Was letzte Preis

Lieber Tagesbuch,

fragt mich mein gegenüber über die Chatfunktion des Anbieters. In der Frage, die hier durch den extrem kurzen Satzbau des Senders fast schon in das unleserliche gesteigert wird, steckt die Intention, mir letzte Geheimnisse über meine Grenzen bezüglich des Wertes der von mir angebotenen Ware zu entlocken.

Basarisch würde ich jetzt mit einem exorbitanten Preis beginnen, in etwa 200.000 € für einen Beutel weißen Pfeffers von 100 Gramm. Da wir uns aber zu Beginn des 21.Jahrhunderts befinden, würde uns beiden sehr schnell bewusst, dass hierzulande nicht mehr die Preise des kruden und gewalttätigen Mittelalters zählen – sondern die hundert Gramm im Einkauf zwischen 20 und 30 Cent schwanken. Je nach Qualität und Entfernung zum Anbauland versteht sich. Man will ja nicht um den heißen Brei reden und bringt also einen ziemlich realistischen Preis heraus, der natürlich als die absolute Untergrenze angesehen werden kann – was hätte sonst die Frage nach dem letzten möglichen Limit nach unten auch für einen Sinn?

Kaum hat man seine Vorstellung eingespeist in das System aus Einsen und Nullen und die Nachricht fliegt in Windeseile über optische Kanäle zum Gegenüber irgendwo im wilden Kurdistan – welches sich natürlich in Wirklichkeit heute direkt um die Ecke im nächsten Stadtteil befindet, kann man sich schon das fürchterliche Gelächter auf der Gegenseite vorstellen – um danach ein Angebot gesendet zu bekommen, welches im Idealfall nur 1 Prozent der genannten Summe beträgt. Und dies mit einer Inbrunst an Weltwissen, die einem die Sprache oder in diesem Fall die Tastatur wegschlägt.

Völlig inakzeptable Angebote sind heute ja auch scheinbar in allen Lebensbereichen vollkommen an der Tagesordnung. Ich möchte nicht wehleidig oder als rückwärtsgerichtet erscheinen, aber hätten sich Autohersteller in den 90ern getraut, einen Mittelklassewagen für knappe 40.000 Mark auf den Markt zu bringen? Mittelklasse? Also so in der Art Golf und Konsorten?
Hätte man diesen dann überhaupt in die nähere Auswahl einbezogen? Klar, kommst du jetzt mit Inflation und so. Aber, mein junge, zwischenzeitlich gab es eine massive Abwertung, um knapp die Hälfte. Genannt Euro. Der ja auch nur gefühlt teurer ist.

Nun. Für eine Bratwurst hätte ich auf dem Basar aber eben keine 7 Mark bezahlt. Niemals. Weil ich wusste, dass der Herstellungspreis irgendwo um die 30 Pfennig lag- also wer auf meine Kosten dicken Reibach machen wollte, der war falsch gewickelt. Heute allerdings bekommt man nirgendwo mehr eine Wurst unter 2.50. Wie gut, wenn man keine mehr isst.

Vegan ist ja sowieso der bessere Mensch, habe ich mir sagen lassen.
Zumindest sind die Diskussionen heutzutage eher davon geprägt, dass man schneller alles besser weiß als früher. Wikipedia und Smartphones sei Dank. Aber in Zeiten von Faktencheck und unseriösen Nachrichten – wem soll man noch wirklich Glauben schenken, wenn nicht dem eigenen Instinkt? Glauben heißt eben nicht Wissen. Auch wenn dir religiös fanatische aller Richtungen heute etwas anderes erzählen mögen…

Über hunderte von Jahren von Generation zu Generation weitergegebene Werte können doch eigentlich nicht falsch sein. Ethik wandelt sich nicht derart schnell. Außer, man ist zum Beispiel immer noch Raucher. Dann wird man schnell an die Zeiten der Verfolgten und der Verfolger der Geschichte – egal wo und egal wann – erinnert. Der Mensch als des Menschen Wolf eben. Man denkt daran, wie sich wohl die Gebrandmarkten der jeweiligen Zeit gefühlt haben mögen…
Heute braucht man keine Abzeichen mehr. Die Ansammlung vor dem jeweiligen Gebäude gibt ja schon an, dass man sich zu der Sekte der Raucher bekennt.
Dass keine öffentlichen Anklagen und Verbrennungen stattfinden – kann man wohl getrost auf den Humanismus unserer Zeit schieben. Im Mittelalter war man da nicht ganz so zimperlich. Gut, da standen noch Feudalismus und Monarchie im Wege und auch zur Aufklärung bedurfte es erst einmal der Trennung von Kirche und Staat.

Heute trennt man ja eher das Volk vom Staate. Der Staat als sich mit sich selber befassendes Wesen. Welches den Krümmungsgrad der Banane oder Gurke bestimmt – und mitreden möchte in allen Belangen des öffentlichen Lebens. Dabei aber so wichtige Dinge wie den Ressourcenerhalt und die Pflege der Infrastruktur vollkommen hinten anstellt. Denn dazu ist kein Geld da. Wie auch, liegt ja nach der letzten Rettung auch alles bei den Banken. Wie soll da noch jemand was zusammenkratzen für Kitas oder Bildung?

Wozu auch Bildung? Man kann heute so schön Staaten lenken – ohne etwas zu tun oder zu wissen. Bewiesen ist dies ja nun schon mehrfach. Da brauche ich auch keinen täglichen Hinweis auf einen anderen Präsidenten irgendwo auf der Welt. Besser sind wir da ja auch nicht wirklich. Vielleicht nicht so alt und frisiert. Aber ganz sicher nicht besser. Ist aber immer einfacher mit dem Finger auf andere zu zeigen. Dann muss man sich nicht mit den eigenen Problemen beschäftigen…und das plumpe Volk ist abgelenkt. Ist ja auch gerade keine WM…Schade eigentlich.

Schöne neue Welt eben. In der sich jeder mit all den tollen Fakten der Bekannten beschäftigt, weil Gudrun gerade Melone in einem hippen Cafe in Wien isst. Oder der Peter im Stadion beim Fußball ganz begeistert seinen Schal schwenkt. Und wir dürfen alle sofort daran teilhaben.
Müssen dazu auch nicht einmal mehr vom Sofa aufstehen –außer um sich was zum knabbern oder trinken zu holen – und bekommen die Realität durch Fernseher und Smartphone direkt nach Hause geliefert. Was man so Realität nennt. Reality TV sicherlich nicht.

Schneller und immer schneller. Brauchte man damals noch Jahre um von China nach Europa zu reisen wie es einst ein gewisser Marco machte – kann man das heute gern selber mit seinem Polo in wenigen Tagen oder Wochen tun. Oder per Handy eben in Sekundenschnelle. Wobei das Handy selber erst einmal mit einem der riesigen Containerschiffe über die Meere geschippert werden muss um hier seinen täglichen Sklavendienst zu verrichten.

Und mir die Nachricht zu senden, auf die ich nun so lang gewartet habe. Denn heute sind schon Millisekunden quasi Jahrzehnte. Gefühlt halt, wie beim Seitenaufbau im Netz…

10 Euro. Das ich nicht lache. Nicht für dieses Teil. Da kann Er oder Sie sich einen anderen blöden suchen, wird er oder sie ja sicher auch finden.
An der nächsten Ecke wartet schon einer. Ganz sicher.

Zumindest wenn ich so betrachte, was so die Leben der anderen ausmacht.
Da komme ich mir auch vor wie auf einem Basar.

Einer im Himmel allerdings. Und der oder die Schöpfer bietet gerade frisches Hirn in der Theke an. 10 Euro das Kilo. Zum Sonderpreis eben. Ein echter Schnapper.

Ist den meisten allerdings schon zu viel. Die nehmen dann lieber einen etwas schöneren Körper für ein paar Cent mehr. Und wenn das nicht geht, dann wird er eben später direkt auf dem Planeten verschönert.
Schnipp-Schnapp und ein wenig Botox irgendwohin gespritzt – schon passt es doch zumindest für den Dschungel. Nicht den alltäglichen in der Stadt. Ich meine schon den anderen.

Was soll es, ich gehe weiter voran und blicke nicht zurück. Zumindest nur ungern. Aber beim nach rechnen bin ich eben weiterhin bei der D-Mark. Kann ich nix tun. Und beim Aufregen über die Preise irgendwie auch. Obwohl wir in Deutschland ja auch auf ganz hohem Niveau meckern. Sagen die Politiker ja immer. Oder lamentieren. Aber eben nicht demonstrieren. Außer es geht um einen Bahnhof.

Können wir ja wenigstens. Aber eben nicht Flughafen. Was war denn da nochmal? Reden wir lieber nicht über die letztlichen Kosten. Bei der Hamburger Pracht Leiche waren es am Anfang ja auch knappe 70 Mios. Am Ende dann halt 700. Was soll es schon? Die paar Peanuts mehr oder weniger. Wenn schon ein Vorstand bei VW für knappe 13 Monate gute 12 Mios bekommt und eine Rente von 8000 Euro…was soll der Geiz? Wir ham es doch!

Stellt sich mir als Steuerzahler immer wieder bei jeder neuen Bauleiche oder Stellenbesetzung die bange Frage:

Was letzte Preis?

Weisse Bescheid, ne?

Brotdose Kunst

Lieber Tagesbuch, 

ist es, wenn ich mich vor eine Leinwand stelle und mit meinem Eigenurin getränkte Acrylfarbe mit einem Pinsel auf dem weißen Untergrund verteile. Wenn ich dabei meine Stulle esse, könnte man meinen, ich würde meinem Erwerb nachgehen. Und so sehen dies ja weltweit auch viele Kunstkritiker. Bis zu mehrere Millionen Euro werden da hirnlos verbrannt in dem man in solche Werke investiert.

Wobei auch ein Gorilla oder ein Pavian, bewiesenermaßen, solche hoch abstrakten Strichzeichnungen hinbekommen. Da lobe ich mir die Malerei des Gegenstands, bis hin zu sehr abstrakten Darstellungen wie dem Kubismus. Weiterentwickelt hat sich da, zumindest für mich, jedoch nicht mehr viel. Gut, man zahlt heute Unsummen für dieses Gekritzel – aber ein Sohn oder eine Tochter erledigen diese arbeiten auch – ohne dass man dafür Wahnwitz im Portemonnaie spielen müsste.

Aber ich bin ja ein Banause.

Stehe im MOMA und sehe eigentlich nichts. Also nichts, was mich wirklich interessiert. Kann man sich dann auch schenken. Oder anderen. Die freuen sich dann über die Karten.

Apropos freuen:

Es soll tatsächlich Momente geben, in denen sogar eine Kanzlerin lächelt. Der Gegenkandidat macht es vor und kommt aus dem grinsen nicht raus. Nix vorgestellt und trotzdem schon besser. Das schafft selten einer! Zumal er ja nun nicht für einen Neuanfang steht sondern eher für das weiter so. Was Parlamente und Demokratie anbelangt. Aber ich halte mich da raus. Solange die Parteien glücklich sind und die Diäten passen.

Zurück zum Thema.

