Digitalisierung 2016.0

Lieber Tagesbuch,

ist, wenn ein Pokemonjagender Mobiltelefonanstarrer von einem autonom fahrenden Tesla-Auto überfahren wird, dies durch ein Google-Auto aufgenommen und durch eine Verkehrsüberwachungsdrohne komplett aufgezeichnet wird. Willkommen in der neuen Welt. Und die Amazon-Drohne blinzelt verstört beim Paketausliefern auf die Straße und versteht die Welt nicht mehr…

Was genau mag denn nun Digitalisierung sein? Fragst du mich das jetzt wirklich ernsthaft?

Nun, nehmen wir mal an du bist krankenversichert. Dann wird zukünftig der Arztbesuch gar nicht mehr nötig sein. Du schnappst dir morgens früh dein Handy, startest die App deines Hausarztes, der schaut sich über die Kamera deine Prusteln im Gesicht an und schreibt dich krank. Das geschieht unmerklich für dich im Hintergrund. 

Dabei wird erst der Arbeitgeber informiert – und danach die Krankenkasse. Du kannst dich hernach direkt in die Apotheken-App begeben, dort dein Medikament raussuchen (verschiedene Hersteller, mit manchen hast du vielleicht sogar eine Kooperation, d.h. die Sponsoren deiner Tochter die Blockflötenstunden dafür, dass du ihre Produkte kaufst) – und dieses wird dir dann per Drohne zugesandt.

Nach cirka 20 Minuten Flugzeit. Spätestens jetzt musst du deinen Arzt bewerten und für deine Krankenkasse dessen Rechnung freigeben.

Danach wieder ab ins Bett und genesen also. Bis dich am nächsten Morgen die App darauf hinweist, dass du ja sowieso in diesem Jahr schon öfters krank warst und man dir sofort die nächsten 3 Wochen als Krankzeit vorschlägt. Kommt jetzt auch nicht mehr drauf an. Und die Diagnose liefert man dir schon vorab anhand deiner im Klo gemessenen Körperflüssigkeitswerte. 

Nebenbei solltest du die Aufnahme von Alkohol reduzieren, rät dir die Arzt-App. Und gestern, der Fisch, der war aber nicht MSC – und schon gar nicht Bio. Und schon nervt das schlechte Gewissen. Schließlich kann von diesem einen Fisch das leben einer ganzen Fischerfamilie abhängen! Zumindest erscheint es so. In Wirklichkeit trifft es nur einen dieser riesengroßen Fischfang-Trawler im Atlantik – und der kann es weiß Gott verkraften…

Schöne neue Welt.

In der auch schon sehr früh feststeht, wer oder was du wirst. Vor allen Dingen haben deine Eltern dich schon vorher im Baukasten zusammengesetzt. Kann eigentlich kaum noch was schief gehen.

Mit der kleinen App auf dem Smartphone wurde der perfekte Samencocktail zusammengestellt, vom Labor dann fertig gemixt und per Drohne zugestellt. Gut, guter Sex sieht jetzt anders aus – aber was tut man nicht alles für die Menschheit? Möchte nicht jeder einen kleinen Galileo oder Albert? Oder eine Marie? Was gäbe die Welt für einen neuen Jesus oder eine Jesine. Muss man ja nicht gleich wieder an die Wand nageln. oder an ein Kreuz. 

Fällt mir ein, was wäre gewesen, wenn man Jesus geköpft hätte? Würde dann heute jeder mit einem Schwert um den hals herumlaufen? Gut, in Zeiten von Terror und der wahlfreien Ausübung von grober Körperverletzung mit Todesfolge oder jeglichem anderen groben Unfug (ich sage es gleich: ich halte mich aus allen Diskussionen hierzu heraus. Bringt nix. Denn meine Argumente sind nicht tödlich!) kann so ein Mordinstrument bei der Hand oder besser am Hals sicher nützlich sein. 

