieder herzustellen. Ober sticht unter. Notfalls auch mal nicht nur bildlich.

Scheinbar, weil der Mensch nicht anders kann.

Immer will irgendwer irgendwen anderen beherrschen oder dessen Besitz, Land, Frau, Kind oder auch nur Hut sein eigen nennen. Und dann gab et imma ma widda auffe Omme. Ab und zu auch mit den Hölzern, mit denen man noch kurz vorher die bösen Geister vertrieben hatte. Nannte sich dann auch Revolution. Oder Aufstand. Um den Herrscher zu vertreiben. Hat meist ja nix genutzt. Kam dann ein anderer und hat den Platz eingenommen. Vakuum zieht halt an. Meist Typen, mit eben dieser grenzenlosen leere im Kopf.

So wie aktuell im Zweistromland ja auch. Von den Zuständen jetzt. In die Köpfe kann ich ja nicht reingucken. Wirkt aber irgendwie so…ähnlich.

Der eine will nich weg und wird von anderen dabei gedeckt und unterstützt.

Die anderen wollen unbedingt, dass der erstgenannte endlich abhaut und kämpfen dafür bis zum bitteren Ende. Und die dritten im Bunde wollen einfach gar nix mehr und kloppen sich direkt mit allen Beteiligten, die das nicht wollen. Und mittendrin dann der Rest, der sonst immer doof rumsteht und nur zuguckt. Jetzt wollen die aber auch ihr Süppchen kochen und mitmischen. Wer weiß, was am Ende dabei raus springt. Marodeure eben.

Und zwischenzeitlich zündet der wahnsinnige aus Nordkorea immer mal wieder ein paar Bomben und Langstreckenraketen – weil er wohl gerade Langeweile hat.

Unterdessen wird in anderen Landstrichen der Erde gefeiert und um den Korn gekreist was der Magen hält. Bis zum abwinken und zur totalen Umnachtung halt. Welch ein Wunder. Anders isset ja auch fast schon nicht mehr zu ertragen…

Man könnte ehrlich meinen, man lebt auf einem total Durchgeknallten Planeten, der von irgendwelchen verrückt gewordenen Primaten unter totaler Kontrolle steht. Keine Chance dem Wahn zu entkommen.

Von der anderen Seite des Atlantiks schwappt dann noch der Milliardär mit hinein – es wird wohl nicht besser. Das kann man sich kaum noch Schönsaufen. Aber versuchen kann man es immerhin.

Allenthalben herrscht also der Ausnahmezustand, hier vor Ort jedoch nur zwischen Altweiber und Aschermittwoch – woanders eben das gesamte Jahr. Womit wir wieder im Parlament wären.

Die Ausnahme bestätigt hier ja die Regel.

Im Normalfall, das hatten wir ja schon, sieht man leere Ränge und müde Debatten, die keinen so wirklich faszinieren oder auch nur interessieren. Jeder hat was zu sagen. Meistens nicht mal zur Sache – aber das tut hier nichts zur eben dieser.

Denn bezahlt wird man ja trotzdem. Ob man nun körperlich oder nur geistig oder irgendwie transzendent anwesend ist. Vertreten durch seine Aura oder die Chakren oder…Ommm. Macht ja auch nix. Fehlt nur noch, dass die Interviews bald auch so aussehen.

‚Was haben sie denn heute Nacht bei den so harten Verhandlungen erreicht?‘

In der gesamten Nacht wurde ausgiebig mit Alkohol experimentiert um die Wirkung auf unter 16jährige nachvollziehen zu können.

‚Tschakka! Alkohol nur noch ab 16!‘

Wie man jetzt auf die gezogene Grenze sowohl beim Kauf von Alkohol als auch bei der Wahl, der Möglichkeit Bundespräsident zu werden oder bei der Geschäftsfähigkeit nach BGB kommt – man kann es sich fast denken.

Aber eben auch nur fast.

In den meisten Fällen wird für die harte nächtliche Arbeit ganz gut verdient.

Der Normalbürger würde sagen: und dies nicht zu knapp. Nennt sich dann logischerweise Diät und soll wohl suggerieren, dass man Maß hält und sich in strengster Enthaltsamkeit übt. Gut, auf dem Oktoberfest, mit der Maß in der Hand. Da bin ich ganz bei dir. Aber ansonsten?

Enthaltsamkeit nach ausgiebigen Gelagen? Klar…nach Karneval ist Fasten angesagt. Wer es denn glaubt – soll laut Bibel seelig werden. Wenn der Papst das erlaubt. Dazu ein anderes mal mehr.

Ich für meinen Teil halte meine lieben Abgeordneten alle für leicht überbezahlt und auch gasförmig. Überflüssig eben.

Ursprünglich war die Höhe des Gehaltes ja dazu gedacht, die wichtigen Köpfe vor Korruption und Einflussnahme der Industrie zu schützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, auch stark zu bleiben und den Verlockungen des Geldes zu widerstehen. Darum eigentlich so hohe Gehälter.

Na das hat ja dann auch super geklappt. Die erste Woche.

Pharmalobby, Automobillobby, Tabaklobby, Ärztelobby, Hotellobby, Kaufmannslobby, Öllobby…mir fallen jetzt spontan keine weiteren mehr ein. Aber das reicht ja auch.

Zumal diese besagten Lobbyisten (oder deren Anwälte/ Kanzleien) Gesetze ausarbeiten, die dann von den Sekretären der Ministerien dem Parlament unterbreitet werden.

