Brotdose Kunst

Lieber Tagesbuch, 

ist es, wenn ich mich vor eine Leinwand stelle und mit meinem Eigenurin getränkte Acrylfarbe mit einem Pinsel auf dem weißen Untergrund verteile. Wenn ich dabei meine Stulle esse, könnte man meinen, ich würde meinem Erwerb nachgehen. Und so sehen dies ja weltweit auch viele Kunstkritiker. Bis zu mehrere Millionen Euro werden da hirnlos verbrannt in dem man in solche Werke investiert.

Wobei auch ein Gorilla oder ein Pavian, bewiesenermaßen, solche hoch abstrakten Strichzeichnungen hinbekommen. Da lobe ich mir die Malerei des Gegenstands, bis hin zu sehr abstrakten Darstellungen wie dem Kubismus. Weiterentwickelt hat sich da, zumindest für mich, jedoch nicht mehr viel. Gut, man zahlt heute Unsummen für dieses Gekritzel – aber ein Sohn oder eine Tochter erledigen diese arbeiten auch – ohne dass man dafür Wahnwitz im Portemonnaie spielen müsste.

Aber ich bin ja ein Banause.

Stehe im MOMA und sehe eigentlich nichts. Also nichts, was mich wirklich interessiert. Kann man sich dann auch schenken. Oder anderen. Die freuen sich dann über die Karten.

Apropos freuen:

Es soll tatsächlich Momente geben, in denen sogar eine Kanzlerin lächelt. Der Gegenkandidat macht es vor und kommt aus dem grinsen nicht raus. Nix vorgestellt und trotzdem schon besser. Das schafft selten einer! Zumal er ja nun nicht für einen Neuanfang steht sondern eher für das weiter so. Was Parlamente und Demokratie anbelangt. Aber ich halte mich da raus. Solange die Parteien glücklich sind und die Diäten passen.

Zurück zum Thema.

Also wenn ich morgens oftmals in meine Brotdose schaue, dann ähnelt dies ja schon sehr der abstrakten Kunst die man heutzutage bei den Auktionshäusern unter die Leute bringt.

So mit Chia und Kürbis und Sonnenblume und noch weiteren 10 Sämereien. Lecker. Kann kein Bäcker so hinkriegen wie ich. Dessen bin ich mir bewusst. Und bestaune halt jeden Morgen aufs Neue ein Kunstwerk.

Nur würde mir natürlich für eine selbst gestaltete Stulle niemand den Nobelpreis für alternative Kunst überreichen – weil es den ja nicht gibt. Aber er müsste erfunden werden. Dann könnte man alljährlich über die Experten staunen – wie auch beim Wort des Jahres.  

Die GfdS versetzt mich ja immer wieder ins Staunen.

Ist doch die Aufstellung des Jahres immer auch ein wirklicher Scheinwerfer auf die Dinge, die die Menschen in dieser Zeit bewegt haben. Schau mal rein, es ist wirklich bemerkenswert. Man kann sich in jedes Jahr hineinversetzen.

Und wo wir schon beim postfaktischen sind: der Rennfahrer Sebastian Vettel heißt mit bürgerlichem Namen Sebastian Vettel und ist Rennfahrer! Woher ich das weiß? Es sind halt die Werte unserer Zeit. Die Brüder oder Schwestern verdienen Millionen oder Milliarden mit ihren Hobbys, andere in dem sie sinnfreie Finanzprodukte verhökern und sich ungehemmt bereichern – und die Dritten sehen dabei zu, halten die Taschen auf und beschließen dann Gesetze, um dies alles auch noch zu legitimieren. Unter strenger Diät versteht sich. Und andernorts soll es Leute geben, die tatsächlich nach Pfandflaschen fischen.

Verrückte und auch Perverse Welt. Schließlich könnte man etwas ändern, wenn man nur wollte. Aber wenn am Volke vorbei regiert wird, dann bleibt einem Nichts als staunend da zu stehen und zu registrieren: die Masse ist damit zufrieden!

Der Souverän soll in der Zwischenzeit lieber Auto fahren auf Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung und so eben jauchzend dahinbrettern ins Grüne hinein. Sorgenfrei. Und GroKo wählen. Auch ein Wort des Jahres.

Aber eben auch Grüne und Terrorist. Wobei die beiden sich jetzt eher gegenseitig ausschließen. Auch wenn man die ersten Jahre der Grünen im Parlament durchaus als Terror bezeichnen konnte. Für die Etablierten. So ganz ohne Regeln und Benimm – einfach nur Protest der Bürger. Herrlich. Nun sind sie eher angepasst und ruhig und dümpeln so in den Parlamenten herum. Man hat sich an die Diäten und Pöstchen gewöhnt. Nis mehr mit Revolte oder Protest. Heute zeigt man mit dem Finger auf die, die Protestieren. Wofür auch immer. Arme Demokratie, so wackelig, dass man nicht einmal Faschisten belächelt ins Parlament einziehen lassen kann um sie dann argumentativ zu bekämpfen. So weit sind wir denn dann doch nicht. Knappe 100 Jahre danach. Seltsam.

Und wen soll ich nun wählen, fragt sich dann unsereiner…?

Hmmm.

Ich würde Dali wählen. Oder Picasso. Oder sogar Rembrandt. Da bekam man was für das Geld. Und es war eine Investition in die Zukunft.

Eben das genaue Gegenteil der Brotdosen-Kunst von heute. EGAL von welcher Partei, wohlgemerkt. Ernst heute, ich weiß. Aber musste sein. Bevor mir noch der Kragen platzt…

WEISSE BESCHEID, ne?


 


 

 

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4 Gedanken zu “Brotdose Kunst

  1. thom ram schreibt:

    Bitte um Verzeihung, ich komme und schreibe voll off topic. Eine Blogfreundin bat mich, auszutesten, ob ich einen Kommentar hier einstellen könne. Sie möchte Solches hier tun, doch verschwinden ihre Kommentare stets.

    Hab aber den Artikel überflogen. Hat mir gefallen!

    Mit gutem Gruss, thom ram

    Gefällt mir

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