Was letzte Preis

Lieber Tagesbuch,

fragt mich mein gegenüber über die Chatfunktion des Anbieters. In der Frage, die hier durch den extrem kurzen Satzbau des Senders fast schon in das unleserliche gesteigert wird, steckt die Intention, mir letzte Geheimnisse über meine Grenzen bezüglich des Wertes der von mir angebotenen Ware zu entlocken.

Basarisch würde ich jetzt mit einem exorbitanten Preis beginnen, in etwa 200.000 € für einen Beutel weißen Pfeffers von 100 Gramm. Da wir uns aber zu Beginn des 21.Jahrhunderts befinden, würde uns beiden sehr schnell bewusst, dass hierzulande nicht mehr die Preise des kruden und gewalttätigen Mittelalters zählen – sondern die hundert Gramm im Einkauf zwischen 20 und 30 Cent schwanken. Je nach Qualität und Entfernung zum Anbauland versteht sich. Man will ja nicht um den heißen Brei reden und bringt also einen ziemlich realistischen Preis heraus, der natürlich als die absolute Untergrenze angesehen werden kann – was hätte sonst die Frage nach dem letzten möglichen Limit nach unten auch für einen Sinn?

Kaum hat man seine Vorstellung eingespeist in das System aus Einsen und Nullen und die Nachricht fliegt in Windeseile über optische Kanäle zum Gegenüber irgendwo im wilden Kurdistan – welches sich natürlich in Wirklichkeit heute direkt um die Ecke im nächsten Stadtteil befindet, kann man sich schon das fürchterliche Gelächter auf der Gegenseite vorstellen – um danach ein Angebot gesendet zu bekommen, welches im Idealfall nur 1 Prozent der genannten Summe beträgt. Und dies mit einer Inbrunst an Weltwissen, die einem die Sprache oder in diesem Fall die Tastatur wegschlägt.

Völlig inakzeptable Angebote sind heute ja auch scheinbar in allen Lebensbereichen vollkommen an der Tagesordnung. Ich möchte nicht wehleidig oder als rückwärtsgerichtet erscheinen, aber hätten sich Autohersteller in den 90ern getraut, einen Mittelklassewagen für knappe 40.000 Mark auf den Markt zu bringen? Mittelklasse? Also so in der Art Golf und Konsorten?
Hätte man diesen dann überhaupt in die nähere Auswahl einbezogen? Klar, kommst du jetzt mit Inflation und so. Aber, mein junge, zwischenzeitlich gab es eine massive Abwertung, um knapp die Hälfte. Genannt Euro. Der ja auch nur gefühlt teurer ist.

Nun. Für eine Bratwurst hätte ich auf dem Basar aber eben keine 7 Mark bezahlt. Niemals. Weil ich wusste, dass der Herstellungspreis irgendwo um die 30 Pfennig lag- also wer auf meine Kosten dicken Reibach machen wollte, der war falsch gewickelt. Heute allerdings bekommt man nirgendwo mehr eine Wurst unter 2.50. Wie gut, wenn man keine mehr isst.

Vegan ist ja sowieso der bessere Mensch, habe ich mir sagen lassen.
Zumindest sind die Diskussionen heutzutage eher davon geprägt, dass man schneller alles besser weiß als früher. Wikipedia und Smartphones sei Dank. Aber in Zeiten von Faktencheck und unseriösen Nachrichten – wem soll man noch wirklich Glauben schenken, wenn nicht dem eigenen Instinkt? Glauben heißt eben nicht Wissen. Auch wenn dir religiös fanatische aller Richtungen heute etwas anderes erzählen mögen…

Über hunderte von Jahren von Generation zu Generation weitergegebene Werte können doch eigentlich nicht falsch sein. Ethik wandelt sich nicht derart schnell. Außer, man ist zum Beispiel immer noch Raucher. Dann wird man schnell an die Zeiten der Verfolgten und der Verfolger der Geschichte – egal wo und egal wann – erinnert. Der Mensch als des Menschen Wolf eben. Man denkt daran, wie sich wohl die Gebrandmarkten der jeweiligen Zeit gefühlt haben mögen…
Heute braucht man keine Abzeichen mehr. Die Ansammlung vor dem jeweiligen Gebäude gibt ja schon an, dass man sich zu der Sekte der Raucher bekennt.
Dass keine öffentlichen Anklagen und Verbrennungen stattfinden – kann man wohl getrost auf den Humanismus unserer Zeit schieben. Im Mittelalter war man da nicht ganz so zimperlich. Gut, da standen noch Feudalismus und Monarchie im Wege und auch zur Aufklärung bedurfte es erst einmal der Trennung von Kirche und Staat.