Also wenn ich morgens oftmals in meine Brotdose schaue, dann ähnelt dies ja schon sehr der abstrakten Kunst die man heutzutage bei den Auktionshäusern unter die Leute bringt.

So mit Chia und Kürbis und Sonnenblume und noch weiteren 10 Sämereien. Lecker. Kann kein Bäcker so hinkriegen wie ich. Dessen bin ich mir bewusst. Und bestaune halt jeden Morgen aufs Neue ein Kunstwerk.

Nur würde mir natürlich für eine selbst gestaltete Stulle niemand den Nobelpreis für alternative Kunst überreichen – weil es den ja nicht gibt. Aber er müsste erfunden werden. Dann könnte man alljährlich über die Experten staunen – wie auch beim Wort des Jahres.  

Die GfdS versetzt mich ja immer wieder ins Staunen.

Ist doch die Aufstellung des Jahres immer auch ein wirklicher Scheinwerfer auf die Dinge, die die Menschen in dieser Zeit bewegt haben. Schau mal rein, es ist wirklich bemerkenswert. Man kann sich in jedes Jahr hineinversetzen.

Und wo wir schon beim postfaktischen sind: der Rennfahrer Sebastian Vettel heißt mit bürgerlichem Namen Sebastian Vettel und ist Rennfahrer! Woher ich das weiß? Es sind halt die Werte unserer Zeit. Die Brüder oder Schwestern verdienen Millionen oder Milliarden mit ihren Hobbys, andere in dem sie sinnfreie Finanzprodukte verhökern und sich ungehemmt bereichern – und die Dritten sehen dabei zu, halten die Taschen auf und beschließen dann Gesetze, um dies alles auch noch zu legitimieren. Unter strenger Diät versteht sich. Und andernorts soll es Leute geben, die tatsächlich nach Pfandflaschen fischen.

Verrückte und auch Perverse Welt. Schließlich könnte man etwas ändern, wenn man nur wollte. Aber wenn am Volke vorbei regiert wird, dann bleibt einem Nichts als staunend da zu stehen und zu registrieren: die Masse ist damit zufrieden!

Der Souverän soll in der Zwischenzeit lieber Auto fahren auf Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung und so eben jauchzend dahinbrettern ins Grüne hinein. Sorgenfrei. Und GroKo wählen. Auch ein Wort des Jahres.

Aber eben auch Grüne und Terrorist. Wobei die beiden sich jetzt eher gegenseitig ausschließen. Auch wenn man die ersten Jahre der Grünen im Parlament durchaus als Terror bezeichnen konnte. Für die Etablierten. So ganz ohne Regeln und Benimm – einfach nur Protest der Bürger. Herrlich. Nun sind sie eher angepasst und ruhig und dümpeln so in den Parlamenten herum. Man hat sich an die Diäten und Pöstchen gewöhnt. Nis mehr mit Revolte oder Protest. Heute zeigt man mit dem Finger auf die, die Protestieren. Wofür auch immer. Arme Demokratie, so wackelig, dass man nicht einmal Faschisten belächelt ins Parlament einziehen lassen kann um sie dann argumentativ zu bekämpfen. So weit sind wir denn dann doch nicht. Knappe 100 Jahre danach. Seltsam.

Und wen soll ich nun wählen, fragt sich dann unsereiner…?

Hmmm.

Ich würde Dali wählen. Oder Picasso. Oder sogar Rembrandt. Da bekam man was für das Geld. Und es war eine Investition in die Zukunft.

Eben das genaue Gegenteil der Brotdosen-Kunst von heute. EGAL von welcher Partei, wohlgemerkt. Ernst heute, ich weiß. Aber musste sein. Bevor mir noch der Kragen platzt…

WEISSE BESCHEID, ne?


 


 

 

Wenn der Weihnachtsmann klingelt

Lieber Tagesbuch,

wird er in diesem Jahr hoffentlich kein HERMES-Bote sein. Also weder ein Bote der Götter noch pünktlich. Sollte er dennoch klingeln müssen, dann sicherlich gegen 0 Uhr in der Nacht – wegen Arbeitsüberlastung. Und er hinterlegt wenige Augenblicke später sehr wahrscheinlich auch wieder nur einen Zettel im Postkasten. Niemand angetroffen, das Paket wurde dem Osterhasen zur Auslieferung übergeben.

Und das kann dann ja auch mal etwas länger dauern. Schließlich hat der auch noch seine Eier zu färben. Wenn er sie nicht von seiner Gattin gefärbt bekommt, durch Fußtritte in die Weichteile – versteht sich. Denn auch der Osterhase hat ja im Moment ebenso nichts zu lachen. Schließlich wird eines der Hauptziele der in meiner Kindheit begonnenen Ostermärsche dieser Tage zwar erreicht – der Ausstieg aus der Atomenergie.

Fragt sich nur: zu welchem Preis?

Da wird den Energieversorgern, die über 6 Jahrzehnte die Kohle mit billiger Energie gescheffelt haben, es soll sich um etliche hunderte Milliarden handeln, da wird also diesen kleinen Gaunern erlaubt, sich für schlappe 23,5 Milliarden loszukaufen.

Absolution durch den Steuerzahler. Der quasi per Gesetz die Altlasten übernimmt und für die Entsorgung der hochradioaktiven Substanzen zu sorgen hat. Und bei Halbwertszeiten um die Milliarden Jahre quasi für jedes Jahr einen Euro bekommt. DAS ist doch mal ein Super-Deal!

Allerdings mal wieder nicht für den Michel.

Der hat seine Mützi, heutzutage ja HOODIE genannt, tief ins Gesicht gezogen und steht neben den 3 Affen ‚Seh nix, Hör Nix, Sag nix‘ treu doof in der Gegend herum. Und staunt. Wie so oft in der Bananenrepublik Deutschland. Denn hier sind Dinge möglich, für die man in Wallonien zum Beispiel aufsteht und einfach mal Nein sagt.

Ceta ist so ein Beispiel.

Da wird einfach per Ministererlass drüber entschieden. Und notfalls auch über Tengelmann. Schließlich wäre es ja noch schöner, wenn das Volk entscheiden würde – und nicht der mit seinem Amt ausgestattete Minister, der damit ja quasi die Wahrheit mit Löffeln wenn nicht gar über Pumpen eingeführt bekommen hat.

Wären wir eine Runde von Weisen, nicht Waisen wohlgemerkt, dann könnte ich die Entscheidungen ja oftmals sogar noch nachvollziehen. Allein, mir fehlt langsam der Glaube. Und dadurch, dass fast jeden Tag mittlerweile ein Skandal durch die Republik gejagt wird, kommt man ja auch gar nicht mehr hinterher. So richtig.

Man staunt und zetert gerade noch über den Wahlkampf drüben beim großen Bruder – und schon sitzen hier Rot-Rot-Grün zusammen in einem Saal und diskutieren über die Wahl in 2017. So wie vor etlichen Jahrzehnten, vor den Abspaltungen aus der SPD. Quasi ein SPD-Reloaded.

Und Herrlich: man stellt fest, dass man sogar vielleicht eine Mehrheit zustande bringen könnte. Mit der FDP. So wie in den 60er/70ern. Ja heissa. Wer erzählt hier mal was Neues? Geschichte wiederholt sich eben in immer kleineren Zyklen. Sieht man ja auch an dem lieben, kleinen russischen König. Der möchte auch wieder Zar sein. Und benimmt sich auch so.

Kosaken. Da sind mir seit Loriot die Zipfel am liebsten. Und um eben einen solchen Zipfel geht es ja auch in der Krim-Frage. Oder auch in anderen sprichwörtlich umstrittenen Teilen der Welt.

Da wird sich um einen Flecken Erde gestritten, wie die sprichwörtlichen Kesselflicker. Und dies in einer Zeit, in der die Aufklärung, das Fernsehen und das Internet eigentlich jedem auf diesem Gesteinsbrocken im All doch klargemacht haben sollte: wir sind alle eins. Und so sollten wir uns auch benehmen. Wo kein Krieg, da keine Flüchtlinge. Oh, das leuchtet ein und ist eine sooooo einfache Lösung?

Ja, manchmal ist das Leben wirklich eben ganz simpel.

Man müsste nur drüber nachdenken. Und was ändern. Und Atome nicht spalten. Und vor Allen Dingen seinen Müll aufräumen für die Generationen danach.

Aber Generationen-Vertrag, da haben die alle nix mehr mit am Hut heute. Die fragen sich eher, ob es den bei Vodafone auch als Flatrate gibt. So nach dem Motto: sehr, sehr wenig einzahlen und sehr, sehr viel herausbekommen.

Quasi wie mit der Rente. Wenn man Pension bekommt. Oder eine Diät als Minister. Oder gleich vom Finanzminister-Job hinüber wechselt zu den Banken. Soll es ja geben, sowas.

Und da fragst du mich, ob sich das irgendwann vielleicht mal ändern wird?

Klar, wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen und der Hermes-Bote vor der Tür steht und klingelt.

Und dann stehen die drei, Weihnachtsmann, Bote und Osterhase, gemeinsam vor deiner Tür, streiten sich darüber, wer das Paket zustellen darf – und legen zum Schluss gemeinsam doch wieder nur den Zettel in den Briefkasten: Empfänger nicht angetroffen, Paket liegt zur Abholung bereit. Ist nur nicht ganz klar, WO!

Ist so wie mit dem Menschen an sich, Gott als Zulieferer und der Weisheit als Paket.

Verstehst du jetzt nicht? Dann lies noch mal in Ruhe,

Weisse Bescheid, ne?

 

 

Die flatulative Osmose

Lieber Tagesbuch,

herrscht ja eindeutig eher beim Mann vor. Zumindest ist mir in all den bisherigen Lebensjahren selten ein weibliches Exemplar untergekommen, welches mit derartiger Monstrosität der Flatulenz huldigt – wie eben der Mann.

Äußert sich bei manchen dieser Art darin, dass tatsächlich sogar Spiele damit verbunden werden. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang immer an meinen Opa, der mich als kleines Kind immer aufforderte, an seinem Zeigefinger an der rechten Hand zu ziehen. Und in dem Moment, in dem ich dies tat, entfuhr es ihm. Mächtig, laut, oft auch grässlich stinkend, was evtl. auf die Zusammensetzung seiner Darmflora Hinweise hätte eröffnen können, wenn ich denn zu diesem Zeitpunkt bereits ein erfolgreiches Medizinstudium hinter mich gebracht gehabt hätte. Dies war nicht der Fall und so zog die Duftwolke ungehindert über die gesamte Fläche der angrenzenden Grünanlage. Ohne nachfolgende Analyse über deren genaue Zusammensetzung und die vorausgegangenen Prozesse.

Diese Art der offen zur Schau gestellten Flatulenz, der flatulativen Osmose halt, bei der jede Zelle des Körpers die eigenen Stoffwechselprodukte über die Darmwinde aus dem Körper abführt, ist bei Männern scheinbar nicht selten anzutreffen. Zumindest war immer mal wieder jemand dabei, der ungeniert in der Öffentlichkeit sein Innerstes nach außen gekehrt hat.