Der einzelne Politiker wäre ja auch überfordert, sollte er sich zwischen nächtlichem Komasaufen und Tagträumendem Parlamentsverzicht im heimischen Bett auch noch in die Materie Eindenken oder eingehender damit befassen müssen. Man muss ja flexibel bleiben, der nächste Posten winkt bald schon!

Wie, das glaubst du nicht? Dann hak mal nach…klingt verrückt, ich weiß. Aber das ist die Realität. Glauben heißt eben nicht Wissen. So wie Kunst von Können kommt und nicht von wollen. Dann hieße sie ja auch Wulst! Und Politik hieße eigentlich Lobbyismus. In Neusprech aber eher nicht. Da heißt es eher parlamentarischer Untersuchungsausschuss. Oder Verfassungsklage.

Fernab also von jeglicher Vernunft und Objektivität wird da auch schon mal eine Abwrackprämie beschlossen. Und dann schmeißt der Michl prompt sein Auto in die Tonne. Funktioniert noch einwandfrei, ist auch ansonsten kaum gealtert und toll verarbeitet, keine Kratzer im Lack, toller Oldtimer den man hegt und pflegt und damit auch ein wenig beiträgt zum Klimawandel – also weg damit! Wir haben es ja!  Strand in Dortmund? Klasse, pack schomma die Badehose ein!

Wie war das noch mal mit der Dekadenz?

Ach, stimmt ja.

Meist ging diese, in der Geschichte, ja nicht vom kleinen Volk aus – sondern von den Herrschenden. Und um es ein wenig erträglicher zu gestalten, mit ansehen zu müssen, dass der Herr in Saus und Braus lebt und der Knecht gerade so über die Runden kommt – um dies also zu legitimieren, da führten selbst die hochdekadenten Römer schon die Saturnalen ein.

Feierte man einfach einen Gott der auf dem Nachbarplaneten lebt – und alle waren zufrieden.

Später hat man den festen Wohnsitz des besagten Gottes dann irgendwann ganz nach weit draußen verlegt, um wissenschaftlich nicht angreifbar zu sein und sich dem niederen Volk nicht noch erklären zu müssen. So wie die Erde eben flach war und die Sonne sich um die Erde drehte. Logisch. Eingängig. Und so simpel. Prima eben. Trink! Und mach dir nich immer so viele Gedanken, Mensch!

In der Zwischenzeit, also wenn gerade nicht gefeiert wurde, gab es zumindest was zu essen und auch Spiele in der Arena. Da wurden dann andere geopfert – und man war froh, dass man selber im Trockenen saß und mit dem Daumen über Wohl und Wehe abstimmen durfte. Kanten Brot und Spiele. Oder Trauben und Wein. Wie es beliebt.

Gut, hat sich in den paar tausend Jahren jetzt insgesamt nicht so viel verändert an der Situation. Heute ist es nicht der Daumen sondern die ganze Hand, die für ein Kreuz gebraucht wird – und man muss nicht mal mehr die Hütte verlassen um die täglichen Dschungel- oder Bachelorspiele zu sehen.

Und mit den Mächtigen muss man auch nicht jeden Tag konfrontiert werden – da reicht ja auch der gewöhnliche Chef, der auch nur ein armer Untergebener seines Vorgesetzten ist. Und so weiter und so fort.

Und wenn man all dies geschichtlich jetzt im Zusammenhang sieht, dann ist es doch gar nicht mal so schlimm, wenn sich das Volk für eine komplette Woche total im Alkohol ertränkt, oder?

Würden wir doch auch verstehen, wenn wir, mal von außen betrachtet, quasi als Besucher, hier mit einem Raumschiff landen würden. Oder?

Oder wir zauberten mit unserer weit fortgeschrittenen Technik über Nacht Kreise ins Getreidefeld. .

Denn wenn die Primaten doch schon Atombomben bauen können – dann muss ja zumindest IRGENDWO auch ein Fünkchen Intelligenz zu vermuten sein, oder?

‚Also, Leute, heute machen wir die runden Teile direkt in das Korn. Datt Saufen die ja auch. Beachten die dann wenigstens.‘

‚ Ja, hoffen wir mal. Wenn die mit dem abfeiern aufgehört haben…also morgen, äh übermorgen. Ach, gucken wir in ein paar tausend Jahren noch mal nach…is besser, denk ich mal. Letztet mal mit der kack Kreuzigung hat mir jedenfalls echt gereicht. Vielleicht klappen ja schöne Bilder im Korn…is zumindest noch ein Versuch wert!‘

Denn eine zweite Chance hat doch wohl jeder verdient, oder?

WEISSE BESCHEID, ne?

Die erweiterte Periode

Lieber Tagesbuch,

hat jetzt nichts mit den bekannten Zyklen der Frau zu tun – auch wenn dieses Thema an sich ja schon ein weites Feld ist und sicherlich einmal der Betrachtung wert wäre. Aber Blut soll uns heute nicht weiter stören. Obwohl, da fällt mir spontan einer ein.

*political-correctness-off* *gender-mode-off* *satire-modus-on*

Was wäre, wenn die Erde sich 30 mal schneller drehen würde?

