Die flatulative Osmose

Lieber Tagesbuch,

herrscht ja eindeutig eher beim Mann vor. Zumindest ist mir in all den bisherigen Lebensjahren selten ein weibliches Exemplar untergekommen, welches mit derartiger Monstrosität der Flatulenz huldigt – wie eben der Mann.

Äußert sich bei manchen dieser Art darin, dass tatsächlich sogar Spiele damit verbunden werden. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang immer an meinen Opa, der mich als kleines Kind immer aufforderte, an seinem Zeigefinger an der rechten Hand zu ziehen. Und in dem Moment, in dem ich dies tat, entfuhr es ihm. Mächtig, laut, oft auch grässlich stinkend, was evtl. auf die Zusammensetzung seiner Darmflora Hinweise hätte eröffnen können, wenn ich denn zu diesem Zeitpunkt bereits ein erfolgreiches Medizinstudium hinter mich gebracht gehabt hätte. Dies war nicht der Fall und so zog die Duftwolke ungehindert über die gesamte Fläche der angrenzenden Grünanlage. Ohne nachfolgende Analyse über deren genaue Zusammensetzung und die vorausgegangenen Prozesse.

Diese Art der offen zur Schau gestellten Flatulenz, der flatulativen Osmose halt, bei der jede Zelle des Körpers die eigenen Stoffwechselprodukte über die Darmwinde aus dem Körper abführt, ist bei Männern scheinbar nicht selten anzutreffen. Zumindest war immer mal wieder jemand dabei, der ungeniert in der Öffentlichkeit sein Innerstes nach außen gekehrt hat.

In den meisten Fällen nicht gerade zur Erheiterung der Umwelt – sondern eher um Empörung und Missgunst zu ernten. Oder wie sagte ein Komödiant letztens? Scheiße is, wenn der Pfurz watt wiegt.

Auf solche tendenziell wichtigen Erkenntnisse kommt halt auch nur, wer seine Düfte nicht sammelt. Was mich wieder dazu bringt, dass ich den Nutzen von Aktivia immer noch nicht verstanden habe. Kann es tatsächlich sein, dass man NICHT pupsen kann? Ist als Mann nahezu unvorstellbar. Gerade bei Vollkornbrot und ausgewogener Ernährung bin ich quasi ein sich ständig in der Gasproduktionsphase befindlicher Zellhaufen in einem Fleischsack. Es gärt rund um die Uhr in mir. Nun nicht nur wegen der Weltpolitik, in der auf der einen Seite die Abschottung und das absolute Paradies versprochen werden – um auf der anderen Seite die halbe andere Welt in der Zwischenzeit mit einem Bombenteppich zu belegen. Ideologien, Religionen, Kriege. Habe ich mir nie etwas draus gemacht und ich muss sagen: ich brauche es auch nicht. Da furz ich sozusagen drauf.

Der eine hortet also die Dämpfe in seinem Inneren, der andere irgendwelche Dinge in seinem Haus oder seiner Wohnung. Nennt sich dann Darmverstopfung oder Messie. Ganz danach, welchem Laster man nun genau frönt.

Wobei der Messie natürlich das entscheidend größere Problem hat – weil er irgendwann noch nicht einmal mehr auf sein eigenes Klo kann. Um Dampf abzulassen oder geschweige denn an seinem Körper irgendwelche Tätigkeiten vorzunehmen. Sei es auch nur zur Pflege desselben. Alles voller Bananenkisten oder Plastiktüten.

Ganz abgesehen von den alten Möbelstücken und Hüten, Vasen, Taschen, Pumpen, Kompressoren oder kleinen Heizkraftwerken. Was sich halt so ansammelt wenn man hin und wieder mal auf den Flohmarkt geht. Da sind andere froh, dass sie den Müll endlich quitt geworden sind – und ein ehrenwerter Messie hortet die neuen Errungenschaften. Nicht, dass mir das harte Schicksal nicht bewusst ist.

Und vor allen Dingen: ich möchte mich nicht über Krankheiten lustig machen, weit gefehlt. Die bedürfen der Behandlung, ohne Frage. Wobei sich mir schon die Frage stellt, ob nicht schon die ganze Welt erkrankt ist. Aber dies ist mal wieder eine andere Geschichte.

So sammelt man also vor sich hin, bis die ganze Bude ohne den Trödeltrupp nicht mehr beherrschbar ist. Und die kommen dann und schmeißen einfach die Hälfte weg. All das, bei dem man jahrelang in seinem Kopf sagte: das kann man doch noch gebrauchen! Ist vielleicht die Erziehung in den Kindheitstagen, kurz nach Kriegsende, ein wenig schuld daran.

Damals trichterte Oma uns allen doch schon ein, dass man lieber etwas repariert als wegschmeißt. Hat man ja nicht so viel davon, von diesen Dingen. Und darum muss man die schon pflegen und aufbewahren und eben auch reparieren. Während Opa mir wieder seinen rechten Zeigefinger hinhielt. Was auch so ziemlich seine abschließende Sicht der Dinge beschrieb.

Was störte es ihn schon? Hatte er doch sein Leben schon gelebt und nun ging es nur noch darum, die Rente sinnlos zu verprassen. Rente? Ja, ich weiß, etwas, was man heute kaum noch versteht. Zumindest, dass man davon leben kann. Geschweige denn große Sprünge machen. Oder gar den Zeigefinger hinhalten. Aber: die Renten sind sicher! Nicht die Höhe, aber eben der Begriff. Auch eine andere Baustelle, kommen wir noch mal dazu. Stichwort Altersarmut.

Stapeln sich also die Erinnerungen und der Müll der Geschichte im Hausflur. Bis es den Angehörigen oder den Nachbarn stinkt. Da hilft dann meist wirklich nur noch die Radikalkur. Alles weg und endlich mal wieder besenrein machen, die gute Stube. So ein Frühjahrsputz hilft ja auch der Seele. Zumal entrümpeln IMMER gut tut. Schließlich belasten viele Dinge einfach nur unser Leben. Man baut sich sozusagen komplett zu. Materielle Bindung an eine immaterielle Zukunft. Denn diese existiert ja erst mal nur im Kopf. Was uns wieder dazu bringt, zu erörtern, was am anderen Ende oft herauskommt. Neben der ganzen Scheiße, die den lieben langen Tag so weltweit ans Licht der Öffentlichkeit kommt.

Wusstest du übrigens, dass ein Abgeordneter NACHDEM er sein Mandat niedergelegt hat, für jedes Jahr mit Mandat 18 Monate lang knapp 9.000 Euro Überbrückung bekommt? Heißt also, man war, sagen wir mal, 11 Jahre im Bundestag – und plötzlich fällt auf, dass man ja gar kein Hirn hat. Muss man sein Mandat niederlegen. Und bekommt dann noch satte 16 Jahre seine Überbrückung. Also muss man erst mit 40 in die Politik. Um bis zur Rente ausgesorgt zu haben. Das sind doch mal echte Perspektiven! Gerade für die junge Generation, die laut aktuellen Nachrichten ja nicht mehr so sehr konsumieren möchte.

Wovon auch? Vom Mindestlohn und von befristeten Verträgen? Da wird man doch gern Politiker! Und lässt so manches mal Dinge ab…von denen man auch denken könnte, es wäre nur ein Furz in der Weltgeschichte.

Und manch einer, der lässt ja auch mal heimlich einen fahren – im Aufzug. Wenn niemand dabei ist. Nur um dann im nächsten Stockwerk peinlich berührt auszusteigen – weil vor der Tür jemand wartet. Und man ja allein im Aufzug war. Wer sollte sonst wohl dort drinnen gefurzt haben? Schlimm, schlimm. Aber auch wieder gut, dass man die eigenen Dämpfe prima riechen kann.

Sonst würde man als Mann auch ziemlich schnell am Ende der eigenen Kräfte angelangt sein. Oder zu Anti-Aktivia greifen. Um der Flatulenz Einhalt zu gebieten. Kann ja sonst auch keiner aushalten! Außer, man bewegt sich im Parlament der geistigen Flatulierer. Wenn man nicht gerade Hirn-Dünnschiss hat. Und von Demokratie und Todesstrafe faselt. Soll es geben. Was sich alles so Demokratie schimpfen darf. Tststs. Da lobe ich mir doch die Einstellung von Opa.

‚Hier, zieh mal dran!‘

Hält mir den Zeigefinger hin – und ich zieh wieder dran. Obwohl ich das ganze doch schon kenne.

Ach Oppa, du warst schon eine Granate!

 

WEISSE BESCHEID, ne?

 

Getürkte Wahrheiten

Lieber Tagesbuch,

lassen mich seit ein paar Jahren ja nicht mehr los. In den letzten Wochen sogar wieder verstärkt. Schließlich stirbt die Wahrheit meist zuerst…und heute wird es eher ernst. Hin und wieder ist es eben nicht anders zu ertragen als mit Kritik…

Da erdreistet sich ein Pressesprecher eines noch im Bau befindlichen deutschen Flughafens doch tatsächlich, die ganze Wahrheit, und nichts als die Wahrheit auszuposaunen. Und was passiert dann gleich im Handumdrehen?

Genau, er wird entlassen. freigestellt. Von der Arbeit befreit. Von der ganzen Last, die ihm sicherlich auch stark vom Herzen gefallen sein dürfte – nachdem er sich einmal mit der sprichwörtlichen Verpulverung von Steuermilliarden eingehender befassen durfte.

Frei nach dem Motto: es darf nicht sein was nicht sein darf!

Oder wie im Mittelalter, wo man ja den Überbringer der Nachricht köpfte – weil man am Inhalt der Nachricht selber kaum was ändern kann.

Ist quasi wie ein Fußballspiel, welches so lange läuft, bis der richtige gewinnt.

Oder mit Referenden, die man so lange durchführt, bis das richtige Ergebnis herauskommt. Wobei richtig hier natürlich von der Kapitalkraft des jeweiligen Befragenden abhängt. Und auch, ob man ein Referendum dann auch überhaupt ernst nimmt. Oder, wie bei uns in der Republik, gar nicht erst durchführt, weil das Volk einfach unmündig ist. Das hat es vor knapp 100 Jahren ja bewiesen. Überhaupt findet man derzeit einige Parallelen zur Weimarer Republik. Aber dazu vielleicht mal ein anderes Mal mehr.

Muss man sich auch also mal vor Augen halten. Da wird im Jahre 2006, medienwirksam zur Fußball-WM im eigenen Lande, der erste Spatenstich zum Neubau eines Hauptstadtflughafens getan. Und anvisiert werden, neben einer Milliarde an Baukosten , knapp ein Jahr, also Ende 2007, wahrhaftig die Fertigstellung. Mittlerweile sind aber schon 10 (!) Jahre vergangen, die Kosten sind auf über 6(!) Milliarden angewachsen – und kein Ende ist in Sicht. Nicht, dass wir überhaupt jemals ein Bauprojekt in der Republik innerhalb der beiden Grenzen Zeit und Geld fertig bekämen. Völlig illusorisch. Wie auch? Wenn man Einsteins Zeit-Dilatation voraussetzt, also dass bei hoher Gravitation bzw. Anziehungskraft die Zeit gekrümmt wird, dann ist es doch klar: bei solchen Schwergewichten wie unseren windigen Politikern und den ganzen Baugrößen – da kann, durch die große Anziehungskraft der Kapitalgeber auf die Politiker schon mal die Zeit gekrümmt, gedehnt oder was weiß ich werden. Und Geld? Geld ist sowieso nur eine Illusion, dazu kommen wir später aber noch ausführlicher.

Also im Grunde kein Wunder – die soll es ja immer mal wieder geben – sondern leider eher bittere deutsche Realität. Medizin muss halt bitter schmecken. Vielleicht hat die Kanzlerin darum immer solche Gramfalten um den Mund herum? Wenn sie sich doch so sehr grämt, warum dann nicht den Weg frei machen für eine erfrischend NEUE Politik ohne das Kohl’sche aussitzen? Aber ich werde hier schon wieder politisch – das möchte ich ja eher vermeiden. Denn die dümmsten Kälber wählen eben ihre Metzger selber. Jeder kriegt eben das, was er auch verdient.