In den meisten Fällen nicht gerade zur Erheiterung der Umwelt – sondern eher um Empörung und Missgunst zu ernten. Oder wie sagte ein Komödiant letztens? Scheiße is, wenn der Pfurz watt wiegt.

Auf solche tendenziell wichtigen Erkenntnisse kommt halt auch nur, wer seine Düfte nicht sammelt. Was mich wieder dazu bringt, dass ich den Nutzen von Aktivia immer noch nicht verstanden habe. Kann es tatsächlich sein, dass man NICHT pupsen kann? Ist als Mann nahezu unvorstellbar. Gerade bei Vollkornbrot und ausgewogener Ernährung bin ich quasi ein sich ständig in der Gasproduktionsphase befindlicher Zellhaufen in einem Fleischsack. Es gärt rund um die Uhr in mir. Nun nicht nur wegen der Weltpolitik, in der auf der einen Seite die Abschottung und das absolute Paradies versprochen werden – um auf der anderen Seite die halbe andere Welt in der Zwischenzeit mit einem Bombenteppich zu belegen. Ideologien, Religionen, Kriege. Habe ich mir nie etwas draus gemacht und ich muss sagen: ich brauche es auch nicht. Da furz ich sozusagen drauf.

Der eine hortet also die Dämpfe in seinem Inneren, der andere irgendwelche Dinge in seinem Haus oder seiner Wohnung. Nennt sich dann Darmverstopfung oder Messie. Ganz danach, welchem Laster man nun genau frönt.

Wobei der Messie natürlich das entscheidend größere Problem hat – weil er irgendwann noch nicht einmal mehr auf sein eigenes Klo kann. Um Dampf abzulassen oder geschweige denn an seinem Körper irgendwelche Tätigkeiten vorzunehmen. Sei es auch nur zur Pflege desselben. Alles voller Bananenkisten oder Plastiktüten.

Ganz abgesehen von den alten Möbelstücken und Hüten, Vasen, Taschen, Pumpen, Kompressoren oder kleinen Heizkraftwerken. Was sich halt so ansammelt wenn man hin und wieder mal auf den Flohmarkt geht. Da sind andere froh, dass sie den Müll endlich quitt geworden sind – und ein ehrenwerter Messie hortet die neuen Errungenschaften. Nicht, dass mir das harte Schicksal nicht bewusst ist.

Und vor allen Dingen: ich möchte mich nicht über Krankheiten lustig machen, weit gefehlt. Die bedürfen der Behandlung, ohne Frage. Wobei sich mir schon die Frage stellt, ob nicht schon die ganze Welt erkrankt ist. Aber dies ist mal wieder eine andere Geschichte.

So sammelt man also vor sich hin, bis die ganze Bude ohne den Trödeltrupp nicht mehr beherrschbar ist. Und die kommen dann und schmeißen einfach die Hälfte weg. All das, bei dem man jahrelang in seinem Kopf sagte: das kann man doch noch gebrauchen! Ist vielleicht die Erziehung in den Kindheitstagen, kurz nach Kriegsende, ein wenig schuld daran.

Damals trichterte Oma uns allen doch schon ein, dass man lieber etwas repariert als wegschmeißt. Hat man ja nicht so viel davon, von diesen Dingen. Und darum muss man die schon pflegen und aufbewahren und eben auch reparieren. Während Opa mir wieder seinen rechten Zeigefinger hinhielt. Was auch so ziemlich seine abschließende Sicht der Dinge beschrieb.

Was störte es ihn schon? Hatte er doch sein Leben schon gelebt und nun ging es nur noch darum, die Rente sinnlos zu verprassen. Rente? Ja, ich weiß, etwas, was man heute kaum noch versteht. Zumindest, dass man davon leben kann. Geschweige denn große Sprünge machen. Oder gar den Zeigefinger hinhalten. Aber: die Renten sind sicher! Nicht die Höhe, aber eben der Begriff. Auch eine andere Baustelle, kommen wir noch mal dazu. Stichwort Altersarmut.

Stapeln sich also die Erinnerungen und der Müll der Geschichte im Hausflur. Bis es den Angehörigen oder den Nachbarn stinkt. Da hilft dann meist wirklich nur noch die Radikalkur. Alles weg und endlich mal wieder besenrein machen, die gute Stube. So ein Frühjahrsputz hilft ja auch der Seele. Zumal entrümpeln IMMER gut tut. Schließlich belasten viele Dinge einfach nur unser Leben. Man baut sich sozusagen komplett zu. Materielle Bindung an eine immaterielle Zukunft. Denn diese existiert ja erst mal nur im Kopf. Was uns wieder dazu bringt, zu erörtern, was am anderen Ende oft herauskommt. Neben der ganzen Scheiße, die den lieben langen Tag so weltweit ans Licht der Öffentlichkeit kommt.

Wusstest du übrigens, dass ein Abgeordneter NACHDEM er sein Mandat niedergelegt hat, für jedes Jahr mit Mandat 18 Monate lang knapp 9.000 Euro Überbrückung bekommt? Heißt also, man war, sagen wir mal, 11 Jahre im Bundestag – und plötzlich fällt auf, dass man ja gar kein Hirn hat. Muss man sein Mandat niederlegen. Und bekommt dann noch satte 16 Jahre seine Überbrückung. Also muss man erst mit 40 in die Politik. Um bis zur Rente ausgesorgt zu haben. Das sind doch mal echte Perspektiven! Gerade für die junge Generation, die laut aktuellen Nachrichten ja nicht mehr so sehr konsumieren möchte.

Wovon auch? Vom Mindestlohn und von befristeten Verträgen? Da wird man doch gern Politiker! Und lässt so manches mal Dinge ab…von denen man auch denken könnte, es wäre nur ein Furz in der Weltgeschichte.

Und manch einer, der lässt ja auch mal heimlich einen fahren – im Aufzug. Wenn niemand dabei ist. Nur um dann im nächsten Stockwerk peinlich berührt auszusteigen – weil vor der Tür jemand wartet. Und man ja allein im Aufzug war. Wer sollte sonst wohl dort drinnen gefurzt haben? Schlimm, schlimm. Aber auch wieder gut, dass man die eigenen Dämpfe prima riechen kann.

Sonst würde man als Mann auch ziemlich schnell am Ende der eigenen Kräfte angelangt sein. Oder zu Anti-Aktivia greifen. Um der Flatulenz Einhalt zu gebieten. Kann ja sonst auch keiner aushalten! Außer, man bewegt sich im Parlament der geistigen Flatulierer. Wenn man nicht gerade Hirn-Dünnschiss hat. Und von Demokratie und Todesstrafe faselt. Soll es geben. Was sich alles so Demokratie schimpfen darf. Tststs. Da lobe ich mir doch die Einstellung von Opa.

‚Hier, zieh mal dran!‘

Hält mir den Zeigefinger hin – und ich zieh wieder dran. Obwohl ich das ganze doch schon kenne.

Ach Oppa, du warst schon eine Granate!

 

WEISSE BESCHEID, ne?

 

Digitalisierung 2016.0

Lieber Tagesbuch,

ist, wenn ein Pokemonjagender Mobiltelefonanstarrer von einem autonom fahrenden Tesla-Auto überfahren wird, dies durch ein Google-Auto aufgenommen und durch eine Verkehrsüberwachungsdrohne komplett aufgezeichnet wird. Willkommen in der neuen Welt. Und die Amazon-Drohne blinzelt verstört beim Paketausliefern auf die Straße und versteht die Welt nicht mehr…

Was genau mag denn nun Digitalisierung sein? Fragst du mich das jetzt wirklich ernsthaft?

Nun, nehmen wir mal an du bist krankenversichert. Dann wird zukünftig der Arztbesuch gar nicht mehr nötig sein. Du schnappst dir morgens früh dein Handy, startest die App deines Hausarztes, der schaut sich über die Kamera deine Prusteln im Gesicht an und schreibt dich krank. Das geschieht unmerklich für dich im Hintergrund. 

Dabei wird erst der Arbeitgeber informiert – und danach die Krankenkasse. Du kannst dich hernach direkt in die Apotheken-App begeben, dort dein Medikament raussuchen (verschiedene Hersteller, mit manchen hast du vielleicht sogar eine Kooperation, d.h. die Sponsoren deiner Tochter die Blockflötenstunden dafür, dass du ihre Produkte kaufst) – und dieses wird dir dann per Drohne zugesandt.

Nach cirka 20 Minuten Flugzeit. Spätestens jetzt musst du deinen Arzt bewerten und für deine Krankenkasse dessen Rechnung freigeben.

Danach wieder ab ins Bett und genesen also. Bis dich am nächsten Morgen die App darauf hinweist, dass du ja sowieso in diesem Jahr schon öfters krank warst und man dir sofort die nächsten 3 Wochen als Krankzeit vorschlägt. Kommt jetzt auch nicht mehr drauf an. Und die Diagnose liefert man dir schon vorab anhand deiner im Klo gemessenen Körperflüssigkeitswerte. 

Nebenbei solltest du die Aufnahme von Alkohol reduzieren, rät dir die Arzt-App. Und gestern, der Fisch, der war aber nicht MSC – und schon gar nicht Bio. Und schon nervt das schlechte Gewissen. Schließlich kann von diesem einen Fisch das leben einer ganzen Fischerfamilie abhängen! Zumindest erscheint es so. In Wirklichkeit trifft es nur einen dieser riesengroßen Fischfang-Trawler im Atlantik – und der kann es weiß Gott verkraften…

Schöne neue Welt.

In der auch schon sehr früh feststeht, wer oder was du wirst. Vor allen Dingen haben deine Eltern dich schon vorher im Baukasten zusammengesetzt. Kann eigentlich kaum noch was schief gehen.

Mit der kleinen App auf dem Smartphone wurde der perfekte Samencocktail zusammengestellt, vom Labor dann fertig gemixt und per Drohne zugestellt. Gut, guter Sex sieht jetzt anders aus – aber was tut man nicht alles für die Menschheit? Möchte nicht jeder einen kleinen Galileo oder Albert? Oder eine Marie? Was gäbe die Welt für einen neuen Jesus oder eine Jesine. Muss man ja nicht gleich wieder an die Wand nageln. oder an ein Kreuz. 

Fällt mir ein, was wäre gewesen, wenn man Jesus geköpft hätte? Würde dann heute jeder mit einem Schwert um den hals herumlaufen? Gut, in Zeiten von Terror und der wahlfreien Ausübung von grober Körperverletzung mit Todesfolge oder jeglichem anderen groben Unfug (ich sage es gleich: ich halte mich aus allen Diskussionen hierzu heraus. Bringt nix. Denn meine Argumente sind nicht tödlich!) kann so ein Mordinstrument bei der Hand oder besser am Hals sicher nützlich sein. 