Aber dann hat ja jeder eins. Halt so wie im kalten Krieg. Alle haben eine Bombe und darum nutzt sie keiner. Ja, so verrückt ist der von den Bäumen heruntergestiegene Affe! Wohl wahr! Manche hielten ja eben dieses verlassen der Bäume schon für den großen Irrtum. Andere gehen noch weiter und finden, wir hätten nicht mal das Wasser verlassen sollen. Besser für uns wäre es sicher gewesen. Gäbe es jetzt Planktoncocktails auf dem Meeresgrund. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gut, gibbet also am Spielplatz um die Ecke zur Genüge Jesines oder Jesusse in Tateinheit mit der bekannten Schackeline. Aber wir reden hier ja eher nicht von den Kindern mit sehr viel Potential – also enormer Luft nach oben -, die zumindest schon mal den Stift so halten können wie der Turm in Pisa steht. Zwar schief – aber dennoch lässt sich damit auch ein Wort hinkrakeln. Auch dabei ist man nicht mehr ganz so genau, schließlich wird auf Tablets geschrieben, die Autokorrektur übernimmt den Rest. Selbst der größte Dummbatz bekommt auf diese Weise Weltliteratur hin! Alle Minuten lang ein neuer Shakespeare! Nun, nicht exakt so lang und detailliert bzw. Pointen reich – aber zumindest hört es sich fast schon an wie Englisch. Das Deutsche. Sind wir akut ja auch nicht sehr weit weg von.

Kaum Werbung, in der nicht alles irgendwie besser ist, weil es ‚repair‘ oder ‚revitalift‘ oder ’smoothie‘ ist. Hinzu kommen ‚Events‘ und ‚Spots‘ die dein ‚Life‘ irgendwie besser machen. Es ‚upgraden‘.  Tja, manches mal wünschte ich mir weniger Werbung und mehr Hirn. Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben. Und wer schon Persil und Omo hat, der braucht sich um eine gescheite Gehirnwäsche keine Sorgen mehr zu machen. Ünrigens werden pro jahr 60 Millionen Tonnen Phosphor in die Kloake gespült. Die Hälfte unserer Einfuhren an Phosphor kippen wir wieder weg! Das nenne ich mal Weitblick! Ist so, als wenn ich am Geldautomaten nach jedem Abhebevorgang die Hälfte meines erhaltenen Geldes verschenken würde. Fände ich auch wieder toll. Würde ich den ganzen Tag nur an Bankautomaten stehen! Karriere als Bankautomaten-Vorsteher. Chief of – versteht sich. Man macht ja auch seinen Master und den Bachelor. 

Ich sags ja…denglisch sei dank. Aber nicht mal das ziehen wir durch. Könnte man doch zumindest schon mal das seidt einführen (Kombi aus seit und seid) und den bestimmenden Artikel endlich weglassen. Man liest ja auch kaum noch bestimmende Artikel. Alles eher Einheitsbrei. Auch wieder eine andere Geschichte.

Alles das ist auch bereits mit kleinen bunten Pillen erreichbar. Realität und keine Fiktion. Viagra und Co. lassen grüßen. Täglich wird es mehr. Und in Zukunft sind sogar direkte Eingriffe ins Hirn denkbar. Gut, macht man jetzt nicht so sehr viel kaputt. Von daher sag ich mal: schlimmer geht es eh immer! Also warum nicht? Wären wir wieder bei der Schnittstelle im Kopf, du erinnerst dich?

Naja, auf jeden Fall sind deine Lehrer dann das Internet und diese kleinen, süßen Roboter die dich durch deine Kindheit und Pubertät bis ins Erwachsenenalter begleiten. Kleine Pokémons und PacMans.

Und ein jeder hat eine Brille auf (was ja auch die Diskriminierung der Brillenträger endlich beenden würde) mit der er sämtliche Zusatzinformationen zu einem Objekt sofort eingeblendet bekommt. Steht man also vor der Sehenswürdigkeit und die Datenbrille sagt einem: hey, is 80 Jahre alt, heißt Omma Krawuttke und lebt hier im Altersheim um die Ecke. 

