Die Salzaufnahme

Lieber Tagesbuch,

ist kein neues, hypermodernes Aufzeichnungsverfahren, welches in Kürze Dolby Surround ablöst und damit den althergebrachten Pfurz im THX-Kino dem zu belustigenden Publikum dann auch Geruchstechnisch näherbringen könnte. Auch wenn ich persönlich sicher gerne einmal Geruchskino erleben würde – so weit sind wir ja leider noch nicht. Wobei, wenn man es einmal grundsätzlich sieht, ist das Speichern von Daten auf Silizium ja schon nahe dran an der angesprochenen Salzaufnahme!

Gemeint ist hier eher die Überversorgung der Bundesbürger mit dem gewöhnlichen, jodierten Kochsalz. Welches sich, wie auch der Zucker, versteckt in nahezu jedem Lebensmittel findet – wenn man einmal von reinem Zucker oder reinem Salz absieht, bei denen der jeweilige Gegenpart dann eher nicht enthalten ist.

Unabhängig von dem, was man den lieben langen Tag so mit seinem Leben macht, schieben die allermeisten Menschen sich auch noch Dinge in den Schlund, bei denen sie nicht lange nachdenken, woher diese kommen oder was eben diese im Körper auslösen. Geschweige denn, dass man sich Gedanken darüber macht woher das Nahrungsmittel jetzt genau stammt. Blindes Vertrauen nennt man das wohl. Oder eben Opferergebenheit – schließlich hat man als Verbraucher oftmals ja gar keinen Einfluss mehr auf die Inhalte und Geheimzutaten. Die Lebensmittellabore sind mittlerweile nicht mehr wegzudenken aus der gesamten Branche…

Niemand würde wohl gern den gesamten Tag in einem geschlossenen, dunklen Raum verbringen – außer er hat gerade eine ansteckende Krankheit wie Arbeit oder ähnliches, diese kann  ja meist in Deutschland nur hinter Kassen oder an Schreibtischen auskuriert werden. Zumeist bis zum Wochenende. Nach dem man dann einige Monate oder Jahre der Arbeitstherapie hinter sich gebracht hat, folgt dann dennoch oft unweigerlich der Gang zum Arzt. Und der stellt dann fest, dass man erhöhte oder erniedrigte Werte hat.

Wovon auch immer.

Damit sind jetzt nicht die Einstellung gegenüber dem anderen Geschlecht, anderen Kulturen, Rassen oder gar Tieren gemeint. Nein, meist sind es so tolle Sachen wie das böse oder gute Cholesterin (mich selber hat ja bisher noch keine Fettzelle blöd angemacht, das lief meist eher anders herum), der liebe Zucker der zur Diabetes führt oder eben auch Salz/Mineralienmangel bzw. der Überschuss der dem Körper arg zu schaffen macht. Je nachdem.

Sollte man also meinen, dass Menschen, die ja zumeist über alles um sich herum informiert werden wollen und gerade bei Feinstaub oder Tabakrauch starke Belästigungen empfinden – dass diese Mitbewohner des Planeten dann auch eher eingehender darüber nachdenken wenn sie sich an der nächsten Ecke die Bratwurst im Brötchen oder den Hamburger in der Braterei reinkloppen. Sollte man meinen. Die Zuwachsraten der Fast-Food-Ketten sagen schlichtweg etwas anderes.

Wen stört der fehlgeleitete Konsum schon wirklich, vielleicht gerade noch den Magen, der allerdings auch nur rebelliert, wenn wir komplett gesundheitsgefährliche Dinge zu uns nehmen. Wobei, wo hört eben diese Gefährdung auf und wo fängt sie an? Ein breites Feld. Welches ich heute allerdings gar nicht näher erörtern möchte – schließlich muss jeder selber entscheiden, was er in seinen Körper hineinlässt und was nicht. Eines sei nur gesagt: jeder wie er möchte, ich würde niemandem Vorhaltungen machen wollen. Ich kann auch alle Lager verstehen. Wünsche mir aber, dass mir auch in meine Auswahl niemand hineinregiert. Da hört für mich der Spaß nämlich auf! Und vor allen Dingen gehört es nach meiner Sicht der Dinge nicht zu den originären Aufgaben des Staates, sich in solche Felder einzumischen.

Was mich allerdings schon seit der Kindheit nicht in Ruhe lässt, sind Gedanken, die sich um die Zubereitung von allerlei Speisen drehen.