Und dann stellt sich in dem Rührstück um den deutschen Flughafen in Berlin doch glatt so ein popeliger, kleiner Pressesprecher hin – und meckert und zetert. Ich meine jetzt nicht den Pressesprecher der Kanzlerin. Der dreht ja eher an der Wahrheit so lange herum, dass am Ende keiner mehr weiß, was eigentlich Sache war. Oder man sitzt es, wie gesagt, einfach aus. Oder man ist gleich bestürzt. Man kennt das ja. Wenn da mal nicht nur die Diplomarbeit abgekupfert ist…

Aber so etwas einfach ungefiltert in einer Presseerklärung herauszugeben! Die Wahrheit! Wo sind wir denn? Das geht natürlich gar nicht. Nestbeschmutzer! Fast so, als wenn man einen ausländischen Staatspräsidenten mit satirischen Mitteln hier im Inland unmittelbar angreift – und die Mutter der Nation ergreift Partei. Und setzt sich damit einfach über bestehende Gewaltenteilung hinweg. In dem sie vorab schon verurteilt und Recht spricht. Oder das Parlament einfach Gesetze verabschiedet, die von vornherein Verfassungswidrig sind.

Kann man in all diesen Fällen nicht einfach mal bei der Wahrheit bleiben und zum Beispiel einen Despoten und Diktator auch wirklich Despot und Diktator nennen? Und einen Bruch der Demokratie auch als solchen bezeichnen? Scheinbar nicht. Es gibt halt immer noch Paragrafen, die zu Zeiten des Kaisers (‚Majestätsbeleidigung‘) eingeführt wurden und irgendwie die Jahrhunderte überleben. Weil keiner abändert solange man nicht aktiv wird. Seltsames Politikverständnis. Da wird dann lieber eine neue blaue Plakette eingeführt um das Abwracken 2.0 einzuleiten. Hat nix mit Wacken zu tun. Gott bewahre! Die armen Festivalbesucher. Würde ich doch nie über einen Kamm scheren mit diesem Pack…

Oder, ein weiteres Beispiel, man besitzt ein Unternehmen, mit dem man weltweit irrsinnige, ja wahnwitzige Gewinne einfährt, in dem man Telefone verkauft – nur 80 mal so teuer als es früher der Fall war. Und die anfallenden Gewinne aus den Verkäufen versteuert man dann irgendwo anders in der Welt. In einem Land, in dem man, sagen wir mal, so ein Prozent als Gewinnsteuer bezahlen muss. oder auch gleich gar nichts. Oh wie schön ist Panama! Und wie unschön ist Solidarität und der Gedanke daran! Man nutzt die Infrastruktur und die Menschen – aber Steuern zahlen? Bin ich blöd? Nun, als kleiner Mann bleibt einem nicht mehr als brav abzuführen. Wird ja schon zwangsweise getan. Auf dem Lohnzettel ersichtlich. Aber als globaler Konzern mit dem humanitären Ansatz, das Kapital ohne Rücksicht auf Verluste zu vermehren – was stört einen da schon die Solidarität? Oder auch Rücksichtnahme? Weder auf Verbraucher noch auf Umwelt. Bringt ja keinen Profit.

Wir leben eben heutzutage in einer vollkommen neuen Welt. Da bekommen bisher allseits bekannte Begriffe vollkommen neue Bedeutungen. Getürkt ist etwas nicht etwa, weil wir es mit Despoten oder gar Diktatoren zu tun haben, nein, weit gefehlt. Auch wenn du jetzt an genau so etwas denkst. Der Begriff ‚getürkt‘ selber kommt von einem im 18.Jahrhundert, zur Zeit von Friedrich dem Großen, als Weltneuheit vorgestellten Schachcomputer, bei dem vor dem für alle einsehbaren Schachfeld eine mit orientalischer Kleidung versehene Puppe saß, welche angeblich die einzelnen Züge mit einer ausgeklügelten Mechanik im Inneren eines Kastens berechnete und dann eigenhändig ausführte. Im Kasten selber saß aber ein kleiner Mensch. Man kam dem Treiben schnell auf die Schliche – und fortan war eine Sache ‚getürkt‘.

Fast so, wie uns die weise Politik wahr machen will, dass die Märkte und das Finanzwesen solch undurchschaubare Kästen sind, bei denen man eher ehrfürchtig den Banken und Großfinanziers zuschaut – ein Wunder, dass diese die Hintergründe verstehen und durchblicken! Und falls nicht und alles an die Wand fährt wie schon mehrfach geschehen, dann steht ja der Steuerzahler bereit und hilft mit seinem Ersparten und den allseits beliebten Steuermilliarden. Die haben wir dann plötzlich ja auch  ENDLOS zur Verfügung.

Genauso könnte man also heute von getürkten Wahrheiten sprechen. Man lässt also das Volk lieber in dem Glauben gewisser Wahrheiten – um sich selbst nicht mit bohrenden Fragen zu konfrontieren. Und um Antworten herum zu kommen.

Kennen wir alle doch aus dem Alltag nur allzu genau.

Mein Lieblingsbeispiel derzeit ist das tolle Mizellen-Wasser in der Werbung. Wundersames Wasser, welches bei der Anwendung spürbar alle Falten aus der Haut klopft und über Nacht den oder die Anwender mit der Haut einer 20jährigen ausstattet. Unbemerkt und ohne jede Qual. Fast ebenso unfassbar in der Wirkung wie die Beeren-Diät oder die Quark-Diät, welche jedes Jahr im Frühling durch den Blätterwald rauscht. Niemand weiß wie, und es funktioniert ja auch nicht wirklich. Und falls doch: dann war es die geheime Zutat, die wundersame Diät, Gott oder ein Panini-Sammelbildchen welches man auf dem Kaminsims mit Kerzenlicht im Dunkeln verehrt.

Dabei gibt es die Mizellen tatsächlich. Wer jetzt den genauen Ablauf der Entstehung von Mizellen herausfinden möchte, sei auf Wikipedia verwiesen. Erhellend. Kurzum: hier bilden sich kleine Klümpchen und die helfen angeblich gegen Falten. natürlich nicht, in dem sie sich in eben diese legen. Da geht jetzt keiner so genau drauf ein. Ein 30 Sekunden-Spot ist dafür auch zu kurz. Da müssen ja halbnackte Frauen gezeigt werden. Wobei, wenn man den Politikern folgen mag, dann ist auch das bald vorbei. Sexismus in Werbe-Spots: verboten! Besser. Dann glaubt den Mist wenigstens auch keiner mehr. So zumindest meine Hoffnung.

Und bei den Mizellen ist es im Grunde wie zuvor auch bei der berühmten Hyaluronsäure. Die war dann ja auch überall drin und unverzichtbar. Ich weiß auch gar nicht, wie ich mir ein Leben ohne Mizellen und Hyaluron noch vorstellen soll! Oder eben ohne Antioxidantien. Geschweige denn ohne Ionisiertes Wasser von den Polkappen. Mit einem Bagger frisch vom kalbenden Gletscher gehackt, mit Tauchern in Position manövriert um dann mit dem Tanker verschifft und anschließend portioniert und einzeln verkauft zu werden. Wer denkt da schon an die Umweltbilanz oder an CO2? Wenns schee macht! 14 Milliarden Jahre altes Wasser. Ob das noch gut ist? ich weiß ja nicht. Obwohl auch das Mindesthaltbarkeitsdatum (eine wundervolle deutsche Erfindung) längst nicht mehr das anzeigt, was es eigentlich sollte. Wegwerfmentalität mit eingeschlossen. Oder die bunten Ampeln. Wer achtet schon wirklich darauf? Die adipöse Gesellschaft sicherlich nicht. Bei denen muss die Verpackung schön bunt sein. Und am besten eben ionisiert und vom Mars. Oder wenigstens vom Mond. Raumfahrer-Nahrung. Herrlich.

Daneben eine kaum zu entziffernde Schrift in der Größe 0.0001 Arial, damit man auch auf gar keinen Fall etwas erkennt. Außer dem in fetter, einwandfrei lesbarer Schrift prangenden Markennamen. Und nicht nur gefühlte Quadrillionen an Inhalts- oder Aromastoffen. Alles ungefährlich. Alles natürlich. Wobei natürlich in diesem Fall heißt, dass es in unserem Universum herstellbar ist. Und in den letzten 20 Jahren noch keiner wirklich ernsthaft erkrankt ist. Wobei ernsthaft – wer will schon nach 20 Jahren den Zusammenhang zu einem damals verzehrten Yoghurt herstellen? Gut, in Amerika geht so was. Da steht auf den Produkten schließlich auch, dass man die Verpackung besser nicht mit isst. Wer so wahllos in sich hineinstopft. Was soll der auch schon groß wählen? Anderes Thema.

Ganz beliebt sind in der Aufzählung der tollen Zusatzstoffe ja auch die freien Radikale. Jetzt nicht die, die man mittlerweile in fast jeder Großstadt antrifft um gegen oder für etwas zu demonstrieren. Noch in den 80er Jahren war man damit der große Revoluzzer. Gern gesehen und etwas besonderes auf jeder Feier. Den Hippies der 60er Jahre angelehnt war man eben gegen alles und jeden. Und damit für das Leben. Warum? Ich weiß es ja auch nicht. Aber es war HIP.

Heute ist man eher gegen alles und jeden – und wird ganz schnell als Radikaler oder gar als Terrorist angesehen. Auch alle Maßnahmen, die man so ergreift, sollen ja vorrangig den Terrorismus oder diese Radikalen bekämpfen und eindämmen. Gewirkt hat das alles bisher nichts. Wie auch? Wenn jemand meint, er müsse sich in einer belebten Innenstadt in die Luft sprengen, dann wir der sicherlich vorher nicht noch über sein Handy den genauen Standort verraten. oder gar seinen Pass vor Ort verlieren. Oder einen Koffer mit irgendwelchen Schriften. Aber genau dies passiert. Fragt man sich: sind die zu doof? Wirklich so dämlich, dass selbst Nachbar Klawuttke drauf kommt und die Hintergründe erklären kann?

Oder aber sind wir schon so weit, dass wir Erklär-Fernsehen haben? Mit der kompletten Überwachung und dem Einheitsbrei um 20 Uhr? Alles getürkt. Und nächste Woche wird der Flughafen eröffnet!

Gut, welches Jahr habe ich jetzt nicht gesagt…und ein paar Milliarden mehr oder weniger – wen interessiert es schon? Wenn doch selbst von der EZB schon das Helikopter Geld angedacht ist. Fragst du dich, was das ist? Nun, ein lieber Onkel fliegt mit einem Hubschrauber über deiner Stadt und wirft einfach wahllos Geld ab. Welches man dann einsammeln kann. Wird sicherlich das Vertrauen in die Währung enorm stärken! Bei Nullzins versteht sich. Und Renten-Lücke. Fast so, wie eine Abwrackprämie für voll funktionsfähige Autos.  Nur  mehr hinten rum. Durch die Brust ins Auge. Nicht so ganz offensichtlich wie mit dem Hubschrauber. Verstehst du?

Wäre besser, die würden kein Geld sondern eher Hirn vom Himmel schmeißen. Aber solange hierzulande nicht 100 Prozent der Bevölkerung vegan lebt, würde ich nicht dafür garantieren wollen, was schlussendlich mit dem Hirn passiert…

Wer hat eigentlich beim Hirn mal auf die Inhaltsstoffe hingewiesen? Und müsste dort nicht auch eine Mindestnutzungsdauer vorgeschrieben werden? Eine Stunde am Tag?

Kein Wunder, dass man nicht mehr über den Rinderwahnsinn berichtet. Wenn eh alle davon betroffen sind.

WEISSE BESCHEID, ne?

Ran an die Eier!