Was die jetzt gerade hier splitterfasernackt vor dem Picasso im Museum macht – man weiß es nicht genau. Aber zumindest erkennt man auf Blick oder Kopfnicken hin, wer die Erziehungsberechtigten waren und sind. Und wie viel Omma Krawuttke im Monat so an Rente kriegt. Und was sie gestern gegessen und eingekauft hat.

Gut, das würde jetzt wieder nur der Ordnungshüter sehen. Der sieht aber auch sofort alle Einträge zur Sprache der gestrigen Woche. Also alles, was Omma Krawuttke in der letzten Woche so vom Stapel gelassen hat.

In Einzelfällen vielleicht nicht so interessant. Aber insgesamt und in BIG DATA sicher ein willkommenes Highlight jeder autoritären Regierung. Die einem durch die Datenbrille natürlich auch immer anzeigt, wie etwas gerade aktuell heißt oder welche Wertung es gerade hat. Doppelplusgut sag ich nur.

Also in all der schönen Zeit in den Allergenfreien Bereichen der Großstadt werden immer mehr und weitere Daten über dich gesammelt. Und die verfestigen dann dein Bild. So dass ein jeder sofort weiß, woran er bei dir ist. Wie erwähnt eben auch der liebe Herr Staat. Der damit dann auch schon weit vor der anstehenden Wahl weiß, wen du denn wählen wirst.

Und darum muss die Wahl ja auch erst gar nicht stattfinden – weil das Ergebnis eh schon feststeht. Das wäre dann auch Demokratie 2.0! Heissa! Und Politiker die ihre Vita oder ihre Abschlüsse gefälscht haben oder irgendwo abgeschrieben oder sonst wie gelogen und korrumpiert haben – gibt es gar nicht mehr. Nur noch Politroboter die den lieben langen Tag nichts anderes tun, als das für und wieder zu debattieren. und zum Schluss wird abgestimmt.

Sagst du jetzt, wo ist der Unterschied zu heute?

Gut, die kosten eben nur noch Strom. Keine dicke Diät mehr.

Und wenn der durch Wind, Wasser und/oder Sonne hergestellt wird…ist doch erst mal alles gut!

Während das Volk draußen Pokemons jagt oder bei der EM/WM/AM/BM/CM zu Hause vor der Glotze zuschaut.

Arbeiten muss ja auch niemand mehr, denn sämtliche Jobs der Welt werden komplett von Robotern erledigt. So dass der Mensch sich ganz auf seine guten Seiten besinnen kann. Ich hatte es bereits beschrieben, du erinnerst dich sicher.

So malt der gute Mensch dann halt Ölgemälde aus Urin oder bastelt aus Filz kleine Hüte. Oder baggert in seinem Garten herum. Ganz, ganz kecke nehmen 3 Stunden lang den gerade im Garten entdeckten wilden(!) Vogel auf. Solange der Akku reicht. Und ein ECHTER VOGEL: Kein Pokemon! Wow!

Lange keinen mehr gesehen. Außer im Zoo oder im TV.

Schöne neue Welt halt…alles so wundervoll bunt! Und sogar in HD! CURVED! Also gebogen…für uns Ältere…

Weisse Bescheid, ne?

 

 

Wer Hunde isst

Lieber Tagesbuch, 

der unterdrückt auch Menschen. Ist zwar kein direkter Zusammenhang – aber man kann/konnte es ja aktuell in China beobachten. Da werden rituelle Krankheiten einfach durchgezogen – weil das Volk nachher noch aufsteht und aufmüpfig wird. Also lieber alles erlauben bis auf die freie Meinungsäußerung – und schon sind alle zufrieden. Bis auf die Schwein und Rind essende westliche Zivilisation, die sich mit grauen abwendet, wenn dem geliebten Bello das Fell über die Ohren gezogen wird.

So mag wohl auch der alteingesessene Afrikaner beim Wasserbüffel oder der Australier beim Strauß denken. Schmeckt doch. Also ab auf den Tisch!

