Ran an die Eier!

Lieber Tagesbuch,

damit meine ich grundsätzlich natürlich AUCH das Liebesspiel zwischen Blume und Biene, so wie es jeder von uns kennt. Da werden dann sanft die Knospen bearbeitet und manchmal auch die Wurzel allen Übels beim Schopfe gepackt…soweit für uns Erwachsene recht eindeutig. Wenn dann im Nachgang noch ein harter Tritt in die Weichteile erfolgt und man dies alles rechtzeitig (so ca. 1 bis ½ Wochen vor den Feiertagen) erledigt – dann hat man sie: die zu Ostern allseits beliebten, bunten Eier!

Grün und rot und blau…

Fällt mir glatt einer ein:

Kommt ein Mann zum Ohrenarzt. Er nestelt an seinem Hosenschlitz herum, der Arzt ist irritiert und sagt sofort:‘ Ähm, ich bin ein Ohrenarzt. So wie es aussieht…‘

‚Moment, lassen Sie mich bitte kurz erklären.‘ Sagt der Patient während er seine Hose öffnet und an seiner Unterhose herumwerkelt.

‚Nein, nein, ich bin OHRENARZT, sie müssen sicherlich zu einem Urologen oder Internisten oder…‘

In der Zwischenzeit hat der Patient sein ‚Gemächt‘ entblößt und dieses erstrahlt in allen Regenbogenfarben, durchsetzt mit eitrigen und wunden Stellen.

‚Oh mein Gott. Damit müssen sie dringend zu einem Fachmann, das sieht schrecklich aus…‘

‚Lassen Sie mich doch bitt erst einmal erklären. Also. Wir haben einen Kegelklub. Und immer, wenn jemand in die Rinne wirft, dann kommen die beiden ältesten Kegelbrüder mit den dicksten Kugeln zu einem, stellen sich rechts und links vom Werfer auf, der muss sein Genital herausholen und zwischen den Kugeln platzieren – und dann zählen die beiden rückwärts…drei…zwei…eins…‘

Der Doktor starrt den Patienten entsetzt und fassungslos an, kriegt aber kein Wort mehr heraus.

‚Sehen Sie – und genau DAS höre ich nicht!‘

So viel also zu bunt gefärbten Eiern zu Ostern.

Wie kommt es eigentlich dazu, dass erwachsene Menschen zu einem besonderen Feiertag im Jahr in ihrem Garten oder sonst irgendwo in der Umgebung Lebensmittel, die sie zuvor mühsam mit Lebensmittelfarbe bearbeitet haben, verstecken – um diese dann später von anderen ausgraben zu lassen? Oder Monate später beim eigenhändigen Mähen des Rasens den fauligen Geruch bemerken und dann die jeweiligen Überreste mit kleinen Kotzanfällen beseitigen zu müssen? Welche Religion schafft so etwas? Und warum? Warum keine Sardinen oder die zugehörigen Dosen? Oder Käse? Oder warum versteckt man nicht direkt Blumenerde? Gut, schwer zu finden, ich verstehe es…

Der Name selber leitet sich ja aus dem lateinischen ab, also aus der alten Sprache Roms, dem Weltimperium, das sich vor den Neros und Cäsaren der Welt nicht verstecken konnte – und allen anderen einfach die eigene Ideologie  mit militärischen Mitteln aufgezwungen hat. Wer Parallelen entdeckt soll die zunächst für sich behalten. Hier geht es um Latein. Oder den, der mit seinem eben am Ende ist. Dem Lateinischen, in dem es ursprünglich ja Pascha heißt. Und wer den in der zivilisierten und emanzipierten westlichen Welt eben zu oft raushängen lässt, der bekommt auch mal einen zwischen die Hörner oder direkt einen Tritt gezielt unterhalb des Beckenbodens – und hat damit zwangsläufig geschwollene und farbige Eier. Kommt es also daher? Es wäre sinnig. Und hätte sogar nach den vergangenen tausenden von Jahren noch einen Bezug zur Realität. Den hat manch einer heutzutage ja schon verloren. Verlorene Eier. Wieder was anderes. Von den dicken oder verlorenen also kommt es eher nicht her. Auch wenn Eier ein zentraler Bestandteil des Festes sind, diese aber schon vor zigtausend Jahren bemalt wurden – galten Eier eben schlechthin schon immer für Fruchtbarkeit und wurden in eben den dazugehörigen Fruchtbarkeitsriten zu allen möglichen Dingen benutzt. Heutzutage bekundet man ja auch immer noch sein missfallen, in dem man wildfremde Menschen einfach mit faulen Eiern bewirft. Auf das die Frucht dieses Geistes für alle sichtbar stinke? Könnte für mich glatt ebenfalls ein tägliches Ritual werden…

Kein Wunder, wenn man dann, glaubt man an Auferstehung und ewiges Leben, auch an ein solches Fruchtbarkeitssymbol glaubt. Warum man dieses dann aber eifrig versteckt und von Mitmenschen suchen lässt, ist vordergründig nicht ganz so einfach zu klären. Und wenn die Eier, wie gerade  schon beiläufig bemerkt, schon vor tausenden von Jahren bemalt wurden, selbst in China oder Afrika – ohne einen Bezug zur christlichen Religion…wird einem ganz anders, wenn man ein solches prähistorisches Ei dann mal entdeckt. Von der Wertigkeit einem Faberge-Ei nahe kommend – vom Geruch dann eher nicht.

Unabhängig von eben diesen bemalten Eiern verstecken viele ja noch andere Dinge im Leben vor den Mitmenschen. Manch einer seine Neigungen, oder den Besitz – weil man Angst vor dem Verlust hat. Verlustängste sind ja eine der größten Triebkräfte im Leben. Auch wenn das letzte Hemd ja bekanntlich keine Taschen hat. Dennoch hat man halt enorme Angst davor. Beim vergraben der Eier hingegen legt man es ja sogar darauf an, dass diese gefunden werden. Also wäre es gleich besser, man würde es wie beim Geocaching machen und sich die Koordinaten gleich mit aufschreiben. Das wiederum kann dann wirklich in Arbeit ausarten – aber man hat im Hochsommer die unliebsamen Überraschungen nicht. Oder nur wenige. Soll ja auch mal Zahlendreher geben. Oder andere Missverständnisse.

Manch einer lässt sich sogar die Färberei komplett abnehmen und kauft schon fertig gefärbte Eier. Geht einem natürlich der tolle Essiggeruch und das färben an sich flöten. Als Kind, wie sollte es auch anders sein, habe ich das geliebt. Sogar Eier ausgeblasen für den Osterstrauch habe ich regelmäßig. Jetzt nicht die des ortsansässigen Pfarrers für dessen Strauch – nein, weit gefehlt, auch wenn ich mir ob der Sorgsamkeit des Priesters mit seinen anvertrauten Messdienern nie ganz sicher war. Anderes Thema. Ich sage nur Thebartz van Elst. Golden Eier. Oder Goldener Ochse. Komme ich noch mal zu.

Also man feiert die Auferstehung des Herrn und hatte dafür früher einmal sogar eine ganze Osterwoche frei. Hat man dann wegrationalisiert, in Zeiten der Industrialisierung, bis auf den Freitag und den Montag. Blöd, wenn man am Samstag oder Sonntag zu Ostern dann arbeiten muss. Ist sowieso schon nicht mehr zeitgemäß. Aber an solchen Tagen ärgert man sich dann sogar mehrfach.

Hatte man also vorher eine Woche Zeit zu färben, zu verstecken und zu suchen – muss das alles in der heutigen, schnelllebigen Zeit, an einem Tag passieren. Im Schnelldurchgang eben. In der aggressivsten Form habe ich dies einmal bei den Nachbarn erlebt. Die Eltern verstecken um kurz nach 9 Uhr am frühen Ostersonntag die Eier, die Kinder suchen um 20 nach Neun danach – mit dezenten Hinweisen von den genervten Erziehungsberechtigten (‚guck doch mal hinter dem Strauch‘, ‚schau doch mal in die Regenwassertonne‘, ‚sieh mal im Kühlschrank nach‘), weil die grenzdebilen Spielkonsolensüchtigen eher mit einer neuen APP versuchen, auf ihrem Handy den Kumpels aus dem Kindergarten klarzumachen, warum sie gerade bei der netten Netzwerkballerei wegen der blöden Eltern nicht teilnehmen können. Da wird dann oft aus Nachbarschaftsgründen und den mit den Streitigkeiten untereinander verbundenen Polizeieinsätzen ganz drauf verzichtet und die bunten Eier landen sofort auf dem Wohnzimmertisch. Ohne lästiges verstecken oder gar suchen. Und dann aber Heidewitzka – 3 Wochen Cholesteringepumpe auf Kasse. Man kann die Teile dann irgendwann auch nicht mehr sehen. Selbst das Frühstücksei wird dann schief angesehen.

Darum halten es einige wie mit ihrer nicht ausgelebten Religion: sie machen gar nicht erst mit. Freuen sich zwar auch auf die wenigen freien Tage, in denen sie entspannen können – solange bis draußen bei den anderen die Eier gesucht werden.

Stellen wir uns mal vor, wenn tatsächlich noch jedermann bei dem Mittelalterlichen Spektakel mitmachen würde. Man könnte in aller Seelenruhe ganze Stadtviertel plündern. Wie bei einer EM oder WM im Halbfinale – wenn die Deutschen dabei sind. Da taumelt auch alles in absoluter Glückseligkeit – während zur gleichen Zeit im Parallelament die wirklich wichtigen Gesetze verabschiedet werden.

Zum Beispiel, dass die Lebensmittelfarbe zum Färben der Ostereier nur noch aus biologisch abbaubaren und möglichst auch vom Menschen verzehrbaren Inhaltsstoffen bestehen darf. Als wenn jemand die Schale mit isst. Aber stimmt schon, ich hatte auch in der Kindheit oft Eier, deren Farbe nach dem pellen auch das ansonsten schneeweiße Ei im Inneren mitgefärbt hatten. Ich hab es trotzdem gegessen. Wer weiß was drin war? Und eigentlich bin ich auch froh drum. Ich habe ebenfalls Erde im Sandkasten gegessen, bin mit einer Schnoddernase rumgelaufen, bin auf Bäume geklettert und habe auch die Blätter von den Bäumen in meinen Mund gesteckt. Ich war halt auch die meiste Zeit draußen. Und das eben nicht nur am Ostersonntag zum Auffinden von versteckten, gefärbten Lebensmitteln von Zuchtvögeln. Wenn ich im heimischen Wohnzimmer vor der Kiste saß, dann war das eher für Cpt. Future, Biene Maja oder Kimba den Weißen Löwen. Da erstehen Gedanken in mir auf…herrlich. Hat Ostern eben doch was Gutes. Wer braucht schon Eier?…außer ein Herr Kahn?

WEISSE BESCHEID, ne?

 

 

 

 

 

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Ei heff ä drihm

Lieber Tagesbuch, 

und in diesem Traum – der mir vor kurzem beim Ausfüllen der letzten Fragen zum Liebster Award in den Sinn kam, da gibt es den Menschen nur noch als absolut freie Kreatur. Übrigens gibt es heute nix zu lachen. Kommt auch mal vor. Bei diesen Themen derzeit – und wenn Politiker vorgefertigte Texte ablesen, so ganz ohne jedes Gefühl, ohne jede menschliche Regung – dann platzt auch mir hin und wieder mal der Kragen. Und dann wird es eben eher nicht lustig.

Wir haben in diesem (meinem niedlichen kleinen) Traum mittlerweile für alles und jeden nur erdenklichen Fall Roboter, die sämtliche auf dem Planeten anfallenden Arbeiten übernehmen und auch Tag und Nacht ausführen. Da wird gesät und geerntet, da wird gemolken und gekäst, da wird hin und her gekarrt, Brunnen gebohrt und Lebensmittel verteilt. Nur eben nicht gebombt, versklavt, Krieg geführt, ausgebeutet oder in irgendeiner anderen Weise unterdrückt.

Es gibt kein Geld mehr, da man persönlich ja auch keinen Job mehr hat und auch keinen mehr braucht. Jeder lebt einfach. Und macht, was er machen möchte. Wenn er Hunger hat, dann geht er in eines der vielen Restaurants mit den Robotern und lässt sich auftischen. Oder lässt sich zu Hause etwas nettes von seinem Roboter zubereiten. Oder von seinem Roboter-Paar. Wer weiß?

Wenn man Durst hat, dann kann man diesen an öffentlichen ‚Tankstellen‘ jederzeit stillen. Jeder mit dem, was er gerade trinken möchte. Überall auf der Welt. Herrlich. kein Durst und keinen Hunger mehr. Muss man eher aufpassen, dass nicht alle übergewichtig werden.

Und es ist – weil ja auch keiner mehr mehr haben kann als andere, weil alle alles haben sozusagen, Frieden. Keiner schlägt sich mehr die Köppe ein für ein wüstes Stück Land. Für Rohstoffe. Wasser. Essen. Wie bereits oben grob skizziert.

Ist das nicht herrlich? Alles ist gelöst.

Operiert wird man natürlich auch von den Robotern. Muss man dann halt drauf vertrauen. Und hoffen, dass kein Virus im System sein Unwesen treibt. Man muss wirklich darauf vertrauen, dass der Mensch im Grunde seines Wesens gut ist – und keinen Unsinn macht. Und wer Lust hat, der kann eben Fora und Flauna pflegen. Oder Flora und Fauna. Jeder wie er mag eben.