Heute trennt man ja eher das Volk vom Staate. Der Staat als sich mit sich selber befassendes Wesen. Welches den Krümmungsgrad der Banane oder Gurke bestimmt – und mitreden möchte in allen Belangen des öffentlichen Lebens. Dabei aber so wichtige Dinge wie den Ressourcenerhalt und die Pflege der Infrastruktur vollkommen hinten anstellt. Denn dazu ist kein Geld da. Wie auch, liegt ja nach der letzten Rettung auch alles bei den Banken. Wie soll da noch jemand was zusammenkratzen für Kitas oder Bildung?

Wozu auch Bildung? Man kann heute so schön Staaten lenken – ohne etwas zu tun oder zu wissen. Bewiesen ist dies ja nun schon mehrfach. Da brauche ich auch keinen täglichen Hinweis auf einen anderen Präsidenten irgendwo auf der Welt. Besser sind wir da ja auch nicht wirklich. Vielleicht nicht so alt und frisiert. Aber ganz sicher nicht besser. Ist aber immer einfacher mit dem Finger auf andere zu zeigen. Dann muss man sich nicht mit den eigenen Problemen beschäftigen…und das plumpe Volk ist abgelenkt. Ist ja auch gerade keine WM…Schade eigentlich.

Schöne neue Welt eben. In der sich jeder mit all den tollen Fakten der Bekannten beschäftigt, weil Gudrun gerade Melone in einem hippen Cafe in Wien isst. Oder der Peter im Stadion beim Fußball ganz begeistert seinen Schal schwenkt. Und wir dürfen alle sofort daran teilhaben.
Müssen dazu auch nicht einmal mehr vom Sofa aufstehen –außer um sich was zum knabbern oder trinken zu holen – und bekommen die Realität durch Fernseher und Smartphone direkt nach Hause geliefert. Was man so Realität nennt. Reality TV sicherlich nicht.

Schneller und immer schneller. Brauchte man damals noch Jahre um von China nach Europa zu reisen wie es einst ein gewisser Marco machte – kann man das heute gern selber mit seinem Polo in wenigen Tagen oder Wochen tun. Oder per Handy eben in Sekundenschnelle. Wobei das Handy selber erst einmal mit einem der riesigen Containerschiffe über die Meere geschippert werden muss um hier seinen täglichen Sklavendienst zu verrichten.

Und mir die Nachricht zu senden, auf die ich nun so lang gewartet habe. Denn heute sind schon Millisekunden quasi Jahrzehnte. Gefühlt halt, wie beim Seitenaufbau im Netz…

10 Euro. Das ich nicht lache. Nicht für dieses Teil. Da kann Er oder Sie sich einen anderen blöden suchen, wird er oder sie ja sicher auch finden.
An der nächsten Ecke wartet schon einer. Ganz sicher.

Zumindest wenn ich so betrachte, was so die Leben der anderen ausmacht.
Da komme ich mir auch vor wie auf einem Basar.

Einer im Himmel allerdings. Und der oder die Schöpfer bietet gerade frisches Hirn in der Theke an. 10 Euro das Kilo. Zum Sonderpreis eben. Ein echter Schnapper.

Ist den meisten allerdings schon zu viel. Die nehmen dann lieber einen etwas schöneren Körper für ein paar Cent mehr. Und wenn das nicht geht, dann wird er eben später direkt auf dem Planeten verschönert.
Schnipp-Schnapp und ein wenig Botox irgendwohin gespritzt – schon passt es doch zumindest für den Dschungel. Nicht den alltäglichen in der Stadt. Ich meine schon den anderen.

Was soll es, ich gehe weiter voran und blicke nicht zurück. Zumindest nur ungern. Aber beim nach rechnen bin ich eben weiterhin bei der D-Mark. Kann ich nix tun. Und beim Aufregen über die Preise irgendwie auch. Obwohl wir in Deutschland ja auch auf ganz hohem Niveau meckern. Sagen die Politiker ja immer. Oder lamentieren. Aber eben nicht demonstrieren. Außer es geht um einen Bahnhof.