Nun. Es gäbe jeden Tag Gehalt und die Frauen würden verbluten…

*all-off-or-on*

Ich weiß. Böse. Aber hat was. Das mit dem Geld zumindest. Was wäre die Welt nur ohne Frauen…könnte man glatt aufs Geld verzichten…hehe…

Aber jeden Tag eine frische Gehaltszahlung, das hätte doch was. Wobei. Würde wahrscheinlich exakt 20 Minuten dauern und dann wären alle Dinge des täglichen Lebens 30 mal so teuer…wie ich uns als Menschheit so kenne.

Das Periodensystem.

Wundersame Entdeckung des Menschen, der sich seit Anbeginn der Zeit Gedanken darüber macht, aus welchen Stoffen denn die Welt besteht.

Das fing wahrscheinlich an bei den Höhlenbewohnern und der ersten Keule., Da wird sich der, der sie als erster auf den Schädel gezimmert bekam, auch Gedanken gemacht haben, woraus die wohl besteht. Zumindest kurzzeitig. Kurz vor dem Aufprall. Und dann erstmal nicht mehr. Manchmal auch nie mehr.

Bis hin zu den Griechen war unser Verständnis nur sehr rudimentär. Hatte man doch nur die Sinne um überhaupt feststellen zu können, aus was etwas besteht. Man konnte das salzige Wasser schmecken – auch wenn man nicht wusste, warum es überhaupt salzig war. Irgendwie war das ja auch egal. In 10 Minuten ging der Marathon los und der Verkäufer vor dem Stadiontor, der mit dem frischen Wasser geprotzt hatte, der war sicherlich schon längst über alle Berge. Also ausgespuckt und weiter dem Spektakel zugesehen…

Oder auch die Süße einer Frucht. Führte ja angeblich dazu, dass der Apfel, der nicht weit vom Stamm fiel, ausgerechnet Eva vor die Füße rollte. Und die Schlange ihr dann einflüsterte, davon zu naschen um die herrliche Süße zu probieren. Kannte Eva ja noch nicht. Und eine Handtasche zum aufbewahren für später war noch nicht erfunden. Geschweige denn der Kosmetikspiegel.

Die erste Frau war aber doch nicht blöd. Also bemühte sie ihren Vorkoster. Adam. Der ja auch an sich immer und in allen Momenten für das Grobe da war. Tiere erlegen, jagen, Holz hacken, Feuer machen. Müll rausbringen.

Gut, hätte er sich selber hinaus befördern müssen. Aber das hat ja dann dieser dämliche Gott erledigt, nachdem die Erkenntnis reifte…hier nackt im Garten rumzustehen und der Nachbar glotzt blöd aus der Höhle…

Wer wollte schon nackt durch die Gegend laufen? Von den Frauen jetzt. Ich höre schon eine Milliarde Männer ‚ich!‘ schreien…

Jo, Kleidung gibt es wohl nur deshalb. Denn am Anfang, so viel steht in beiden Sichtweisen, Wissenschaft und Religion, fest, da waren wir wohl nackt. Gut, Behaarung hatten wir noch reichlich. Und es gab noch keine Epiliergeräte oder Brasilian Waxing. Eher den Frauenvollbart und die Männerrückenbehaarung. Appetitlich.

Aber stehengeblieben waren wir ja eigentlich bei den alten Griechen. Um die beiden im Paradies kümmern wir uns noch ein anderes mal…

Gut, die haben also den ganzen Tag rumgehangen, die Griechen, so ein wenig philosophiert und dabei auch nebenbei noch irgendwie die Mathematik entdeckt – zumindest hatten Pythgoras und Sokrates nichts anderes zu tun, als es sich damals schon für alle Zukunft bei den Jugendlichen zu verkacken.

Und nebenher, neben rumliegen und Weintrauben verzehren und ein paar Quadrate oder Dreiecke in den Sand zu zeichnen, dachte man, die Welt bestehe aus Feuer, Wasser, Luft und Erde.

Also dieselbe Ansicht, die ein Großteil der Menschheit auch heute noch vertritt.

Neben dem so-dahin-stoffwechseln, wo es ja auf die Luft ganz besonders ankommt, dem anzünden von Feuer oder dem hochdrehen der Heizung, dem monatlichen Bad (alles andere wäre Verschwendung, habe ich doch tatsächlich von jemandem gehört, der sich seit 3 Jahren nicht wäscht sondern nur ein von ihm selber entworfenes Parfüm aufträgt. Na heidewitzka Herr Kapitän. Da kann man dann zu Karneval als Sondermülldeponie gehen. Ohne irgendwas am Outfit oder ähnlichem zu ändern. Pfui. Also einmal im Monat ist selbst für den bildungsfernen Bürger Minimum. Außer er entwickelt sich zum oder ist bereits ein Messie. Ich denke, dann kommen wir mit den 3 Jahren wieder ganz gut hin. Was das jetzt mit Fußball zu tun hat? Sag mal, hörst du mir überhaupt zu???) – und schlussendlich dem Boden der Tatsachen, auf dem das eigene Bett sich befindet,  existiert ja kaum etwas in der eingeengten Sichtweise.

Neben Atmung, Heizung, ritueller Waschung und dem zu-Bett-gehen unterscheidet sich das normale Leben also nicht wirklich von dem der Griechen im Altertum. 4 Elemente. Alles andere ist unwichtig.

Zieht sich wie ein roter Faden so durch den Alltag.

Ein-Aus-Lauter-Leise beim Fernseher.

Vor-zurück-links-rechts beim bewegen in der Öffentlichkeit.