Aber dann hat ja jeder eins. Halt so wie im kalten Krieg. Alle haben eine Bombe und darum nutzt sie keiner. Ja, so verrückt ist der von den Bäumen heruntergestiegene Affe! Wohl wahr! Manche hielten ja eben dieses verlassen der Bäume schon für den großen Irrtum. Andere gehen noch weiter und finden, wir hätten nicht mal das Wasser verlassen sollen. Besser für uns wäre es sicher gewesen. Gäbe es jetzt Planktoncocktails auf dem Meeresgrund. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gut, gibbet also am Spielplatz um die Ecke zur Genüge Jesines oder Jesusse in Tateinheit mit der bekannten Schackeline. Aber wir reden hier ja eher nicht von den Kindern mit sehr viel Potential – also enormer Luft nach oben -, die zumindest schon mal den Stift so halten können wie der Turm in Pisa steht. Zwar schief – aber dennoch lässt sich damit auch ein Wort hinkrakeln. Auch dabei ist man nicht mehr ganz so genau, schließlich wird auf Tablets geschrieben, die Autokorrektur übernimmt den Rest. Selbst der größte Dummbatz bekommt auf diese Weise Weltliteratur hin! Alle Minuten lang ein neuer Shakespeare! Nun, nicht exakt so lang und detailliert bzw. Pointen reich – aber zumindest hört es sich fast schon an wie Englisch. Das Deutsche. Sind wir akut ja auch nicht sehr weit weg von.

Kaum Werbung, in der nicht alles irgendwie besser ist, weil es ‚repair‘ oder ‚revitalift‘ oder ’smoothie‘ ist. Hinzu kommen ‚Events‘ und ‚Spots‘ die dein ‚Life‘ irgendwie besser machen. Es ‚upgraden‘.  Tja, manches mal wünschte ich mir weniger Werbung und mehr Hirn. Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben. Und wer schon Persil und Omo hat, der braucht sich um eine gescheite Gehirnwäsche keine Sorgen mehr zu machen. Ünrigens werden pro jahr 60 Millionen Tonnen Phosphor in die Kloake gespült. Die Hälfte unserer Einfuhren an Phosphor kippen wir wieder weg! Das nenne ich mal Weitblick! Ist so, als wenn ich am Geldautomaten nach jedem Abhebevorgang die Hälfte meines erhaltenen Geldes verschenken würde. Fände ich auch wieder toll. Würde ich den ganzen Tag nur an Bankautomaten stehen! Karriere als Bankautomaten-Vorsteher. Chief of – versteht sich. Man macht ja auch seinen Master und den Bachelor. 

Ich sags ja…denglisch sei dank. Aber nicht mal das ziehen wir durch. Könnte man doch zumindest schon mal das seidt einführen (Kombi aus seit und seid) und den bestimmenden Artikel endlich weglassen. Man liest ja auch kaum noch bestimmende Artikel. Alles eher Einheitsbrei. Auch wieder eine andere Geschichte.

Alles das ist auch bereits mit kleinen bunten Pillen erreichbar. Realität und keine Fiktion. Viagra und Co. lassen grüßen. Täglich wird es mehr. Und in Zukunft sind sogar direkte Eingriffe ins Hirn denkbar. Gut, macht man jetzt nicht so sehr viel kaputt. Von daher sag ich mal: schlimmer geht es eh immer! Also warum nicht? Wären wir wieder bei der Schnittstelle im Kopf, du erinnerst dich?

Naja, auf jeden Fall sind deine Lehrer dann das Internet und diese kleinen, süßen Roboter die dich durch deine Kindheit und Pubertät bis ins Erwachsenenalter begleiten. Kleine Pokémons und PacMans.

Und ein jeder hat eine Brille auf (was ja auch die Diskriminierung der Brillenträger endlich beenden würde) mit der er sämtliche Zusatzinformationen zu einem Objekt sofort eingeblendet bekommt. Steht man also vor der Sehenswürdigkeit und die Datenbrille sagt einem: hey, is 80 Jahre alt, heißt Omma Krawuttke und lebt hier im Altersheim um die Ecke. 

Was die jetzt gerade hier splitterfasernackt vor dem Picasso im Museum macht – man weiß es nicht genau. Aber zumindest erkennt man auf Blick oder Kopfnicken hin, wer die Erziehungsberechtigten waren und sind. Und wie viel Omma Krawuttke im Monat so an Rente kriegt. Und was sie gestern gegessen und eingekauft hat.

Gut, das würde jetzt wieder nur der Ordnungshüter sehen. Der sieht aber auch sofort alle Einträge zur Sprache der gestrigen Woche. Also alles, was Omma Krawuttke in der letzten Woche so vom Stapel gelassen hat.

In Einzelfällen vielleicht nicht so interessant. Aber insgesamt und in BIG DATA sicher ein willkommenes Highlight jeder autoritären Regierung. Die einem durch die Datenbrille natürlich auch immer anzeigt, wie etwas gerade aktuell heißt oder welche Wertung es gerade hat. Doppelplusgut sag ich nur.

Also in all der schönen Zeit in den Allergenfreien Bereichen der Großstadt werden immer mehr und weitere Daten über dich gesammelt. Und die verfestigen dann dein Bild. So dass ein jeder sofort weiß, woran er bei dir ist. Wie erwähnt eben auch der liebe Herr Staat. Der damit dann auch schon weit vor der anstehenden Wahl weiß, wen du denn wählen wirst.

Und darum muss die Wahl ja auch erst gar nicht stattfinden – weil das Ergebnis eh schon feststeht. Das wäre dann auch Demokratie 2.0! Heissa! Und Politiker die ihre Vita oder ihre Abschlüsse gefälscht haben oder irgendwo abgeschrieben oder sonst wie gelogen und korrumpiert haben – gibt es gar nicht mehr. Nur noch Politroboter die den lieben langen Tag nichts anderes tun, als das für und wieder zu debattieren. und zum Schluss wird abgestimmt.

Sagst du jetzt, wo ist der Unterschied zu heute?

Gut, die kosten eben nur noch Strom. Keine dicke Diät mehr.

Und wenn der durch Wind, Wasser und/oder Sonne hergestellt wird…ist doch erst mal alles gut!

Während das Volk draußen Pokemons jagt oder bei der EM/WM/AM/BM/CM zu Hause vor der Glotze zuschaut.

Arbeiten muss ja auch niemand mehr, denn sämtliche Jobs der Welt werden komplett von Robotern erledigt. So dass der Mensch sich ganz auf seine guten Seiten besinnen kann. Ich hatte es bereits beschrieben, du erinnerst dich sicher.

So malt der gute Mensch dann halt Ölgemälde aus Urin oder bastelt aus Filz kleine Hüte. Oder baggert in seinem Garten herum. Ganz, ganz kecke nehmen 3 Stunden lang den gerade im Garten entdeckten wilden(!) Vogel auf. Solange der Akku reicht. Und ein ECHTER VOGEL: Kein Pokemon! Wow!

Lange keinen mehr gesehen. Außer im Zoo oder im TV.

Schöne neue Welt halt…alles so wundervoll bunt! Und sogar in HD! CURVED! Also gebogen…für uns Ältere…

Weisse Bescheid, ne?

 

 

Getürkte Wahrheiten

Lieber Tagesbuch,

lassen mich seit ein paar Jahren ja nicht mehr los. In den letzten Wochen sogar wieder verstärkt. Schließlich stirbt die Wahrheit meist zuerst…und heute wird es eher ernst. Hin und wieder ist es eben nicht anders zu ertragen als mit Kritik…

Da erdreistet sich ein Pressesprecher eines noch im Bau befindlichen deutschen Flughafens doch tatsächlich, die ganze Wahrheit, und nichts als die Wahrheit auszuposaunen. Und was passiert dann gleich im Handumdrehen?

Genau, er wird entlassen. freigestellt. Von der Arbeit befreit. Von der ganzen Last, die ihm sicherlich auch stark vom Herzen gefallen sein dürfte – nachdem er sich einmal mit der sprichwörtlichen Verpulverung von Steuermilliarden eingehender befassen durfte.

Frei nach dem Motto: es darf nicht sein was nicht sein darf!

Oder wie im Mittelalter, wo man ja den Überbringer der Nachricht köpfte – weil man am Inhalt der Nachricht selber kaum was ändern kann.

Ist quasi wie ein Fußballspiel, welches so lange läuft, bis der richtige gewinnt.

Oder mit Referenden, die man so lange durchführt, bis das richtige Ergebnis herauskommt. Wobei richtig hier natürlich von der Kapitalkraft des jeweiligen Befragenden abhängt. Und auch, ob man ein Referendum dann auch überhaupt ernst nimmt. Oder, wie bei uns in der Republik, gar nicht erst durchführt, weil das Volk einfach unmündig ist. Das hat es vor knapp 100 Jahren ja bewiesen. Überhaupt findet man derzeit einige Parallelen zur Weimarer Republik. Aber dazu vielleicht mal ein anderes Mal mehr.

Muss man sich auch also mal vor Augen halten. Da wird im Jahre 2006, medienwirksam zur Fußball-WM im eigenen Lande, der erste Spatenstich zum Neubau eines Hauptstadtflughafens getan. Und anvisiert werden, neben einer Milliarde an Baukosten , knapp ein Jahr, also Ende 2007, wahrhaftig die Fertigstellung. Mittlerweile sind aber schon 10 (!) Jahre vergangen, die Kosten sind auf über 6(!) Milliarden angewachsen – und kein Ende ist in Sicht. Nicht, dass wir überhaupt jemals ein Bauprojekt in der Republik innerhalb der beiden Grenzen Zeit und Geld fertig bekämen. Völlig illusorisch. Wie auch? Wenn man Einsteins Zeit-Dilatation voraussetzt, also dass bei hoher Gravitation bzw. Anziehungskraft die Zeit gekrümmt wird, dann ist es doch klar: bei solchen Schwergewichten wie unseren windigen Politikern und den ganzen Baugrößen – da kann, durch die große Anziehungskraft der Kapitalgeber auf die Politiker schon mal die Zeit gekrümmt, gedehnt oder was weiß ich werden. Und Geld? Geld ist sowieso nur eine Illusion, dazu kommen wir später aber noch ausführlicher.

Also im Grunde kein Wunder – die soll es ja immer mal wieder geben – sondern leider eher bittere deutsche Realität. Medizin muss halt bitter schmecken. Vielleicht hat die Kanzlerin darum immer solche Gramfalten um den Mund herum? Wenn sie sich doch so sehr grämt, warum dann nicht den Weg frei machen für eine erfrischend NEUE Politik ohne das Kohl’sche aussitzen? Aber ich werde hier schon wieder politisch – das möchte ich ja eher vermeiden. Denn die dümmsten Kälber wählen eben ihre Metzger selber. Jeder kriegt eben das, was er auch verdient.

Und dann stellt sich in dem Rührstück um den deutschen Flughafen in Berlin doch glatt so ein popeliger, kleiner Pressesprecher hin – und meckert und zetert. Ich meine jetzt nicht den Pressesprecher der Kanzlerin. Der dreht ja eher an der Wahrheit so lange herum, dass am Ende keiner mehr weiß, was eigentlich Sache war. Oder man sitzt es, wie gesagt, einfach aus. Oder man ist gleich bestürzt. Man kennt das ja. Wenn da mal nicht nur die Diplomarbeit abgekupfert ist…

Aber so etwas einfach ungefiltert in einer Presseerklärung herauszugeben! Die Wahrheit! Wo sind wir denn? Das geht natürlich gar nicht. Nestbeschmutzer! Fast so, als wenn man einen ausländischen Staatspräsidenten mit satirischen Mitteln hier im Inland unmittelbar angreift – und die Mutter der Nation ergreift Partei. Und setzt sich damit einfach über bestehende Gewaltenteilung hinweg. In dem sie vorab schon verurteilt und Recht spricht. Oder das Parlament einfach Gesetze verabschiedet, die von vornherein Verfassungswidrig sind.