Es wäre das Paradies. Nahezu, denke ich mal. zumindest in meiner Utopie. Derzeit leben wir ja eher in einer Dystopie.

Und dazu noch alles nur mit Solarkraft, Windenergie, Wasserkraft oder Geothermie betrieben.

Natürlich müsste man sich selber und alle anderen ein wenig einschränken.

Viele Dinge, die wir heute als selbstverständlich betrachten, die gäbe es nicht mehr. Aber wofür auch. Bräuchte man ja auch nicht mehr.
Ich persönlich fände es herrlich. Wahrscheinlich mit mir circa 99 Prozent der Weltbevölkerung. Aber diese 99 Prozent besitzen eben nahezu nichts.

Dafür aber die immer mal wieder erwähnten 1 Prozent. Die haben nahezu alles. Und auch am meisten zu verlieren. Mit welcher Berechtigung überhaupt? Klar, war schon immer so, könnte ja jeder kommen und haben wir schon immer so gemacht. Oder haben wir eben noch nie so gemacht. Alles bekannte Argumente. Ziehen nur nicht. Denn wir sind, denke ich mal, längst über diese ‚jemand-muss-über-andere-herrschen‘-Szenarien hinweg.

Darum, so meine These, lässt es sich, für die Besitzenden, am Besten in einer Atmosphäre der ständigen Angst und des allgegenwärtigen Krieges leben. Also dem heutigen Status Quo.

In früheren Epochen sind die Menschen für ihre Begehrlichkeiten einfach auf die Straße gegangen und haben ‚Revolution‘ durchgeführt. Und auf Dauer wurde es mit jeder Revolution immer ein wenig besser. Wird Zeit, dass wir mal wieder eine Revolte durchführen. Besser geht schließlich immer, oder?

Ach ne, heute kommt ja der Film xy. Lass uns das morgen machen! Da hab ich dann auch mehr Zeit für sowas…hört sich so schrecklich aufwendig an…

WEISSE BESCHEID, ne?

 

 

Die gestohlen(st)e Stunde

Lieber Tagesbuch,

steht wieder einmal an, an diesem österlichen Wochenende. Jetzt nicht die Stunde, die durch allzu heftigen Alkoholgenuss und dem damit einhergehenden Dimensionsübertritt zwangsläufig zumindest dem Bewusstsein verloren geht. Nennt sich für gewöhnlich auch Filmriss. Wenn man also nach dem letzten Bier nicht mehr ganz so genau weiß, wie man ins heimische Bett gekommen ist. Und warum der Nachbarshund auf dem eigenen Klo eingesperrt und die Einfahrt mit erbrochenen Pizzaresten übersäht ist. Ganz zu schweigen von der fehlenden Hose und den darin enthaltenen 500 Euro, die eigentlich für die Anzahlung des Sommerurlaubs gedacht waren.

Diese Stunde möchte der Dimensionsspringer im Nachgang oft und gern vergessen, schließlich zeugt sie indirekt vom Unvermögen mit Unmengen von vergorenen Flüssigkeiten umgehen zu können. Und dabei die Contenance nicht zu verlieren. Möchte man dann eigentlich auch nicht mehr genauer drüber reden. Schwamm drüber sozusagen. In der Einfahrt sogar bildhaft.

Nein, hier geht es wirklich um die Stunde, die man uns seit Beginn der 80er Jahre – ja, die tollen 80er, sie hatten auch ihre Schattenseiten – immer wieder zu Sommerzeitbeginn, ohne erneute Rücksprache wohlgemerkt, klaut. Oder um es im Superlativ zu sagen: die tollste Stunde. Oder eben die gestohlenste Stunde. Weil sie einem im Frühjahr fehlt und dann auf wundersame Weise im Herbst wieder erscheint. Sozusagen gebeamt. Die Zeit selber. Durch die Zeit. Dies, in seiner Ausprägung, ein durchaus hochphilosophischer Ansatz heute – da ja auch die Zeit selber nur ein Konstrukt des Menschen ist. Für die Natur selber gibt es eben nur das ‚jetzt‘. Ist auch besser. Sonst würde die Natur noch Anfangen zu planen. Und womöglich auch noch 5-Jahres-Pläne aufstellen.

‚In 5 Jahren seit ihr feddich mit dem Atomausstieg!‘

Dann hätten wir ja mal was zu tun. Und die Betreiber einen besonderen Druck mit dem Rückbau der Anlagen. Der ja nicht durchfinanziert ist. Zu wenig Rücklagen gebildet. Haben die ja derzeit eher nicht, den Druck. Und eben deswegen auch keine Kohle. Erst wird sich schön über Jahre der eigene Wanst vollgeschlagen, mit den Gewinnen aus der absolut unschlagbaren Energie-Alternative (zu DUMPING-Preisen hergestellt, wohlgemerkt!). Und dann finanziert der deutsche Michel auch noch den Rückbau! Weil alternativlos. Das hätten die Herren Betreiber gerne. Die bilden ja schon seit Monaten sozusagen ‚Bad Energiefirmen‘, in denen die Risikoposten lagern. Und die Teile des Geschäfts, die prächtig Gewinne abwerfen, die werden in eigene Gesellschaften gepackt. Ein Schelm wer Böses dabei denkt! Nein, das ist eben Change Management auf feinste Art. Ich könnte denen auch mal was changen. Am besten den Kopf vom Rumpf. Endgültig. Sozusagen ‚Bad Rumpf‘.

Der Sommerzeitklau wurde also in meiner Kindheit vordergründig eingeführt, um angeblich die Abendstunden besser zu nutzen. Da bliebe noch zu klären, wer hier wem was einführt. Aber das ist ein anderes Thema. Wie so oft. Da es draußen also eine Stunde länger hell ist – kann man damit dann ergo auch Licht einsparen. So war der Gedanke damals. Klar, die Grünen waren als Protestpartei gerade im Aufwind, da musste der Parlamentarier mal schnell ein Kaninchen aus dem Hut zaubern. Oder eben die Sommerzeit und den damit verbundenen Stundenklau erfinden. Schade, wenn es mit den ganzen LED-Lampen, die ja auch zwangsweise eingeführt wurden, heutzutage dann nur noch um einen Bruchteil von den damals erdachten Einsparungen geht – denn irgendwie hatten die ganz, ganz schlauen dabei vergessen, dass man ja auch eher mit dem heizen anfängt – da die frühen Morgenstunden eben noch sehr kalt sind im Frühjahr, denn die Sonne geht ja während der Sommerzeit damit dann auch später auf. Und da durch den Verordnungswahn aus Brüssel dann auch noch die Glühbirne als Heizkörper gleich mit wegfällt…

Blöd. Irgendwie. Menno.

Um diesem mittelschweren Dilemma, nahe an der italienischen Tragödie, zu entgehen, hätte man sich aber über die Einführung der Sommerzeit damals auch einmal grundsätzlich Gedanken machen müssen. Da aber Anfang der 80er die meisten Diskussionen eher um Pershing (statt Petting), Atomkraft (Nein Danke) und das konstruktive Misstrauensvotum (und danach eine längere Periode nur noch Kohl in der Politik) zu tun hatten, blieb wenig Gehirnschmalz für die – damals ach so notwendige – Einführung der Sommerzeit übrig.

Das haben wir nun davon.

Was wird also alles verhindert, weil diese Stunde einfach abgezogen wird? Vielleicht eine anstehende Trennung? Weil man nicht mehr dazu kommt, den entscheidenden Satz (‚Ich ziehe zu meiner Mutter!‘) zu sagen? Man muss quasi sein leben lang mit einer Lüge leben – wegen dieser einen Stunde!

Schrecklich!

Oder ein lange schon notwendiger Krankenhaus- oder Arzttermin, der verschoben werden muss. Bei dem beim Abgeordneten, der damals die Einführung der Sommerzeit initiiert hat, dann festgestellt wird, dass es sich NICHT um ein Ödem im Kopf sondern eher um die komplette Abstinenz des Gehirns handelt.

Schrecklich!

Oder gar der Kinobesuch, bei dem ein paar zusammenkommt, die im Nachgang dann einen Nobelpreisträger zeugen, der all unsere Probleme als Menschheit auf dem Planeten löst…der aber wegen der geklauten Stunde und dem nicht stattfindenden Date dann nicht geboren wird…

Schrecklich!

Und was könnte man nicht alles mit der neu gewonnenen Stunde realisieren? Bei ca. 40 Millionen hart arbeitenden Mitbürgern hätten wir mal eben auch 40 Millionen Stunden zur Verfügung. Also knapp 4500 Jahre. Mann, da könnte man komplette Weltreiche erschaffen oder auch wieder untergehen lassen. Gigantische Projekte, wie eine Brücke zum Mond, wären endlich machbar. Man könnte endlich BER fertig stellen! Und das alles in der kurzen Uhr-Umstellung Ende März.! Über Nacht sozusagen. Und nur in unserer Republik.

Unfassbar.

Man könnte endlich die Einsteinsche Relativität mit der Heisenbergschen Quantentheorie zur allumfassenden Theorie ‚von allet‘ vereinen! Sozusagen die absolute Lösung aller Probleme! Wobei dann Zeitumstellungen sicher sehr schnell der Vergangenheit angehören würden…und nein, ich rede NICHT von der Abschaffung der Berufspolitik. Auch wenn es sich FAST so anhört…

Was wäre nur erst möglich, wenn wir den kompletten Irrsinn der Zeitumstellung sogar auf die gesamte Weltbevölkerung ausdehnen? Gut, man würde etwas durcheinander kommen mit den Zeitzonen und der hin und her Rechnerei – wenn man genau zu diesem Zeitpunkt auf seiner Urlaubsreise wäre. Ist man jetzt eine oder 2 Stunden zurück? Was, wenn ich die Sommerzeit mit draufrechne? Und wenn ich erst mit Einbruch der Winterzeit wieder abreise – wie so mancher Wandervogel?

Fragen über Fragen.

Wer sie definitiv nicht löst, ist unser Parallelament. Schon mal davon gehört? Ja, die kleine Ansammlung von Menschen, die unsere wichtigsten Probleme so nebenher…auf die lange Bank schiebt. Bis zur nächsten Wahl sozusagen. Und so eine kleine Problematik wie die Zeitumstellung erst gar nicht diskutiert – auch wenn 70% der Bevölkerung laut aktuellen Umfragen für eine Abschaffung der leidigen Umstellung wäre. Und die anderen 30 Prozent dazu sowieso keine Meinung haben. Wie immer. Gut, die gehen dann ja auch eher nicht wählen, also dürfen sie sich auch nicht beschweren wie und wer regiert. Anderes Problem.

Ich persönlich wäre ja sogar für eine Ausweitung der Zeitumstellung. In ganz großem Stil. Oder, auch so eine Stilblüte der letzten Monate, eine sehr, sehr, sehr große Zeitumstellung. Das mit dem dreifachen ‚sehr‘ benutzen derzeit eher die schreib-, lese- und denkfaulen unter uns. Um damit extra zu betonen, wie sehr-sehr-sehr sie eine Sache jetzt gut oder schlecht finden. Ist halt so, wenn einem die Superlative ausgehen. Oder der allgemeine Sprachgebrauch bei 50 Vokabeln endet. Oder bei derselben Anzahl von Vokalen. Auch damit kann man seine Superlativierung ja betonen. Das finde ich seeeeeeehr wichtig. Soooozusagen. Kommt man natürlich bei Twitter schnell an die Zeichengrenze. Muss aber gleichzeitig beim lesen der Nachricht nicht sooooo viel nachdenken. Ist heutzutage auch eher förderlich. Sowas.

Ich hätte da, wie soeben erwähnt, halt noch einen anderen Superlativ anzubieten: nämlich diiiiiiiiiie Zeitumstellung am Sonntag abend. Um exakte 5 Tage. Womit dann gleich nach der wöchentlich wiederkehrenden Umstellung wieder Freitag abend wäre. Und damit Wochenende. Passt doch. Das Wochenende mit dem Wochenende ausklingen zu lassen. Hört sich zumindest toll an. Wäre mein Wunsch an das Universum. Derzeit. Gut, 52 Umstellungen im Jahr, könnte auch wieder Stress bedeuten. Aber ich fände es cool.

Und groß an der Uhr zu drehen bräuchte ich dann ja eigentlich auch nicht mehr. Interessiert es doch eh keinen, wann ich dann NICHT zur Arbeit komme.

Weisse Bescheid, ne?

Küche Gobi

Lieber Tagesbuch,

ist eine in Deutschland bekannte Service-Wüste auf diesem Planeten, die ich an den letzten Wochenenden live erleben bzw. erfühlen durfte. In einer normalen Wüste droht ja wegen der vermehrten Hitze das verdursten und eine damit verbundene Austrocknung des gesamten Körpers. Diese Gefahr besteht in der allseits bekannten deutschen Servicewüste eher nicht.

Wenn man nach etwas gefragt wird, dann ob man Wasser möchte. Ist ja auch billig. Bei ca. 20T€ für die nigelnagelneue Küche – da sind die paar Cent für das Mineralwasser doch eine gern angebotene Dienstleistung. Ein Klacks sozusagen.