Lieber Tagesbuch,

damit meine ich grundsätzlich natürlich AUCH das Liebesspiel zwischen Blume und Biene, so wie es jeder von uns kennt. Da werden dann sanft die Knospen bearbeitet und manchmal auch die Wurzel allen Übels beim Schopfe gepackt…soweit für uns Erwachsene recht eindeutig. Wenn dann im Nachgang noch ein harter Tritt in die Weichteile erfolgt und man dies alles rechtzeitig (so ca. 1 bis ½ Wochen vor den Feiertagen) erledigt – dann hat man sie: die zu Ostern allseits beliebten, bunten Eier!

Grün und rot und blau…

Fällt mir glatt einer ein:

Kommt ein Mann zum Ohrenarzt. Er nestelt an seinem Hosenschlitz herum, der Arzt ist irritiert und sagt sofort:‘ Ähm, ich bin ein Ohrenarzt. So wie es aussieht…‘

‚Moment, lassen Sie mich bitte kurz erklären.‘ Sagt der Patient während er seine Hose öffnet und an seiner Unterhose herumwerkelt.

‚Nein, nein, ich bin OHRENARZT, sie müssen sicherlich zu einem Urologen oder Internisten oder…‘

In der Zwischenzeit hat der Patient sein ‚Gemächt‘ entblößt und dieses erstrahlt in allen Regenbogenfarben, durchsetzt mit eitrigen und wunden Stellen.

‚Oh mein Gott. Damit müssen sie dringend zu einem Fachmann, das sieht schrecklich aus…‘

‚Lassen Sie mich doch bitt erst einmal erklären. Also. Wir haben einen Kegelklub. Und immer, wenn jemand in die Rinne wirft, dann kommen die beiden ältesten Kegelbrüder mit den dicksten Kugeln zu einem, stellen sich rechts und links vom Werfer auf, der muss sein Genital herausholen und zwischen den Kugeln platzieren – und dann zählen die beiden rückwärts…drei…zwei…eins…‘

Der Doktor starrt den Patienten entsetzt und fassungslos an, kriegt aber kein Wort mehr heraus.

‚Sehen Sie – und genau DAS höre ich nicht!‘

So viel also zu bunt gefärbten Eiern zu Ostern.

Wie kommt es eigentlich dazu, dass erwachsene Menschen zu einem besonderen Feiertag im Jahr in ihrem Garten oder sonst irgendwo in der Umgebung Lebensmittel, die sie zuvor mühsam mit Lebensmittelfarbe bearbeitet haben, verstecken – um diese dann später von anderen ausgraben zu lassen? Oder Monate später beim eigenhändigen Mähen des Rasens den fauligen Geruch bemerken und dann die jeweiligen Überreste mit kleinen Kotzanfällen beseitigen zu müssen? Welche Religion schafft so etwas? Und warum? Warum keine Sardinen oder die zugehörigen Dosen? Oder Käse? Oder warum versteckt man nicht direkt Blumenerde? Gut, schwer zu finden, ich verstehe es…

Der Name selber leitet sich ja aus dem lateinischen ab, also aus der alten Sprache Roms, dem Weltimperium, das sich vor den Neros und Cäsaren der Welt nicht verstecken konnte – und allen anderen einfach die eigene Ideologie  mit militärischen Mitteln aufgezwungen hat. Wer Parallelen entdeckt soll die zunächst für sich behalten. Hier geht es um Latein. Oder den, der mit seinem eben am Ende ist. Dem Lateinischen, in dem es ursprünglich ja Pascha heißt. Und wer den in der zivilisierten und emanzipierten westlichen Welt eben zu oft raushängen lässt, der bekommt auch mal einen zwischen die Hörner oder direkt einen Tritt gezielt unterhalb des Beckenbodens – und hat damit zwangsläufig geschwollene und farbige Eier. Kommt es also daher? Es wäre sinnig. Und hätte sogar nach den vergangenen tausenden von Jahren noch einen Bezug zur Realität. Den hat manch einer heutzutage ja schon verloren. Verlorene Eier. Wieder was anderes. Von den dicken oder verlorenen also kommt es eher nicht her. Auch wenn Eier ein zentraler Bestandteil des Festes sind, diese aber schon vor zigtausend Jahren bemalt wurden – galten Eier eben schlechthin schon immer für Fruchtbarkeit und wurden in eben den dazugehörigen Fruchtbarkeitsriten zu allen möglichen Dingen benutzt. Heutzutage bekundet man ja auch immer noch sein missfallen, in dem man wildfremde Menschen einfach mit faulen Eiern bewirft. Auf das die Frucht dieses Geistes für alle sichtbar stinke? Könnte für mich glatt ebenfalls ein tägliches Ritual werden…

Kein Wunder, wenn man dann, glaubt man an Auferstehung und ewiges Leben, auch an ein solches Fruchtbarkeitssymbol glaubt. Warum man dieses dann aber eifrig versteckt und von Mitmenschen suchen lässt, ist vordergründig nicht ganz so einfach zu klären. Und wenn die Eier, wie gerade  schon beiläufig bemerkt, schon vor tausenden von Jahren bemalt wurden, selbst in China oder Afrika – ohne einen Bezug zur christlichen Religion…wird einem ganz anders, wenn man ein solches prähistorisches Ei dann mal entdeckt. Von der Wertigkeit einem Faberge-Ei nahe kommend – vom Geruch dann eher nicht.

Unabhängig von eben diesen bemalten Eiern verstecken viele ja noch andere Dinge im Leben vor den Mitmenschen. Manch einer seine Neigungen, oder den Besitz – weil man Angst vor dem Verlust hat. Verlustängste sind ja eine der größten Triebkräfte im Leben. Auch wenn das letzte Hemd ja bekanntlich keine Taschen hat. Dennoch hat man halt enorme Angst davor. Beim vergraben der Eier hingegen legt man es ja sogar darauf an, dass diese gefunden werden. Also wäre es gleich besser, man würde es wie beim Geocaching machen und sich die Koordinaten gleich mit aufschreiben. Das wiederum kann dann wirklich in Arbeit ausarten – aber man hat im Hochsommer die unliebsamen Überraschungen nicht. Oder nur wenige. Soll ja auch mal Zahlendreher geben. Oder andere Missverständnisse.

Manch einer lässt sich sogar die Färberei komplett abnehmen und kauft schon fertig gefärbte Eier. Geht einem natürlich der tolle Essiggeruch und das färben an sich flöten. Als Kind, wie sollte es auch anders sein, habe ich das geliebt. Sogar Eier ausgeblasen für den Osterstrauch habe ich regelmäßig. Jetzt nicht die des ortsansässigen Pfarrers für dessen Strauch – nein, weit gefehlt, auch wenn ich mir ob der Sorgsamkeit des Priesters mit seinen anvertrauten Messdienern nie ganz sicher war. Anderes Thema. Ich sage nur Thebartz van Elst. Golden Eier. Oder Goldener Ochse. Komme ich noch mal zu.

Also man feiert die Auferstehung des Herrn und hatte dafür früher einmal sogar eine ganze Osterwoche frei. Hat man dann wegrationalisiert, in Zeiten der Industrialisierung, bis auf den Freitag und den Montag. Blöd, wenn man am Samstag oder Sonntag zu Ostern dann arbeiten muss. Ist sowieso schon nicht mehr zeitgemäß. Aber an solchen Tagen ärgert man sich dann sogar mehrfach.

Hatte man also vorher eine Woche Zeit zu färben, zu verstecken und zu suchen – muss das alles in der heutigen, schnelllebigen Zeit, an einem Tag passieren. Im Schnelldurchgang eben. In der aggressivsten Form habe ich dies einmal bei den Nachbarn erlebt. Die Eltern verstecken um kurz nach 9 Uhr am frühen Ostersonntag die Eier, die Kinder suchen um 20 nach Neun danach – mit dezenten Hinweisen von den genervten Erziehungsberechtigten (‚guck doch mal hinter dem Strauch‘, ‚schau doch mal in die Regenwassertonne‘, ‚sieh mal im Kühlschrank nach‘), weil die grenzdebilen Spielkonsolensüchtigen eher mit einer neuen APP versuchen, auf ihrem Handy den Kumpels aus dem Kindergarten klarzumachen, warum sie gerade bei der netten Netzwerkballerei wegen der blöden Eltern nicht teilnehmen können. Da wird dann oft aus Nachbarschaftsgründen und den mit den Streitigkeiten untereinander verbundenen Polizeieinsätzen ganz drauf verzichtet und die bunten Eier landen sofort auf dem Wohnzimmertisch. Ohne lästiges verstecken oder gar suchen. Und dann aber Heidewitzka – 3 Wochen Cholesteringepumpe auf Kasse. Man kann die Teile dann irgendwann auch nicht mehr sehen. Selbst das Frühstücksei wird dann schief angesehen.

Darum halten es einige wie mit ihrer nicht ausgelebten Religion: sie machen gar nicht erst mit. Freuen sich zwar auch auf die wenigen freien Tage, in denen sie entspannen können – solange bis draußen bei den anderen die Eier gesucht werden.

Stellen wir uns mal vor, wenn tatsächlich noch jedermann bei dem Mittelalterlichen Spektakel mitmachen würde. Man könnte in aller Seelenruhe ganze Stadtviertel plündern. Wie bei einer EM oder WM im Halbfinale – wenn die Deutschen dabei sind. Da taumelt auch alles in absoluter Glückseligkeit – während zur gleichen Zeit im Parallelament die wirklich wichtigen Gesetze verabschiedet werden.

Zum Beispiel, dass die Lebensmittelfarbe zum Färben der Ostereier nur noch aus biologisch abbaubaren und möglichst auch vom Menschen verzehrbaren Inhaltsstoffen bestehen darf. Als wenn jemand die Schale mit isst. Aber stimmt schon, ich hatte auch in der Kindheit oft Eier, deren Farbe nach dem pellen auch das ansonsten schneeweiße Ei im Inneren mitgefärbt hatten. Ich hab es trotzdem gegessen. Wer weiß was drin war? Und eigentlich bin ich auch froh drum. Ich habe ebenfalls Erde im Sandkasten gegessen, bin mit einer Schnoddernase rumgelaufen, bin auf Bäume geklettert und habe auch die Blätter von den Bäumen in meinen Mund gesteckt. Ich war halt auch die meiste Zeit draußen. Und das eben nicht nur am Ostersonntag zum Auffinden von versteckten, gefärbten Lebensmitteln von Zuchtvögeln. Wenn ich im heimischen Wohnzimmer vor der Kiste saß, dann war das eher für Cpt. Future, Biene Maja oder Kimba den Weißen Löwen. Da erstehen Gedanken in mir auf…herrlich. Hat Ostern eben doch was Gutes. Wer braucht schon Eier?…außer ein Herr Kahn?

WEISSE BESCHEID, ne?

 

 

 

 

 

Die gestohlen(st)e Stunde

Lieber Tagesbuch,

steht wieder einmal an, an diesem österlichen Wochenende. Jetzt nicht die Stunde, die durch allzu heftigen Alkoholgenuss und dem damit einhergehenden Dimensionsübertritt zwangsläufig zumindest dem Bewusstsein verloren geht. Nennt sich für gewöhnlich auch Filmriss. Wenn man also nach dem letzten Bier nicht mehr ganz so genau weiß, wie man ins heimische Bett gekommen ist. Und warum der Nachbarshund auf dem eigenen Klo eingesperrt und die Einfahrt mit erbrochenen Pizzaresten übersäht ist. Ganz zu schweigen von der fehlenden Hose und den darin enthaltenen 500 Euro, die eigentlich für die Anzahlung des Sommerurlaubs gedacht waren.

Diese Stunde möchte der Dimensionsspringer im Nachgang oft und gern vergessen, schließlich zeugt sie indirekt vom Unvermögen mit Unmengen von vergorenen Flüssigkeiten umgehen zu können. Und dabei die Contenance nicht zu verlieren. Möchte man dann eigentlich auch nicht mehr genauer drüber reden. Schwamm drüber sozusagen. In der Einfahrt sogar bildhaft.