Kann man in all diesen Fällen nicht einfach mal bei der Wahrheit bleiben und zum Beispiel einen Despoten und Diktator auch wirklich Despot und Diktator nennen? Und einen Bruch der Demokratie auch als solchen bezeichnen? Scheinbar nicht. Es gibt halt immer noch Paragrafen, die zu Zeiten des Kaisers (‚Majestätsbeleidigung‘) eingeführt wurden und irgendwie die Jahrhunderte überleben. Weil keiner abändert solange man nicht aktiv wird. Seltsames Politikverständnis. Da wird dann lieber eine neue blaue Plakette eingeführt um das Abwracken 2.0 einzuleiten. Hat nix mit Wacken zu tun. Gott bewahre! Die armen Festivalbesucher. Würde ich doch nie über einen Kamm scheren mit diesem Pack…

Oder, ein weiteres Beispiel, man besitzt ein Unternehmen, mit dem man weltweit irrsinnige, ja wahnwitzige Gewinne einfährt, in dem man Telefone verkauft – nur 80 mal so teuer als es früher der Fall war. Und die anfallenden Gewinne aus den Verkäufen versteuert man dann irgendwo anders in der Welt. In einem Land, in dem man, sagen wir mal, so ein Prozent als Gewinnsteuer bezahlen muss. oder auch gleich gar nichts. Oh wie schön ist Panama! Und wie unschön ist Solidarität und der Gedanke daran! Man nutzt die Infrastruktur und die Menschen – aber Steuern zahlen? Bin ich blöd? Nun, als kleiner Mann bleibt einem nicht mehr als brav abzuführen. Wird ja schon zwangsweise getan. Auf dem Lohnzettel ersichtlich. Aber als globaler Konzern mit dem humanitären Ansatz, das Kapital ohne Rücksicht auf Verluste zu vermehren – was stört einen da schon die Solidarität? Oder auch Rücksichtnahme? Weder auf Verbraucher noch auf Umwelt. Bringt ja keinen Profit.

Wir leben eben heutzutage in einer vollkommen neuen Welt. Da bekommen bisher allseits bekannte Begriffe vollkommen neue Bedeutungen. Getürkt ist etwas nicht etwa, weil wir es mit Despoten oder gar Diktatoren zu tun haben, nein, weit gefehlt. Auch wenn du jetzt an genau so etwas denkst. Der Begriff ‚getürkt‘ selber kommt von einem im 18.Jahrhundert, zur Zeit von Friedrich dem Großen, als Weltneuheit vorgestellten Schachcomputer, bei dem vor dem für alle einsehbaren Schachfeld eine mit orientalischer Kleidung versehene Puppe saß, welche angeblich die einzelnen Züge mit einer ausgeklügelten Mechanik im Inneren eines Kastens berechnete und dann eigenhändig ausführte. Im Kasten selber saß aber ein kleiner Mensch. Man kam dem Treiben schnell auf die Schliche – und fortan war eine Sache ‚getürkt‘.

Fast so, wie uns die weise Politik wahr machen will, dass die Märkte und das Finanzwesen solch undurchschaubare Kästen sind, bei denen man eher ehrfürchtig den Banken und Großfinanziers zuschaut – ein Wunder, dass diese die Hintergründe verstehen und durchblicken! Und falls nicht und alles an die Wand fährt wie schon mehrfach geschehen, dann steht ja der Steuerzahler bereit und hilft mit seinem Ersparten und den allseits beliebten Steuermilliarden. Die haben wir dann plötzlich ja auch  ENDLOS zur Verfügung.

Genauso könnte man also heute von getürkten Wahrheiten sprechen. Man lässt also das Volk lieber in dem Glauben gewisser Wahrheiten – um sich selbst nicht mit bohrenden Fragen zu konfrontieren. Und um Antworten herum zu kommen.

Kennen wir alle doch aus dem Alltag nur allzu genau.

Mein Lieblingsbeispiel derzeit ist das tolle Mizellen-Wasser in der Werbung. Wundersames Wasser, welches bei der Anwendung spürbar alle Falten aus der Haut klopft und über Nacht den oder die Anwender mit der Haut einer 20jährigen ausstattet. Unbemerkt und ohne jede Qual. Fast ebenso unfassbar in der Wirkung wie die Beeren-Diät oder die Quark-Diät, welche jedes Jahr im Frühling durch den Blätterwald rauscht. Niemand weiß wie, und es funktioniert ja auch nicht wirklich. Und falls doch: dann war es die geheime Zutat, die wundersame Diät, Gott oder ein Panini-Sammelbildchen welches man auf dem Kaminsims mit Kerzenlicht im Dunkeln verehrt.

Dabei gibt es die Mizellen tatsächlich. Wer jetzt den genauen Ablauf der Entstehung von Mizellen herausfinden möchte, sei auf Wikipedia verwiesen. Erhellend. Kurzum: hier bilden sich kleine Klümpchen und die helfen angeblich gegen Falten. natürlich nicht, in dem sie sich in eben diese legen. Da geht jetzt keiner so genau drauf ein. Ein 30 Sekunden-Spot ist dafür auch zu kurz. Da müssen ja halbnackte Frauen gezeigt werden. Wobei, wenn man den Politikern folgen mag, dann ist auch das bald vorbei. Sexismus in Werbe-Spots: verboten! Besser. Dann glaubt den Mist wenigstens auch keiner mehr. So zumindest meine Hoffnung.

Und bei den Mizellen ist es im Grunde wie zuvor auch bei der berühmten Hyaluronsäure. Die war dann ja auch überall drin und unverzichtbar. Ich weiß auch gar nicht, wie ich mir ein Leben ohne Mizellen und Hyaluron noch vorstellen soll! Oder eben ohne Antioxidantien. Geschweige denn ohne Ionisiertes Wasser von den Polkappen. Mit einem Bagger frisch vom kalbenden Gletscher gehackt, mit Tauchern in Position manövriert um dann mit dem Tanker verschifft und anschließend portioniert und einzeln verkauft zu werden. Wer denkt da schon an die Umweltbilanz oder an CO2? Wenns schee macht! 14 Milliarden Jahre altes Wasser. Ob das noch gut ist? ich weiß ja nicht. Obwohl auch das Mindesthaltbarkeitsdatum (eine wundervolle deutsche Erfindung) längst nicht mehr das anzeigt, was es eigentlich sollte. Wegwerfmentalität mit eingeschlossen. Oder die bunten Ampeln. Wer achtet schon wirklich darauf? Die adipöse Gesellschaft sicherlich nicht. Bei denen muss die Verpackung schön bunt sein. Und am besten eben ionisiert und vom Mars. Oder wenigstens vom Mond. Raumfahrer-Nahrung. Herrlich.

Daneben eine kaum zu entziffernde Schrift in der Größe 0.0001 Arial, damit man auch auf gar keinen Fall etwas erkennt. Außer dem in fetter, einwandfrei lesbarer Schrift prangenden Markennamen. Und nicht nur gefühlte Quadrillionen an Inhalts- oder Aromastoffen. Alles ungefährlich. Alles natürlich. Wobei natürlich in diesem Fall heißt, dass es in unserem Universum herstellbar ist. Und in den letzten 20 Jahren noch keiner wirklich ernsthaft erkrankt ist. Wobei ernsthaft – wer will schon nach 20 Jahren den Zusammenhang zu einem damals verzehrten Yoghurt herstellen? Gut, in Amerika geht so was. Da steht auf den Produkten schließlich auch, dass man die Verpackung besser nicht mit isst. Wer so wahllos in sich hineinstopft. Was soll der auch schon groß wählen? Anderes Thema.

Ganz beliebt sind in der Aufzählung der tollen Zusatzstoffe ja auch die freien Radikale. Jetzt nicht die, die man mittlerweile in fast jeder Großstadt antrifft um gegen oder für etwas zu demonstrieren. Noch in den 80er Jahren war man damit der große Revoluzzer. Gern gesehen und etwas besonderes auf jeder Feier. Den Hippies der 60er Jahre angelehnt war man eben gegen alles und jeden. Und damit für das Leben. Warum? Ich weiß es ja auch nicht. Aber es war HIP.

Heute ist man eher gegen alles und jeden – und wird ganz schnell als Radikaler oder gar als Terrorist angesehen. Auch alle Maßnahmen, die man so ergreift, sollen ja vorrangig den Terrorismus oder diese Radikalen bekämpfen und eindämmen. Gewirkt hat das alles bisher nichts. Wie auch? Wenn jemand meint, er müsse sich in einer belebten Innenstadt in die Luft sprengen, dann wir der sicherlich vorher nicht noch über sein Handy den genauen Standort verraten. oder gar seinen Pass vor Ort verlieren. Oder einen Koffer mit irgendwelchen Schriften. Aber genau dies passiert. Fragt man sich: sind die zu doof? Wirklich so dämlich, dass selbst Nachbar Klawuttke drauf kommt und die Hintergründe erklären kann?

Oder aber sind wir schon so weit, dass wir Erklär-Fernsehen haben? Mit der kompletten Überwachung und dem Einheitsbrei um 20 Uhr? Alles getürkt. Und nächste Woche wird der Flughafen eröffnet!

Gut, welches Jahr habe ich jetzt nicht gesagt…und ein paar Milliarden mehr oder weniger – wen interessiert es schon? Wenn doch selbst von der EZB schon das Helikopter Geld angedacht ist. Fragst du dich, was das ist? Nun, ein lieber Onkel fliegt mit einem Hubschrauber über deiner Stadt und wirft einfach wahllos Geld ab. Welches man dann einsammeln kann. Wird sicherlich das Vertrauen in die Währung enorm stärken! Bei Nullzins versteht sich. Und Renten-Lücke. Fast so, wie eine Abwrackprämie für voll funktionsfähige Autos.  Nur  mehr hinten rum. Durch die Brust ins Auge. Nicht so ganz offensichtlich wie mit dem Hubschrauber. Verstehst du?

Wäre besser, die würden kein Geld sondern eher Hirn vom Himmel schmeißen. Aber solange hierzulande nicht 100 Prozent der Bevölkerung vegan lebt, würde ich nicht dafür garantieren wollen, was schlussendlich mit dem Hirn passiert…

Wer hat eigentlich beim Hirn mal auf die Inhaltsstoffe hingewiesen? Und müsste dort nicht auch eine Mindestnutzungsdauer vorgeschrieben werden? Eine Stunde am Tag?

Kein Wunder, dass man nicht mehr über den Rinderwahnsinn berichtet. Wenn eh alle davon betroffen sind.

WEISSE BESCHEID, ne?