Die Servicekraft – besser: der Mundschenk – ist auch zu weiterführenden Aussagen nicht fähig, denn auf die Frage, ob man einen Termin machen möchte oder wie lange die Wartezeit für einen Berater ist (wir haben ja verkaufsoffenen Sonntag und damit Verständnis, dass nur mit einer Notbesetzung angetreten wird!) schaut einen die Servicekraft an, ist konsterniert, ihm fehlen die Worte, er blickt durch einen hindurch und fixiert irgendetwas an der gegenüber liegenden Wand. Plötzlich und unvermittelt schaut er einem wieder leicht erstaunt mit weit aufgerissenen Augen in die eigenen – und fragt: ‘Möchten Sie etwas trinken? Ein Glas Wasser vielleicht?‘

Nur ganz leicht an der Beantwortung der eigentlichen Frage vorbei – aber gut, wir haben ja als deutscher Normalbürger immer absolutes Verständnis, zumal wenn jemand am heiligen Sonntag arbeiten muss, drehen eine kleine Runde in der modernen Küchenwelt mit ca. 1.5 Mio. gefühlten ausgestellten Küchen (alle zusammengerechnet auf mehrere Häuser verteilt), stellen fest, dass die Notbesetzung aus 8 Mundschenken, 2 Empfangsdamen und einem Berater besteht. Das ist sinnig. Der eine Teil trägt dabei kleine Schilder mit der Aufschrift ‚bitte nicht ansprechen‘, ein paar andere das Schild ‚Kollege kommt gleich‘ und der Rest das blaue Schild mit ‚Do you speak Kisuaheli?‘.

‚Wir wollen ja hier auch gar nichts verkaufen, wir stellen hier eigentlich nur Accessoires für den Küchenbereich aus…und der Rest ist hier nur zwischendurch eingelagert, was die Küchen und so weiter anbelangt.‘

Na dann.

Nachdem wir unsere vergnügte, obligatorische Runde erneut gedreht haben (auf die komme ich später noch, auf die Marathonrunden in den einzelnen Häusern) landen wir schlussendlich wieder einmal beim Empfang des Hauses.

Die Dame hinter und mit der Theke empfängt sicher gerade Signale aus den entfernteren Bereichen des sichtbaren Kosmos. Eventuelle Hintergrund- oder Mikrowellenstrahlung. Braun gebrannt ist sie ja schon. Der Empfang scheint etwas gestört, sie schaut auch ein wenig irritiert – verdrückt dabei aber das 4. Stück Kuchen, der eigentlich für die massenweise auftretenden Interessenten an diesem Sonntag der offenen Verkaufsfläche gedacht war. Der Kuchenteller leert sich zusehends, der Kopf füllt sich hingegen langsam mit den empfangenen Signalen aus dem Über-Ich – und nach einer längeren Metamorphose dreht sich der Formwandler tatsächlich zu uns um und fragt:

‚ Möchten Sie vielleicht etwas trinken?‘

Auf die Frage, ob man einen Termin machen sollte oder warten oder doch vielleicht später nochmal kommen sollte (am Sonntag von 13-18 Uhr geöffnet immerhin!) antwortet Sie zunächst nicht, sondern empfängt scheinbar wieder.

Zwischendurch empfängt ihr Magen noch ein wenig von der bereits erwähnten gebackenen Süßspeise und der Mundschenk steht schon wieder mit seinen wahnwitzigen Augen neben mir, ich erschrecke mich kurz und heftig zuckend, mich fröstelt, als er mich leicht berührt und mir in das rechte Ohr haucht:

‚Möchten Sie etwas trinken?‘

Ich überlege gerade, ob ich ihm beim nächsten Mal nicht direkt das DU anbieten soll – macht es dann ja auch irgendwie persönlicher und er kommt sich dann in seiner Rolle sicher nicht so herabgesetzt vor – da bricht plötzlich der Empfang der Empfangsdame wieder ab und sie reagiert auf die Frage von vor 10 Minuten.

‚Hmmm. Vielleicht warten Sie und trinken in der Zwischenzeit etwas?‘

Sie schaut angestrengt in Ihre Liste, die entfernt dem New Yorker Telefonbuch ähnelt, blättert, empfängt kurz, blättert, beißt noch einmal genussvoll in den Schokoladenkuchen…und versinkt wieder in Lethargie. Empfang ist schon anstrengend.

Nach einer weiteren Runde und einer vergangenen halben Stunde, mittlerweile mache ich mich schon über die Namen der gestorbenen Bäume, die zu Furnier verarbeitet wurden, lustig, sind wir wieder am Empfang – der diesmal allerdings nicht besetzt ist.

Der Mundschenk steht wieder neben mir, unentschlossen zwar, aber mit einem vollen Tablett Wassergläser in verschiedenen Variationen und sieht mich dabei sehr hoffnungsvoll an.

Hmmm. Vielleicht sollten wir doch etwas trinken? Sonst verdursten wir noch…sind ja hier in Gelsenkirchen, Gelsenwasser ist ja auch nicht mehr das, was es mal war, seit dem Verkauf an die amerikanische Investorengruppe…ich möchte gerade zugreifen, als plötzlich vom Formwandler ( der nun schon wieder 1 KG Schokoladenkuchen zugelegt hat) am Empfang endlich eine neue Antwort kommt.

‚Dann kommen Sie am besten später noch einmal vorbei…so gegen halb 7?‘

Ich bin etwas verstört. Der Laden hat doch nur bis 6 auf? Egal, wird sicherlich seinen eigenen, weiterführenden Sinn haben.

Wir unterbrechen an dieser Stelle kurz – ich empfange gerade Nachrichten von Alpha Centauri. Die haben dort gestern Abend den Willy gehabt (ähnlich unserem Oscar) und ein Achttentakeliger Grottenolm hat dort mächtig abgeräumt. 12 Willys. Mega-Kracher. Wenn es nicht so kurzfristig wäre, würde ich den Film gern in 14 Lichtjahren sehen…mal schauen was geht. Meine Kumpels signalisieren mir, dass das hier keinen Sinn macht und ich eh irgendwann abberufen werde…aber das ist eine andere Geschichte.

In meinen Augenwinkeln sehe ich gerade, wie ein LKW einer nahe gelegenen Getränkefirma mit neuen Wasserkästen auf das Firmengelände einbiegt und stupse meine Göttin an. ‚Wir müssen hier dringend weg!‘

Zurück also aus den Gedanken und der empfangenden Empfangsdame in die Realität der Küchenwelt eines Anbieters mit einem großen M am Anfang des Namens.

Hört übrigens mit e da auf. Obwohl die e nix da haben. Außer Wasser und Kuchen. Immerhin. Seit dem Mittelalter ist auf den Hinweis von Marie Antoinette wenigstens Kuchen aus dem Brot geworden…

Wir überlegen uns, kurzfristig umzudisponieren, die Sperrung der A40 getrost zu ignorieren und fahren das kurze Stück rüber über die Brücke. Auch Zur Brücke genannt…wenn du weißt was ich meine…

Dort ein völlig anderes Bild.

Mein Weltbild gerät ins Wanken. Schließlich habe ich in den letzten Wochen nur die oben erwähnten Beispiele erlebt. Gut, mit einigen Nuancen in die eine oder andere Richtung (Mal war es Kaffee statt Wasser, Mal Obst statt Kuchen – oder sogar Kaffee und Wasser aber keinen Kuchen und kein Obst, oder Obst und Wasser aber keinen Kuchen oder keinen Kaffee. Mir persönlich gefiel ja die Kombination aus Hühnerdöner und Pralinen auf Petersilien-Pesto und angeschmorten Kaisernudeln ganz gut…aber auch das war schnell erledigt als der ewig Fernseh- und allgemein Medien-geile Nelson Müller mir ein Wasser aus einem Glöööööckler-Glas anbot) – aber eigentlich immer das selbe Bild: Verkauf? Nope…

Auch die CHEFFE-Strategie hat nix genutzt:

Sagt also der ca. 22 Jahre alte Berater, er müsse wegen des Preises kurz seinen Chef dazu holen, ob der da noch was machen könnte. Schön und gut. Denkt man so, naja, vielleicht einen Tausender vom Preis runter, der wird ja wohl möglich sein.

Kommt nach zirka 15 Minuten Wartezeit – kein Wasser, kein Kuchen, kein Pesto, kein Kaffee…nix…aber ein schönes Programm zum Design von Küchen vor Augen, also gefühlten 2 Stunden – der angebliche Chef um die Ecke.

Der ist exakt 5 Stunden älter als der begleitende Berater, hat halt Glück gehabt, denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!

Und haut sofort mächtig auf die Kacke!

‚Jau, ich will die anderen Häuser heute noch übertreffen, wir melden ja jeden Tag die Umsätze an die Zentrale, mir fehlen noch 25 Tausend zur nächsten Trillion. Darum hab ich jetzt und hier ein Hammer-Angebot für Sie, hab mir ja die Küche gerade angesehen‘

Stopp. Wo? Steht die schon hier? Geil, nehm ich gleich mit, packen Sie mir die ein? Und noch ein Viddel Pfund vom Schwademagen und von der fetten groben auch noch 100 Gramm? Wann will der sich die angeschaut haben? Oder sind die Daten irgendwo zentral gelagert? NSA? Egal, lauschen wir weiter den Worten des Allmächtigen aus dem Haus mit dem höchsten christlichen Feiertag im Namen. Cheffe persönlich. Von allem. Zumindest nach seinem Auftreten.

‚…und würde ich sagen, wir gehen auf die Hälfte runter wenn Sie jetzt und sofort unterschreiben!‘

Ja sicher. Ja ne, is klar. 50 % bei Sofortkauf. Mega. Hyper. Super. Geil.

Bei mir klingeln alle Alarmglocken. Die beiden sollen doch nicht nur von Wasser und Brot leben, zumindest Kuchen sollte doch hin und wieder auch noch möglich sein…also wo wollen die noch was dran verdienen? Also is der Gewinn wie immer schon mit eingerechnet. Also ist wohl auch die ganze Berechnung für den Popo.

Verarsche hoch drei.

‚Nene, heute schon mal sowieso gar nicht. Da schlafen wir noch eine Nacht drüber.‘

‚Kein Problem, ich kann Ihnen ein Rücktrittsrecht bis Montag einräumen.‘

Hömma, Cheffe, schon mal was von 14 Tagen Rücktrittsrecht nach BGB gehört?

Hat er nicht. Ist ja auch von Alpha Centauri. Und sendet der Dame vom Anfang wohl ständig Nachrichten. So rein Mental. Und in Wirklichkeit ist der 580 Jahre alt – sieht eben nur jünger aus, weil sich deren Planet so langsam dreht…bei mir dreht sich auch so langsam alles – wir machen eine kurze Drehung und auf dem Absatz kehrt.

‚Wir melden uns!‘

Intermezzo: Traum wäre natürlich eine Küche in Blau-Weiss. Mit Torolyse. So automatische Verwandlung von Eckbällen, Elfmetern, Freistößen mit über 1200 km/h so dass der Torhüter gleich mit durchs Netz fliegt. Und einer automatische Abschaltfunktion bei drohender Niederlage, Stop and Go (Auswechslung, Trainerwechsel), Timerfunktion auch dabei (verspätete Kündigung) – variables Induktionsfeld (Direkteinspritzung von notwendigen Dopingmitteln kurz vor dem Spiel). Hat was. Wer will schon Schwatt-Gelb? Eher auf oder im Urinal…versteht sich!

Also wir melden uns.

Bei einem anderen Anbieter. Natürlich.

Der ist ganz korrekt, hat nur den kleinen Nachteil, nicht mehr ganz so motiviert zu sein, ist nur noch wenige Tage vor der Rente und Computer kennt er erst so seit 2 Jahren.

2-Finger-Adler-Such-System geht also mit uns den Aufbau der Küche durch. Dazu noch 25 Aktenordner.

Maße, Farben, Formen, Funktionen.

Die frisch gefällte gekorkte Eiche Virginia. Oder doch lieber Pesto Birke Casablanca. Oder vielleicht ein wenig mehr ins Alabama? Wie wär es denn mit Chicago? Birke, Eiche, Buche, Fichte – ne, Nelke ham wir nicht, aber wie wär es mit Kirsch? Alles heute Morgen aus dem eigenen Baumbestand in der Baumschule frisch gefällt und sofort verarbeitet. Da kann man dem Baum noch beim wachsen zusehen, wenn er denn dann furniert oder in Vollholz in der Küche als Unterlage für die fertig panierten Schnitzelchen sein weiteres Dasein fristet!

Mir wird wieder schwummerig, überlege gerade ob ich im Reisebüro bin und gleich buchen muss…und dann irgendwie die Schlussrechnung. Ohne zipp und zapp direkt mal 40 Prozent runter. Geht doch…oder wieder derselbe Trick? Na klar. Irgendwie landen wir dann bei dem Preis, den wir uns auch vorgestellt haben.

Also auf zum nächsten Haus. An der Brücke. Wie schon erwähnt. Kaffee, Wasser, Pesto-Blumenkohl aus dem Dampfgarer und dazu noch Pfannkuchen mit der Kitchen-Aid zubereitet – alles frisch aus der Musterküche. Prima. Natürlich (Holzauge sei wachsam!) mit dem Hintergedanken, diese Geräte auch noch direkt mitzunehmen…egal.

Gestärkt und gesättigt ans Werk.