Nein, hier geht es wirklich um die Stunde, die man uns seit Beginn der 80er Jahre – ja, die tollen 80er, sie hatten auch ihre Schattenseiten – immer wieder zu Sommerzeitbeginn, ohne erneute Rücksprache wohlgemerkt, klaut. Oder um es im Superlativ zu sagen: die tollste Stunde. Oder eben die gestohlenste Stunde. Weil sie einem im Frühjahr fehlt und dann auf wundersame Weise im Herbst wieder erscheint. Sozusagen gebeamt. Die Zeit selber. Durch die Zeit. Dies, in seiner Ausprägung, ein durchaus hochphilosophischer Ansatz heute – da ja auch die Zeit selber nur ein Konstrukt des Menschen ist. Für die Natur selber gibt es eben nur das ‚jetzt‘. Ist auch besser. Sonst würde die Natur noch Anfangen zu planen. Und womöglich auch noch 5-Jahres-Pläne aufstellen.

‚In 5 Jahren seit ihr feddich mit dem Atomausstieg!‘

Dann hätten wir ja mal was zu tun. Und die Betreiber einen besonderen Druck mit dem Rückbau der Anlagen. Der ja nicht durchfinanziert ist. Zu wenig Rücklagen gebildet. Haben die ja derzeit eher nicht, den Druck. Und eben deswegen auch keine Kohle. Erst wird sich schön über Jahre der eigene Wanst vollgeschlagen, mit den Gewinnen aus der absolut unschlagbaren Energie-Alternative (zu DUMPING-Preisen hergestellt, wohlgemerkt!). Und dann finanziert der deutsche Michel auch noch den Rückbau! Weil alternativlos. Das hätten die Herren Betreiber gerne. Die bilden ja schon seit Monaten sozusagen ‚Bad Energiefirmen‘, in denen die Risikoposten lagern. Und die Teile des Geschäfts, die prächtig Gewinne abwerfen, die werden in eigene Gesellschaften gepackt. Ein Schelm wer Böses dabei denkt! Nein, das ist eben Change Management auf feinste Art. Ich könnte denen auch mal was changen. Am besten den Kopf vom Rumpf. Endgültig. Sozusagen ‚Bad Rumpf‘.

Der Sommerzeitklau wurde also in meiner Kindheit vordergründig eingeführt, um angeblich die Abendstunden besser zu nutzen. Da bliebe noch zu klären, wer hier wem was einführt. Aber das ist ein anderes Thema. Wie so oft. Da es draußen also eine Stunde länger hell ist – kann man damit dann ergo auch Licht einsparen. So war der Gedanke damals. Klar, die Grünen waren als Protestpartei gerade im Aufwind, da musste der Parlamentarier mal schnell ein Kaninchen aus dem Hut zaubern. Oder eben die Sommerzeit und den damit verbundenen Stundenklau erfinden. Schade, wenn es mit den ganzen LED-Lampen, die ja auch zwangsweise eingeführt wurden, heutzutage dann nur noch um einen Bruchteil von den damals erdachten Einsparungen geht – denn irgendwie hatten die ganz, ganz schlauen dabei vergessen, dass man ja auch eher mit dem heizen anfängt – da die frühen Morgenstunden eben noch sehr kalt sind im Frühjahr, denn die Sonne geht ja während der Sommerzeit damit dann auch später auf. Und da durch den Verordnungswahn aus Brüssel dann auch noch die Glühbirne als Heizkörper gleich mit wegfällt…

Blöd. Irgendwie. Menno.

Um diesem mittelschweren Dilemma, nahe an der italienischen Tragödie, zu entgehen, hätte man sich aber über die Einführung der Sommerzeit damals auch einmal grundsätzlich Gedanken machen müssen. Da aber Anfang der 80er die meisten Diskussionen eher um Pershing (statt Petting), Atomkraft (Nein Danke) und das konstruktive Misstrauensvotum (und danach eine längere Periode nur noch Kohl in der Politik) zu tun hatten, blieb wenig Gehirnschmalz für die – damals ach so notwendige – Einführung der Sommerzeit übrig.

Das haben wir nun davon.

Was wird also alles verhindert, weil diese Stunde einfach abgezogen wird? Vielleicht eine anstehende Trennung? Weil man nicht mehr dazu kommt, den entscheidenden Satz (‚Ich ziehe zu meiner Mutter!‘) zu sagen? Man muss quasi sein leben lang mit einer Lüge leben – wegen dieser einen Stunde!

Schrecklich!

Oder ein lange schon notwendiger Krankenhaus- oder Arzttermin, der verschoben werden muss. Bei dem beim Abgeordneten, der damals die Einführung der Sommerzeit initiiert hat, dann festgestellt wird, dass es sich NICHT um ein Ödem im Kopf sondern eher um die komplette Abstinenz des Gehirns handelt.

Schrecklich!

Oder gar der Kinobesuch, bei dem ein paar zusammenkommt, die im Nachgang dann einen Nobelpreisträger zeugen, der all unsere Probleme als Menschheit auf dem Planeten löst…der aber wegen der geklauten Stunde und dem nicht stattfindenden Date dann nicht geboren wird…

Schrecklich!

Und was könnte man nicht alles mit der neu gewonnenen Stunde realisieren? Bei ca. 40 Millionen hart arbeitenden Mitbürgern hätten wir mal eben auch 40 Millionen Stunden zur Verfügung. Also knapp 4500 Jahre. Mann, da könnte man komplette Weltreiche erschaffen oder auch wieder untergehen lassen. Gigantische Projekte, wie eine Brücke zum Mond, wären endlich machbar. Man könnte endlich BER fertig stellen! Und das alles in der kurzen Uhr-Umstellung Ende März.! Über Nacht sozusagen. Und nur in unserer Republik.

Unfassbar.

Man könnte endlich die Einsteinsche Relativität mit der Heisenbergschen Quantentheorie zur allumfassenden Theorie ‚von allet‘ vereinen! Sozusagen die absolute Lösung aller Probleme! Wobei dann Zeitumstellungen sicher sehr schnell der Vergangenheit angehören würden…und nein, ich rede NICHT von der Abschaffung der Berufspolitik. Auch wenn es sich FAST so anhört…

Was wäre nur erst möglich, wenn wir den kompletten Irrsinn der Zeitumstellung sogar auf die gesamte Weltbevölkerung ausdehnen? Gut, man würde etwas durcheinander kommen mit den Zeitzonen und der hin und her Rechnerei – wenn man genau zu diesem Zeitpunkt auf seiner Urlaubsreise wäre. Ist man jetzt eine oder 2 Stunden zurück? Was, wenn ich die Sommerzeit mit draufrechne? Und wenn ich erst mit Einbruch der Winterzeit wieder abreise – wie so mancher Wandervogel?

Fragen über Fragen.

Wer sie definitiv nicht löst, ist unser Parallelament. Schon mal davon gehört? Ja, die kleine Ansammlung von Menschen, die unsere wichtigsten Probleme so nebenher…auf die lange Bank schiebt. Bis zur nächsten Wahl sozusagen. Und so eine kleine Problematik wie die Zeitumstellung erst gar nicht diskutiert – auch wenn 70% der Bevölkerung laut aktuellen Umfragen für eine Abschaffung der leidigen Umstellung wäre. Und die anderen 30 Prozent dazu sowieso keine Meinung haben. Wie immer. Gut, die gehen dann ja auch eher nicht wählen, also dürfen sie sich auch nicht beschweren wie und wer regiert. Anderes Problem.

Ich persönlich wäre ja sogar für eine Ausweitung der Zeitumstellung. In ganz großem Stil. Oder, auch so eine Stilblüte der letzten Monate, eine sehr, sehr, sehr große Zeitumstellung. Das mit dem dreifachen ‚sehr‘ benutzen derzeit eher die schreib-, lese- und denkfaulen unter uns. Um damit extra zu betonen, wie sehr-sehr-sehr sie eine Sache jetzt gut oder schlecht finden. Ist halt so, wenn einem die Superlative ausgehen. Oder der allgemeine Sprachgebrauch bei 50 Vokabeln endet. Oder bei derselben Anzahl von Vokalen. Auch damit kann man seine Superlativierung ja betonen. Das finde ich seeeeeeehr wichtig. Soooozusagen. Kommt man natürlich bei Twitter schnell an die Zeichengrenze. Muss aber gleichzeitig beim lesen der Nachricht nicht sooooo viel nachdenken. Ist heutzutage auch eher förderlich. Sowas.

Ich hätte da, wie soeben erwähnt, halt noch einen anderen Superlativ anzubieten: nämlich diiiiiiiiiie Zeitumstellung am Sonntag abend. Um exakte 5 Tage. Womit dann gleich nach der wöchentlich wiederkehrenden Umstellung wieder Freitag abend wäre. Und damit Wochenende. Passt doch. Das Wochenende mit dem Wochenende ausklingen zu lassen. Hört sich zumindest toll an. Wäre mein Wunsch an das Universum. Derzeit. Gut, 52 Umstellungen im Jahr, könnte auch wieder Stress bedeuten. Aber ich fände es cool.

Und groß an der Uhr zu drehen bräuchte ich dann ja eigentlich auch nicht mehr. Interessiert es doch eh keinen, wann ich dann NICHT zur Arbeit komme.

Weisse Bescheid, ne?

Das Kristall-Mett

Lieber Tagesbuch,

ist also mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wohlgemerkt wird da nicht das kristallisierte, gut gemischte Rinder/Schweine-Hackfleisch vom Vortag aus der Qualitätsmetzgerei auf den Tisch gekloppt und in den Kopf geballert – nein, statt des Mettigels bei netten Geburtstagsfeiern wird nun also der Rauchkolben rumgereicht – in dem sich eine absonderliche Substanz befindet. Ebenso billig in der Herstellung, einfach in Vertrieb und Nutzung – Breaking Bad lässt schön grüßen. Was der Mensch sich nicht so alles freiwillig einverleibt. Als hätte er immer und überall einen Ersatzkörper dabei…und ganz vorne mit dabei: unsere lieben Politiker. Die müssen ja schließlich genauestens, sogar bis auf die gekaufte Grammzahl genau, darüber Bescheid wissen, was sie so verbieten und vor allem auch warum! Also ist der Selbstversuch quasi ‚von Staats wegen‘ vorgeschrieben und für den ein oder anderen dadurch scheinbar auch legitimiert. Macht zumindest den Eindruck. Macht korrumpiert aber auch, wie wir noch sehen werden.

Da flammt natürlich, gerade wenn es einen grünen Politiker (wieder einmal, muss man ja schon sagen) betrifft, eine Diskussion auf, die so alt ist, wie der Mensch und seine ‚Kultur‘. Bedröhnt hat er sich ja schon immer, der von den Bäumen gekletterte Affe – und wenn es nur die liebe Muskatnuss im Essen war. Alles was in irgendeiner Form einen Rausch verursachen konnte – her damit! Dabei denke ich auch an solche Dinge wie Bungee-Jumping oder Fallschirmspringen – auf die man wohl auch erst dann kommt, wenn man sich aus dem 10. Stock eines brennenden Gebäudes, nur mit seiner Anzugjacke bewaffnet, wie einst McGuyver einen Flugaffen nachahmend, in die Freiheit rettet. Dazu müsste man diese Art von Affen aber auch erst kennen. Wie gut, wenn man sehr viele Tierdokumentationen in seinen Lebensweg integriert hat. Oder gar von einem abstammt.

Das macht es einfacher und lässt so manchen eben auch auf total verrückte Gedanken kommen. Sich Chemie in den Kopf zu pulvern ist dabei nur eine der Möglichkeiten.