Ei heff ä drihm

Lieber Tagesbuch, 

und in diesem Traum – der mir vor kurzem beim Ausfüllen der letzten Fragen zum Liebster Award in den Sinn kam, da gibt es den Menschen nur noch als absolut freie Kreatur. Übrigens gibt es heute nix zu lachen. Kommt auch mal vor. Bei diesen Themen derzeit – und wenn Politiker vorgefertigte Texte ablesen, so ganz ohne jedes Gefühl, ohne jede menschliche Regung – dann platzt auch mir hin und wieder mal der Kragen. Und dann wird es eben eher nicht lustig.

Wir haben in diesem (meinem niedlichen kleinen) Traum mittlerweile für alles und jeden nur erdenklichen Fall Roboter, die sämtliche auf dem Planeten anfallenden Arbeiten übernehmen und auch Tag und Nacht ausführen. Da wird gesät und geerntet, da wird gemolken und gekäst, da wird hin und her gekarrt, Brunnen gebohrt und Lebensmittel verteilt. Nur eben nicht gebombt, versklavt, Krieg geführt, ausgebeutet oder in irgendeiner anderen Weise unterdrückt.

Es gibt kein Geld mehr, da man persönlich ja auch keinen Job mehr hat und auch keinen mehr braucht. Jeder lebt einfach. Und macht, was er machen möchte. Wenn er Hunger hat, dann geht er in eines der vielen Restaurants mit den Robotern und lässt sich auftischen. Oder lässt sich zu Hause etwas nettes von seinem Roboter zubereiten. Oder von seinem Roboter-Paar. Wer weiß?

Wenn man Durst hat, dann kann man diesen an öffentlichen ‚Tankstellen‘ jederzeit stillen. Jeder mit dem, was er gerade trinken möchte. Überall auf der Welt. Herrlich. kein Durst und keinen Hunger mehr. Muss man eher aufpassen, dass nicht alle übergewichtig werden.

Und es ist – weil ja auch keiner mehr mehr haben kann als andere, weil alle alles haben sozusagen, Frieden. Keiner schlägt sich mehr die Köppe ein für ein wüstes Stück Land. Für Rohstoffe. Wasser. Essen. Wie bereits oben grob skizziert.

Ist das nicht herrlich? Alles ist gelöst.

Operiert wird man natürlich auch von den Robotern. Muss man dann halt drauf vertrauen. Und hoffen, dass kein Virus im System sein Unwesen treibt. Man muss wirklich darauf vertrauen, dass der Mensch im Grunde seines Wesens gut ist – und keinen Unsinn macht. Und wer Lust hat, der kann eben Fora und Flauna pflegen. Oder Flora und Fauna. Jeder wie er mag eben.

Es wäre das Paradies. Nahezu, denke ich mal. zumindest in meiner Utopie. Derzeit leben wir ja eher in einer Dystopie.

Und dazu noch alles nur mit Solarkraft, Windenergie, Wasserkraft oder Geothermie betrieben.

Natürlich müsste man sich selber und alle anderen ein wenig einschränken.

Viele Dinge, die wir heute als selbstverständlich betrachten, die gäbe es nicht mehr. Aber wofür auch. Bräuchte man ja auch nicht mehr.
Ich persönlich fände es herrlich. Wahrscheinlich mit mir circa 99 Prozent der Weltbevölkerung. Aber diese 99 Prozent besitzen eben nahezu nichts.

Dafür aber die immer mal wieder erwähnten 1 Prozent. Die haben nahezu alles. Und auch am meisten zu verlieren. Mit welcher Berechtigung überhaupt? Klar, war schon immer so, könnte ja jeder kommen und haben wir schon immer so gemacht. Oder haben wir eben noch nie so gemacht. Alles bekannte Argumente. Ziehen nur nicht. Denn wir sind, denke ich mal, längst über diese ‚jemand-muss-über-andere-herrschen‘-Szenarien hinweg.

Darum, so meine These, lässt es sich, für die Besitzenden, am Besten in einer Atmosphäre der ständigen Angst und des allgegenwärtigen Krieges leben. Also dem heutigen Status Quo.

In früheren Epochen sind die Menschen für ihre Begehrlichkeiten einfach auf die Straße gegangen und haben ‚Revolution‘ durchgeführt. Und auf Dauer wurde es mit jeder Revolution immer ein wenig besser. Wird Zeit, dass wir mal wieder eine Revolte durchführen. Besser geht schließlich immer, oder?

Ach ne, heute kommt ja der Film xy. Lass uns das morgen machen! Da hab ich dann auch mehr Zeit für sowas…hört sich so schrecklich aufwendig an…

WEISSE BESCHEID, ne?

 

 

Die gestohlen(st)e Stunde

Lieber Tagesbuch,

steht wieder einmal an, an diesem österlichen Wochenende. Jetzt nicht die Stunde, die durch allzu heftigen Alkoholgenuss und dem damit einhergehenden Dimensionsübertritt zwangsläufig zumindest dem Bewusstsein verloren geht. Nennt sich für gewöhnlich auch Filmriss. Wenn man also nach dem letzten Bier nicht mehr ganz so genau weiß, wie man ins heimische Bett gekommen ist. Und warum der Nachbarshund auf dem eigenen Klo eingesperrt und die Einfahrt mit erbrochenen Pizzaresten übersäht ist. Ganz zu schweigen von der fehlenden Hose und den darin enthaltenen 500 Euro, die eigentlich für die Anzahlung des Sommerurlaubs gedacht waren.

Diese Stunde möchte der Dimensionsspringer im Nachgang oft und gern vergessen, schließlich zeugt sie indirekt vom Unvermögen mit Unmengen von vergorenen Flüssigkeiten umgehen zu können. Und dabei die Contenance nicht zu verlieren. Möchte man dann eigentlich auch nicht mehr genauer drüber reden. Schwamm drüber sozusagen. In der Einfahrt sogar bildhaft.

Nein, hier geht es wirklich um die Stunde, die man uns seit Beginn der 80er Jahre – ja, die tollen 80er, sie hatten auch ihre Schattenseiten – immer wieder zu Sommerzeitbeginn, ohne erneute Rücksprache wohlgemerkt, klaut. Oder um es im Superlativ zu sagen: die tollste Stunde. Oder eben die gestohlenste Stunde. Weil sie einem im Frühjahr fehlt und dann auf wundersame Weise im Herbst wieder erscheint. Sozusagen gebeamt. Die Zeit selber. Durch die Zeit. Dies, in seiner Ausprägung, ein durchaus hochphilosophischer Ansatz heute – da ja auch die Zeit selber nur ein Konstrukt des Menschen ist. Für die Natur selber gibt es eben nur das ‚jetzt‘. Ist auch besser. Sonst würde die Natur noch Anfangen zu planen. Und womöglich auch noch 5-Jahres-Pläne aufstellen.

‚In 5 Jahren seit ihr feddich mit dem Atomausstieg!‘

Dann hätten wir ja mal was zu tun. Und die Betreiber einen besonderen Druck mit dem Rückbau der Anlagen. Der ja nicht durchfinanziert ist. Zu wenig Rücklagen gebildet. Haben die ja derzeit eher nicht, den Druck. Und eben deswegen auch keine Kohle. Erst wird sich schön über Jahre der eigene Wanst vollgeschlagen, mit den Gewinnen aus der absolut unschlagbaren Energie-Alternative (zu DUMPING-Preisen hergestellt, wohlgemerkt!). Und dann finanziert der deutsche Michel auch noch den Rückbau! Weil alternativlos. Das hätten die Herren Betreiber gerne. Die bilden ja schon seit Monaten sozusagen ‚Bad Energiefirmen‘, in denen die Risikoposten lagern. Und die Teile des Geschäfts, die prächtig Gewinne abwerfen, die werden in eigene Gesellschaften gepackt. Ein Schelm wer Böses dabei denkt! Nein, das ist eben Change Management auf feinste Art. Ich könnte denen auch mal was changen. Am besten den Kopf vom Rumpf. Endgültig. Sozusagen ‚Bad Rumpf‘.

Der Sommerzeitklau wurde also in meiner Kindheit vordergründig eingeführt, um angeblich die Abendstunden besser zu nutzen. Da bliebe noch zu klären, wer hier wem was einführt. Aber das ist ein anderes Thema. Wie so oft. Da es draußen also eine Stunde länger hell ist – kann man damit dann ergo auch Licht einsparen. So war der Gedanke damals. Klar, die Grünen waren als Protestpartei gerade im Aufwind, da musste der Parlamentarier mal schnell ein Kaninchen aus dem Hut zaubern. Oder eben die Sommerzeit und den damit verbundenen Stundenklau erfinden. Schade, wenn es mit den ganzen LED-Lampen, die ja auch zwangsweise eingeführt wurden, heutzutage dann nur noch um einen Bruchteil von den damals erdachten Einsparungen geht – denn irgendwie hatten die ganz, ganz schlauen dabei vergessen, dass man ja auch eher mit dem heizen anfängt – da die frühen Morgenstunden eben noch sehr kalt sind im Frühjahr, denn die Sonne geht ja während der Sommerzeit damit dann auch später auf. Und da durch den Verordnungswahn aus Brüssel dann auch noch die Glühbirne als Heizkörper gleich mit wegfällt…

Blöd. Irgendwie. Menno.

Um diesem mittelschweren Dilemma, nahe an der italienischen Tragödie, zu entgehen, hätte man sich aber über die Einführung der Sommerzeit damals auch einmal grundsätzlich Gedanken machen müssen. Da aber Anfang der 80er die meisten Diskussionen eher um Pershing (statt Petting), Atomkraft (Nein Danke) und das konstruktive Misstrauensvotum (und danach eine längere Periode nur noch Kohl in der Politik) zu tun hatten, blieb wenig Gehirnschmalz für die – damals ach so notwendige – Einführung der Sommerzeit übrig.

Das haben wir nun davon.

Was wird also alles verhindert, weil diese Stunde einfach abgezogen wird? Vielleicht eine anstehende Trennung? Weil man nicht mehr dazu kommt, den entscheidenden Satz (‚Ich ziehe zu meiner Mutter!‘) zu sagen? Man muss quasi sein leben lang mit einer Lüge leben – wegen dieser einen Stunde!

Schrecklich!

Oder ein lange schon notwendiger Krankenhaus- oder Arzttermin, der verschoben werden muss. Bei dem beim Abgeordneten, der damals die Einführung der Sommerzeit initiiert hat, dann festgestellt wird, dass es sich NICHT um ein Ödem im Kopf sondern eher um die komplette Abstinenz des Gehirns handelt.

Schrecklich!

Oder gar der Kinobesuch, bei dem ein paar zusammenkommt, die im Nachgang dann einen Nobelpreisträger zeugen, der all unsere Probleme als Menschheit auf dem Planeten löst…der aber wegen der geklauten Stunde und dem nicht stattfindenden Date dann nicht geboren wird…

Schrecklich!