Wobei, so kann man auch den Sonntag verbringen. So als Alternative zum Waldlauf. Sich schön eine Traumküche aufbauen lassen, dabei Canapees und Brote und Kuchen und was weiß ich noch alles verköstigen. Und dann später belustigt nach Hause. Kann man dann so lange machen, so lange man immer einen anderen Berater erwischt. Holla die Waldfee!

Nebenher bemerkt man Küchenabzüge die völlig sinn frei sind, weil sie aus der Position, in der sie verankert sind, überhaupt keine Luft ziehen können. Außer mit einer Turboprop aus Russland. Unter Volllast versteht sich. Ist dann auch nicht zu laut in der Küche…und die Kerosindämpfe werden ja sofort abgezogen. Gut, das Essen, das man zubereitet gleich mit – aber dafür gibt es ja Deckel…

Sieht aber gut aus. So nach dem Motto: Date, alles essbare vorher bestellt, geliefert und auf der Warmhalteplatte, dann schöne Show mit der Herzeige-Küche und alles unbemerkt in die Töpfe schmeißen.

Herrlich! ‚Du kannst soooooo toll kochen. Und hast eine sooooo tolle Bude!‘

Bettkarte gestempelt würde ich sagen!

Muss halt nur gut aussehen das ganze. Sagt ja auch so mancher Mann. Andere Geschichte…

Das reicht uns nicht. Wir verhandeln knallhart und bei mindestens 6 Häusern (Minimum!!!), holen uns sämtliche Angebote aus dem Bundesgebiet (auch aus Eckernförde!) ein und sichten dann erst mal grob.

Nach ungefähr 2 ½ Jahren dann der Zuschlag! 80% unter Preis – am unteren Limit. Wir haben Luft für alles andere was noch ansteht und haben unsere Traumküche. Gut gepokert würde ich sagen.

Ans Ende die Eindrücke der Menschen. Jogginganzüge die am Sonntag frei die Pocke durch die Gegend tragen. Miniröcke auf xxxxl-beinen. Gepimpt bis zum geht nicht mehr oder unter aller Sau. Dass andere Menschen am Sonntag so auf die Straße gehen verwundert mich nicht mehr – wie die aber aus dem Haus gefunden haben und dann auch noch den Weg zum Küchenhaus. RESPEKT!

Wartende Männer in der Teppichabteilung ganz in der Nähe des Flokati (der auch niemals aus der Mode kommt, oder?) – das Frauenklo ist in der Nähe. Genervt und ermüdet sehen sie aus. Immer nur Wasser ist auf Dauer halt nichts für die Zucht-Haltung des europäischen Hausmannes.

Fragt sich nur unsereiner die ganze Zeit…Wangen? Gab es die nicht nur beim Menschen?

Auf jeden Fall kriegt man so den Sonntag wenn schon nicht stressfrei, dann doch satt und mit genug Flüssigkeit herum…

WEISSE BESCHEID, ne?

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Name der Hose

Lieber Tagesbuch,

war in meinen Jugendjahren – ja ich gebe es zu, ich bin ein alter Sack – oftmals ja wichtiger als alles andere auf der Welt.

Da wurde halt sehr darauf geachtet, dass man entweder eine Jinglers, mit so kleinen Glöckchen dran, trug – oder eben eine Levis. Manchmal gab es allerdings auch noch die Möglichkeit, auf eine Vanilla-Jeans auszuweichen. Was mich natürlich regelmäßig darauf brachte, eine ‚NoName‘-Jeans zu tragen. Und den damit verbundenen Hohn und Spott locker und leicht zu ertragen. War alles damals schon nicht ganz so einfach. Ich habe allerdings die ‚Einkleide-Tage‘ bei Boecker gehasst. Meine Muter schleppte die Achtköpfige Familie in den Laden, in dem meine älteste Schwester arbeitete – und ich selber war eigentlich den gesamten Nachmittag nur auf der hauseigenen Holzrutsche zu finden. Wichtig war dabei nur: wann macht der Laden zu? Denn dies begrenzte die Häufigkeit der auf dem Hosenboden verbrachten Minuten auf der hölzernen Attraktion.

Man wurde dann eben nur aus seinen Weltrekordversuchen im Dauerrutschen herausgerissen, wenn man zum ankleiden gerufen wurde.  Und musste dann stramm stehen. Für eine gefühlte Ewigkeit wurden Klamotten anprobiert…manch einer hätte in der Folge hieraus sicher eine ausgeprägte Einkaufs-Phobie entwickelt. Ein Wunder, dass ich das Klamotten einkaufen auch heutzutage noch ganz gut aushalte. Aber heute wie damals: es müssen dann die Sneakers von Nike oder AllStar sein. Selbst bei den Siebenjährigen an der Kasse. Auch wenn die selber noch nix verstehen. Wenn sie vom Kinderclan in der Schule wegen billiger Kleidung gemobbt werden, das WIRD dann wohl verstanden. Geistig arm halt, warum sollte der Mensch sich auch weiterentwickeln? Zumindest nicht zu meinen Lebzeiten…nehme ich mal an.

TAXI!

Geht man leichten Schrittes nichts ahnend gerade mit seiner Göttin und dem Hund aller Hunde im Park spazieren, als eine ältere Dame wild gestikulierend um die Ecke schnaubt. Taxi! Erneut der schrille Ruf nach dem Fortbewegungsmittel. Dem ultimativen, in unserer Zeit. Trotz Uber. Neben den E-Autos und der tollen Bahn.

Man ist für den Bruchteil einer Sekunde irritiert, hat das Verlangen, hinter sich zu schauen und ungläubig einem im Park fahrenden gelben Auto hinterher zu starren – es soll ja alles Mögliche geben, warum dann kein Taxi im grünen Stadtpark um die Ecke? Ein Rollator täte es an dieser Stelle zwar auch, aber warum nicht vollends dekadent?

Man will also gerade den Kopf drehen, da wird einem bewusst, dass die alte Dame ihrem Hund hinterher ruft.  Taxi! Der Golden Retriever kommt wild wedelnd aus dem Gebüsch…und die Welt ist danach scheinbar wieder in Ordnung.

Da könnte man sich doch glatt fragen, wie kommt der Hund denn wohl zu DIESEM Namen?

Gut, ein Bullterrier namens Gisela, der allen seine Kiste hinhält und sich wild bespringen lässt – daran hatte ich mich nach einiger Zeit gewöhnt. Oder den langjährigen Kumpel, der seinen Hund immer ‚Herr Schröder‘ rief. Selbst nach Hartz 4 alles noch ganz nett. Taxi. Datt geht. Irritiert zumindest vollständig alle Umstehenden. Ziel erreicht, sollte man dann wohl denken.

Den eigenen deutschen Schäferhund sollte man aus diesem Grunde ja auch am besten gleich ‚Fass‘ nennen. Kommt dann gut, wenn man so durch den Stadtpark schlendert und nach dem großen Hund ruft. Ebenso wie ‚der tut nix‘ oder ‚der will nur spielen‘ sind die gewählten Hundenamen für mich in der letzten Zeit immer ein Hinweis auf den Besitzer. Groß in Mode sind derzeit ja auch Prinzessin Lea oder Darth Vader.

Ich für meinen Teil wäre für die maximale Provokation – über ziemlich eindeutige Benennung. Vor dem Altenheim mit seinem Schäferhund ‚Lecken‘ oder ‚Poppen‘ herumzulaufen, das wird sicherlich für Amüsement sorgen.

‚Kommst du jetzt hierher, lecken!‘ Hat was. Oder einfach nur wild gestikulierend ‚Poppen‘ seinem Hund hinterher zu schreien. Ist auch vor der Wiese beim öffentlichen Kinderspielplatz gern gesehen. Besonders von den gaaanz jungen Müttern!

Mich verwundert bei der Benennung eigentlich gar nichts mehr, schließlich sind mir letztens auch die neu zugelassenen Vornamen von Kindern wieder mal vor die Augen gekommen. Zugelassen eben für MENSCHEN wohlgemerkt. Alles was nun hier folgt ist wirklich echt…sowas könnte selbst ich wohl auch kaum erfinden. Obwohl…Irre genug bin ich ja schon. So was wie Bianca. Oder Thorben. Oder der gute alte ZWEN!

Dabei sind dann Kaysen oder Svava sogar noch durchaus als kreativ anzuerkennen – wenn man sich nicht gerade beim Einkauf im IKEA um die Ecke hat inspirieren lassen. Cinderella-Melodie ist bei der Namensgebung eben neuerdings genauso erlaubt, wie der ja auch in Russland immer mal wieder beliebte Despot.Trotz Lenin oder Stalin und den damit verbundenen Erinnerungen. Oder wegen? Wer weiß?

Warum dann nicht gleich den Bruder im Geiste Hitler als Vorname? Adolf ist ja dagegen schon fast spröde! Und wirkt auch so altbacken. Wie gut, dass Borussia, Crazy Horse und Gastritis nicht erlaubt wurden. Aber wenn man es recht bedenkt, warum nicht gleich alle Krankheiten einfach auch als Vornamen zulassen? Kommt einem Heranwachsenden ja schon sehr nah, so eine ausgewachsene Enzephalitis. Und den Namen in dieser Form für seinen Nachwuchs gefunden zu haben, dies deutet ja nun einmal ohne große Diskussion auf eine schwere Erkrankung des Hirns hin…

Wozu eifriger Fleischkonsum außer einer Hirnhautentzündung, die von mit dem Wahnsinn befallenen Rindern ausgelöst wird, noch so alles führen kann, deutet sich beim Geburtstag von ‚Matt-Eagle‘ an. Denn dort gibt es dann den Namensvetter aus den lieben Rindern und ein paar netten, armen Schweinen als bunt gemischtes Hackfleisch gleich im rohen Zustand passend zum Vornamen des Geburtstagskindes. Man kann bei dieser grandiosen Gelegenheit  ja auch gleich den Namen des Kindes aus dem wunderbar gemischten Hack formen. Oder andere Dinge des täglichen Lebens, die einen besonders berühren. Den Schuhanzieher oder die Fernbedienung des Fernsehers.  Freudig erregtes Grinsen bei allen hieran beteiligten Minderjährigen ist dabei garantiert. Besonders eben auch für die direkt an diesem Geburtstag beteiligte Schulkasse. Da werden dann Rituale gefeiert wenn Blaubeere, Bluna oder Brain an die Tafel gehen. Oder wenn ‚Leonardo da Vinci Franz‘ im Kunstunterricht seine uninspiriert dahin gekritzelte Strichmännchen-Zeichnung mit einem Dadaistischen Hintergrund  erklärt und damit für alle Anwesenden im Raum ins richtige Licht rückt. So etwas kann, neben dem schon erwähnten Hack oder dem seltsamen, weißen Pulver, welches man beim Bruder in den Klamotten entdeckt hat, durchaus bewusstseinserweiternd sein oder zumindest ebenso auf einen wirken. Da wird gefeiert auf dem Schulhof, das kann ich in diesem speziellen Fall immer wieder nur bestätigen! Dagegen sind Treibjagden grün bewandeter Jäger mit seltsam geschwungenen Hörnern im Unterholz ja dann fast ein Kindergeburtstag. Genauso krank im Kopf zwar – aber laut deren eigener Aussage ja unumgänglich.  Um die Population im Griff zu halten. Scheinbar sind die neuen Namen dazu ja wohl auch in der Lage. Zumindest deuten sie ja ebenfalls auf eine Hirnentzündung bei den involvierten Eltern hin. Und werden sicherlich bei der Fortpflanzung oder der vorgeschalteten Partnersuche ein Hindernis par excellence darstellen.

Fröhliches Glucksen also, wenn die neue Musiklehrerin nach den langen Sommerferein die Liste der anwesenden Schüler zum ersten Mal durchgeht. Da sitzt dann Winnetou neben der lieben Gneisenauette. Oder Godpower, Hope und Imperial-Purity erklären weit ausho(h)lend die Kolonisierung Nordamerikas. Der anschließende Befreiungskampf findet dann als Bürgerkrieg auf dem Pausenhof statt. Und wer da am Ende hohl war oder nicht, wer am Ende Sklave oder Besitzer sein wird, neuerdings ja eher als OPFER tituliert, dass wird wohl abschließend nur das Loch in der linken Schädeldecke bei genauerer Untersuchung im Krankenhaus dann näher herausstellen.

Der allseits beliebte und bereits erwähnte kleine Despot wird sich dann sicher wie so oft regulierend dazwischen stellen. Mit allerdings wohl auch sehr eindeutigen Absichten. Weltherrschaft ist ja nur EINE Episode bei seiner Eroberung des bekannten Universums. Weniger geht ja bei solchen Vornamen auch irgendwie nicht.

Da sind dann ja Frodewin, Katzbachine, oder Pepsi-Carola das Highlight jeder Deutschstunde! Zumindest könnte man auf die nähere klassizistische Herleitung aus dem Mittelalter eingehen. Und zeigen, warum die Aufklärung notwendig war und wohl auch weiterhin ist!

Spätestens wenn beim Buchstaben S schließlich Solarfried, Schokominza und Schneewittchen aus ihren bewegenden Sommerferien in der Kinderstube vor der Mattscheibe mit der Wii berichten, dann wird die Gaudi im Klassenraum sicher keine Grenzen kennen.

Ja, liebe Bildungsferne Schichten, so etwas kann durchaus auch einmal mit täglichen Prügelstrafen unter Gleichaltrigen enden. Und ob der Polizist auf der Wache später einmal  dem Winnetou-Waterloo Pumuckl Müller glauben schenkt, wenn der von seinem Autodiebstahl vor der Haustür berichtet – ich habe meine doch sehr angestrengten Zweifel daran.