Wer ist darauf gekommen, eine Frucht eines unbekannten Strauches erst zu trocknen, dann zu rösten und im Nachgang fein zu mahlen – um es dann auch noch mit kochendem Wasser zu versetzen und diese heiße Brühe dann abschließend auch noch zu trinken? Versetzt mit eben dem angesprochenen Zucker oder/und einem Drüsensekret einer Kuh? Eben dieses Sekret wird zum Teil auch getrocknet und danach, selbst wenn es stark nach Verwesung oder ungekochten Socken riecht, noch sehr gerne verzehrt. Wer kommt bloß auf so etwas?

Gut, irgendwelche Knollen aus der Erde zu graben und diese dann probieren…das kann in der Menschheitsgeschichte dann auch mal den Gruppenvorkoster sein Leben gekostet haben – aber im allgemeinen gingen diese Versuche oft glimpflich aus – und ihnen verdanken wir so köstliche Dinge wie eben die Pommes Frites. Wer es halt mag. Dennoch muss man auch erst mal diese Wurzeln ausgraben. Vor vielen tausend Jahren war der Druck noch nicht so stark zur Bushaltestelle zu hetzen um den Linienbus zu erwischen der einen dann in das Büro fährt. Da konnte man, nachdem man von irgendwelchen wild wachsenden Pilzen genascht hatte, auch mal kopfüber in der Erde versunken an irgendwelchen Knollen lutschen. Kam vor. Im Nachgang fummelte man dann am Euter irgendeiner Kuh herum…und siehe da: die Milch zum Kaffee war schon da! Hat dann noch ein paar tausend Jahre gedauert bis man wirklich was damit anzufangen wusste – außer der Käseherstellung halt.

Anders kann ich mir die verrücktesten Dinge der menschlichen Ernährung nicht erklären. Schließlich muss man auch auf das kochen oder braten eben erst einmal kommen. Wahrscheinlich hat nach einem Waldbrand, ausgelöst durch einen Wolkenbruch mit Blitzen, das fertig gegrillte Rindersteak schon auf dem Waldboden gelegen. Frisch garniert mit gerösteten Pilzen und Kartoffeln. Fehlte eben nur noch die Sauce. Womit wir bei dem nächsten Teil unserer Entdeckungsreise wären. Der Sauce.

In vielfältigen Variationen über all die Jahrtausende entstanden – steht der homo sapiens heutzutage im Supermarkt vor dem Regal und weiß nicht, welche er nehmen soll. Absolutes Überangebot. Und in den Zeiten der Hektik und des Stresses greift man eben zu den Fixprodukten. Womit wir wieder bei den Inhaltsstoffen und sonstigen Ingredenzien wären. Außer man kocht noch wirklich alles selber, mit Reduktion des Bratensaftes und den Zutaten aus dem heimischen Garten oder zumindest aus dem Gewürzregal. Die bessere Alternative – aber nicht jeder hat die Lust und die Muße sich dem hinzugeben. Womit er sich den Herstellern eben quasi ausliefert.

Es gibt ja heutzutage eine riesige Menge an Unverträglichkeiten. Wo wir früher eben kurz Kotzen gegangen sind – da wird heute vom Arzt schnell eine Intoleranz festgestellt. Diese Intoleranz stelle ich auch oft fest – und tatsächlich muss ich oft auch wie damals sofort und akut kotzen. Wenn ich mir so einige Entscheidungen anschaue. Da spricht jetzt nicht gerade die Weisheit oder Weitsicht. Eher die Hetze und die Leidenschaft. Welches Schwein treibt man am besten morgen durchs Dorf? Und halt, können wir das nicht auch essen?

Was mich aber immer wieder stark mit meiner Kritik zurückhält, ist die Vergänglichkeit des Seins. In 100 Jahren kräht meist kein Hahn mehr danach. Außer man ist in Deutschland geboren und hat eine ewige Schuld auf seinen Schultern. So wie es auch Amerikaner mit den Indianern, Russen mit den Weißrussen usw. usf. haben müssten.

Also versuche ich nicht erst groß an allem herum zu kritisieren, sondern lutsche entspannt und weniger nachdenklich an meinem Salzleckstein. Danach eine kleine Runde auf meinem Rad. Ist doch auch viel schöner, hier im Käfig. Und täglich frisches Wasser gibt es ja auch…

WEISSE BESCHEID, ne?

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Ein Gedanke zu “Die Salzaufnahme

  1. diefeurige83 schreibt:

    Mit deinem Artikel gebe ich dir Recht, heutzutage wissen wir eh nima was wir wirklich essen und was alles drin ist in den Fertigprodukten. Erst als ich Mutter wurde, fing ich an frisch zu kochen und frische und gesunde Zutaten zu verwenden. Ich will ja meinen Kindern keine E-Nummer auf den Teller servieren.

    Deshalb lieber selbst kochen und dafür glücklicher und zufriedener sein mit sich und der Welt!
    LG DieFeurige

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