Können wir ja wenigstens. Aber eben nicht Flughafen. Was war denn da nochmal? Reden wir lieber nicht über die letztlichen Kosten. Bei der Hamburger Pracht Leiche waren es am Anfang ja auch knappe 70 Mios. Am Ende dann halt 700. Was soll es schon? Die paar Peanuts mehr oder weniger. Wenn schon ein Vorstand bei VW für knappe 13 Monate gute 12 Mios bekommt und eine Rente von 8000 Euro…was soll der Geiz? Wir ham es doch!

Stellt sich mir als Steuerzahler immer wieder bei jeder neuen Bauleiche oder Stellenbesetzung die bange Frage:

Was letzte Preis?

Weisse Bescheid, ne?

Der Irrsinn als Obergrenze

Lieber Tagesbuch,

macht sich scheinbar bei unseren Berufspolitikern jetzt schon nahezu täglich bemerkbar.

Da war man zunächst in den letzten Jahren ja schon gewöhnt, dass immer mal wieder im Sommerloch ein neues Schwein durch die Hauptstadt gejagt wurde. Ob es nun die PKW-Maut oder auch die damalige Praxisgebühr war. Schlussendlich wurde die Sau derart forciert in die Enge getrieben, dass ihr quasi ja nichts anderes übrig blieb, als sich real zu manifestieren…soll heißen: jeder Unsinn wird irgendwann dann auch mal umgesetzt. Und jetzt starten die Debatten schon im Winter…

Gut, in Einzelfällen revidiert man dann vielleicht auch noch einmal, wenn man merkt, dass man mehr Kosten produziert als man jemals Einnahmen generieren könnte. Aber eben auch nicht immer. Praxis ist halt nicht stetig….zumindest nicht über Gebühr.

Man muss die neue Sau nur lang genug in der Öffentlichkeit heiß debattieren – bis der Michel sich brav ergibt…und einfach aussitzt. DAS war übrigens der entscheidende Fehler bei Stuttgart 21. Da ging alles zu schnell und zu viele haben dann automatisch genauer hingeschaut.

Wie der berühmte Frosch…der ins heiße Wasser stürzt und danach die Flucht ergreift. Wenn man ihn hingegen langsam erhitzt, mitsamt des Wassers…BER ist da ein schönes Beispiel. Da hat es doch auch wunderbar geklappt. Oder bei der Elbphilharmonie.

Prunkstücke deutscher Architektur und ein Loblied auf Ordnungs- und Verwaltungsfetischismus im Lande…wenn die beiden denn mal überhaupt irgendwann fertig werden. Fragt auch keiner mehr nach den Kosten.

In der Zwischenzeit gibt es ja täglich hunderte neue Krisen und Probleme. Griechenland? Krise! Banken? Krise! Euro? Krise! Staaten? Krise! IS? Krise! Flüchtlinge? Krise! Ukraine? Krise! Beckenbauer und Sommermärchen? Krise…such dir einfach ein Stichwort aus. Irgendwer wird schon die Krise dazu finden! Ich sag nur Pisa…isch krick di crise!

 

Wo war ich?

Ach ja. Korruption. Wie immer. Oder eben Barzahl-Obergrenze…wie man es nimmt. Und vor allen Dingen: WOHER man es nimmt…aber echte, harte, widerliche Korruption, also so die tatsächliche?

Haben wir ja hier nicht. Hier werden immer schön sauber Steuern gezahlt, ganz besonders wenn man Präsident eines Fußballvereins ist. Auch die Pharma- oder Krankenhauslobby quetscht nicht den Patienten aus…ne, die Kassen. Der Pilot ist auch nicht böse. Oder der Zugführer. Nein, die haben gelernt.

Wo ganz oben ist, da kann man mächtig Kasse machen.

Außer, man hat eine Obergrenze. Für die anderen, versteht sich.

Hätte man bei den Bauwerken auch mal besser eingeführt, so eine Obergrenze. Auf jeden Fall muss der Finanzminister dann zukünftig die Schmiergeldzahlungen an die Beteiligten Unternehmen direkt vom Ministerium aus überweisen. Das nenne ich mal Transparenz!

Und keiner kann mehr auf dem Parkplatz oder hinterher im Parlament behaupten, er wüsste von keinem Koffer. Wird dann auch keiner so schnell Finanzminister. Na, wenn der, der unverhohlen in die Kasse greift sich nicht auskennt…wer denn dann? Kohl jedenfalls nicht. Der erinnert sich ja auch nicht mehr. Anderes Thema.

Auf jeden Fall baut man in der Zwischenzeit schön weiter an BER und Konsorten. Und überweist sich alles brav, was die 5000 überschreitet.