Und was könnte man nicht alles mit der neu gewonnenen Stunde realisieren? Bei ca. 40 Millionen hart arbeitenden Mitbürgern hätten wir mal eben auch 40 Millionen Stunden zur Verfügung. Also knapp 4500 Jahre. Mann, da könnte man komplette Weltreiche erschaffen oder auch wieder untergehen lassen. Gigantische Projekte, wie eine Brücke zum Mond, wären endlich machbar. Man könnte endlich BER fertig stellen! Und das alles in der kurzen Uhr-Umstellung Ende März.! Über Nacht sozusagen. Und nur in unserer Republik.

Unfassbar.

Man könnte endlich die Einsteinsche Relativität mit der Heisenbergschen Quantentheorie zur allumfassenden Theorie ‚von allet‘ vereinen! Sozusagen die absolute Lösung aller Probleme! Wobei dann Zeitumstellungen sicher sehr schnell der Vergangenheit angehören würden…und nein, ich rede NICHT von der Abschaffung der Berufspolitik. Auch wenn es sich FAST so anhört…

Was wäre nur erst möglich, wenn wir den kompletten Irrsinn der Zeitumstellung sogar auf die gesamte Weltbevölkerung ausdehnen? Gut, man würde etwas durcheinander kommen mit den Zeitzonen und der hin und her Rechnerei – wenn man genau zu diesem Zeitpunkt auf seiner Urlaubsreise wäre. Ist man jetzt eine oder 2 Stunden zurück? Was, wenn ich die Sommerzeit mit draufrechne? Und wenn ich erst mit Einbruch der Winterzeit wieder abreise – wie so mancher Wandervogel?

Fragen über Fragen.

Wer sie definitiv nicht löst, ist unser Parallelament. Schon mal davon gehört? Ja, die kleine Ansammlung von Menschen, die unsere wichtigsten Probleme so nebenher…auf die lange Bank schiebt. Bis zur nächsten Wahl sozusagen. Und so eine kleine Problematik wie die Zeitumstellung erst gar nicht diskutiert – auch wenn 70% der Bevölkerung laut aktuellen Umfragen für eine Abschaffung der leidigen Umstellung wäre. Und die anderen 30 Prozent dazu sowieso keine Meinung haben. Wie immer. Gut, die gehen dann ja auch eher nicht wählen, also dürfen sie sich auch nicht beschweren wie und wer regiert. Anderes Problem.

Ich persönlich wäre ja sogar für eine Ausweitung der Zeitumstellung. In ganz großem Stil. Oder, auch so eine Stilblüte der letzten Monate, eine sehr, sehr, sehr große Zeitumstellung. Das mit dem dreifachen ‚sehr‘ benutzen derzeit eher die schreib-, lese- und denkfaulen unter uns. Um damit extra zu betonen, wie sehr-sehr-sehr sie eine Sache jetzt gut oder schlecht finden. Ist halt so, wenn einem die Superlative ausgehen. Oder der allgemeine Sprachgebrauch bei 50 Vokabeln endet. Oder bei derselben Anzahl von Vokalen. Auch damit kann man seine Superlativierung ja betonen. Das finde ich seeeeeeehr wichtig. Soooozusagen. Kommt man natürlich bei Twitter schnell an die Zeichengrenze. Muss aber gleichzeitig beim lesen der Nachricht nicht sooooo viel nachdenken. Ist heutzutage auch eher förderlich. Sowas.

Ich hätte da, wie soeben erwähnt, halt noch einen anderen Superlativ anzubieten: nämlich diiiiiiiiiie Zeitumstellung am Sonntag abend. Um exakte 5 Tage. Womit dann gleich nach der wöchentlich wiederkehrenden Umstellung wieder Freitag abend wäre. Und damit Wochenende. Passt doch. Das Wochenende mit dem Wochenende ausklingen zu lassen. Hört sich zumindest toll an. Wäre mein Wunsch an das Universum. Derzeit. Gut, 52 Umstellungen im Jahr, könnte auch wieder Stress bedeuten. Aber ich fände es cool.

Und groß an der Uhr zu drehen bräuchte ich dann ja eigentlich auch nicht mehr. Interessiert es doch eh keinen, wann ich dann NICHT zur Arbeit komme.

Weisse Bescheid, ne?

Das Kristall-Mett

Lieber Tagesbuch,

ist also mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wohlgemerkt wird da nicht das kristallisierte, gut gemischte Rinder/Schweine-Hackfleisch vom Vortag aus der Qualitätsmetzgerei auf den Tisch gekloppt und in den Kopf geballert – nein, statt des Mettigels bei netten Geburtstagsfeiern wird nun also der Rauchkolben rumgereicht – in dem sich eine absonderliche Substanz befindet. Ebenso billig in der Herstellung, einfach in Vertrieb und Nutzung – Breaking Bad lässt schön grüßen. Was der Mensch sich nicht so alles freiwillig einverleibt. Als hätte er immer und überall einen Ersatzkörper dabei…und ganz vorne mit dabei: unsere lieben Politiker. Die müssen ja schließlich genauestens, sogar bis auf die gekaufte Grammzahl genau, darüber Bescheid wissen, was sie so verbieten und vor allem auch warum! Also ist der Selbstversuch quasi ‚von Staats wegen‘ vorgeschrieben und für den ein oder anderen dadurch scheinbar auch legitimiert. Macht zumindest den Eindruck. Macht korrumpiert aber auch, wie wir noch sehen werden.

Da flammt natürlich, gerade wenn es einen grünen Politiker (wieder einmal, muss man ja schon sagen) betrifft, eine Diskussion auf, die so alt ist, wie der Mensch und seine ‚Kultur‘. Bedröhnt hat er sich ja schon immer, der von den Bäumen gekletterte Affe – und wenn es nur die liebe Muskatnuss im Essen war. Alles was in irgendeiner Form einen Rausch verursachen konnte – her damit! Dabei denke ich auch an solche Dinge wie Bungee-Jumping oder Fallschirmspringen – auf die man wohl auch erst dann kommt, wenn man sich aus dem 10. Stock eines brennenden Gebäudes, nur mit seiner Anzugjacke bewaffnet, wie einst McGuyver einen Flugaffen nachahmend, in die Freiheit rettet. Dazu müsste man diese Art von Affen aber auch erst kennen. Wie gut, wenn man sehr viele Tierdokumentationen in seinen Lebensweg integriert hat. Oder gar von einem abstammt.

Das macht es einfacher und lässt so manchen eben auch auf total verrückte Gedanken kommen. Sich Chemie in den Kopf zu pulvern ist dabei nur eine der Möglichkeiten.

Adrenalin-Kicks zum Beispiel sind von der Gesellschaft im Gegensatz dazu ja eher weniger verpönt – selbst wenn hin und wieder andere Menschen dabei zu Schaden kommen oder man sein eigenes Leben ohne wirklichen Grund derart gewagt aufs Spiel setzt. Zumindest kann man noch guten Gewissens die Berghänge hinunter fahren und muss sich höchstens von den Verfechtern einer unberührten Natur (ich bin ja auch so einer…) eine Litanei anhören. Allen anderen kann es nicht weiß oder hoch genug sein. Aktuell auch gut an den Werbekampagnen der einzelnen Skigebiete gut zu erkennen. Ob man dann bei der weißen Pracht auch gleich immer an das Kokain denkt und an den Hüttenzauber, dies sei mal dahin gestellt.

Sollte es sich im eigenen, speziellen Fall aber nicht um Adrenalin sondern um starke Rauschmittel wie Sex, Fußball, Alkohol, Heroin, Kokain oder Volksmusik handeln – dann hört der Spaß aber auf! Wer mitten in der Nacht den Nachbarn die geliebte Nachtruhe durch wildes Gestöhne immer mal wieder raubt – der kann sich hierzulande recht schnell vor Gericht wiederfinden. Und dann wird einem schon einmal aufgetragen, sich nur 2 mal in der Woche zu lieben. Alles andere wäre nicht zumutbar.Zumal im Sommer. Bei offenen Fenstern! Hallo? Irgendwas habe ich da mit Jesus und du sollst deinen Nächsten lieben wohl falsch verstanden. Oder eben nicht so laut.

Auch Volksmusik hat durchaus Suchtpotential, man soll es nicht verkennen! Wenn eine H.F. des Atems beraubt durch die dunkle Nacht wankt – dann johlt die halbe Republik mit! Und dies nicht mehr in schunkelnder Manier eines blauen Bocks. Da fragt niemand mehr. welches Schwein man favorisiert: da wird man selber schnell derjenige, der die Sau rauslässt. Oder am Ende gar selber verkörpert! Ausverkaufte Stadien und Millionen verkaufter Lieder können nur eines unmissverständlich klar machen: wir sind einfach ein Volk auf Droge! Oder wie soll man das auch noch nüchtern ertragen können? Ja, ich weiß, jetzt bin ich zu hart. Auch Volksmusik hat seine schönen Seiten. Der Flori und die Helene…

Und nehmen sie dem Deutschen mal seinen geliebten Fußball aus dem Fernsehen – bei so einer schönen WM- dann ist aber die Hölle in Herne! Und nebenbei kann man gut und gern das ein oder andere Gesetz verabschieden. Denn der Mob ist gerade im Halbfinale gegen Italien.

Wen es denn dann auch noch etwas genauer interessiert: in den Toiletten des berühmt-berüchtigten deutschen Bundestages wurden dereinst auf 22 der 28 Bedürfnisstellen Kokain-Rückstände gefunden. Die Nutzer haben dabei wahrscheinlich auch auf Dollarscheine zurückgegriffen – davon sollen ja mehr als 80 Prozent nachweisbar Kokain-Hintergrund haben. Bei uns sind es eher die 100er, die öfter einmal weiß glänzen. Und nun also auch noch Metamphetamine. Hauptsache die Herstellung war ökologisch und die Hersteller selber sozialversichert und mit dem Mindestlohn ausgestattet. Und wenn es schon nicht BIO ist, so ist es zumindest vegan. Dann hat es wenigstens noch einen politisch korrekten Sachbezug, dass entgleisen mit einer solch halsbrecherischen Methode. Und nun werden natürlich auch schon Gründe gesucht und gefunden, warum gerade der arme Kerl, der doch so geplagt ist vom Stress des Politiker-Lebens, auch mal über die Strenge schlagen darf. Kein Wunder, dass man da Drogen nehmen muss. Der eine nascht am Cannabis-Stengel, der andere reitet den Drachen – und der letzte im Kreis raucht halt Crack. Oder hört eben Volksmusik. Was für mich auf das gleiche herauskommt.

Korruption. Drogen. Lobbyismus. Demokratie halt!

Nein. Unser System IST gesund. Warum auch sonst sollte die ganze Republik ständig in einem alles umfassenden Rausch auf Alkohol, Tabletten oder sonstigen Drogen dahingleiten? Besser sein als unsere Politiker? Der Sonne entgegen. Dem nächsten Beschluss schon freudig die grüne Karte entgegenreckend – wenn man denn überhaupt im Parlament anwesend ist und nicht gerade mit den Kollegen auf der Toilette ein rauschendes Fest feiert? Mit welcher Begründung muss dies denn alles nüchtern erfolgen?