Adrenalin-Kicks zum Beispiel sind von der Gesellschaft im Gegensatz dazu ja eher weniger verpönt – selbst wenn hin und wieder andere Menschen dabei zu Schaden kommen oder man sein eigenes Leben ohne wirklichen Grund derart gewagt aufs Spiel setzt. Zumindest kann man noch guten Gewissens die Berghänge hinunter fahren und muss sich höchstens von den Verfechtern einer unberührten Natur (ich bin ja auch so einer…) eine Litanei anhören. Allen anderen kann es nicht weiß oder hoch genug sein. Aktuell auch gut an den Werbekampagnen der einzelnen Skigebiete gut zu erkennen. Ob man dann bei der weißen Pracht auch gleich immer an das Kokain denkt und an den Hüttenzauber, dies sei mal dahin gestellt.

Sollte es sich im eigenen, speziellen Fall aber nicht um Adrenalin sondern um starke Rauschmittel wie Sex, Fußball, Alkohol, Heroin, Kokain oder Volksmusik handeln – dann hört der Spaß aber auf! Wer mitten in der Nacht den Nachbarn die geliebte Nachtruhe durch wildes Gestöhne immer mal wieder raubt – der kann sich hierzulande recht schnell vor Gericht wiederfinden. Und dann wird einem schon einmal aufgetragen, sich nur 2 mal in der Woche zu lieben. Alles andere wäre nicht zumutbar.Zumal im Sommer. Bei offenen Fenstern! Hallo? Irgendwas habe ich da mit Jesus und du sollst deinen Nächsten lieben wohl falsch verstanden. Oder eben nicht so laut.

Auch Volksmusik hat durchaus Suchtpotential, man soll es nicht verkennen! Wenn eine H.F. des Atems beraubt durch die dunkle Nacht wankt – dann johlt die halbe Republik mit! Und dies nicht mehr in schunkelnder Manier eines blauen Bocks. Da fragt niemand mehr. welches Schwein man favorisiert: da wird man selber schnell derjenige, der die Sau rauslässt. Oder am Ende gar selber verkörpert! Ausverkaufte Stadien und Millionen verkaufter Lieder können nur eines unmissverständlich klar machen: wir sind einfach ein Volk auf Droge! Oder wie soll man das auch noch nüchtern ertragen können? Ja, ich weiß, jetzt bin ich zu hart. Auch Volksmusik hat seine schönen Seiten. Der Flori und die Helene…

Und nehmen sie dem Deutschen mal seinen geliebten Fußball aus dem Fernsehen – bei so einer schönen WM- dann ist aber die Hölle in Herne! Und nebenbei kann man gut und gern das ein oder andere Gesetz verabschieden. Denn der Mob ist gerade im Halbfinale gegen Italien.

Wen es denn dann auch noch etwas genauer interessiert: in den Toiletten des berühmt-berüchtigten deutschen Bundestages wurden dereinst auf 22 der 28 Bedürfnisstellen Kokain-Rückstände gefunden. Die Nutzer haben dabei wahrscheinlich auch auf Dollarscheine zurückgegriffen – davon sollen ja mehr als 80 Prozent nachweisbar Kokain-Hintergrund haben. Bei uns sind es eher die 100er, die öfter einmal weiß glänzen. Und nun also auch noch Metamphetamine. Hauptsache die Herstellung war ökologisch und die Hersteller selber sozialversichert und mit dem Mindestlohn ausgestattet. Und wenn es schon nicht BIO ist, so ist es zumindest vegan. Dann hat es wenigstens noch einen politisch korrekten Sachbezug, dass entgleisen mit einer solch halsbrecherischen Methode. Und nun werden natürlich auch schon Gründe gesucht und gefunden, warum gerade der arme Kerl, der doch so geplagt ist vom Stress des Politiker-Lebens, auch mal über die Strenge schlagen darf. Kein Wunder, dass man da Drogen nehmen muss. Der eine nascht am Cannabis-Stengel, der andere reitet den Drachen – und der letzte im Kreis raucht halt Crack. Oder hört eben Volksmusik. Was für mich auf das gleiche herauskommt.

Korruption. Drogen. Lobbyismus. Demokratie halt!

Nein. Unser System IST gesund. Warum auch sonst sollte die ganze Republik ständig in einem alles umfassenden Rausch auf Alkohol, Tabletten oder sonstigen Drogen dahingleiten? Besser sein als unsere Politiker? Der Sonne entgegen. Dem nächsten Beschluss schon freudig die grüne Karte entgegenreckend – wenn man denn überhaupt im Parlament anwesend ist und nicht gerade mit den Kollegen auf der Toilette ein rauschendes Fest feiert? Mit welcher Begründung muss dies denn alles nüchtern erfolgen?

Da werden mir dann auch so einige Gesetzesentwürfe der letzten Amtsperioden klar. Kann sich ja auch keiner im nüchternen Kopp wirklich ausgedacht haben. Und im Grunde kann man ja auch durchaus froh sein, dass die meisten der Ehrenwerten Polit-Prominenz nur ihre Diplomarbeit abschreiben oder Steuern hinterziehen – mal von der offenen Hosentasche für Zuwendungen aus der Wirtschaft abgesehen. Und mal ein wenig Drogen hier und da. Unser Parlament ist schon klasse! Und wenn man es ganz  geschickt anstellt und die eigene Käuflichkeit gut vertuscht – dann kann man sogar Finanzminister werden. Oder auch Kanzlerkandidat. Ganz wie es einem beliebt…

Es lebt sich halt immer am Besten mit der Doppelmoral. Wein saufen und Wasser predigen war schon immer der einfachere Weg. Denn nach uns die Sintflut. Und vor uns die Landtagswahl. Ups. Vielleicht gerade nicht der beste Zeitpunkt sich erwischen zu lassen? Oder jemanden hochgehen zu lassen…ein Schelm wer wieder einmal Böses dabei denkt. Da schwärzen sich die einen und die anderen gegenseitig an. Und ich schaue amüsiert zu. Auch wenn es heute eher kurz und ernst war: ich gelobe Besserung. Und apropos Doppelmoral: wo ist eigentlich mein Bier?  Und meine Steine…

WEISSE BESCHEID, ne?

 

Das Übersetzungsbüro

Lieber Tagesbuch,

für Leichte Sprache erklärt mir vom gestrigen Tage an, warum ich schon seit Jahren das Gefühl habe, ein Alien zu sein. Fremd auf diesem Felsbrocken im All namens Erde, fremd in meinem Land, meiner Stadt und oftmals sogar in meinem Körper.

Klar, nicht selten hat dieses Gefühl eher damit zu tun,  dass ich meinen Fleischsack mit einer Überdosis alkoholartiger Substanzen derart schnell konfrontiert habe, dass dem armen physischen Ausdruck meiner Existenz nur eine simple Lösung bleibt: sich zu erbrechen.

Da kann man sich dann schon mal fremd im eigenen Körper fühlen, wenn sich alles dreht und man sich eher auf einer Achter oder gar 16erBahn wähnt.

Und sind wir doch mal ganz ehrlich, wie oft war dir in deinem Leben schon so richtig zum kotzen zu Mute?

Und das eher nicht wegen eines seltsamen Mageninhalts oder einer allzu kurvenreichen Strecke in den Schweizer Alpen auf der Flucht vor den deutschen Steuerfahndern, die nur mit einer kleinen, silbrig-glänzenden CD bewaffnet versuchen, dir, dem Beelzebub der Steuerhinterziehung, die Flötentöne beizubringen? Oft, ich weiß. Aber dies soll hier nicht das Thema sein.

In manchen dieser Kotzanfälle ist es aber auch nur das Unverständnis über einen nicht einmal sonderlich  komplizierten Sachverhalt.

Da könnte man einfach kotzen weil einem danach ist.

Und genau um dieses Unverständnis teilweise oder sogar ganz auszuräumen – wenn man denn intellektuell dazu in der Lage ist, gerade beim Typus des Berufspolitikers habe ich da ja oftmals so meine argen Zweifel, aber dies ist ja auch weithin bekannt – also um auch noch die letzten Fragen zu beantworten und absolute Klarheit zu schaffen, da gibt es nun das Übersetzungsbüro der Leichten Sprache.

Bevor ich dir in kurzen, verständlichen, klaren und leichten Sätzen erkläre worum es sich dabei handelt, sollten wir noch ein Wort zum gerade erwähnten Berufspolitiker verlieren.

Sicher, man kann ja immer einräumen, die lieben Abgeordneten MÜSSEN nicht immer alles verstehen, was sie so den lieben, langen und sicher auch sehr anstrengenden Tag im noch weitaus anstrengenderen  Parlament vor sich hin beschließen. Aber schön wäre es schon, oder?

Wenn jemand mir zum Beispiel die Halbwertszeit für Plutonium etwas näher bringen möchte, um mir damit eingehender klar zu machen, dass ich weit über 20 Tausend Jahre auf den von mir verursachten Müll aufzupassen habe, weil dieser in der Zwischenzeit stark strahlend ist und damit durchaus auch in der Lage alles andere im nahen Umfeld zu kontaminieren – dann kann man einer neuen Energiequelle im lockeren Gespräch ja durchaus auch schon einmal etwas skeptischer eingestellt sein. Wenn man nicht gerade einen etwas größeren Koffer unter seinem Schreibtisch in der Staatskanzlei gefunden hat.

Allerdings gäbe es unter solchen Umständen wohl auch kein BER oder irgendwelche Philharmonien an größeren Flussläufen. Oder zumindest nicht zu solchen Preisen und mit diesen Folgen. Sollte man doch annehmen.

Apropos: hat man ja gerade in dieser Woche auch wieder einmal festgestellt, dass bundesbananikanische Großbauprojekte im Schnitt IMMER 30 Prozent teurer werden als ursprünglich geplant. Im Durchschnitt wohlgemerkt. Fragt man sich glatt, ob bei der Planung und Veranschlagung solcher großen Bauvorhaben nicht auch meine Omma das letzte Wort haben könnte. So als ultima ratio.

‚Nix, datt is zu teuer.‘

‚Mensch Omma, datt soll doch der tollste und größte und beste und schnellste und überhaupt deutscheste Flughafen auffer Welt werden!‘

‚Nix. Dann kann ich wieder nicht schlafen wenn ich durch Zufall mal in Berlin übernachte. Nene, die haben doch auch schon ein paar Flughäfen. Is zu teuer. Auch mit dem ganzen Brimborium dabei. Schluss, Aus. Datt machen wir nich!‘

‚Och Mensch Omma!

Spricht es aus und in der Tagesschau am Abend hört man dann so tolle Sätze wie:

‚Auch das Bundesrepublikanische Großbauprojekt des Flughafenneubaus in Berlin wurde heute mittag vonne Omma abgelehnt. Nach der Elbphilharmonie, dem unterirdischen Stuttgarter Bahnhof und der eigenen Weltraumstartbasis in Andernach am Rhein ist dies damit das vierte Bauprojekt in Folge, welches mit der Begründung, es sei zu teuer, von der Omma abgelehnt wurde. Vertreter der Wirtschaft und der Bauindustrie in der Republik sind bestürzt und befürchten nun Einbußen bis hin zu klaren Einbrüchen in der Konjunktur.‘

Und?

Ich fände es herrlich.

Wenn man sich so alljährlich unser geliebtes Schwarzbuch anschaut, dann wird einem oft ganz schwarz vor Augen. Und dann könnte man kotzen. Da hätte der kluge Hausfrauensachverstand einer nur mittelmäßig begüterten Omma eben schon ausgereicht, um diesen Irrsinn zu verhindern. So meine Meinung.

Oder man institutionalisiert das ganze. Eben mit einem Übersetzungsbüro. Um das tägliche Geschwurbel in für alle verständliche Worte zu kleiden. Da würde die Nachricht im Staatsfernsehen der BRD dann nur noch lauten:

‚BER machen wir nich mehr – is zu teuer!‘

Das versteht doch wenigstens jeder! Jetzt nicht direkt warum genau eben dieses Projekt. Aber halt die für jeden verständlichen, wichtigsten Gründe. Ohne großes Palaver.

So könnte man sich dann auch die große Politik vorstellen.

Also keine schwülstigen Reden über Bestürzung oder tiefe Betroffenheit. Nein. Tacheles.