Wach-einschlafend-schlafend-aufwachend als Zustände des Lebens.

Hungrig, durstig, müde, erschöpft.

Satt, sternhagelvoll, hellwach, aufgekratzt.

 

Kann man so stundenlang für alle Bereiche des Lebens durchgehen.

Geld drauf, Geld abgehoben, Geld ausgegeben, kein Geld mehr.

Arbeit verloren, ohne Arbeit, arbeitssuchend, Schmuckdesignerin.

Also alles in allem recht Griechisch – und nach Westerwelle auch römisch. Zumindest in der vollendeten Dekadenz. Wenn Fleisch nix mehr kostet und der Weg zum Discounter nur 5 Minuten beansprucht – dann ist es sehr weit bis zur nächsten Revolution. Ein voller Bauch revolutioniert nicht gern. Außer er ist austerisierter Grieche in Europa und möchte mit 55 schon in Rente gehen. Dafür lohnt es sich ja schon mal zu streiken.

Gut. Irgendwann, so knappe 4000 Jahre der totalen Abstinenz von Intelligenz später, hat sich dann wieder mal einer hingesetzt und nachgesehen, aus was denn die Welt wohl wirklich gemacht ist.

Als Alchemist war der aber eher auf der Suche nach Gold. So wie alle vor und nach ihm. Würde mich mal interessieren, wenn mal ein Komet eingefangen würde, auf dem es alle seltenen Stoffe des Kosmos im Überfluss gebe. Was dann lieber Kapitalismus? Ach, stimmt, wir sind ja schon bei den bunten Scheinchen und dem ‚Nullwert‘. Ich vergaß.

Eperimentierte der Typ also mit seinem Urin herum. Nicht, weil das so verlockend war. Eher, weil der so schön goldgelb war. Und von diesem Herrn an, der da seinen Morgenurin auf einer kleinen Gasflamme im Kolben erhitzte und aufwändig untersuchte, bis hin zu heutigen Kernfusionsexperimenten in Superbeschleunigern die Milliardensummen verschlingen, hat man eine ziemliche Menge an neuen Elementen entdeckt. Über 200, um es mal zu beziffern. Und dies in nur knappen 300 Jahren. Und ständig entstehen neue. Ob uns nach oben eine Grenze gesetzt ist, man weiß es derzeit nicht. Auch welche Möglichkeiten uns die ganzen neuen Elemente bieten werden – alles noch in den trüben Fenstern der Labore verborgen.

Das wichtigste Element jedoch, der gewöhnliche Sapiens, der kratzt sich derweil im Schritt und popelt an der Ampel. Oder lackiert sich bei rot die Fingernägel. Was wieder einmal beweist, dass Fortschritt und Wissen den gewöhnlichen Menschen jetzt nicht ganz so weit voranbringen. Gut, der kann auf dem Klo am frühen Morgen dann auch selber analysieren, dass die Streifen irgendwie…äh…lassen wir das. Bevor es total unappetitlich wird. Er könnte es aber. Das mit der Analyse.

Und darum ist es um jeden einzelnen der Erdenbürger wichtig. Wissen wir, wo und wann der nächste Bohr, Einstein, Shakespeare, Schiller, Mozart, Beethoven oder Gauck geboren wird? Eben.

Zumindest bei der nächsten Periode weiß es aber die Göttin ziemlich genau. DER oder DIE wird das Periodensystem definitiv NICHT erweitern.

Kommt sie zornig die Treppe herauf und öffnet die Tür zum Prinzenklo ruckartig:

‚Hör auf schon wieder mit deinem Urin rum zu spielen! Komm lieber runter, ich hab Apfeltorte gebacken…‘

WEISSE BESCHEID, ne?

 

 

 

 

 

Schubladen im Elefanten – Porzellanladen

Lieber Tagesbuch,

oder wie ich von einem Fettnäpfchen auf kürzestem Weg in das nächste gelange.

Unter diesem Titel gebärdet sich derzeit der bayerische Landeschef. Da zu den aktuellen Themen der Politik längst schon alles gesagt wurde – aber eben noch nicht von jedem, wird er nicht müde, den Schweinwerfer sowohl auf den Freistaat als auch auf seine Person zu lenken. Wieso überhaupt Freistaat? Frei genug, um jede noch so uninteressante Grütze in die Republik zu posaunen? Immerhin. Ist keiner bestürzt darüber…oder legt Kränze nieder.

Ich kritisiere nicht einmal, dass er sich in die lange Reihe der Besucher des großen, wenn nicht sogar größten (jetzt nicht körperlich, sondern eher politisch) russischen Vorstehers für Recht und Ordnung im Asiatischen Teil der Welt einreiht. Nach Stalin oder Lenin oder den ganzen anderen Ungestalten der Geschichte. Kleine Menschen sag ich nur…hüte dich vor kleinen, manchmal auch grünen Menschen…

Wesensgestalt menschlicher Mythen behüte!

Macht mein Feinkosthändler um die Ecke ja auch, solche Besuche. Jetzt nicht direkt in Russland. Eher bei seiner lieben Mutter oder seinem Vater. Und redet eben auch lauthals darüber.