Wie kommt ein normal denkender Mensch nur auf solche Vornamen? Wie allerdings kommt der Mensch überhaupt auf diese Namen? Warum heißt der Mond nur Mond und die Sonne nicht ‚Strahledings‘? Ich nehme es sehr stark an: in einigen Jahrzehnten wird der durchschnittliche IQ nichts anderes mehr erlauben. Dann fährt man mit dem Töff-Töff zur Arbeit und bei jedem neuen ‚Ringering‘ von dem angebissenen Obststück wird sich die Kundschaft quasi gegenseitig beim Kauf zerfleischen.

Ich kann mir dies dann auch schon ganz gut im Fernsehen bei den vielen tollen neuen Spots vorstellen.

‚Kaufen sie Strahl, die macht mit vielen kleinen Knubbeln und klitzekleinen Knusperperlen diesen mächtigen Bumms in den Dingern  auf ihrem Kopf.‘

Wenn man dann noch weiß, was ein Kopf ist. Dafür kennt man sich aber mit Bumms erzeugenden Knusperperlen ganz gut aus. Wird wohl auch einen Doktortitel zu diesen Perlen geben. Doktor Perl-Bumms oder so. Oder eben Doktor Best. Oder Doktor Oetker.

Wir hatten es ja schon vor einigen Tagen, das mit der leichten Sprache. Alles andere wäre für den Normalbürger dann wohl auch zu anstrengend. Kurze Sätze. Klare Ansagen. Das geht dann auch nicht allzuweit über die Kapazität des Aufnehmenden hinaus.

Wie, Kapazität wäre auch ein toller Vorname?

Stell dir mal vor, du heißt mit Nachnamen Derchemie. So ein richtig alter Franzose aus dem tollen Tal des Burgunders. Wie wäre es dann mit ‚Nobelpreisträger‘ als Vorname?

Läuft alles darauf hinaus, dass irgendwann der Knallerheinz neben dem Turbojonas die Hausaufgaben löst. Die allerdings nicht das Einmaleins abbilden. Nein, es werden Vordrucke ausgemalt. Mit Buntstiften. Glaubst du nicht? Ist ja derzeit schon der absolute Renner unter den verkauften Büchern. Ausmalbücher.

Ja, ich weiß. Eigentlich wird es langsam Zeit, das Land zu verlassen. Nur: wohin?

Kommen ja eh alle lieber zu uns. Damit dann auch Franky-Pany, Kantorka oder Timpe letztlich nicht mehr genau wissen, wo die Glocke hängt. Oder geschweige denn, wer sie geschrieben hat.

Wie, eine Glocke schreiben? Die wird immer noch gegossen. Sag das mal laut in der Klasse…die lachen dich aus, Phoenix-Popo!

Stellt sich an dieser Stelle dann auch die drängende Frage, was assoziiert man mit welchen Namen so auf Anhieb? Jetzt mal abgesehen von dem fäkalen Hintergrund. Migrationsauswüchse sind dabei sicher auch nicht ausgeschlossen.

Ich meine eben die Gisela, den Rottweiler. Da würde man doch nie auf einen Maulkorbzwang kommen. Oder das Taxi anleinen. Wie auch? Klar, Sheriff Shakur würde mir das wohl genauer erklären können, wie und warum man das wohl genau macht. Aber würde ich persönlich einen Sheriff in Deutschland ernst nehmen?

Alles ist also nur eine Frage der Assoziation. Fast jedem dürfte ja bei meinem Titel auch der liebe Herr Eco auf Anhieb eingefallen sein. Der vor ein paar Wochen ja leider verstarb. Erfinder der Ökonomie – nein, Scherz beiseite. Ich habe jedes Buch von ihm einfach nur verschlungen. Einer der – meiner Meinung nach – besten Schriftsteller der Neuzeit ist leider von uns gegangen. Nie mehr wieder wird es ein neues Buch von ihm geben. Stattdessen werden uns halt der neue Konsalik oder  Stephen King verkauft. Und keiner fragt sich, warum die Rose wohl Rose heißt. Doch. Vermutlich Adriatik Champagna Emilia-Extra Müller. Die fragt sich sicher auch, wieso ein Volltrunkener auf dem Standesamt überhaupt ernst genommen wird. Naja, wenn der Standesbeamte Despot Napoleon November Schneider hieß – da wundert einen dann eben nichts mehr…

WEISSE BESCHEID, ne?

Halb zog es ihn, halb sank er hin

 Lieber Tagesbuch,

datt hat man nun davon, wenn man seine Irrsinnigkeit in schöner Folge zu Papier bringt. Aber nicht auf bedrucktem – nein, virtuellem Papier. Dann kann es passieren, dass innerhalb eines Tages gleich zwei Nominierungen für den ‚Liebster-Award‘ eintrudeln.

Herrlich. Ich fühle mich sehr geehrt und werde beiden ‚Anträgen‘ gerne nachkommen. Ob ich es verdient habe steht auf einem anderen Blatt, denn nicht jeder mag diese Form des Schreibens. Na dann mal los.

Zuerst hatte ich aber die Ladung von Frau Tussi. Eigentlich würde ich mich mit echten Tussis ja nur in Begleitung von viel Bier oder anderen alkoholischen Getränken unterhalten. Aber wie das Leben halt so spielt.

Und wie vor Gericht werde ich natürlich zu dieser Aufforderung auch meine erste Aussage machen. Wer zuerst kommt, der malt halt zuerst. Oder mahlt. Egal. Vielen Dank noch einmal. Dann wollen wir mal…hüstel…

1. Wieviele Blogs liest Du und welcher davon ist für Dich der Beste?

Oh Gott. Das geht schon gut los. Total intim, diese Fragen. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann rechne ich jeden Moment damit, dass wordpress keine weiteren Schlagwörter mehr zulässt in der Blogsuche. Es sind derzeit gute 325 Wörter nach denen ich suche. Und auch lese. Nun muss man dazu sagen, dass ich lese wie ein Verrückter. Im Normalfall eher Sachbücher. Hier bei WordPress aber alles gemischt. Weil ich die echt alle total super finde. Und jetzt DEN EINEN Favoriten zu küren, dass ist wirklich total schwer.

Aber ich glaube, der erste der mir damals unter die Finger kam, der ist mir immer noch sehr ans Herz gewachsen. Der gute alte Seppo...dem merkt man die Professionalität halt an, die mir total abgeht…alle anderen, denen ich folge sollten an dieser Stelle aber dennoch nicht enttäuscht sein – ihr seid wirklich alle meine Favoriten. Ohne euch würde ich auch nicht auf meine Themen kommen.
2. Wie sieht Deine Frisur aus?

Mittlerweile bin ich beim legendären VoKuHiLa angelangt. Da die Göttin ein Mindestmaß an Haaren im hinteren Nackenbereich zum einwandfreien ‚hineinpacken‘ verlangt und ich vorne nicht aussehen will, als ob ich die letzten 4 Wochen durchgefeiert hätte – bleibt wohl keine Alternative…
3. Wie oft im Leben bist Du schon umgezogen?

Nur 6 mal. Und ein jedes Mal war der Berg der Dinge, ganz nach Silbermond, den ich bevorzugt nicht mehr mittransportieren wollte IMMENS! Ich finde dies ist auch ein Beweis unseres unbändigen Ressourcenverbrauchs. Dass man so viele Dinge um sich herum anhäuft, die man gar nicht braucht…Quietscheenten zum Beispiel. Doch, die brauche ich zum Leben. Dummes Beispiel. Politiker. Schon besser.
4. In welchem Land würdest Du gerne wohnen?

Schlecht zu sagen. In einem Land vor unserer Zeit? Wo Milch und Honig fließen? Paradies?

Ich finde, als Mitteleuropäer kommt man heutzutage ganz gut an diese Vergleiche heran. Ich finde die BRD eigentlich toll. Hier wird man nicht erschossen für seine Meinung – und man stürmt auch keine Zeitungsredaktionen wenn sie einem unlieb sind. Ansonsten kann ich mir ein abschließendes Bild wohl erst erlauben, wenn ich mal in Australien war…
5. Welchen Krimi oder Thriller kannst Du empfehlen (Buch oder Film)?

Das sind echt zu viele um mich da auf einen zu beschränken. Falls doch würde ich immer Sieben dazu zählen. Oder das Schweigen der Lämmer. Aber die kennt ja jeder. Fräulein Smillas Gespür für Schnee. Ich liebe Krimis.
6. Was ärgert Dich am meisten?

Lügen. Dazu verliere ich auch keine weiteren Worte.
7. Verrate uns Dein Lieblingsrezept oder Deine Lieblingsspeise.

Ich bin da total konservativ – Sauerkraut. Ich liebe es. Man kann es roh und gekocht essen. Und mir schmeckt es einfach immer. Total langweilig, ich weiß. Aber so ist das. Ich bin halt von Mutti zum kochen gebracht worden. Und da sind neben den Königsberger Klöpsen und dem guten alten Schnitzel fast nur noch das Kraut und die Kartoffeln als Pürree übrig geblieben. Linsen könnte man auch noch erwähnen. Oder Spinat.
8. Wie lange brauchst Du in der Früh im Badezimmer und wofür?

Zähne putzen, Gesicht und Hände waschen, rasieren, frisieren, sich mit einer Duftwolke umgeben. Und fertig ist der kleine Klaus. 15 Minuten? Dafür bade ich aber ausgiebig. Hehe.
9. Womit kannst Du Deine Mitmenschen am besten nerven?

Penetrante Besserwisserei und miesepetriges herumnölen. Ich glaube damit habe ich noch jeden geschafft. Ein Wunder wenn man es länger als ein paar Wochen aushält…daher der Blog als Ausgleich…
10. Wieviel Zeit verbringst Du für das Schreiben Deines und dem Lesen anderer Blogs?

Nun, das schreiben selber ‚fließt aus mir heraus‘, da sind oft 20 Minuten ausreichend. Nachher noch Korrektur der ganzen Fehler – und viele übersehe ich dennoch – und noch einmal vorlesen vor der Göttin. Also eine Stunde würde ich ansetzen.

Und das lesen. Nun, wenn ich könnte dann wohl den ganzen Tag. Meist kommen aber andere Dinge wie essen oder schlafen dazwischen. Also würde ich sagen so 1 bis zwei Stunde pro Tag sind es wohl…
11. Warum soll jemand (der ihn noch nicht kennt) unbedingt Deinen Blog lesen?

Hmmm.

Vielleicht um hin und wieder mal lachen zu können. Oder um nachzudenken – über das was um uns herum geschieht. Unbedingt. Kann ich nur empfehlen. Obwohl Eigenlob ja stinkt. Riecht auch schon komisch hier..

Also wende ich mich Miesvandenbergh zu.  Den hatte ich dereinst einmal wegen seiner Fotografie entdeckt – außergewöhnlich darum, weil er nur angezogene HINTERN fotografiert. Ganz besonders für Männer ja ein tolles Motiv. Soll ja an den Busen der Frau erinnern, wenn man so manchem Philosophen und Denker folgen mag. Alles fürn Arsch, würde jetzt jemand anderer sagen. Egal.

Also weiter mit der Beantwortung.

1. Welche ist die wichtigste Frage in Deinem Denken und warum?

Warum sind wir hier, warum gibt es uns. Weil ich mir einfach nicht vorstellen kann oder mag, dass das alles hier nur ein purer und irrer Zufall ist. Der Kosmos und alles was damit zusammenhängt. Das beschäftigt mich schon seit der Kindheit und bewegt mich heute noch. Ich liiiiiebe alle Dokumentationen über den Kosmos oder das All…wie man es auch nennen mag.

2. Welche ist Deine intensivste Erfahrung im Leben?

Schmerz. Ob nun der, wenn man gerade Möhren schnippelt und sich dabei fast den Finger absäbelt, ob man beim Fußball spielen von hinten umgesenzt wird oder aber jemanden verliert. Alles unsagbar tiefer Schmerz. Der eine vergeht schneller und pocht nur noch. Der andere vergeht wohl erst mit dem Verlust der eigenen Existenz.

3. Welche 3 Eigenschaften schätzt Du an einem Freund/Partner am meisten?

Wahrheit. Treue. Loyalität.

Gibt es nicht mehr dazu zu sagen.

4. Welcher Körperteil / Körperbereich ist Dir für Dich /Deinem Partner am wichtigsten?

Das Hirn. Größtes Sexualorgan und Kompass des eigenen Geistes. Wer mir geistig nicht gewachsen ist, der wird schnell aussortiert. Dabei kommt es nicht darauf an, dasselbe zu vertreten oder gar zu denken. Weit gefehlt. Aber man sollte eine Banane schon vom Affen der sie isst unterscheiden können. So grob gesagt.