Womit wir bei der immer wieder beliebten Diskussion der Essgewohnheiten des Parasiten Mensch auf dem wundervollen Erdenrund wären. Grundsätzlich kann man ja keine Grenze ziehen, auch Pflanzen haben ein Anrecht zu leben. Nur was soll der Parasit dann essen?

In der weit entfernten Zukunft wahrscheinlich irgendwelche Pillen und Lösungen – weil alles andere auf dem weiten Erdenrund schon auf- und kahlgefressen wurde. So wie bei jeder Plage, wenn der Parasit einfach zu viel zu fressen vorfindet. Große Bevölkerungsexplosion und irgendwann dann der Kollaps. Warum bitteschön sollte es dem Menschen anders ergehen? Ist er doch nur ein Teil der Kette und kann nicht anders. Sagen die einen.

Ich sage allerdings, wenn er schon Zellkulturen züchten kann, warum dann nicht das Fleisch als Zellkultur heranwachsen lassen? Lasst die Lebewesen in Ruhe und perfektioniert lieber die Anzucht dieser Kulturen! Da wird dann unbelebtes verköstigt und jeder kann seiner Geschmacksrichtung frönen. Cola-Himbeer sag ich nur.

Bis dahin werden sicher noch eine Menge Sommersonnenwenden erlebt – und eben auch ebenso viele Hunde abgeschlachtet. Und Küken geschreddert. Und Gänse gemästet. Und so weiter und so fort.

Nein, der Mensch ist ein ganz lieber. Ehrlich!

So bis auf Atombombe und Krieg und Armut und Elend und Ausbeutung und Raubtier-Kapitalismus bzw. Globalisierung.

Und Giftgas und Völkermord und Umweltverschmutzung und Asbestverseuchung und Dioxin und Contergan und so weiter und so fort.

Ansonsten ist der Mensch total lieb.

Gottgleich!

Zumindest überlegt er schon, ob er nicht Autos und sogar Züge von selbst fahren lässt. Gut, bei der deutschen Bahn wird das noch einige Zeit dauern, da sind wir Verspätungen ja gewohnt und es wäre schon ein Wunder, wenn am Ende nicht ein Zugführer ohne Lok bei den Anstrengungen herauskäme (so in der Masse gedacht) – aber insgesamt lässt sich der Siegeszug der Maschinen doch kaum noch aufhalten. Schließlich gehen so viele wunderschöne Dinge damit einher. Man kann sich selber und all seine Gedanken und Erinnerungen irgendwo in der Cloud abspeichern und bei Bedarf jederzeit wieder abrufen. Wüsste man also, wenn man jemanden nach langer Zeit wieder trifft, warum man denjenigen nicht mehr wieder treffen wollte. Da hilft dann Verdrängung nicht viel. Und hinter einem jeden Menschen steht dann ein kleiner Roboter, der Pflichtschuldigst alle Aufgaben erledigt. Man selber hängt als schlaffer Fleischsack in der Manier eines ausgewachsenen Stephen Hawking in seinem Stuhl und hat die Intelligenz des gesamten Universums in sich vereint. Nur ist man eben nicht mehr in der Lage irgendetwas selber zu tun. Denn Muskeln bilden sich bei Nichtbenutzung zurück. Soll beim Gehirn übrigens ähnlich sein – auch wenn es kein Muskel ist.

Schlussendlich wird dann halt auch der letzte Hund verspeist sein (Hopi-Indianer als Hinweis) und die Spezies Mensch vom Planeten vertilgt bzw. verschwunden. Ganz schön Schwarz gesehen, ich weiß.

Aber hat doch auch was Schönes, wenn dann dereinst tatsächlich außerirdische zu Besuch kommen – und die selbst fahrenden Autos und Züge als Lebewesen untersucht werden.