‚Wenn der Herr Putin da jetzt nicht seine Waffen mit der kompletten Armee abzieht und da nicht langsam mal Ruhe ist im Karton, dann gibt et richtig Laffka. Sacht die Omma.‘

Herrlich. Omma for President sozusagen.

Also quasi so, wie es bald in den USA auch sein wird. Zumindest reden dort ja auch alle vom Untergang der Demokratie.

Ich sag es ja, wäre sowohl hier als auch dort ganz gut.

Nach über 100 Jahren ist es mir auch nicht mehr ganz so klar, warum ich mir dieses tägliche Geschwafel anhören muss, wenn dadurch nur Aktionen im Hintergrund, Korruption oder sonstige Vorteilnahme gedeckt wird.

Letztlich soll das Büro aber ganz andere Aufgaben, leider, übernehmen. Es soll behördliche Anweisungen in ein deutsch übersetzen, welches auch der gemeine Bürger versteht. Nein, nicht der Wutbürger. Eher so du und ich. Dass man mit diesen Maßnahmen  implizit klar macht, dass sich die Politik und die damit zusammenhängenden Behörden nun schlussendlich ganz vom Bürger und seiner Sprache entfernt haben, das ist dabei jedoch nur nebensächlich. Was hat man schon davon, wenn einen das eigene Volk nicht mehr versteht?

Geschweige denn die Zugereisten? Welchen Eindruck hat man als Außenstehender von einer Behörde, die eine simple Übersetzung braucht, um sich verständlich auszudrücken?

Nicht, dass ich mich an dieser Stelle über Menschen mit Behinderung lustig machen oder deren Probleme klein reden möchte, weit gefehlt. Ich finde es eher sonderbar, dass man sich nicht verständlich auszudrücken vermag und hierfür noch Bürokräfte beschäftigen muss. Fragt man sich glatt, wer hier die Behinderung hat…

Und man fragt sich sofort, wer überhaupt noch in der Lage ist, in dieser Republik eine Steuererklärung ordentlich und vor allem Ordnungsgemäß auszufüllen – wenn das schon der gebildete und versierte Herr Hoeness nicht richtig schafft. Der Arme.

Geschweige denn von den ganzen Mitbürgern zu reden, die weder Schreiben noch Lesen können. Die armen Parlamentarier. Klar, dass man dann ein Übersetzungsbüro braucht.

Könnte ich auch langsam gebrauchen, verstehe das hier alles ja schon lange nicht mehr…

WEISSE BESCHEID, ne?

Brüsseler Einerlei

Lieber Tagebuch,

ist das genaue Gegenteil vom Leipziger Allerlei. Kommt eben nicht alles rein und durch. Aber wenn man in der tumben Republik nicht vorankommt, weil immer irgendwer seinen Senf dazugibt und sogar Dinge verhindert – dann delegiert man ein Thema einfach nach Brüssel. Dann sind schlussendlich die blöden Europäer schuld und niemand sonst nimmt einem im Nachgang noch die Entscheidungen krumm. Oder man baut einen Flughafen Drumherum. Anderes Thema.

Sprach es also aus, auf der Pressekonferenz – und versuchte die Bargeldobergrenze direkt über das Brüsseler Parallelament in unsere Köpfe ein zu kippen. Unser lieber Finanzminister. Drollig. Weil Gegenwehr da war. Von Beginn an. Und bist du nicht willig…

Klar, der gewöhnliche Ganove wird sich enorm davor fürchten, wenn er fortan nix mehr über 5000 Euro einkaufen darf…mit Bargeld. Der hält sich da auch dran! Garantiert! 

‚Du, ich kann die Waffen jetzt nicht bei dir kaufen, denn dann müsste ich dir das Geld ja überweisen – und dann fällt das nachher noch auf!‘

‚Ja, stimmt. Weißt du was? Du bezahlst das einfach in Raten ab. Pro Rate 4999 Euro. Dann kannst du ja weiterhin Bargeld benutzen!‘

‚Ja, toll! Du hast immer so gute Ideen. Wahnsinn. Hab ich gerade gar nicht dran gedacht, dass das ja auch ginge…und dann können wir das mit den Drogen, den Pelzen, den Frauen und den Kindern auch weitermachen. Toll!‘

Denken wir das gesamte Konstrukt mal zu Ende.

Dann wird demnächst also auf dem Überweisungsschein der Bank auch die Adresse des Überweisenden anzugeben sein. Man muss ja schließlich wissen, wo genau man den Verbrecher schnappen kann. Und dazu wäre noch die Angabe wichtig, zu welchen Tageszeiten man dort denn genau anzutreffen sei. Bei wechselnden Standorten sind übrigens sämtliche Möglichkeiten anzugeben. Es folgt die komplette Täterbeschreibung mit Haar- und Augenfarbe, der ungefähren gefühlten und der tatsächlich gemessenen Größe. Abschließend ist dann noch ein Foto beizufügen, welches zum Zeitpunkt der Überweisung gemacht werden muss. Vor Ort. Damit man auch anhand der Kleidung notfalls fahnden kann.

Hinzukommend und verschärfend werden dann alle Prepaid-Karten für Mobiltelefone verboten. Schließlich muss man jederzeit über GPS oder andere Systeme in der Lage sein, festzustellen, wo ein Mensch sich gerade wirklich aufhält. Also ist mit dem Prepaid-Verbot auch ein Kauf-Gebot verbunden. Man wird quasi mit dem Eintritt ins Vorschulalter gezwungen, ein Handy zu besitzen.

Noch dazu wird dann in jedem dieser neu fabrizierten Handys die Ausschalten-Funktion eliminiert. Geht ja nicht, einfach so das Handy abzuschalten. Die Masse kriegt es ja sowieso schon nicht hin, die legen sich mit dem Teil ja auch noch in die Badewanne oder ins Bett. Warum auch sonst Spritzschutz oder Unterwasserfähigkeit? Gut, hin und wieder macht man auch Bilder von Clownfischen, irgendwo im Korallenriff einer Insel. Aber halt eher nicht so oft.

Auf dieses Telefon, welches durch die Kamera ständig Aufnahmen der Umgebung an den großen Bruder liefert, werden nützliche Anwendungen installiert, die Schlüsselwörter wie Bombe oder Anschlag direkt analysieren und erkennen – und sofort eine Großfahndung einleiten. Ach wo, besser wäre es, wenn sofort jedes Mal ein Alarm ertönt, wenn man nur etwas Böses DENKT!

Gut, in der Innenstadt oder im Büro ist dann an arbeiten in der alten Weise nicht mehr zu denken – aber wir wollten doch alle schon lange das Einzelbüro des Chefs, oder?

In den Vorschul-Apps wird einem dann eindringlich Gut und Böse erklärt, an konkreten Beispielen.

Überweisung bei Beträgen ab 5000 Euro? Macht man doch nicht. Nein, nein, nein!

Braves Mädel. Das hast du gut verstanden.

Und wenn man Erwin am Ohr zieht, dann ertönt direkt ein Alarm. Es sei denn, man ist der Erziehungsberechtigte oder Lehrer. Oder wurde zuerst am Ohr gezogen. Oder man hat am Morgen brav mit dem Papa die korrekt ausgefüllte Überweisung für das Marihuana bei der zuständigen Bank abgegeben.

Hört sich für mich eher so an, dass man die Ganoven bittet, sich doch endlich an die Regeln zu halten. Sind ja gar nicht so viele. Also zumindest schon mal bei krummen Geschäften kein Bargeld zu benutzen, weil man dies ab einer gewissen Summe schließlich verboten hat. Menno.

Macht der. Versprochen.

In etwa so, wie der xte Tatort an jedem y-beliebigen Sonntag abläuft.

Da ist dann auch innerhalb von Sekunden die Einsatzhundertschaft inklusive Scharfschützen und Helikopter am Tatort – nur, weil die beiden Kommissare kurz vorher in ihrem kleinen Büro entdeckt haben, dass der Täter wohl doch gerade zu Hause ist. Irgendwie konnte man das auf den Bildern erkennen. Obwohl er das ja in dieser Form vorher in der ersten Befragung gar nicht angegeben hat. Und das Handy ist ja auch aus. Hat der einfach ausgeschaltet. Sollte verboten werden…lach…

Dann wird in schöner Regelmäßigkeit mit Endlos-Munition, wie in einem Videospiel, herumgeballert – wobei der böse niemals die guten erwischt, egal wieviel Munition er auch verschießt. Dem jeweiligen Kommissar genügt jedoch ein gezielter, ruhiger Schuss aus gefühlten 500 Kilometern Entfernung – und der Ganove ist noch am Leben und gestoppt! Hurra!

Eineinhalb Stunden sind rum und der Fall ist schon gelöst!

Also EXAKT wie in der Realität. Sieht man ja auch immer bei xy…

Und darum auch die Obergrenze. Hält man sich dran. Wie man sich ja an so einiges hält, geradezu festhält. Wenn es nach dem normalen Michel gegangen wäre, dann hätten wir wohl immer noch die Mark. Darum hat man den Michel auch nicht sonderlich gefragt. So wie immer. Denn Michel hat vor gut 100 Jahren ja schon bewiesen, dass er nicht alle Latten am Zaun hat. Und ob nun Zaun oder Mauer – der Unterschied besteht ja dann auch eher in Material und Höhe.

Und der liebe Staat sorgt für die Regeln. Damit alle ganz toll zusammenleben können. Da wird dann alles, was über 65 Dezibel Geräuschbelastung hinausgeht, einfach verboten. Schützenfest adé. Goodbye Wiesn oder Wasn. Und Crange ist auch erledigt. Hinzu kommen noch sämtliche Dissen oder einfach alles, was Spaß macht und laut ist.

Also auch Sex. Wird, wegen der Störung der Nachbarn, der Nachtruhe oder einfach der spionierenden Beamten einfach verboten!

Dann hätten wir WIRKLICH endlich die absolute Sicherheit. Wenn keiner mehr geboren wird, kann auch keiner mehr was Dummes oder gar Böses tun. Herrlich! Endlich hat der Staat mal ein funktionierendes Konzept von der Zukunft!

Und nicht wieder dieses Stochern im Nebel. Formaldehyd? Contergan? Radioaktivität? Dioxin? Feinstaub? Elektrosmog?

Wie sacht doch der Polizist am Tatort immer?

Bitte gehen sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen!

Zu sehen nicht. Aber eben zu denken. Wäre mal an der Zeit, eine Obergrenze für den Irrsinn einzuführen. Dann wäre nach einem verzapften Fiasko auch mal endgültig Schluss. Und man könnte nicht ewig so weiter herumwerkeln. Also, wo fängt es an, wo hört es auf?

Ich weiß, jeder hat eigentlich eine zweite Chance verdient. Aber warum ausgerechnet immer hier???

WEISSE BESCHEID, ne?

 

Kornkreise

Lieber Tagesbuch,

sind in diesen Tagen ja wieder hochaktuell.

Ob nun in Düsseldorf oder Köln, Koblenz oder Deggendorf – ob Fasching, Fassenach oder Karneval, ob mit Kostüm oder lieber gleich ganz ohne jegliche  Kleidung: Korn erleichtert alles. Zumindest denkt sich dies der gewöhnliche Karnevalist.

Abgesehen von heftigen Artikulations- sowie Bewegungsstörungen, die bis hin zu komatösen Zuständen reichen, in denen die geistig umnachteten im Parlament ihre Kreise ziehen (ohne Korn, wohlgemerkt), ist bei vielen die Aufnahme von allgemeinen Botschaften durch die Hinzunahme von gesättigten Kohlenwasserstoffen doch sehr stark eingeschränkt.

Gut, bis auf die Botschaft, dass gerade frische, vergorene oder destillierte Flüssigkeiten bestellt oder geliefert wurden.