Also ist an diesen Besuchen und den Berichten darüber grundsätzlich ja auch nichts auszusetzen. Wer war, bitte schön, noch NICHT beim kleinen süßen Putin um ihm seine Aufwartung zu machen. Während der totaaaal schlimmen und harten Sanktionen der EU. Und dem Rest der Welt. Darf der ja jetzt nicht mehr an die Förmchen der anderen. Weil der da einfach ganz blöde einmarschiert ist. Der böse. Da sind wir dann mächtig bestürzt und verurteilen das. Früher gab es für so was mächtig was auf das Fressbrett.

Heute wird verurteilt. Natürlich nicht VOR. Sondern irgendwie mittendrin. Das ist Zivilisation in der besten aller Welten, wir sind einen Schritt weiter! Ich bemühe jetzt nicht das Bild des Abgrundes….

In der Zwischenzeit kann man ganz toll wieder einmal irgendwo Kränze niederlegen oder einen ganz, ganz tollen und ganz wichtigen Fusionsreaktor in Schwung bringen. Auch wenn wir von wirklichen Fusionen noch Lichtjahre entfernt sind. So in jeglicher Beziehung jetzt. Bis auf die Zwischenmenschliche. Ein weites Feld und anderes Thema.

Aber zumindest das Plasma kriegen wir schon hin. Für 1,06 Milliarden…und für 800 Millionen eine Philharmonie. Wie viele Kitas das sind? Du bist vielleicht ein Kultur- und Wissenschaftsbanause. Also wirklich…das kann man doch so engstirnig gar nicht sehen! Schließlich ist Kultur ein hohes und wichtiges GUT! Scheiss watt auf die Blagen!!!

Manch einer wäre froh, wenn er erst mal genug Bildung bekommen würde…aber ich schweife ab.

Audienz bei ihrer Majestät, dem kleinkotz gleich an der Wolga.

Ist ja in etwa vergleichbar mit der Audienz beim Papst. Zumindest genauso schwer zu bekommen, für unsereins.

Dass man den Politikzirkus des Oligarchen-Pflegers damit nur unnötig aufwertet, wen stört es wirklich? Empörung und Bestürzung, gar Entrüstung allenthalben. Aber Konsequenzen? Eher weniger.

Heutzutage ist es auch keine wirkliche Debatte mehr, ob man einfach so Länder annektieren kann. Was in früheren Zeiten durchaus auch einmal zu einem Weltkrieg gereicht hat – das ruft heute nur müde sogenannte ‚Sanktionen‘ hervor. Gut, wirkt dann soviel, wie wenn ich meinem Hund Sanktionen in Deutsch androhe. Solange er weiter sein Futter hingestellt bekommt, wird er mich müde belächeln. Und brav Sitz und Platz machen. Aber sein Lieblingskissen bekomme ich trotzdem nicht. Wer kauft noch mal das Gas? Ein Schelm wer außer böses etwas anderes dabei denkt…

Was also im Falle von außerparlamentarischen Parteien ganz gut klappt – der Boykott und das ‚in-die-Ecke-stellen‘, das ist bei Staatspräsidenten dann etwas schwieriger. Gut, wenn es nicht gerade der völlig weltfremde Nordkoreanische Vortänzer ist. Aber selbst der wird von dem ein oder anderen schon mal besucht. Auch wenn es eher in einer ‚Klapse‘ ist. Die da Nordkorea heißt. Kim-Kim-Kim. Oder wie der sich gleich wieder schimpft. Sung oder Jung oder Dung. Auf jeden Fall ziemlich ‚ill‘.

Also übt man sich darin, eifrig alle in irgendwelche Schubladen zu packen, die nicht bei 3 auf den Bäumen sind. Jede Äußerung wird sofort politisch gewichtet. Und was nicht der Regierungshaltung entspricht, ist sofort extreme linke oder rechte Ecke. Ich weiß selber schon gar nicht mehr, was ich bin. Rechtsextremer Linker? Oder Linksextremer Rechter? Auf jeden Fall wohl eher in der Opposition. Und damit eben auch in der Minderheit. macht nix. Macht Spaß!

So eine Opposition ist ja noch nicht einmal mehr geduldet. Auch durch die Schere im Kopf schon nicht mehr. Wagt man sich ja kaum, zu aktuellen Themen noch öffentlich Stellung zu beziehen. Ist man ja gleich abgestempelt und in die Schublade gepackt. Kommt man dann auch nur schwer wieder raus. Dafür sorgt schon die BILD. Oder andere.

Außer man ist eben Ministerpräsident in Bayern. Dann kann man sich quasi (fast) alles erlauben. Also ist man so ungefähr Staatsvize-vize. Wenn nicht sogar drüber.

Oder aber man ist Filmer/Composer/Darsteller/Produzent/was-weiss-ich-was-noch und heißt mit Künstlernamen Tschiller.

Passt ja.

Fast genauso dämlich wie es Göde oder Motsard wäre. Eher peinlich.

Chill me up scotty.

Denn trotz des ganzen Stress und der Unwirklichkeit des Seins, sei an dieser Stelle mal die Kritik der feinen Vernunft angebracht.

Muss man sich als Schauspieler/Filmemacher/Produzent/Writer/Cutter/Composer nicht wirklich auch hin und wieder Gedanken darüber machen, warum man den Film nicht gleich ganz neu erfindet? Warum werden nicht auch die Filmgeräte, die Filmmusik, die Filmstudios und die Fans von einem selber produziert, composed, gecutted und downgewrited?