5. Welche Bedeutung bemisst Du der Ökologie zu und welcher ist Dein Beitrag?

Ein hohes Maß für den Menschen. Ein sehr geringes für den Planeten. In der Abfolge der Evolution sind wir nur eine Zehntelsekunde der Zeit hier. Haben aber schon dafür gesorgt, dass wir derzeit 1 1/2 Erden verbrauchen. Wo immer dieser Vergleich auch herkommt und wenn er auch hinkt: niemand hat solchen Einfluss auf die Erdgeschichte wie wir selber. Wenn  wir sogar den Planeten atomar verwüsten könnten…

Mein Beitrag? Ich weise immer wieder darauf hin, auch in meinen Texten. Ich versuche meinen Eingriff zu minimieren. Lebe nicht total vegan (das habe ich mit den Schnitzeln oben schon angedeutet) auch wenn ich jeden der es tut, bewundere. Ich lebe aber nach der Maxime, dass man was übrig lassen muss vom Kuchen. Wenig Plastik oder Unsinn kaufen. Möglichst nur das kaufen was ich auch konsumiere. Obwohl ich Baumarkt-Junkie bin. Schrauben gehen IMMER.

Aber insgesamt gesehen: was stört es die Evolution oder die Erde in ein paar Milliarden Jahren wenn wir weg sind? Ausgebeuteter Steinbrocken im All…wenn wir denn irgendwann mal den Drall kriegen sollten, die Erde zu verlassen. Und es auch können.

6. Ein Psychiater, so steht es geschrieben, heilt sich bei jeder Behandlung auch ein wenig selbst. In wie weit trifft das auf Dich und Deinen Blog zu?

Ich könnte mich jedesmal selber kaputtlachen, wenn ich meine Zeilen noch einmal lese. Das soll ich geschrieben haben? Bei manchen Dingen kommen mir beim Vorlesen sogar die Tränen vor lachen. Lachen muss einfach sein. Das heilt für mich den Tag.

7. Wenn Du wählen müsstest, in einer der folgenden Städte ein Jahr verbringen zu müssen, welche wäre es und warum? Thimphu, Hauptstadt von Butan; Papeete, Hauptstadt von Thahiti; Ushuaia, Feuerland, Argentinien?

Ich würde Thimphu nehmen – hört sich lustig an und man könnte ein Jahr lang testen ob hier das Butangas herkommt. Und is schön warm.

8. Wie alt warst Du bei Deinem ersten Kuss auf den Mund, und weißt Du noch den Namen?

Mein erster Kuss war meine große Jugendliebe und ich war 12 Jahre alt. Das verrückte an der Geschichte: wir haben uns aus den Augen verloren und nach über 30 Jahren wieder zusammengefunden. Herrn Zuckerberg erhält an dieser Stelle meinen Dank .

Göttin sacht: Meinen Dank… is auch egal. An dieser Stelle. Während ich hier schreibe unterhält sie gerade in der Küche den Hund. So hat jeder seine Aufgabe im Leben.

9. Welcher Typ Mensch bist Du eher, lieber Led Zeppelin oder Eminem?

Weder noch. Ich bin eher ein Einstein auf Drogen.

10. Zum Thema Flaschendrehen, Wahrheit oder Pflicht?

Wahrheit. Ist oft einfacher. Hihi.

11. Zum Thema Lichtbilder: bewegt oder unbewegt, Video oder Fotografie? Und warum?

Beides gerne. Schwarzweiß oder bunt – Hauptsache man kann den Moment festhalten. Nichts ist für die Ewigkeit.

UPDATE!!!

Für lunarterminiert noch ein Nachschlag in eigener Sache:

1. Wie kamst du auf die Idee, zu Deinem Blog ?

Das hat sich quasi aus einer ganz langen Geschichte heraus ergeben. Ich hatte mich damals bei den lokalisten angemeldet – und fortan Tagebuch geführt. Und so kam eins zum anderen. Irgendwann war das Tagesgeschehen wichtiger als mein eigener Tag – und dann war es nicht mehr weit zu Ironie und Sarkasmus…dann bin ich irgendwann zu blog.de gewechselt um mal endlich einen BLOG zu haben. Und jetzt bin ich hier. Weil einfach einfach einfach ist…

2. Was inspiriert Dich zu Deinen Beiträgen ?

Der tägliche Wahnsinn dort draußen. Manches Mal habe ich aber auch tagelange Schreibblockade weil ich mich gerade tierisch aufrege. und dann schreibe ich besser nicht, weil DAS keiner lesen möchte. 🙂

3. Welcher Deiner Blogbeiträge ist Dein Lieblingsartikel und warum?

Den findet man leider hier nicht – weil er schon cirka 6 Jahre alt ist. Er handelt über Männer und Baumärkte. Die Affinität und das gegenseitige Glücksgefühl – ausgelöst durch einen einfachen Kauf. Das können wohl nur Frauen mit Schuh-Tick nachvolziehen. Den gibt’s übrigens im ersten Buch. Ist sozusagen der Eröffner und glaube ich auch kostenlos zu lesen…

4. Für welchen Artikel hast Du besonders lange gebraucht und warum ?

Eine weitere Geschichte hat quasi JAHRE auf meiner Schublade verbracht. Da geht es eher um die tolle Geschichte, dass Kohlenstoffatome sich selber beschreiben und entdecken. Nämlich wir. Dazu waren einige Recherchen notwendig um den Artikel dann auch wissenschaftlich fundiert zu hinterlegen. Aber es hat sich gelohnt.

5. Welche Pläne hast Du für 2016 mit Deinem Blog ?

Möglichst jeden Tag etwas zu schreiben. Aber leider lande ich dann doch nur bei knapp 1 oder 200 Beiträgen. Weil ich an manchen Tagen einfach nicht die Zeit finde meine verrückten Ideen auch koordiniert in Form zu gießen.

6. Was für einen Tipp würdest Du Blog-Neulingen geben ?

Einfach schreiben wie es einem aus dem Herzen fließt. Ist einfach die beste Art sich mitzuteilen. Und hinterher die gröbsten Fehler gut nachkorrigieren. Interpunktion und Satzbau sind eben Grundlagen. Ich selber habe mittlerweile die künstlerische Freiheit von Neuschöpfungen für mich erobert. Ehs muhs apa tenoch läspahr blaibän.

7. Was hast Du in letzter Zeit zum allerersten Mal getan ?

In meinem Handy das erste mal den Kalender benutzt. Hammer! Ich kann mich erinnern lassen! An Geburtstage! An Kennenlern- und Hochzeits-  und Namens- und was weiß ich was für Tage…Herrlich! Weil ich zu blöd bin die zu behalten. Oder eben Mann genug.

8. Welche Schlagzeile würdest Du gern über Dich in der Zeitung sehen ?

Wahnsinniger spendet seinen kompletten Lotteriegewinn über 2.5 Milliarden Euro für wohltätige Zwecke!

9. Wie entspannst Du am liebsten ?

Mit dem Hund und der Göttin beim spazieren in freier Natur. Nun gut, Stadtpark muss auch reichen als Städter. Aber grün und ruhig und gut riechend muss die Umgebung schon sein. Und Wasser für den vorderasiatischen Wasserhund…zum planschen.

10. Wenn Du in Deinem Land eine Sache ändern könntest, was wäre das ?

Ich würde gerne die direkte Demokratie einführen  und die Politik komplett abschaffen. Bis auf ausführende Organe halt. ALLE korrupt und nur noch für die Konsumterrorgetriebene Wirtschaft da…meiner Meinung nach. Und wer nachwächst ist Ruck-Zuck auch korrupt. Fängt schon beim Dienstwagen an. Hört beim Sekretär und der Diät auf. Ich rede mich schon wieder in Rage…

11. Welche technische Neuheit würdest Du gern unbedingt noch erleben, bevor Du stirbst ?

Das beamen. Wäre doch toll. Ohne Zeitverlust immer dort zu sein wo man gerade mag. Und Roboter. Damit kein Mensch mehr dienen muss…und wir uns um die Gleichberechtigung der Roboter und der Pflege von Flora und Fauna widmen können…

 

Puh. War gar nicht so schwer. Ich habe es hinter mir. Toll!!! Danke noch mal an Tussi und Miesvandenbergh.

 

Ent nomminetet vor se lipsta awaht sind von mir (ich darf ja bis zu 11 nehmen):

1.Tineschreibt

2.linasworldtravelblog

3.Dimensionsumkehrung

4.sMaulwerk

5.Schattenkämpferin

6.GescheuchteIgel

 

Kurz die Regeln:

1. Danke dem Blogger, der Dich nominiert hat.
2. Verlinke den Blogger, der Dich nominiert hat, auf Deiner Seite.
3. Füge einen der Buttons vom Liebster Award in Deinen Beitrag ein.
4. Beantworte die Dir gestellten Fragen auf Deiner Seite.
5. Nominiere bis zu 11 empfehlenswerte Blogs, die weniger als 300 Follower haben.
6. Erstelle elf neue Fragen für die nominierten Blogger.
7. Informiere die Blogger per Kommentar in ihrem Blog über die Nominierung.

So. Und hier meine 11 Fragen:

1. Was motiviert dich zu bloggen? Und seit wann?

2. Wenn du jemanden in der Menschheitsgeschichte treffen könntest, wen würdest du wählen und warum?

3. Was war die skurrilste Geschichte/Begebenheit die dir in deinem Leben bisher passiert ist?

4. Wofür brennst du? Was ist deine größte Leidenschaft?

5. Jemand schenkt dir eine Million Euro. Was würde passieren?

6. Welche Träume aus der Kindheit lebst du heute (hoffentlich)?

7. Was bringt dich zum Lachen?

8. Was wünscht du dir für die Zukunft?

9. Zelt oder Luxushotel? Warum?

10. Welche Worte beschreiben dich am besten?

11. Als was würdest du gern, wenn es denn so kommt, wiedergeboren werden?

 

So long…danke nochmal, hat Spaß gemacht!

 

 

 

Handy for President

Lieber Tagesbuch,

ja, ich meine das vollkommen Ernst. Jetzt nicht, dass ‚il Presidente‘, der einzig wahre und große Anführer der einzigen und wahren Revolution, ein neues Handy erhält. Das wohl auch, zumal eines angebracht wäre, welches nicht abhörbar und garantiert NSA-sicher ist. Ach, gibt es gar nicht? Na dann…

Nein, ich würde doch tatsächlich dazu raten, das nächste Mal bei der Wahl der Präsidenten weltweit doch lieber direkt die eigenen Handys antreten zu lassen. Die werden doch sowieso so gern in die Hand genommen und umschmeichelt. Und keiner mag sie mehr missen. Sie werden behütet und gepflegt wie der eigene Augapfel und sind heutzutage ebenfalls weltweit doch das teuerste Gut, verbergen sich dahinter doch alle notwendigen Zugriffsdaten auf alle wichtigen Details des jeweiligen Lebens. Habe ich mir zumindest sagen lassen. Also was könnte wichtiger sein? Und man würde sich auch die ganzen Diskussionen und Wahlkämpfe ersparen! Wählt das neue Iphone35765! Macht ihr doch sowieso!!!

Täglich greift also der Durschnittsdeutsche alle 4 Minuten zum Handy. Manch einer hat gar keines – andere wieder lassen ihre Hände gar nicht mehr von der mobilen Ladestation der Eifersüchteleien oder der Selbstdarstellung. Sie können nicht in den Tag gleiten, ohne vorher zumindest kurz nach den letzten Nachrichten auf Twitter, Facebook oder auch nur dem E-Mail-Account geantwortet zu haben.

Da wären wir also, neben den gestern erwähnten Süchten, bei einer neuen Form der Abhängigkeit und auch der eigenen Prostitution. man kann sehr wohl darüber streiten, ob jeder andere Bürger in der Welt gleich 6 Sekunden nach dem Kochvorgang auch wissen muss, was ich mir heute Abend in den Fleischsack packe und dann über Nacht verdaue. Ebenso braucht es wohl nicht alle 5 ein halb Minuten ein neues Selfie. Ich beim aufstehen. Ich beim Zähne putzen. Ich beim anziehen. Ich beim einkaufen. Ich beim vertrümmen des Nachbarn, weil er mir wieder den Parkplatz weggeschnappt hat. Ich beim Einbruchdiebstahl im Discounter um die Ecke. Ich auf der Wache. Ich vor dem Richter. Ich im Knast. Ich bei meiner neuen Clique, die mich so toll beschützt hier im Gefängnis. Ich mit meinem Bewährungshelfer…

Man kann es nicht mehr sehen oder gar mitverfolgen. Also lässt man besser seine Finger davon. Aber dann vibriert es wieder. Das Fernsehen der Neuzeit. Streaming-Dienste und jederzeitiger Internetzugriff inbegriffen. Der Nervtöter mit aller neuestem Klingelton und Bluetooth-Schnittstelle. Und man MUSS quasi danach greifen. Nur kurz noch die Nachricht lesen. Dann mach ich das Licht aus. Oder doch unter der Bettdecke weiter.

Ob wir uns in Zukunft auch auf dem Sterbebett noch mit allen per Whatsapp unterhalten, die letzten Worte sozusagen verewigt auf einem Server im fernen Tuvalu? Der Inselstaat, der inzwischen zwar untergegangen ist, dessen Internetnutzungsrechte aber ohne Weiteres auf einen Rechtsnachfolger in Luxemburg übergegangen ist? Oder bei der Hochzeit? Livestream aus Las Vegas? Hip wäre es ja. Und sicherlich auch schön billig, muss man doch nichts zu essen und zu trinken herankarren. Und die bucklige Verwandtschaft bleibt erst einmal ausgesperrt. Dafür erfährt es aber sofort der virtuelle Freund in Russland, der gleich seine gesamten Fachkräfte hier in Deutschland losschickt – um die heimische Wohnung in der Zwischenzeit besenrein für den nächsten Mieter abzuliefern…Umzugswagen gleich inbegriffen. Und die Nachbarn posten Selfies mit den Möbeln auf der Straße oder den Umzugshelfern bzw. deren Sixpacks die so schön in der Sonne glitzern. Muskelaufnahmen beim Einbruch. Nett.