Ziehen also die Jecken hübsch verkleidet durch die Straßen und ihre Kreise, auch Polonäsen genannt. Manch einer ist auch gar nicht mehr in der Lage geradeaus zu schreiten – sicherlich lässt sich der allgemeine Gang unter Alkoholeinfluss irgendwie in Korrelation zur Erfindung der Polonäse bringen. Kreislaufen mit Rausch. Und dazu mit Pappkappe und Schminke. Herrlich. Und fast schon so, wie der normale Tag im Büro. Jetzt ohne Korn oder Bier wohlgemerkt. Oder auch nicht? Wer weiß…

Ich persönlich finde diesen aus dem altgermanischen Heidentum stammenden Brauch immer noch sehr zeitgemäß.

Man stolzierte mit seltsamer Kleidung auf dem Körper, trug Masken, sprach wirres Zeug und klopfte wild mit irgendwelchen Hölzern herum – um die bösen Geister zu vertreiben. Letzte Woche im deutschen Bundestag. Nutzte nix, die Mehrheit des Parlaments war eh nicht anwesend und hat nur die Kohle für die Abwesenheit kassiert.

Vor knapp 5000 Jahren allerdings, in Mesopotamien, also da, wo jetzt zwischen Euphrat und Tigris gerade rivalisierende und marodierende Banden aus aller Herrn Länder ihr Unwesen treiben, da war es eine Art ‚Gleichstellungsfest‘. Der niedere durfte dem Hochgestellten mal die Meinung sagen und wurde dafür nicht sofort gesteinigt oder an den Eiern zum trocknen aufgehängt. Nun gut, hin und wieder nach der Feier ein bisschen. Aber dann hat ja auch keiner mehr so genau hingeschaut. Justitia war schon immer blind…und das auch ohne Alk!

Hin und wieder war es sogar möglich, dass diese Bräuche über ganze Wochen praktiziert wurden. Allerdings achtete man weithin darauf, irgendwann wieder die Ordnung herzustellen. Also das alte Herr-Sklaven-Verhältnis, welches sich ja wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte zieht, wieder herzustellen. Ober sticht unter. Notfalls auch mal nicht nur bildlich.

Scheinbar, weil der Mensch nicht anders kann.

Immer will irgendwer irgendwen anderen beherrschen oder dessen Besitz, Land, Frau, Kind oder auch nur Hut sein eigen nennen. Und dann gab et imma ma widda auffe Omme. Ab und zu auch mit den Hölzern, mit denen man noch kurz vorher die bösen Geister vertrieben hatte. Nannte sich dann auch Revolution. Oder Aufstand. Um den Herrscher zu vertreiben. Hat meist ja nix genutzt. Kam dann ein anderer und hat den Platz eingenommen. Vakuum zieht halt an. Meist Typen, mit eben dieser grenzenlosen leere im Kopf.

So wie aktuell im Zweistromland ja auch. Von den Zuständen jetzt. In die Köpfe kann ich ja nicht reingucken. Wirkt aber irgendwie so…ähnlich.

Der eine will nich weg und wird von anderen dabei gedeckt und unterstützt.

Die anderen wollen unbedingt, dass der erstgenannte endlich abhaut und kämpfen dafür bis zum bitteren Ende. Und die dritten im Bunde wollen einfach gar nix mehr und kloppen sich direkt mit allen Beteiligten, die das nicht wollen. Und mittendrin dann der Rest, der sonst immer doof rumsteht und nur zuguckt. Jetzt wollen die aber auch ihr Süppchen kochen und mitmischen. Wer weiß, was am Ende dabei raus springt. Marodeure eben.

Und zwischenzeitlich zündet der wahnsinnige aus Nordkorea immer mal wieder ein paar Bomben und Langstreckenraketen – weil er wohl gerade Langeweile hat.

Unterdessen wird in anderen Landstrichen der Erde gefeiert und um den Korn gekreist was der Magen hält. Bis zum abwinken und zur totalen Umnachtung halt. Welch ein Wunder. Anders isset ja auch fast schon nicht mehr zu ertragen…

Man könnte ehrlich meinen, man lebt auf einem total Durchgeknallten Planeten, der von irgendwelchen verrückt gewordenen Primaten unter totaler Kontrolle steht. Keine Chance dem Wahn zu entkommen.

Von der anderen Seite des Atlantiks schwappt dann noch der Milliardär mit hinein – es wird wohl nicht besser. Das kann man sich kaum noch Schönsaufen. Aber versuchen kann man es immerhin.

Allenthalben herrscht also der Ausnahmezustand, hier vor Ort jedoch nur zwischen Altweiber und Aschermittwoch – woanders eben das gesamte Jahr. Womit wir wieder im Parlament wären.

Die Ausnahme bestätigt hier ja die Regel.

Im Normalfall, das hatten wir ja schon, sieht man leere Ränge und müde Debatten, die keinen so wirklich faszinieren oder auch nur interessieren. Jeder hat was zu sagen. Meistens nicht mal zur Sache – aber das tut hier nichts zur eben dieser.

Denn bezahlt wird man ja trotzdem. Ob man nun körperlich oder nur geistig oder irgendwie transzendent anwesend ist. Vertreten durch seine Aura oder die Chakren oder…Ommm. Macht ja auch nix. Fehlt nur noch, dass die Interviews bald auch so aussehen.

‚Was haben sie denn heute Nacht bei den so harten Verhandlungen erreicht?‘

In der gesamten Nacht wurde ausgiebig mit Alkohol experimentiert um die Wirkung auf unter 16jährige nachvollziehen zu können.

‚Tschakka! Alkohol nur noch ab 16!‘

Wie man jetzt auf die gezogene Grenze sowohl beim Kauf von Alkohol als auch bei der Wahl, der Möglichkeit Bundespräsident zu werden oder bei der Geschäftsfähigkeit nach BGB kommt – man kann es sich fast denken.

Aber eben auch nur fast.

In den meisten Fällen wird für die harte nächtliche Arbeit ganz gut verdient.

Der Normalbürger würde sagen: und dies nicht zu knapp. Nennt sich dann logischerweise Diät und soll wohl suggerieren, dass man Maß hält und sich in strengster Enthaltsamkeit übt. Gut, auf dem Oktoberfest, mit der Maß in der Hand. Da bin ich ganz bei dir. Aber ansonsten?

Enthaltsamkeit nach ausgiebigen Gelagen? Klar…nach Karneval ist Fasten angesagt. Wer es denn glaubt – soll laut Bibel seelig werden. Wenn der Papst das erlaubt. Dazu ein anderes mal mehr.

Ich für meinen Teil halte meine lieben Abgeordneten alle für leicht überbezahlt und auch gasförmig. Überflüssig eben.

Ursprünglich war die Höhe des Gehaltes ja dazu gedacht, die wichtigen Köpfe vor Korruption und Einflussnahme der Industrie zu schützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, auch stark zu bleiben und den Verlockungen des Geldes zu widerstehen. Darum eigentlich so hohe Gehälter.

Na das hat ja dann auch super geklappt. Die erste Woche.

Pharmalobby, Automobillobby, Tabaklobby, Ärztelobby, Hotellobby, Kaufmannslobby, Öllobby…mir fallen jetzt spontan keine weiteren mehr ein. Aber das reicht ja auch.

Zumal diese besagten Lobbyisten (oder deren Anwälte/ Kanzleien) Gesetze ausarbeiten, die dann von den Sekretären der Ministerien dem Parlament unterbreitet werden.

Der einzelne Politiker wäre ja auch überfordert, sollte er sich zwischen nächtlichem Komasaufen und Tagträumendem Parlamentsverzicht im heimischen Bett auch noch in die Materie Eindenken oder eingehender damit befassen müssen. Man muss ja flexibel bleiben, der nächste Posten winkt bald schon!

Wie, das glaubst du nicht? Dann hak mal nach…klingt verrückt, ich weiß. Aber das ist die Realität. Glauben heißt eben nicht Wissen. So wie Kunst von Können kommt und nicht von wollen. Dann hieße sie ja auch Wulst! Und Politik hieße eigentlich Lobbyismus. In Neusprech aber eher nicht. Da heißt es eher parlamentarischer Untersuchungsausschuss. Oder Verfassungsklage.

Fernab also von jeglicher Vernunft und Objektivität wird da auch schon mal eine Abwrackprämie beschlossen. Und dann schmeißt der Michl prompt sein Auto in die Tonne. Funktioniert noch einwandfrei, ist auch ansonsten kaum gealtert und toll verarbeitet, keine Kratzer im Lack, toller Oldtimer den man hegt und pflegt und damit auch ein wenig beiträgt zum Klimawandel – also weg damit! Wir haben es ja!  Strand in Dortmund? Klasse, pack schomma die Badehose ein!

Wie war das noch mal mit der Dekadenz?

Ach, stimmt ja.

Meist ging diese, in der Geschichte, ja nicht vom kleinen Volk aus – sondern von den Herrschenden. Und um es ein wenig erträglicher zu gestalten, mit ansehen zu müssen, dass der Herr in Saus und Braus lebt und der Knecht gerade so über die Runden kommt – um dies also zu legitimieren, da führten selbst die hochdekadenten Römer schon die Saturnalen ein.

Feierte man einfach einen Gott der auf dem Nachbarplaneten lebt – und alle waren zufrieden.

Später hat man den festen Wohnsitz des besagten Gottes dann irgendwann ganz nach weit draußen verlegt, um wissenschaftlich nicht angreifbar zu sein und sich dem niederen Volk nicht noch erklären zu müssen. So wie die Erde eben flach war und die Sonne sich um die Erde drehte. Logisch. Eingängig. Und so simpel. Prima eben. Trink! Und mach dir nich immer so viele Gedanken, Mensch!

In der Zwischenzeit, also wenn gerade nicht gefeiert wurde, gab es zumindest was zu essen und auch Spiele in der Arena. Da wurden dann andere geopfert – und man war froh, dass man selber im Trockenen saß und mit dem Daumen über Wohl und Wehe abstimmen durfte. Kanten Brot und Spiele. Oder Trauben und Wein. Wie es beliebt.

Gut, hat sich in den paar tausend Jahren jetzt insgesamt nicht so viel verändert an der Situation. Heute ist es nicht der Daumen sondern die ganze Hand, die für ein Kreuz gebraucht wird – und man muss nicht mal mehr die Hütte verlassen um die täglichen Dschungel- oder Bachelorspiele zu sehen.

Und mit den Mächtigen muss man auch nicht jeden Tag konfrontiert werden – da reicht ja auch der gewöhnliche Chef, der auch nur ein armer Untergebener seines Vorgesetzten ist. Und so weiter und so fort.

Und wenn man all dies geschichtlich jetzt im Zusammenhang sieht, dann ist es doch gar nicht mal so schlimm, wenn sich das Volk für eine komplette Woche total im Alkohol ertränkt, oder?

Würden wir doch auch verstehen, wenn wir, mal von außen betrachtet, quasi als Besucher, hier mit einem Raumschiff landen würden. Oder?

Oder wir zauberten mit unserer weit fortgeschrittenen Technik über Nacht Kreise ins Getreidefeld. .

Denn wenn die Primaten doch schon Atombomben bauen können – dann muss ja zumindest IRGENDWO auch ein Fünkchen Intelligenz zu vermuten sein, oder?

‚Also, Leute, heute machen wir die runden Teile direkt in das Korn. Datt Saufen die ja auch. Beachten die dann wenigstens.‘

‚ Ja, hoffen wir mal. Wenn die mit dem abfeiern aufgehört haben…also morgen, äh übermorgen. Ach, gucken wir in ein paar tausend Jahren noch mal nach…is besser, denk ich mal. Letztet mal mit der kack Kreuzigung hat mir jedenfalls echt gereicht. Vielleicht klappen ja schöne Bilder im Korn…is zumindest noch ein Versuch wert!‘

Denn eine zweite Chance hat doch wohl jeder verdient, oder?

WEISSE BESCHEID, ne?

Der Irrsinn als Obergrenze

Lieber Tagesbuch,

macht sich scheinbar bei unseren Berufspolitikern jetzt schon nahezu täglich bemerkbar.