‚Was mag wohl Deutsche Bahn heißen?`

‚Ach, ist bestimmt nur so ein blödes Tattoo wie bei uns auch vor zigtausenden von Jahren.‘

‚Mag sein. Mich wundert auch, dass jeder von denen IMMER unpünktlich zu jedem Termin auftaucht!‘

‚Sind halt keine Hunde! Die sind IMMER pünktlich. Zumindest wenn es was zu essen gibt…‘

 

Stimmt. Die wurden zur Sommersonnenwende lieber in den Kochtopf geknallt.

Am liebsten würde ich von Luft und Liebe leben. Und von Lichtenergie. Aber leider waren alle bisherigen Experimente zu diesem Thema eher unergiebig.

Dann bleibt mir eben nur mich am Riemen zu reißen. Jeden Tag. Denn dafür wurde mir Vernunft gegeben. Klar, alles auf Fressen und gefressen werden aufgebaut. Aber wenn man das System kapiert hat, dann kann man das doch auch abändern. Zumindest bin ich der festen Überzeugung dass das geht…

Also ich wäre für das wieder einführen der alten Riten der Maya, Inka und Azteken! Nach jedem Fußballspiel wird die verlierende Mannschaft auf dem Altar geopfert in dem man ihnen einzeln das Herz rausreißt. Und anschließend darf der Gewinner die Kleidung der Zuschauer mitnehmen.

Hört sich ganz vernünftig an. Zumindest nicht bekloppter als das mit den Hunden…

WEISSE BESCHEID, ne?

P.S.: eigentlich ist ja Sommerpause und sowieso auch noch EM – aber für diesen Unsinn musste ich eine Ausnahme von der Regel machen…

 

Unvermögen

Lieber Tagesbuch,

 

ist laut einer neuen Studie des Bundesfirlefanzministeriums sehr gleich verbreitet in der Bananenrepublik Schlaand.

Entgegen den bisherigen Vermutungen, dass das Vermögen in direkter Weise mit dem Unvermögen in Korrelation steht, haben Wiesenschaftler nun herausgefunden, dass das Unvermögen proportional zur Machtfülle wächst.

Erste Studien ergaben bereits im Altertum zarte Hinweise auf die direkte Verbindung zwischen Macht und Ohnmacht. Schon Moses war nicht in der Lage, selber das Wasser zu teilen: er brauchte einen Gott dafür. Dass dieser dann auch gleich noch mit Geboten um die Ecke kam, lief nach dem Motto: die Geister die ich rief…

Das Unvermögen zieht sich aber weiter wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte. Angefangen bei eben diesem Gott, der nicht in der Lage war, eine fehlerfreie Kopie seiner selbst zu erstellen (das Klonen war kurz nach dem Urknall noch in den Kinderschuhen – und der Tinnitus nach dem großen Knall hat auch sein übriges getan) bis hin zu Shakespeare, der nicht in der Lage war, die Frage nach dem Sein oder Nichtsein zu beantworten. Er war ja auch kein Gott, der einfach so mal eben alles aus dem Nichts erschaffen hat. Obwohl die Zentralbanken heutzutage auch Geld aus dem Nichts erschaffen können. Aber das ist ein anderes Thema.

So war es eben auch Gilgamesch nicht möglich, den Tod des Enkidur, oder Hannibal, trotz Elefantenrunde über die Alpen, letztlich die Niederlage von Karthago zu verhindern. Obwohl beide Vermögend und sicherlich auch mit Macht versehen waren. Nutzt halt nix wenn man nicht die richtige Idee hat.

Denn Unvermögende gibt es ja zu Tausenden.

Die können morgens schon nicht aufstehen, weil sie in der Nacht nicht schlafen konnten. Dann können sie nicht frühstücken, weil sie ja am Vortag auch nicht einkaufen konnten.

Gleiches gilt aber dann auch für sämtliche Mahlzeiten des Tages. Und können sich auch nicht anziehen, weil sie sich vor dem Schrank auch nicht entscheiden können.

Und können deswegen nicht arbeiten gehen, weil nackt geht ja nun auch nicht.

Und aus Sorge um einen möglichen Job können sie nachts nicht schlafen.