Spätestens mit dem Auftritt im Allerheiligsten, dem Fußballstammtisch am Sonntag, wurde mir blitzartig klar, dass ich keineswegs mehr gechilled war. Hatte dieser Typ, gegen den Mister Tausend Volt in Wirklichkeit die Größe einer Babyzelle hatte, sich jetzt auch schon in meine Lieblingsecke gedrängt? Zeit genug, den Fernseher der Verdammnis auszuschalten und von meinem geliebten Zerstreuungssport hinüber zur Realität des Tages zu wechseln. Macht der also nicht nur den Tatort unsicher. Nein, weil keiner seinen neuesten Film ansehen will (droht ein totaler Flop zu werden) und er sich persönlich für die absolute Gottheit der gesamten Menschheitsgeschichte hält…trotz näselnder, nuschelnder Stimme, weil also die niederen Fans nicht in den Tempel strömen um der Gottheit bei seinem neuesten Stunt zuzuschauen…erscheint der also am Sonntag in den frühen Morgenstunden höchstpersönlich beim Fußballstammtisch.

Was, bitte schön, hat dieser Typ dort verloren? Noch NIE Fußball gezockt (na gut, vielleicht mit Kumpels auf der Wiese) und vom übersteigerten Selbstbewusstsein her längst schon der nächste Präsidentschaftskandidat der Republikaner in Amerika – muss er nun auch noch hier seinen Senf hinzugeben. Kaum zu verstehen und immer mal wieder seine nette Tochter in den Apparat haltend. Die nächste Moderatorin. Auf jeden Fall.

Da fallen einem gar keine Schubladen mehr ein, die noch unbesetzt sind.

Aber zum Glück gibt es ja die Aus-Taste.

Obwohl. Wenn der gleich mal wieder auf alle einpöbelt wie der berühmte Elefant im Laden mit den Mingvasen…das hätte schon was.

Mir reicht es aber wieder.

Mein Flieger geht gleich.

Ich muss mit Lieblings-Bundespräsident und dem tollen Außenminister und dem Kanzleramtsminister und den ganzen anderen wichtigen Fuzzies mit besonderen Aufgaben schnell mal rüberjetten zum Assad. Um dort meine Bestürzung klar zum Ausdruck zu bringen. Meine Besorgnis. Und meine tiefe Abwehr. Ich verurteile dies ja auf das schärfste.

Was genau?

Ist das nicht ebenso egal wie die blöden Sprüche der Machthaber? Abgespultes Politik-Bullshit-Bingo. Jeden Tag einen Satz -heiße Ohren am Besten…

Wird Zeit, dass die alle in der größten Schublade verschwinden. Der Menschheitsgeschichte. Damit WIR hier mal wieder was gebacken bekommen auf Erden…ne, keine kleinen Brötchen. Und geh mir bloß weg mit dem Krimsekt…

WEISSE BESCHEID, ne?

Der Irrsinn als Obergrenze

Lieber Tagesbuch,

macht sich scheinbar bei unseren Berufspolitikern jetzt schon nahezu täglich bemerkbar.

Da war man zunächst in den letzten Jahren ja schon gewöhnt, dass immer mal wieder im Sommerloch ein neues Schwein durch die Hauptstadt gejagt wurde. Ob es nun die PKW-Maut oder auch die damalige Praxisgebühr war. Schlussendlich wurde die Sau derart forciert in die Enge getrieben, dass ihr quasi ja nichts anderes übrig blieb, als sich real zu manifestieren…soll heißen: jeder Unsinn wird irgendwann dann auch mal umgesetzt. Und jetzt starten die Debatten schon im Winter…

Gut, in Einzelfällen revidiert man dann vielleicht auch noch einmal, wenn man merkt, dass man mehr Kosten produziert als man jemals Einnahmen generieren könnte. Aber eben auch nicht immer. Praxis ist halt nicht stetig….zumindest nicht über Gebühr.

Man muss die neue Sau nur lang genug in der Öffentlichkeit heiß debattieren – bis der Michel sich brav ergibt…und einfach aussitzt. DAS war übrigens der entscheidende Fehler bei Stuttgart 21. Da ging alles zu schnell und zu viele haben dann automatisch genauer hingeschaut.

Wie der berühmte Frosch…der ins heiße Wasser stürzt und danach die Flucht ergreift. Wenn man ihn hingegen langsam erhitzt, mitsamt des Wassers…BER ist da ein schönes Beispiel. Da hat es doch auch wunderbar geklappt. Oder bei der Elbphilharmonie.

Prunkstücke deutscher Architektur und ein Loblied auf Ordnungs- und Verwaltungsfetischismus im Lande…wenn die beiden denn mal überhaupt irgendwann fertig werden. Fragt auch keiner mehr nach den Kosten.

In der Zwischenzeit gibt es ja täglich hunderte neue Krisen und Probleme. Griechenland? Krise! Banken? Krise! Euro? Krise! Staaten? Krise! IS? Krise! Flüchtlinge? Krise! Ukraine? Krise! Beckenbauer und Sommermärchen? Krise…such dir einfach ein Stichwort aus. Irgendwer wird schon die Krise dazu finden! Ich sag nur Pisa…isch krick di crise!

 

Wo war ich?

Ach ja. Korruption. Wie immer. Oder eben Barzahl-Obergrenze…wie man es nimmt. Und vor allen Dingen: WOHER man es nimmt…aber echte, harte, widerliche Korruption, also so die tatsächliche?