Da war man zunächst in den letzten Jahren ja schon gewöhnt, dass immer mal wieder im Sommerloch ein neues Schwein durch die Hauptstadt gejagt wurde. Ob es nun die PKW-Maut oder auch die damalige Praxisgebühr war. Schlussendlich wurde die Sau derart forciert in die Enge getrieben, dass ihr quasi ja nichts anderes übrig blieb, als sich real zu manifestieren…soll heißen: jeder Unsinn wird irgendwann dann auch mal umgesetzt. Und jetzt starten die Debatten schon im Winter…

Gut, in Einzelfällen revidiert man dann vielleicht auch noch einmal, wenn man merkt, dass man mehr Kosten produziert als man jemals Einnahmen generieren könnte. Aber eben auch nicht immer. Praxis ist halt nicht stetig….zumindest nicht über Gebühr.

Man muss die neue Sau nur lang genug in der Öffentlichkeit heiß debattieren – bis der Michel sich brav ergibt…und einfach aussitzt. DAS war übrigens der entscheidende Fehler bei Stuttgart 21. Da ging alles zu schnell und zu viele haben dann automatisch genauer hingeschaut.

Wie der berühmte Frosch…der ins heiße Wasser stürzt und danach die Flucht ergreift. Wenn man ihn hingegen langsam erhitzt, mitsamt des Wassers…BER ist da ein schönes Beispiel. Da hat es doch auch wunderbar geklappt. Oder bei der Elbphilharmonie.

Prunkstücke deutscher Architektur und ein Loblied auf Ordnungs- und Verwaltungsfetischismus im Lande…wenn die beiden denn mal überhaupt irgendwann fertig werden. Fragt auch keiner mehr nach den Kosten.

In der Zwischenzeit gibt es ja täglich hunderte neue Krisen und Probleme. Griechenland? Krise! Banken? Krise! Euro? Krise! Staaten? Krise! IS? Krise! Flüchtlinge? Krise! Ukraine? Krise! Beckenbauer und Sommermärchen? Krise…such dir einfach ein Stichwort aus. Irgendwer wird schon die Krise dazu finden! Ich sag nur Pisa…isch krick di crise!

 

Wo war ich?

Ach ja. Korruption. Wie immer. Oder eben Barzahl-Obergrenze…wie man es nimmt. Und vor allen Dingen: WOHER man es nimmt…aber echte, harte, widerliche Korruption, also so die tatsächliche?

Haben wir ja hier nicht. Hier werden immer schön sauber Steuern gezahlt, ganz besonders wenn man Präsident eines Fußballvereins ist. Auch die Pharma- oder Krankenhauslobby quetscht nicht den Patienten aus…ne, die Kassen. Der Pilot ist auch nicht böse. Oder der Zugführer. Nein, die haben gelernt.

Wo ganz oben ist, da kann man mächtig Kasse machen.

Außer, man hat eine Obergrenze. Für die anderen, versteht sich.

Hätte man bei den Bauwerken auch mal besser eingeführt, so eine Obergrenze. Auf jeden Fall muss der Finanzminister dann zukünftig die Schmiergeldzahlungen an die Beteiligten Unternehmen direkt vom Ministerium aus überweisen. Das nenne ich mal Transparenz!

Und keiner kann mehr auf dem Parkplatz oder hinterher im Parlament behaupten, er wüsste von keinem Koffer. Wird dann auch keiner so schnell Finanzminister. Na, wenn der, der unverhohlen in die Kasse greift sich nicht auskennt…wer denn dann? Kohl jedenfalls nicht. Der erinnert sich ja auch nicht mehr. Anderes Thema.

Auf jeden Fall baut man in der Zwischenzeit schön weiter an BER und Konsorten. Und überweist sich alles brav, was die 5000 überschreitet.

 

‚Macht dann exakt 5 Millionen. Bitte in 500ern. Sonst muss ich das noch überweisen…und auch noch versteuern. Will ja keiner, oder? Hehe…‘

Sprach es und feierte seinen Geburtstag mit der Kanzlerin. Auf deren Kosten. Auch fein arrangiert. Und hernach redet niemand davon. Ach, doch. Von den blöden Nachfolgern. Die den Kahn dann retten müssen und eklatant scheitern…

In derselben Zeit klotzen die fleißigen Chinesischen Wanderameisen mal 100 Kohlekraftwerke oder 40 Flughäfen oder auch wahlweise 30 Staudämme in die Gegend.

Wenn denn der Beton reicht. Oder eben die seltenen Erden. Ganz wie es beliebt.

Der Beton in den Köpfen der bundesrepublikanischen Politprofis scheint jedenfalls immer noch ganz gut auszureichen. So dass man hin und wieder mall auf GANZ neue Ideen kommt.

Eine Obergrenze bei der Barzahlung. Um dem organisierten Verbrechen das Leben schwerer zu machen.

Na klar, wird doch die gut ausgebildete Fachkraft dann demnächst die Drogengelder brav nach Kolumbien überweisen. Oder den Waffenkauf bei Heckler und Koch schön über Paypal abwickeln. Käuferschutz inklusive. Dann noch besser die Schrottgewehre der Bundeswehr bei ebay verhökern. Hätte Charme. Und wir endlich wieder Kohle in der Tasche. Dann noch ein paar alte Panzer nach Saudi Arabien. Wer sagt denn, wir würden Extremisten unterstützen? Wir doch nicht…

Ich fasse diese grenzenlose Naivität nicht. Ich bin ja auch ein feiner Mensch. Ohne Argwohn. Nicht, dass der Staat schon lange allzu gern den gläsernen Bürger hätte. So mit der Obergrenze für den jährlichen Orgasmus bzw. die Anzahl der erlaubten Koitus im Jahr zu regulieren.

Dazu dann gleich auch noch die wöchentliche Ration Fisch, Fleisch, Blumen, Käse, Pralinen – welche Lobby habe ich vergessen? Ach ja, die Automobile. Wird man dann zukünftig auch nicht mehr bar bezahlen können. Die 180000 für den Porsche.

Hat man vorher ja unter dem Kopfkissen gehortet. weil auf der Bank…bei deeeeen Zinsen? Bin ich doof? Ist ja auch quasi ein Trinkgeld…

Wie schon gesagt. Eine Obergrenze bei der Infantilität scheint es nicht zu geben.

Abschaffung des Bargeldes als Nahziel.

Wird also Zeit, dass ich mich dagegen wehre und ab sofort alles bar bezahle. Wäre ja auch noch schöner.

Übrigens war der Staat mal dazu da, dem Bürger zu dienen.

Mittlerweile ist es eher eine Knebelveranstaltung geworden. Und wer den neuesten Knebel findet, der wird dann gleich Bundesminister.

Wozu so eine große Koalition doch gut ist. Kann man alles durchdrücken was man immer schon mal am Volke vorbei machen wollte. Opposition? Gibt es weder im Parlament noch im richtigen  Leben.

Und am besten,. wenn wieder mal Finale bei EM oder WM ist.

Steht ja bald an.

Kann ich schnell noch meine Finalkarte bar bezahlen gehen. Dürfte knapp über den 5000 liegen…

 

‚Herr Ober – das ist ihre Grenze!‘

Zeigt auf den Tisch mit der akkuraten weißen Decke und markiert dabei das Trinkgeld.

‚Schließlich sind wir hier nicht bei wünsch dir was…‘

Also der wird die 5000 eh nie erreichen. Obwohl…Inflation sei gegrüßt…eigentlich hat er die Sorgen nicht. Also schluckt er auch die Obergrenze.

Sankt Florian ick hör dir trapsen…

 

Weisse Bescheid, ne?

 

Huch! 12 Milliarden mehr…was nun?

 

Lieber Tagesbuch,

 

ist ja unglaublich, denkt sich der Finanzminister. Da räumt er seinen Schreibtisch auf, so kurz vor Weihnachten, erledigt die Ablage und den ganzen Papierkram…und kurz bevor er nach Hause eilen will um bei seiner lieben Familie das Fest der Liebe zu begehen – liegen da auf der Ecke des Schreibtisches die 12 Milliarden Euro rum.

Klar, bevor sich die Putze die Kohle schnappt oder der Euro total entwertet nahe beim Zimbabwe-Dollar landet, schnappen wir uns doch die Kohle und stecken die in den Flüchtlingsfond. Kommt einem ja wie gerufen. Muss keiner Angst haben! Ist genug Kohle da…wir müssen uns nicht extra verbiegen oder gar einen Soli zahlen. Heissa! Schöne neue Welt!

 

Wir produzieren die Waffen und liefern diese in die Krisenregionen und mit dem Überschuss bei den Steuereinnahmen helfen wir den ganzen Flüchtlingen auf – zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen!

Die Wirtschaft brummt und der Dax liegt am Boden! Zeitgleich sind irgendwelche Internet-Startups Milliarden wert. Produzieren zwar nichts…aber wer weiß!

Alles irreal. Entbehrt jeglicher Grundlage und ist derart verwirrend, dass der normale Bürger, Michel genannt, dort nicht mehr durchblickt.

Und nebenher Mutti, die den Tod von etlichen deutschen bei Anschlägen in der Türkei nebenher auf einer Pressekonferenz bedauert und komplett bestürzt ist. Bananenrepublik Deutschland. Live!

Dagegen ist jede Comedysendung doch in Wirklichkeit ein Drama!

Ein Hoch auf die deutsche Rüstungsindustrie! Ein Hoch auf den Finanzminister! Hat er ja angeblich ‚erwirtschaftet‘, die ganze Kohle.

Stimmt nur nicht so ganz. Denn in Wirklichkeit sind das ja alles Steuern, die da eingenommen werden. Und davon werden Ausgaben abgezogen. Und was davon dann übrig bleibt, das ist dann eigentlich mal zum Bezahlen der Schulden gedacht! Doch weit gefehlt. Bei dem derzeitigen Niedrigzins lohnt sich das Abtragen der Schulden nicht…so wird argumentiert.

Das kann ich verstehen. Macht keinen Sinn. Macht ja eher Sinn, bei 0-Prozent, noch mehr Kohle als Kredit aufzunehmen. Also von den Griechen zu lernen. Oder einfach alles jetzt ad hoc raus zu pulvern…

Ich verstehe nur nicht, WANN dann mal abgezahlt werden soll?

Ach? Nie? Wie jetzt?

Ach, dann fährt das System einfach vor die Wand und alles wird auf Null gesetzt? Und dumm aus der Wäsche guckt nur der kleine Mann dessen Ersparnisse weg sind? Wie, das hat es alles schon gegeben?

Wo sind wir denn hier?

Da würde es sich doch lohnen, für kleines Geld Waffen aufzukaufen und diese dann in der Krise abzustoßen. Gut, ginge auch mit Gold – aber das ist ja irre teuer. Also verkaufen wir lieber weiter Panzer an die Saudis. Und die halten dafür den Ölpreis schon weit unten. Haben ja alle was davon, die Soldaten, die Flüchtlinge, die Saudis und unser Finanzminister. Ja prima! Jetzt habe ich das endlich verstanden!

Oder man investiert das Geld in Bildung. Bringt auch was. Jetzt nicht so direkt sofort. Aber auf lange Sicht.

Ich weiß, ich sehe das jetzt wieder alles zu eng.

Aber weißt du was? Ich kann das Gefasel von den ganzen Berufspolitikern nicht mehr hören, ich mag diese ganze Betroffenheitspolitik nicht, die sich an den Umfragen orientiert und die nächsten Wahlen über alles stellt. Ich mochte reale Politiker. Bei denen man wusste woran man ist. Atomkraft? Nein danke! Oder doch? Oder doch nicht? Nie? Immer? Wie soll man denn am Ende dabei noch durchblicken? Und die Medien?

Tut mir leid…da kann ich besser mit den Nachbarn reden, sie sind näher dran am Geschehen als die dpa-Pressemitteilung. Die wird einfach durch den Computer gejagt und das Blatt wird gedruckt. Steht überall dasselbe. Was soll es auch schon Neues geben? Ach…ich geh mal lieber meinen Schreibtisch aufräumen. Wäre doch gelacht, wenn da nicht noch ein paar Milliarden rumfliegen…

WEISSE BESCHEID, ne?