So wie jeder zweite schon durch die Stadt läuft, als wenn er es ohne Handy gar nicht mehr könnte. Wenn ein Außerirdischer dies sehen würde, der würde seinen Kumpels, die hier ja immer nur die totale Herrschaft und damit die absolute Macht ergreifen wollen, raten, den Menschen dieses ulkige Dings aus der Hand zu entfernen. Denn scheinbar beziehen die ihre Energie aus dem Teil. Zumindest ist ein Akku drin. Hat der Scan ergeben. Und die, die ohne rumlaufen? Erst mal egal, sagt der Chef, um die kümmern wir uns später…

Mal ehrlich, wie oft habe ich schon Paare sich gegenüber sitzend und in ihre Handys starrend im Cafe sitzen gesehen? In letzter Zeit eher sehr oft. Vielleicht waren es aber auch gar keine Paare sondern nur dem gegenüber wildfremde Menschen, die nur wegen der Schnelllebigkeit der Nachricht und der Zeit kurz Unterschlupf suchten, in dem netten Cafe um die Ecke, um die letzten Nachrichten nicht allein lesen zu müssen, andere daran teilhaben zu lassen. Sozusagen gemeinsames chatten – ohne dass man wirklich miteinander verbunden ist. Irgendwo habe ich letztens gelesen, dass wir alle uns weltweit kennen, verknüpft durch die neuen Dienste und der virtuellen Realität die damit einhergeht. Oder eben zumindest auf der virtuellen Ebene irgendwie Freunde sind. Like! Ich kenne quasi die ganze Welt – in dem ich mich von einem zum anderen hangele.Dann brauche ich auch gar kein eigenes Leben mehr, ich kann ja den anderen stetig folgen. Und wenn ich dabei eine Baseball-Kappe trage – ist dies dann mein eigenes Handy-Cap? Und kann ich damit dann auch gleich golfen gehen? Fragen über Fragen. Aufgeworfen durch die Revolution der Kommunikation. Eigentlich wie in Star Trek vorhergesehen. Es kommt halt immer, wie es kommen muss…irgendwie…

Und mit dem Verzicht auf das eigene, reale Leben geht die Sucht nach dem nächsten virtuellen Kommentar einher. Dem nächsten Like. Ja, ich gebe es zu. Auch ich bin schwer abhängig. Wenn ich nicht schon 5 Minuten nach dem Posting mindestens ein ‚gefällt mir‘ ergattert habe, bricht für mich meine kleine, strukturierte Welt zusammen. Heulend verkrieche ich mich ins Schlafzimmer in mein kuscheliges Bett – und poste ein Selfie davon.

Oder ich kann mich auch selber beim onanieren filmen. Oder andere. Und damit gutes Geld verdienen. Nennt sich dann Erpressung. Selfie: ich bei der Geldübergabe.

Einige Sekunden später eintrag auf dem Facebook-Account der örtlichen Polizei: Täter gefasst! Mit Selfie vom diensthabenden Polizisten mit dem Erpresser.  Ich. Und alle Welt kann liken.

Auch das Paar im Cafe. Die gar nicht zusammen gehören. Sich aber mit ihren virtuellen Profilen sogar gerade in diesem Augenblick im selben Dating-Cafe treffen. Und so irgendwie doch miteinander quatschen, obwohl sie sich stumm in ihre Displays starrend gegenüber sitzen. Überspitzt, ja. Aber heute doch schon kranke Realität.

‚Und dann mussten wir uns einfach trennen.‘

‚Wieso, habt ihr einen bösen Krach gehabt?‘

‚Ne, Akku war alle…‘

Für solche Fälle wäre es ja durchaus auch denkbar, dass es überall öffentliche Ladestationen gibt (kein WITZ!) bei denen man sein Handy aufladen kann. Schließlich ist die nächste Ortsangabe (‚bin gerade im Bus‘, ‚bin gerade bei Aldi‘, ‚bin gerade beim Friseur‘, ‚kahrre grate Auto‘) über lebenswichtig und muss vor dem Aufprall auf den Vierzigtonner am Stauende auf der Autobahn noch schnell in die virtuelle Irrealität entlassen werden. Hätte uns dies jemand vorhergesagt, er wäre für nicht ganz richtig im Kopf befunden worden. Zu dieser Zeit gab es allerdings auch noch Telefone mit Kabeln in gelben Zellen, die manch einer auch zum erledigen des dringenden Geschäfts (jetzt nicht eines Ein- oder Verkaufs sondern eher der Notdurft) oder zur Verwüstung des örtlichen Telefonbuches verwandte. Ja, es gab mal solche Bücher. Zu den Zeiten kannte man allerdings auch die zehn wichtigsten Nummern seines Lebens auch noch auswendig. Versuch das heute einmal. Keine Chance! Man trug Mobiltelefone mit sich herum, bei denen der Ersatz Akku im Kofferraum des eigenen Autos lag – weil er so viel Platz weg nahm. Da hatte das Handy ein Gewicht, welches man nur mit der Statur eines Ringkämpfers oder Gewichtheber überhaupt ertragen (Sprichwörtlich) konnte!

Das Highlight für jeden Haushalt war ja schon statt des GRAUEN Telefons das GRÜNE! Da hat sich die Bundestelefonbehörde mal so RICHTIG angestrengt! Und im Nachgang zur Wählscheibe kam dann sogar das Tastentelefon! Damit war man der König der Schrebergartenanlage, ach was, der gesamten Nachbarschaft! Da kamen alle zum stundenlangen Telefonieren – und die anderen saßen im heimischen Wohnzimmer vor der ersten Mattscheibe versammelt. Heile Welt! Da konnte man noch Großkotz spielen ohne dafür einen Ferrari oder Lamborghini in Gelb vor der Haustür zu parken!

Und irgendwann waren dann die Teile so klein, dass man sie fast in der Ritze auf dem heimischen Sofas verlor – weil man eben nur damit Telefonieren konnte. Und heute? Ein mobiles Navigationsgerät im Mobiltelefon ist ja nur ein weiteres GIMMICK!

Virtuos wird also sogar beidhändig während des Spazierganges im Park mit irgendjemand anderem, der vielleicht gerade in einer Achterbahn sitzt oder zum Mond fliegt, darüber philosophiert, dass man ja schon sooooo lange nicht mehr in einem Park war oder in einer Achterbahn sitzend zum Mond geflogen ist. Und 100 andere ‚Mitlauscher‘ liken oder staunen ‚AAAAAAAAHHHHH‘. Weil sie selber gerade im Wartezimmer des Zahnarztes sitzen. Nicht so prickelnd. Aber wie schön, dass es das Leben der anderen gibt. Oder YouTube. Da mach ich mir das Fernsehen dann eben so, wie ich es haben will. Wenn das Fernsehen schon Youtube-Videos zeigt, dann ist es wohl nicht mehr lange bis zum Ende einer weiteren Ära. Generation für Generation stirbt aus, was eigentlich selbstverständlich war. Frag mal die Weber oder Kutscher. Gut, als Rarität in Wien auf einem Fiaker vielleicht noch wahrnehmbar. Aber erzähl mal den Taxifahrern heute von Uber. Oder dem Einzelhandel von Amazon.

Und jetzt blinkt es schon wieder. Also greife ich wieder zu dem kleinen, schnuckeligen Metallgehäuse. Ganz verzückt wer mich denn jetzt anschreibt – gerade in meiner Hochkonzentrationsphase…

Mein Chef.

Ich soll arbeiten und nicht rumchatten.

WEISSE BESCHEID, ne?

 

Das Kristall-Mett

Lieber Tagesbuch,

ist also mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wohlgemerkt wird da nicht das kristallisierte, gut gemischte Rinder/Schweine-Hackfleisch vom Vortag aus der Qualitätsmetzgerei auf den Tisch gekloppt und in den Kopf geballert – nein, statt des Mettigels bei netten Geburtstagsfeiern wird nun also der Rauchkolben rumgereicht – in dem sich eine absonderliche Substanz befindet. Ebenso billig in der Herstellung, einfach in Vertrieb und Nutzung – Breaking Bad lässt schön grüßen. Was der Mensch sich nicht so alles freiwillig einverleibt. Als hätte er immer und überall einen Ersatzkörper dabei…und ganz vorne mit dabei: unsere lieben Politiker. Die müssen ja schließlich genauestens, sogar bis auf die gekaufte Grammzahl genau, darüber Bescheid wissen, was sie so verbieten und vor allem auch warum! Also ist der Selbstversuch quasi ‚von Staats wegen‘ vorgeschrieben und für den ein oder anderen dadurch scheinbar auch legitimiert. Macht zumindest den Eindruck. Macht korrumpiert aber auch, wie wir noch sehen werden.

Da flammt natürlich, gerade wenn es einen grünen Politiker (wieder einmal, muss man ja schon sagen) betrifft, eine Diskussion auf, die so alt ist, wie der Mensch und seine ‚Kultur‘. Bedröhnt hat er sich ja schon immer, der von den Bäumen gekletterte Affe – und wenn es nur die liebe Muskatnuss im Essen war. Alles was in irgendeiner Form einen Rausch verursachen konnte – her damit! Dabei denke ich auch an solche Dinge wie Bungee-Jumping oder Fallschirmspringen – auf die man wohl auch erst dann kommt, wenn man sich aus dem 10. Stock eines brennenden Gebäudes, nur mit seiner Anzugjacke bewaffnet, wie einst McGuyver einen Flugaffen nachahmend, in die Freiheit rettet. Dazu müsste man diese Art von Affen aber auch erst kennen. Wie gut, wenn man sehr viele Tierdokumentationen in seinen Lebensweg integriert hat. Oder gar von einem abstammt.

Das macht es einfacher und lässt so manchen eben auch auf total verrückte Gedanken kommen. Sich Chemie in den Kopf zu pulvern ist dabei nur eine der Möglichkeiten.

Adrenalin-Kicks zum Beispiel sind von der Gesellschaft im Gegensatz dazu ja eher weniger verpönt – selbst wenn hin und wieder andere Menschen dabei zu Schaden kommen oder man sein eigenes Leben ohne wirklichen Grund derart gewagt aufs Spiel setzt. Zumindest kann man noch guten Gewissens die Berghänge hinunter fahren und muss sich höchstens von den Verfechtern einer unberührten Natur (ich bin ja auch so einer…) eine Litanei anhören. Allen anderen kann es nicht weiß oder hoch genug sein. Aktuell auch gut an den Werbekampagnen der einzelnen Skigebiete gut zu erkennen. Ob man dann bei der weißen Pracht auch gleich immer an das Kokain denkt und an den Hüttenzauber, dies sei mal dahin gestellt.

Sollte es sich im eigenen, speziellen Fall aber nicht um Adrenalin sondern um starke Rauschmittel wie Sex, Fußball, Alkohol, Heroin, Kokain oder Volksmusik handeln – dann hört der Spaß aber auf! Wer mitten in der Nacht den Nachbarn die geliebte Nachtruhe durch wildes Gestöhne immer mal wieder raubt – der kann sich hierzulande recht schnell vor Gericht wiederfinden. Und dann wird einem schon einmal aufgetragen, sich nur 2 mal in der Woche zu lieben. Alles andere wäre nicht zumutbar.Zumal im Sommer. Bei offenen Fenstern! Hallo? Irgendwas habe ich da mit Jesus und du sollst deinen Nächsten lieben wohl falsch verstanden. Oder eben nicht so laut.

Auch Volksmusik hat durchaus Suchtpotential, man soll es nicht verkennen! Wenn eine H.F. des Atems beraubt durch die dunkle Nacht wankt – dann johlt die halbe Republik mit! Und dies nicht mehr in schunkelnder Manier eines blauen Bocks. Da fragt niemand mehr. welches Schwein man favorisiert: da wird man selber schnell derjenige, der die Sau rauslässt. Oder am Ende gar selber verkörpert! Ausverkaufte Stadien und Millionen verkaufter Lieder können nur eines unmissverständlich klar machen: wir sind einfach ein Volk auf Droge! Oder wie soll man das auch noch nüchtern ertragen können? Ja, ich weiß, jetzt bin ich zu hart. Auch Volksmusik hat seine schönen Seiten. Der Flori und die Helene…

Und nehmen sie dem Deutschen mal seinen geliebten Fußball aus dem Fernsehen – bei so einer schönen WM- dann ist aber die Hölle in Herne! Und nebenbei kann man gut und gern das ein oder andere Gesetz verabschieden. Denn der Mob ist gerade im Halbfinale gegen Italien.