Haben wir ja hier nicht. Hier werden immer schön sauber Steuern gezahlt, ganz besonders wenn man Präsident eines Fußballvereins ist. Auch die Pharma- oder Krankenhauslobby quetscht nicht den Patienten aus…ne, die Kassen. Der Pilot ist auch nicht böse. Oder der Zugführer. Nein, die haben gelernt.

Wo ganz oben ist, da kann man mächtig Kasse machen.

Außer, man hat eine Obergrenze. Für die anderen, versteht sich.

Hätte man bei den Bauwerken auch mal besser eingeführt, so eine Obergrenze. Auf jeden Fall muss der Finanzminister dann zukünftig die Schmiergeldzahlungen an die Beteiligten Unternehmen direkt vom Ministerium aus überweisen. Das nenne ich mal Transparenz!

Und keiner kann mehr auf dem Parkplatz oder hinterher im Parlament behaupten, er wüsste von keinem Koffer. Wird dann auch keiner so schnell Finanzminister. Na, wenn der, der unverhohlen in die Kasse greift sich nicht auskennt…wer denn dann? Kohl jedenfalls nicht. Der erinnert sich ja auch nicht mehr. Anderes Thema.

Auf jeden Fall baut man in der Zwischenzeit schön weiter an BER und Konsorten. Und überweist sich alles brav, was die 5000 überschreitet.

 

‚Macht dann exakt 5 Millionen. Bitte in 500ern. Sonst muss ich das noch überweisen…und auch noch versteuern. Will ja keiner, oder? Hehe…‘

Sprach es und feierte seinen Geburtstag mit der Kanzlerin. Auf deren Kosten. Auch fein arrangiert. Und hernach redet niemand davon. Ach, doch. Von den blöden Nachfolgern. Die den Kahn dann retten müssen und eklatant scheitern…

In derselben Zeit klotzen die fleißigen Chinesischen Wanderameisen mal 100 Kohlekraftwerke oder 40 Flughäfen oder auch wahlweise 30 Staudämme in die Gegend.

Wenn denn der Beton reicht. Oder eben die seltenen Erden. Ganz wie es beliebt.

Der Beton in den Köpfen der bundesrepublikanischen Politprofis scheint jedenfalls immer noch ganz gut auszureichen. So dass man hin und wieder mall auf GANZ neue Ideen kommt.

Eine Obergrenze bei der Barzahlung. Um dem organisierten Verbrechen das Leben schwerer zu machen.

Na klar, wird doch die gut ausgebildete Fachkraft dann demnächst die Drogengelder brav nach Kolumbien überweisen. Oder den Waffenkauf bei Heckler und Koch schön über Paypal abwickeln. Käuferschutz inklusive. Dann noch besser die Schrottgewehre der Bundeswehr bei ebay verhökern. Hätte Charme. Und wir endlich wieder Kohle in der Tasche. Dann noch ein paar alte Panzer nach Saudi Arabien. Wer sagt denn, wir würden Extremisten unterstützen? Wir doch nicht…

Ich fasse diese grenzenlose Naivität nicht. Ich bin ja auch ein feiner Mensch. Ohne Argwohn. Nicht, dass der Staat schon lange allzu gern den gläsernen Bürger hätte. So mit der Obergrenze für den jährlichen Orgasmus bzw. die Anzahl der erlaubten Koitus im Jahr zu regulieren.

Dazu dann gleich auch noch die wöchentliche Ration Fisch, Fleisch, Blumen, Käse, Pralinen – welche Lobby habe ich vergessen? Ach ja, die Automobile. Wird man dann zukünftig auch nicht mehr bar bezahlen können. Die 180000 für den Porsche.

Hat man vorher ja unter dem Kopfkissen gehortet. weil auf der Bank…bei deeeeen Zinsen? Bin ich doof? Ist ja auch quasi ein Trinkgeld…

Wie schon gesagt. Eine Obergrenze bei der Infantilität scheint es nicht zu geben.

Abschaffung des Bargeldes als Nahziel.

Wird also Zeit, dass ich mich dagegen wehre und ab sofort alles bar bezahle. Wäre ja auch noch schöner.

Übrigens war der Staat mal dazu da, dem Bürger zu dienen.

Mittlerweile ist es eher eine Knebelveranstaltung geworden. Und wer den neuesten Knebel findet, der wird dann gleich Bundesminister.

Wozu so eine große Koalition doch gut ist. Kann man alles durchdrücken was man immer schon mal am Volke vorbei machen wollte. Opposition? Gibt es weder im Parlament noch im richtigen  Leben.

Und am besten,. wenn wieder mal Finale bei EM oder WM ist.

Steht ja bald an.

Kann ich schnell noch meine Finalkarte bar bezahlen gehen. Dürfte knapp über den 5000 liegen…

 

‚Herr Ober – das ist ihre Grenze!‘

Zeigt auf den Tisch mit der akkuraten weißen Decke und markiert dabei das Trinkgeld.

‚Schließlich sind wir hier nicht bei wünsch dir was…‘

Also der wird die 5000 eh nie erreichen. Obwohl…Inflation sei gegrüßt…eigentlich hat er die Sorgen nicht. Also schluckt er auch die Obergrenze.

Sankt Florian ick hör dir trapsen…

 

Weisse Bescheid, ne?