Darüber können sie auch mit niemandem sprechen – weil keiner da ist, der sich das anhören würde. Und schließlich fällt es auch niemandem so wirklich auf. Weil all die anderen ebenfalls unvermögend sind. Ein Teufelskreis.

Auch wenn man sich fragt, warum da jetzt wieder direkt solch ein Aberglauben im Spiel sein muss. An den Schwefeltypen glaubt doch nicht wirklich noch jemand, oder? Irrsinn. Und das im 21. Jahrhundert. Aber da gibt es ja noch ganz andere Dinge, an die Menschen so glauben. Ich sage nur Lichtenergie. Oder Demokratie.

Ich vermag mir nicht auszumalen, wo dies alles noch hinführen wird.

In ein paar hundert Jahren werden alle so abhängig von kleinen, süßen Robotern sein, dass selbst lesen und schreiben wieder komplett verlernt sind. Das ist keine Prognose sondern nur die Fortführung des Jetzt in die Zukunft. Sag ich mal so.

Vor etwa 10 Jahren war die normale U-Bahnfahrt noch von vielen lesenden Menschen begleitet. Bücher. Nicht Whatsapp. Also INHALT nicht AUFENTHALT waren maßgeblich.

Aber was soll es schon?

Spätestens mit der Vorstellung, dass irgendwann in weiter Ferne keiner mehr weiß, was die Warnhinweise an den Stollen zu den atomaren Giftfässern zu bedeuten haben und man eher glaubt, dass es sich hier um was ganz mega-tolles handelt, welches man unbedingt sofort ausbuddeln muss, um dort schnell mal reinzuschauen…spätestens dann wird einem klar: Knappe Zwanzigtausend Jahre soll der strahlende Dreck dort unter der Erde liegen? Is klar. Ihr seid mir echte Spaßvögel.

Wahrscheinlich können eben diese dann bereits ohne Motoren fliegen.

Und die echten Vögel (wegen der Mutationsraten in der unmittelbaren Nähe von radioaktiven Fässern) können dann sprechen.

Und lesen sich gegenseitig die Bedienungsanleitungen für ihre fehlgesteuerten Menschen vor.

‚Meiner kackt immer in den Käfig!‘

‚Ja, bei Menschen ist das ja auch immer gleich so ein riesiger Haufen! Musst ihn vegan ernähren, dann stinkt es zumindest nicht so doll…‘

‚Ja du hast gut zwitschern, woher nehmen? Bio und vegan ist mir zu teuer, ich kann nur zum Vogli!‘

‚Tja, hättest du mal besser aufgepasst und nicht immer dazwischengeträllert…dann wärst du heute ein hohes Tier! Ein Saat-Sekretär oder so…‘

‚Ach, was soll es schon. Muss ich halt weiter von meinem Mindestlohn leben und zusehen. Zumindest gibt es in meiner Stadt noch keine Menschensteuer wie bei euch…‘

Wir verlassen diese zukünftige (?) Diskussion und wenden uns wieder der unmittelbaren Gegenwart zu.

Unvermögen ist also, wenn man trotzdem einfach weiter macht.

Ohne Blick auf die Konsequenzen.

So an einem lauschigen Frühlingsnachmittag eine Atombombe in der Garage entwickeln etwa.

Oder mit 180 durch die Fußgängerzone – am Sonntag-Mittag.

Oder Geld drucken um Staatsanleihen damit zu kaufen.

Oder wählen zu gehen und sich nix dabei zu denken – und trotzdem zu hoffen, dass sich was ändert. Also das normale Verhalten des Bürgers von heute.

Wo war ich?

Genau: ob nun Gilgamesch oder Moses oder Cäsar oder wer auch immer in der Geschichte.

Probleme gab es immer schon. Und immer genug Leute mit Unvermögen, das Problem zu lösen. Wie sagte Einstein? Wenn man nur einen Hammer hat, dann sieht jedes Problem wie ein Nagel aus…

 

WEISSE BESCHEID, ne?