 

‚Macht dann exakt 5 Millionen. Bitte in 500ern. Sonst muss ich das noch überweisen…und auch noch versteuern. Will ja keiner, oder? Hehe…‘

Sprach es und feierte seinen Geburtstag mit der Kanzlerin. Auf deren Kosten. Auch fein arrangiert. Und hernach redet niemand davon. Ach, doch. Von den blöden Nachfolgern. Die den Kahn dann retten müssen und eklatant scheitern…

In derselben Zeit klotzen die fleißigen Chinesischen Wanderameisen mal 100 Kohlekraftwerke oder 40 Flughäfen oder auch wahlweise 30 Staudämme in die Gegend.

Wenn denn der Beton reicht. Oder eben die seltenen Erden. Ganz wie es beliebt.

Der Beton in den Köpfen der bundesrepublikanischen Politprofis scheint jedenfalls immer noch ganz gut auszureichen. So dass man hin und wieder mall auf GANZ neue Ideen kommt.

Eine Obergrenze bei der Barzahlung. Um dem organisierten Verbrechen das Leben schwerer zu machen.

Na klar, wird doch die gut ausgebildete Fachkraft dann demnächst die Drogengelder brav nach Kolumbien überweisen. Oder den Waffenkauf bei Heckler und Koch schön über Paypal abwickeln. Käuferschutz inklusive. Dann noch besser die Schrottgewehre der Bundeswehr bei ebay verhökern. Hätte Charme. Und wir endlich wieder Kohle in der Tasche. Dann noch ein paar alte Panzer nach Saudi Arabien. Wer sagt denn, wir würden Extremisten unterstützen? Wir doch nicht…

Ich fasse diese grenzenlose Naivität nicht. Ich bin ja auch ein feiner Mensch. Ohne Argwohn. Nicht, dass der Staat schon lange allzu gern den gläsernen Bürger hätte. So mit der Obergrenze für den jährlichen Orgasmus bzw. die Anzahl der erlaubten Koitus im Jahr zu regulieren.

Dazu dann gleich auch noch die wöchentliche Ration Fisch, Fleisch, Blumen, Käse, Pralinen – welche Lobby habe ich vergessen? Ach ja, die Automobile. Wird man dann zukünftig auch nicht mehr bar bezahlen können. Die 180000 für den Porsche.

Hat man vorher ja unter dem Kopfkissen gehortet. weil auf der Bank…bei deeeeen Zinsen? Bin ich doof? Ist ja auch quasi ein Trinkgeld…

Wie schon gesagt. Eine Obergrenze bei der Infantilität scheint es nicht zu geben.

Abschaffung des Bargeldes als Nahziel.

Wird also Zeit, dass ich mich dagegen wehre und ab sofort alles bar bezahle. Wäre ja auch noch schöner.

Übrigens war der Staat mal dazu da, dem Bürger zu dienen.

Mittlerweile ist es eher eine Knebelveranstaltung geworden. Und wer den neuesten Knebel findet, der wird dann gleich Bundesminister.

Wozu so eine große Koalition doch gut ist. Kann man alles durchdrücken was man immer schon mal am Volke vorbei machen wollte. Opposition? Gibt es weder im Parlament noch im richtigen  Leben.

Und am besten,. wenn wieder mal Finale bei EM oder WM ist.

Steht ja bald an.

Kann ich schnell noch meine Finalkarte bar bezahlen gehen. Dürfte knapp über den 5000 liegen…

 

‚Herr Ober – das ist ihre Grenze!‘

Zeigt auf den Tisch mit der akkuraten weißen Decke und markiert dabei das Trinkgeld.

‚Schließlich sind wir hier nicht bei wünsch dir was…‘

Also der wird die 5000 eh nie erreichen. Obwohl…Inflation sei gegrüßt…eigentlich hat er die Sorgen nicht. Also schluckt er auch die Obergrenze.

Sankt Florian ick hör dir trapsen…

 

Weisse Bescheid, ne?

 

Huch! 12 Milliarden mehr…was nun?

 

Lieber Tagesbuch,

 

ist ja unglaublich, denkt sich der Finanzminister. Da räumt er seinen Schreibtisch auf, so kurz vor Weihnachten, erledigt die Ablage und den ganzen Papierkram…und kurz bevor er nach Hause eilen will um bei seiner lieben Familie das Fest der Liebe zu begehen – liegen da auf der Ecke des Schreibtisches die 12 Milliarden Euro rum.