 

Dolly BASTA

Lieber Tagesbuch,

wäre ja MEINE ultimative Antwort auf Forschung an embryonalen Stammzellen. Jetzt nicht Dolly. Eher das Basta. Für mich gibt es da irgendwie eine imaginäre Schmerzgrenze. Mir geht es persönlich alles zu weit. Aber ich bin ja auch nur ein kleiner (Wut?)Bundesbürger…

In England hat man gerade das okay bekommen. Natürlich nur aus Forschungsgründen. Ist quasi so, wie die Japaner mit den Walen. Die machen das ja auch nur aus Forschungsgründen. Oder der normale Iraner bis vor kurzem mit seinem angereicherten Plutonium. Auch nur wegen der lieben Forschung.

Jetzt also Stammzellen.

Damit ist in naher Zukunft der Weg frei für den Menschen 2.0. Zumindest offiziell. Soll ja keiner glauben, dass die anderen Hexenköche nicht schon lange an den Experimentiertischen stehen würden. Frankenstein lässt grüßen. Und ganz ohne Alchemie und Hokuspokus oder Strom einleiten um zum Leben zu erwecken. Nein. Ganz real und wahrscheinlich, wenn es denn dann lang genug erforscht ist, total simpel. Bekommt man dann seinen Bausatz bei Netto, Lidl oder Aldi.

Wie wär es? Lieber 3 oder gar 4 Beine? Welche Anzahl an Armen oder Fingern wären denn genehm? Augen- und Haarfarbe gehen dabei dann total unter, wenn man schlussendlich sogar die politische Gesinnung vorbestimmen kann.

‚Na, in DER Kombination wird der sicher mal Diktator in einem karibischen Inselstaat. Mit allen Konsequenzen. Wird dann wohl nicht alt. Wollen sie beide nicht lieber die Beamtenvariante? Lehrer oder Sachbearbeiter? Hätte ganz goldene Zukunft…‘

Das Pärchen schaut sich intensiv an.

‚Ne, lassen sie mal, das mit dem Inselstaat kommt uns gelegen, wir wollten sowieso nach der Geburt auswandern und unsere Unterstützungszahlungen in der Karibik kassieren. Das passt ganz gut!‘

 

Stellt sich die philosophische Frage, ob die Abtreibung von Cäsar, Hannibal, Attila, Idi Amin, Hitler oder Stalin etwas geändert hätte? Wären andere in die Bresche gesprungen? Wäre die Welt besser ohne die negativen Erfahrungen? Fragen über Fragen.

Kann man schlecht beantworten, bleibt alles weiterhin Spekulation.

Aber die bestimmbaren Faktoren beim zukünftigen Nachwuchs, die werden Ruck-Zuck auch Teil unserer gelebten Realität. Mag sich die Gesellschaft noch so sehr sträuben: wenn die ersten Staaten damit beginnen, dann wird zum Schluss jeder aufspringen um den Zug nicht zu verpassen. Ich denke, wir alle werden es noch erleben.

Kiemen, Flossen, Flügel – was uns alles genau bevorsteht, man weiß es nicht.

Spätestens wenn der eigene Nachwuchs dann durch das Zimmer fliegt oder stundenlang unter Wasser in der Badewanne herumplantscht. Spätestens dann werden wir realisieren, dass wir WIRKLICH zum alten Eisen gehören.

Wird man also zukünftig durch einzelne, fliegende Polizeibeamte in der Luft überwacht – ohne das man es bemerkt. Allgemeine Verkehrskontrolle. Bitte den Führerschein, die Fahrzeugpapiere und den Klon-Nachweis.

Wie, sie sind gar nicht geklont? So ein richtiger Mensch? Wo gibt es denn sowas noch? Fahren sie mal dort drüben in die Lücke, wir werden ihr Fahrzeug mal genauer untersuchen…

Auch Spione können zukünftig dann über zig Kilometer durch ihre optimierten Ohren auch noch den kleinsten Seufzer wahrnehmen. Und Transportprobleme werden von den menschlichen Hulks erledigt – mit Beinen wie Baumstämme und einer extra-breiten Ladefläche auf dem Rücken. Von wegen Feinstaub und Diesel. Das Gen macht‘s!

Die Frau mit den 500 Fingern tippt in aller Seelenruhe in der Schreibstube des Amtes vor sich hin – und der wirkliche Normalbürger, der wird Hartz beziehen. 8 oder 9 oder so. 4 reicht ja dann schon lange nicht mehr.

Für das menschliche Genom haben wir noch Jahrzehnte gebraucht. Beim Klonen werden wir die Schallmauer noch in diesem Jahrhundert durchbrechen. Versprochen. Wer sollte auch einen Riegel vorschieben? Zu verlockend ist es, am gewöhnlichen Menschen herumzuexperimentieren. Hat der Mensch ja schon immer gemacht. Nannte sich dann Zucht oder Ordnung. Oder beides.

So Leute, ich muss los. Arzttermin. Mein rechter Flügel schmerzt seit gestern wieder. Und meine Frau muss wegen ihrer sechsten Brust nochmal unter das Messer. Je oller, je Dolly.

Nicht, dass es mich stören würde. Aber nachdem das eigene Pferd nun auch Milch und Wolle abwirft…warum keinen Paprika-Hahn? Oder ein Dönertier? So mit Zwiebel auf dem Kopf?

Und wozu noch Kostüme zu Karneval, wenn man sich kurz die Gene spritzen kann – um dann als Batman oder Meerjungfrau im Getümmel gar nicht mehr groß aufzufallen…

Wolle mer se neilosse?

WEISSE BESCHEID, ne?