Wen es denn dann auch noch etwas genauer interessiert: in den Toiletten des berühmt-berüchtigten deutschen Bundestages wurden dereinst auf 22 der 28 Bedürfnisstellen Kokain-Rückstände gefunden. Die Nutzer haben dabei wahrscheinlich auch auf Dollarscheine zurückgegriffen – davon sollen ja mehr als 80 Prozent nachweisbar Kokain-Hintergrund haben. Bei uns sind es eher die 100er, die öfter einmal weiß glänzen. Und nun also auch noch Metamphetamine. Hauptsache die Herstellung war ökologisch und die Hersteller selber sozialversichert und mit dem Mindestlohn ausgestattet. Und wenn es schon nicht BIO ist, so ist es zumindest vegan. Dann hat es wenigstens noch einen politisch korrekten Sachbezug, dass entgleisen mit einer solch halsbrecherischen Methode. Und nun werden natürlich auch schon Gründe gesucht und gefunden, warum gerade der arme Kerl, der doch so geplagt ist vom Stress des Politiker-Lebens, auch mal über die Strenge schlagen darf. Kein Wunder, dass man da Drogen nehmen muss. Der eine nascht am Cannabis-Stengel, der andere reitet den Drachen – und der letzte im Kreis raucht halt Crack. Oder hört eben Volksmusik. Was für mich auf das gleiche herauskommt.

Korruption. Drogen. Lobbyismus. Demokratie halt!

Nein. Unser System IST gesund. Warum auch sonst sollte die ganze Republik ständig in einem alles umfassenden Rausch auf Alkohol, Tabletten oder sonstigen Drogen dahingleiten? Besser sein als unsere Politiker? Der Sonne entgegen. Dem nächsten Beschluss schon freudig die grüne Karte entgegenreckend – wenn man denn überhaupt im Parlament anwesend ist und nicht gerade mit den Kollegen auf der Toilette ein rauschendes Fest feiert? Mit welcher Begründung muss dies denn alles nüchtern erfolgen?

Da werden mir dann auch so einige Gesetzesentwürfe der letzten Amtsperioden klar. Kann sich ja auch keiner im nüchternen Kopp wirklich ausgedacht haben. Und im Grunde kann man ja auch durchaus froh sein, dass die meisten der Ehrenwerten Polit-Prominenz nur ihre Diplomarbeit abschreiben oder Steuern hinterziehen – mal von der offenen Hosentasche für Zuwendungen aus der Wirtschaft abgesehen. Und mal ein wenig Drogen hier und da. Unser Parlament ist schon klasse! Und wenn man es ganz  geschickt anstellt und die eigene Käuflichkeit gut vertuscht – dann kann man sogar Finanzminister werden. Oder auch Kanzlerkandidat. Ganz wie es einem beliebt…

Es lebt sich halt immer am Besten mit der Doppelmoral. Wein saufen und Wasser predigen war schon immer der einfachere Weg. Denn nach uns die Sintflut. Und vor uns die Landtagswahl. Ups. Vielleicht gerade nicht der beste Zeitpunkt sich erwischen zu lassen? Oder jemanden hochgehen zu lassen…ein Schelm wer wieder einmal Böses dabei denkt. Da schwärzen sich die einen und die anderen gegenseitig an. Und ich schaue amüsiert zu. Auch wenn es heute eher kurz und ernst war: ich gelobe Besserung. Und apropos Doppelmoral: wo ist eigentlich mein Bier?  Und meine Steine…

WEISSE BESCHEID, ne?

 

Die Kopf-Hirn-Schranke

Lieber Tagesbuch,

ist der Bereich des menschlichen Körpers, der eine Existenz von Gehirn oberhalb des Wurmfortsatzes rigoros ausschließt. Zumindest hat man den begründeten Verdacht, dass eine gewisse Form des Homo Sapiens sich gänzlich ohne diese gesonderten Hirnwindungen über den Planeten bewegt. Eigentlich sind diese Mitbewohner nur ein bewegter Wurmfortsatz der im Stoffwechseln relativ routiniert ist. Schon Atmung und die Aufnahme von Flüssigkeit sind ja nicht zu verachten, als grundsätzliche Leistung, die uns von der Amöbe aber jetzt auch nicht wirklich sonderlich abgrenzt. Atmen wird ja gemeinhin auch total überbewertet. Schließlich singt schon Helene von der Atemlosigkeit des Seins. Die Leiden der jungen F. Sozusagen.

In vielen Fällen sorgt die erwähnte Schranke jedoch auch nur für die Vorfilterung von bestimmten Ideen oder Vorstellungen, bevor sich diese im Gehirn des Betroffenen als eigener Geistesblitz manifestieren können. Vorgesetzte leiden selten darunter, die können ganz gut die Arbeit anderer als die eigene verkaufen und anpreisen. Der normale Wutbürger in der Pommesbar hingegen – ´Pommes Schranke‘ ist hier nicht immer nur der Hinweis auf die Bestellung von fetttriefenden Kalorienstäbchen, die mühsam von Kinderhänden aus den Ernte-Kartoffeln herausgeschält wurden, der Wutbürger eben, der leidet schon eher unter vor gefilterter Wahrnehmung. Nein, ich möchte mich an dieser Stelle NICHT über Kinderarbeit lustig machen. Schrecklich und von uns allen unterstützt. Weil der Verbraucher eben NICHT dafür Sorge tragen kann oder will. Und darum finde ich auch, sind die FIRMEN in der PFLICHT. Die müssten sofort ihre Lizenz zum Verkauf in der Republik verlieren, wenn solche Fälle begründet und bewiesen auftauchen. Anders kann man das nicht stoppen. Kann ich von Bürgern am Rande des Existenzminimums auch nicht erwarten, dass die sich um so etwas noch Gedanken machen. Aber eben auch der normale Bürger nicht. Wer bitte schön kann denn diese ganzen Skandale noch behalten, geschweige denn im Bedarf zurückerinnern? Ich jedenfalls nicht. Exkurs beendet. Schranke schließt automatisch…

Man muss an dieser Stelle für alle Zeiten dann auch mit der Freiheit des eigenen Willens endgültig und rigoros aufräumen. Nicht nur, dass der menschliche Körper von Natur aus durch die Sinnesorgane nur dafür ausgelegt ist, die Vergangenheit wahrzunehmen. Hier werden alle Impulse, die auf uns einwirken, schließlich durch die Übertragung von vornherein, mit einem durch die Natur eingeplanten und biologisch zementierten Zeitverlust von uns registriert. Nein, hinzu kommt auch noch, dass das Gehirn diese auf die Vergangenheit bezogenen Impulse auch noch um den Bruchteil von Sekunden früher beurteilt als der kognitive, bewusst wahrnehmbare Teil des Gehirns. Soll in einfachen Worten heißen: es bildet sich seine eigene Meinung auf der Basis von gestern. Oder gerade eben. Und dies auch noch durch Wattebäusche hindurch. Das hier ein gewisses Restrauschen übrig bleibt sei mal völlig außer Acht gestellt. Und hierbei handelt es sich nicht um die Reststrahlung des Urknalls. Obwohl man bei einigen Mitmenschen durchaus vermuten kann, dass sie selbst diesen Knall nicht gehört haben oder auch nie wahrnehmen würden.

Da lachst du einfach nur. Weil dies ja schon seit langem bekannt und nichts Neues ist? Schließlich heißen aus diesem Grunde ja auch die Nachrichten Nachrichten – weil sie im nach hinein richten. Be-richten um genauer zu sein. Das mag wohl sein, da gebe ich dir auch Recht. Viele ewig gestrige sind ja noch immer aktiv in unserer Umwelt und besonders in Politik und Wirtschaft. Aber nun ist dieser Sachverhalt auch noch wissenschaftlich bewiesen! Dass wir alle eigentlich dazu verdammt sind, ewig gestrige zu sein. In unserer Wahrnehmung. Daher auch der große Anreiz, den die Konservativen bei Wahlen auf die Menschen ausüben. Auf mich eher weniger, ich möchte ja selbst mit meinen Worten etwas bewirken. Und wenn es nur ein Lächeln ist, dass ich in ein Gesicht hinein zu zaubern in der Lage bin.

Von wegen also: ich entscheide selber, ob ich um 9 Uhr noch mit dem Auto nach Hause fahre. Trotz der drei Bier im Vorfeld. Übrigens: Vorstoß der Politik ist jetzt die totale Abstinenz im Straßenverkehr. Finde ich toll. Sollte man dann aber auf ALLE Bereiche ausdehnen, in denen Unfälle passieren können. Da fallen mir dann auch spontan der Bundestag und alle angegliederten Gremien ein. Auch wenn ich denen natürlich NIEMALS Alkoholkonsum unterstellen würde. Würde ich mir nie herausnehmen!

Liegt man also im bett und überlegt gerade, ob man denn nun aufstehen soll oder nicht. Und was soll ich dir sagen? Die Entscheidung ist in diesem Fall schon um Millisekunden vorher gefallen – unterbewusst. Dein Unterbewusstsein sacht sich irgendwie:

‚Die faule Socke schick ich gezz zur Arbeit!‘

Und dann steht diese Entscheidung für den gesamten Tag fest. Gut, meist meldet sich dann noch ein Kratzen im Hals oder ein kleiner Schwindel oder auch ein etwas größerer –  wenn man blau oder in diesem Fall eher gelb macht.  Aber im Normalfall eben nicht. Dann überwindet das Ich im Ich sogar den Schweinehund und fährt auch diesem letztlich über den Mund. Oder in dem speziellen Fall über das wenige an Resthirn, was noch nicht durch Konsum oder TV-Serien belegt ist.

Ist sicherlich schwer, wirklich gute Entscheidungen zu treffen, wenn man all seine Informationen aus der Vergangenheit und nicht aus direkten sondern eher indirekten Quellen bekommt. Fast so, als würde man sich eine Binde um den Kopf legen, die Ohren und Augen verschließen und nur noch sechziger-Jahre-Schlager hören. Helene-Fischer-Fans jetzt mal ausgenommen. Oder der Rest, der mit den Prilblumen auf den Kacheln in der Küche.

Mit Blindheit geschlagen, sprichwörtlich.

So wie im übrigen auch Justitia. Die allerdings darum mit Blindheit und Taubheit geschlagen ist, damit ihr niemand etwas böses oder auch einfach nur falsches einflüstert. Wäre ja schon ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, wenn man das mal ein wenig einschränken könnte. Nein, ich trete jetzt hier nicht dafür ein, Presse und Rundfunk sowie Fernsehen ganz abzuschaffen. Aber warum nicht eine richtige ‚Echtheitszensur‘ – wenn wir sowieso schon zensieren? Die Schere im Kopf kommt ja nicht von ungefähr. Man möchte nicht mehr anecken. Verständlich. Dann aber wenigstens richtig.

Fände ich besser als dieses scheinheilige Geschwafel. Von Bestürzung und Betroffenheit. Von Maßnahmen und Reformen. ich kann es nicht mehr hören. Ging mir damals bei Helmut auch so. Den konnte ich dann irgendwann auch nicht mehr hören mit seinem ‚Geschischte‘-Gefasel. Musste ich wohl zum Arzt. Wenn man schlecht hört…oder man braucht halt jemanden, der einen noch Maßregeln kann wenn Mutter und Vater dies schon seit etlichen Jahren vergeblich versucht haben. Darum schlüpft da ja immer sehr schnell und liebend gern der Staat in die Rolle. Und füllt diese bis zur Grenze aus. Sprichwörtlich.

Dabei war der Staat früher eher dazu da, alles einfach nur in Schuss zu halten. Infrastruktur. Bildung. Sozialsystem. Grenzen. Regeln. Kommt dir jetzt auch komisch vor, oder?

Schafft er nicht mehr, auch wenn sich die Ausgaben in der gesamten Zeit mehr als verhundertfacht haben. Hundert Mal mehr Unsinn zu machen, macht es eben nicht besser. Ich sage nur Kopfpauschale oder Praxisgebühr. nur weil man etwas durchsetzen kann, heißt das ja nicht automatisch, dass es auch gut wäre dies zu tun. Wenn man es nicht ausreichend bedacht hat immerhin.

Womit wir wieder bei einem meiner langjährigen Begleiter-Themen angelangt sind: wer überwacht eigentlich die Überwacher? Und wer trägt Sorge, dass keiner den Staat selber übers Ohr haut?

Zumindest im Falle eines bayerischen Steuerhinterziehers kann man sich die Frage des Prominenten-Bonus dieser Tage sicherlich noch einmal stellen. Man wird ja wohl noch mal was dazu sagen dürfen, oder?

Gleichzeitig macht der Staat such selber Sorgen über eine Partei am rechten Rand. Die allerdings auch kaum noch in den Parlamenten vertreten ist. Dennoch finanziert man sich seine Gegner praktisch mit durch die schöne Legislaturperiode. Schon pervers. Aber wer hat gesagt, dass die Art von Demokratie, die wir mittlerweile vorleben, jeden Tag schön oder gar gerecht ist? Keiner. Genau. Und darum mache ich mir wirklich Sorgen

Ja, ich sorge mich ein wenig um unsere  Demokratie so wie ich sie gelernt habe, um das Leben auf diesem Planeten, um jeden Einzelnen um mich herum. Man könnte mich auch Sozialpädagoge schimpfen. Oder eben Asozialpädagoge. Das käme der Sache näher…da ich ja oftmals das genaue Gegenteil von dem vertrete, was so vorgelebt wird. Vielleicht, weil ich hehre Ziele verfolge. Oder aber, weil Unterbewusst schon jemand für mich entschieden hat. Macht mich persönlich sozusagen wertungsfrei. War ich ja gar nicht aktiv. War mein Unterbewusstsein. Kann ich doch gar nichts dafür.

Wenn man mir also mal alle Schranken öffnen würde…

Dann würde ich so einige in die Schranken verweisen. Und dazu braucht man nicht mal viel Hirn…

WEISSE BESCHEID, ne?