Klar, bevor sich die Putze die Kohle schnappt oder der Euro total entwertet nahe beim Zimbabwe-Dollar landet, schnappen wir uns doch die Kohle und stecken die in den Flüchtlingsfond. Kommt einem ja wie gerufen. Muss keiner Angst haben! Ist genug Kohle da…wir müssen uns nicht extra verbiegen oder gar einen Soli zahlen. Heissa! Schöne neue Welt!

 

Wir produzieren die Waffen und liefern diese in die Krisenregionen und mit dem Überschuss bei den Steuereinnahmen helfen wir den ganzen Flüchtlingen auf – zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen!

Die Wirtschaft brummt und der Dax liegt am Boden! Zeitgleich sind irgendwelche Internet-Startups Milliarden wert. Produzieren zwar nichts…aber wer weiß!

Alles irreal. Entbehrt jeglicher Grundlage und ist derart verwirrend, dass der normale Bürger, Michel genannt, dort nicht mehr durchblickt.

Und nebenher Mutti, die den Tod von etlichen deutschen bei Anschlägen in der Türkei nebenher auf einer Pressekonferenz bedauert und komplett bestürzt ist. Bananenrepublik Deutschland. Live!

Dagegen ist jede Comedysendung doch in Wirklichkeit ein Drama!

Ein Hoch auf die deutsche Rüstungsindustrie! Ein Hoch auf den Finanzminister! Hat er ja angeblich ‚erwirtschaftet‘, die ganze Kohle.

Stimmt nur nicht so ganz. Denn in Wirklichkeit sind das ja alles Steuern, die da eingenommen werden. Und davon werden Ausgaben abgezogen. Und was davon dann übrig bleibt, das ist dann eigentlich mal zum Bezahlen der Schulden gedacht! Doch weit gefehlt. Bei dem derzeitigen Niedrigzins lohnt sich das Abtragen der Schulden nicht…so wird argumentiert.

Das kann ich verstehen. Macht keinen Sinn. Macht ja eher Sinn, bei 0-Prozent, noch mehr Kohle als Kredit aufzunehmen. Also von den Griechen zu lernen. Oder einfach alles jetzt ad hoc raus zu pulvern…

Ich verstehe nur nicht, WANN dann mal abgezahlt werden soll?

Ach? Nie? Wie jetzt?

Ach, dann fährt das System einfach vor die Wand und alles wird auf Null gesetzt? Und dumm aus der Wäsche guckt nur der kleine Mann dessen Ersparnisse weg sind? Wie, das hat es alles schon gegeben?

Wo sind wir denn hier?

Da würde es sich doch lohnen, für kleines Geld Waffen aufzukaufen und diese dann in der Krise abzustoßen. Gut, ginge auch mit Gold – aber das ist ja irre teuer. Also verkaufen wir lieber weiter Panzer an die Saudis. Und die halten dafür den Ölpreis schon weit unten. Haben ja alle was davon, die Soldaten, die Flüchtlinge, die Saudis und unser Finanzminister. Ja prima! Jetzt habe ich das endlich verstanden!

Oder man investiert das Geld in Bildung. Bringt auch was. Jetzt nicht so direkt sofort. Aber auf lange Sicht.

Ich weiß, ich sehe das jetzt wieder alles zu eng.

Aber weißt du was? Ich kann das Gefasel von den ganzen Berufspolitikern nicht mehr hören, ich mag diese ganze Betroffenheitspolitik nicht, die sich an den Umfragen orientiert und die nächsten Wahlen über alles stellt. Ich mochte reale Politiker. Bei denen man wusste woran man ist. Atomkraft? Nein danke! Oder doch? Oder doch nicht? Nie? Immer? Wie soll man denn am Ende dabei noch durchblicken? Und die Medien?

Tut mir leid…da kann ich besser mit den Nachbarn reden, sie sind näher dran am Geschehen als die dpa-Pressemitteilung. Die wird einfach durch den Computer gejagt und das Blatt wird gedruckt. Steht überall dasselbe. Was soll es auch schon Neues geben? Ach…ich geh mal lieber meinen Schreibtisch aufräumen. Wäre doch gelacht, wenn da nicht noch ein paar Milliarden rumfliegen…

WEISSE BESCHEID, ne?

Warten auf das griechische Ja(hr)!

Lieber Tagesbuch,

warten wir also. In Europa und überhaupt auffe Welt.

Alle gezz so.

Kann ja durchaus lange dauern, so ein griechisches Jahr.

Warum auch sonst hätten die derart viele Ausgaben? Da hat der Tag 72 Stunden und das Jahr eben 48 Monate. Fiskalisch gezz. Oder eher so an die 2000 Jahre. Als eines gesehen. So irgendwie.

Rechnerisch. Weil die datt letzte Mal vor knapp 2000 Jahren überhaupt ma nach dem Rechten geguckt haben. Der hat in der Zwischenzeit Familie gegründet und sich ein paar Schoßhunde zugelegt. Und sorgt jetzt für den Ausverkauf des Tafelsilbers. Der Linke steht staunend daneben und weiß nicht, wie ihm geschieht. Wo kommen die ganzen Schulden her? Wer hat denn hier die Zeche wem geprellt? Wie, griechischer Wein? Bin ich gezz besoffen oder was?

Kann man ja immer schön zuschlagen, in solchen Krisen. Da sind die Flughäfen billig und die Firmen ebenso.

Häfen gibt es praktisch umsonst, die gehen im Planetopoly gezz wohl an den meistbietenden…ähhh…an den Chinesen. Wir Deutsche kriegen wohl die Flughäfen. Haben wir ja Erfahrung mit. Jetzt nicht mit dem Bau, darum kaufen wir die lieber. So irgendwie besser als…eben wie in Berlin ein wenig länger zu warten. Und sich zum Gespött zu machen.

Die Chinesen übrigens klotzen jede Woche 3 Kohlekraftwerke und einen Flughafen raus. So vom Bauboom her. Können die Spanier auch watt von erzählen. Von den Betonwüsten gezz.

Da sach mir noch einer watt von Feinstaub – wenn da regelmäßig 1.6 Millionen Chinesen dran sterben. Ham ja auch keine grünen Plaketten, sacht der Gutmensch in Europa.

Macht ja auch nix, ham wa ja genuch von. So von den Chinesen jetzt. Hat man ja auch bei der Explosion gemerkt. Da in China gestern. Stört ja keinen wenn da wieder 50 hops gehen.

Wie ein Atompilz sah es aus. Ob die experimentieren? Mit der Bombe? Würde mich ja nicht wundern. Muss man ja, gezz wo der Ami sich schon widda mit Kuba verträgt…so wundern, meine ich, muß man sich nich. Diktatur bleibt trotzdem, Aber eben mit Marktwirtschaft. Hat China ja vorgemacht. Geht ja auch irgendwo alles nich. Wo bleiben hier die kalten oder warmen Fronten? Wenn alle frei wären…wo kämen wir denn dann hin? Hätten wir gar kein schlechtes Beispiel mehr, um von der ganzen Kacke abzulenken. Guck da hin,der Haufen ist ja noch größer…oder der Hafen. Wie man es nimmt.

Alles seltsam, irgendwie. So seltsam ruhig. Als wenn alle auf was warten. Aber auf was? Zusammenbruch? Chinesische Börse war ja kurz davor. Aber is nomma gut gegangen. Haben genug Geld gedruckt. Und in Griechenland auch. Gut, ist jetzt etwas kleiner…aber alles vergleichbar.

Hier wie dort Korruption und Misswirtschaft (wenn man jetzt vom Wachstum absieht, was habe ich von Wachstum, von dem nur der Kader wirklich profitiert?

Na egal, ich werde schon wieder böse.

Apropos Warten.

Inner Warteschleife. Immer wieder nett. Kurz gesagt:

Wenn sie ein Mensch sind, drücken sie die eins.

Haben sie ein Problem, drücken sie die zwei.

Sollte ihre jetzt angestaute Aggression sich freien Lauf lassen wollen, drücken sie die drei.

Und falls sie wirklich mit einem Servicemitarbeiter verbunden werden wollen, drücken sie dreimal die Raute, die 4, die 7, die 9 und wieder die Raute, ihre Kundennummer mal 7 und die 0 durch 4. Diese Ansage wird nicht wiederholt.,

Dieser Anruf kostet sie übrigens nicht nur 30 Minuten ihres Lebens sondern auch noch 25 Euro aus dem deutschen Festnetz. Über das Handy fast unbezahlbar.

Tja, ich sach dazu gezz nix. Heute geht es auf den Friedhof. Nicht so lustig alles.

Nur soviel: Wartezeit beendet, Buch Nummer zwei ist draußen! Wer also ältere Beiträge lesen möchte…da hat sich datt warten doch gelohnt! Watt denn?

WEISSE BESCHEID, ne?