Da werden mir dann auch so einige Gesetzesentwürfe der letzten Amtsperioden klar. Kann sich ja auch keiner im nüchternen Kopp wirklich ausgedacht haben. Und im Grunde kann man ja auch durchaus froh sein, dass die meisten der Ehrenwerten Polit-Prominenz nur ihre Diplomarbeit abschreiben oder Steuern hinterziehen – mal von der offenen Hosentasche für Zuwendungen aus der Wirtschaft abgesehen. Und mal ein wenig Drogen hier und da. Unser Parlament ist schon klasse! Und wenn man es ganz  geschickt anstellt und die eigene Käuflichkeit gut vertuscht – dann kann man sogar Finanzminister werden. Oder auch Kanzlerkandidat. Ganz wie es einem beliebt…

Es lebt sich halt immer am Besten mit der Doppelmoral. Wein saufen und Wasser predigen war schon immer der einfachere Weg. Denn nach uns die Sintflut. Und vor uns die Landtagswahl. Ups. Vielleicht gerade nicht der beste Zeitpunkt sich erwischen zu lassen? Oder jemanden hochgehen zu lassen…ein Schelm wer wieder einmal Böses dabei denkt. Da schwärzen sich die einen und die anderen gegenseitig an. Und ich schaue amüsiert zu. Auch wenn es heute eher kurz und ernst war: ich gelobe Besserung. Und apropos Doppelmoral: wo ist eigentlich mein Bier?  Und meine Steine…

WEISSE BESCHEID, ne?

 

Die Kopf-Hirn-Schranke

Lieber Tagesbuch,

ist der Bereich des menschlichen Körpers, der eine Existenz von Gehirn oberhalb des Wurmfortsatzes rigoros ausschließt. Zumindest hat man den begründeten Verdacht, dass eine gewisse Form des Homo Sapiens sich gänzlich ohne diese gesonderten Hirnwindungen über den Planeten bewegt. Eigentlich sind diese Mitbewohner nur ein bewegter Wurmfortsatz der im Stoffwechseln relativ routiniert ist. Schon Atmung und die Aufnahme von Flüssigkeit sind ja nicht zu verachten, als grundsätzliche Leistung, die uns von der Amöbe aber jetzt auch nicht wirklich sonderlich abgrenzt. Atmen wird ja gemeinhin auch total überbewertet. Schließlich singt schon Helene von der Atemlosigkeit des Seins. Die Leiden der jungen F. Sozusagen.

In vielen Fällen sorgt die erwähnte Schranke jedoch auch nur für die Vorfilterung von bestimmten Ideen oder Vorstellungen, bevor sich diese im Gehirn des Betroffenen als eigener Geistesblitz manifestieren können. Vorgesetzte leiden selten darunter, die können ganz gut die Arbeit anderer als die eigene verkaufen und anpreisen. Der normale Wutbürger in der Pommesbar hingegen – ´Pommes Schranke‘ ist hier nicht immer nur der Hinweis auf die Bestellung von fetttriefenden Kalorienstäbchen, die mühsam von Kinderhänden aus den Ernte-Kartoffeln herausgeschält wurden, der Wutbürger eben, der leidet schon eher unter vor gefilterter Wahrnehmung. Nein, ich möchte mich an dieser Stelle NICHT über Kinderarbeit lustig machen. Schrecklich und von uns allen unterstützt. Weil der Verbraucher eben NICHT dafür Sorge tragen kann oder will. Und darum finde ich auch, sind die FIRMEN in der PFLICHT. Die müssten sofort ihre Lizenz zum Verkauf in der Republik verlieren, wenn solche Fälle begründet und bewiesen auftauchen. Anders kann man das nicht stoppen. Kann ich von Bürgern am Rande des Existenzminimums auch nicht erwarten, dass die sich um so etwas noch Gedanken machen. Aber eben auch der normale Bürger nicht. Wer bitte schön kann denn diese ganzen Skandale noch behalten, geschweige denn im Bedarf zurückerinnern? Ich jedenfalls nicht. Exkurs beendet. Schranke schließt automatisch…

Man muss an dieser Stelle für alle Zeiten dann auch mit der Freiheit des eigenen Willens endgültig und rigoros aufräumen. Nicht nur, dass der menschliche Körper von Natur aus durch die Sinnesorgane nur dafür ausgelegt ist, die Vergangenheit wahrzunehmen. Hier werden alle Impulse, die auf uns einwirken, schließlich durch die Übertragung von vornherein, mit einem durch die Natur eingeplanten und biologisch zementierten Zeitverlust von uns registriert. Nein, hinzu kommt auch noch, dass das Gehirn diese auf die Vergangenheit bezogenen Impulse auch noch um den Bruchteil von Sekunden früher beurteilt als der kognitive, bewusst wahrnehmbare Teil des Gehirns. Soll in einfachen Worten heißen: es bildet sich seine eigene Meinung auf der Basis von gestern. Oder gerade eben. Und dies auch noch durch Wattebäusche hindurch. Das hier ein gewisses Restrauschen übrig bleibt sei mal völlig außer Acht gestellt. Und hierbei handelt es sich nicht um die Reststrahlung des Urknalls. Obwohl man bei einigen Mitmenschen durchaus vermuten kann, dass sie selbst diesen Knall nicht gehört haben oder auch nie wahrnehmen würden.

Da lachst du einfach nur. Weil dies ja schon seit langem bekannt und nichts Neues ist? Schließlich heißen aus diesem Grunde ja auch die Nachrichten Nachrichten – weil sie im nach hinein richten. Be-richten um genauer zu sein. Das mag wohl sein, da gebe ich dir auch Recht. Viele ewig gestrige sind ja noch immer aktiv in unserer Umwelt und besonders in Politik und Wirtschaft. Aber nun ist dieser Sachverhalt auch noch wissenschaftlich bewiesen! Dass wir alle eigentlich dazu verdammt sind, ewig gestrige zu sein. In unserer Wahrnehmung. Daher auch der große Anreiz, den die Konservativen bei Wahlen auf die Menschen ausüben. Auf mich eher weniger, ich möchte ja selbst mit meinen Worten etwas bewirken. Und wenn es nur ein Lächeln ist, dass ich in ein Gesicht hinein zu zaubern in der Lage bin.

Von wegen also: ich entscheide selber, ob ich um 9 Uhr noch mit dem Auto nach Hause fahre. Trotz der drei Bier im Vorfeld. Übrigens: Vorstoß der Politik ist jetzt die totale Abstinenz im Straßenverkehr. Finde ich toll. Sollte man dann aber auf ALLE Bereiche ausdehnen, in denen Unfälle passieren können. Da fallen mir dann auch spontan der Bundestag und alle angegliederten Gremien ein. Auch wenn ich denen natürlich NIEMALS Alkoholkonsum unterstellen würde. Würde ich mir nie herausnehmen!

Liegt man also im bett und überlegt gerade, ob man denn nun aufstehen soll oder nicht. Und was soll ich dir sagen? Die Entscheidung ist in diesem Fall schon um Millisekunden vorher gefallen – unterbewusst. Dein Unterbewusstsein sacht sich irgendwie:

‚Die faule Socke schick ich gezz zur Arbeit!‘

Und dann steht diese Entscheidung für den gesamten Tag fest. Gut, meist meldet sich dann noch ein Kratzen im Hals oder ein kleiner Schwindel oder auch ein etwas größerer –  wenn man blau oder in diesem Fall eher gelb macht.  Aber im Normalfall eben nicht. Dann überwindet das Ich im Ich sogar den Schweinehund und fährt auch diesem letztlich über den Mund. Oder in dem speziellen Fall über das wenige an Resthirn, was noch nicht durch Konsum oder TV-Serien belegt ist.

Ist sicherlich schwer, wirklich gute Entscheidungen zu treffen, wenn man all seine Informationen aus der Vergangenheit und nicht aus direkten sondern eher indirekten Quellen bekommt. Fast so, als würde man sich eine Binde um den Kopf legen, die Ohren und Augen verschließen und nur noch sechziger-Jahre-Schlager hören. Helene-Fischer-Fans jetzt mal ausgenommen. Oder der Rest, der mit den Prilblumen auf den Kacheln in der Küche.

Mit Blindheit geschlagen, sprichwörtlich.

So wie im übrigen auch Justitia. Die allerdings darum mit Blindheit und Taubheit geschlagen ist, damit ihr niemand etwas böses oder auch einfach nur falsches einflüstert. Wäre ja schon ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, wenn man das mal ein wenig einschränken könnte. Nein, ich trete jetzt hier nicht dafür ein, Presse und Rundfunk sowie Fernsehen ganz abzuschaffen. Aber warum nicht eine richtige ‚Echtheitszensur‘ – wenn wir sowieso schon zensieren? Die Schere im Kopf kommt ja nicht von ungefähr. Man möchte nicht mehr anecken. Verständlich. Dann aber wenigstens richtig.

Fände ich besser als dieses scheinheilige Geschwafel. Von Bestürzung und Betroffenheit. Von Maßnahmen und Reformen. ich kann es nicht mehr hören. Ging mir damals bei Helmut auch so. Den konnte ich dann irgendwann auch nicht mehr hören mit seinem ‚Geschischte‘-Gefasel. Musste ich wohl zum Arzt. Wenn man schlecht hört…oder man braucht halt jemanden, der einen noch Maßregeln kann wenn Mutter und Vater dies schon seit etlichen Jahren vergeblich versucht haben. Darum schlüpft da ja immer sehr schnell und liebend gern der Staat in die Rolle. Und füllt diese bis zur Grenze aus. Sprichwörtlich.

Dabei war der Staat früher eher dazu da, alles einfach nur in Schuss zu halten. Infrastruktur. Bildung. Sozialsystem. Grenzen. Regeln. Kommt dir jetzt auch komisch vor, oder?

Schafft er nicht mehr, auch wenn sich die Ausgaben in der gesamten Zeit mehr als verhundertfacht haben. Hundert Mal mehr Unsinn zu machen, macht es eben nicht besser. Ich sage nur Kopfpauschale oder Praxisgebühr. nur weil man etwas durchsetzen kann, heißt das ja nicht automatisch, dass es auch gut wäre dies zu tun. Wenn man es nicht ausreichend bedacht hat immerhin.

Womit wir wieder bei einem meiner langjährigen Begleiter-Themen angelangt sind: wer überwacht eigentlich die Überwacher? Und wer trägt Sorge, dass keiner den Staat selber übers Ohr haut?

Zumindest im Falle eines bayerischen Steuerhinterziehers kann man sich die Frage des Prominenten-Bonus dieser Tage sicherlich noch einmal stellen. Man wird ja wohl noch mal was dazu sagen dürfen, oder?

Gleichzeitig macht der Staat such selber Sorgen über eine Partei am rechten Rand. Die allerdings auch kaum noch in den Parlamenten vertreten ist. Dennoch finanziert man sich seine Gegner praktisch mit durch die schöne Legislaturperiode. Schon pervers. Aber wer hat gesagt, dass die Art von Demokratie, die wir mittlerweile vorleben, jeden Tag schön oder gar gerecht ist? Keiner. Genau. Und darum mache ich mir wirklich Sorgen

Ja, ich sorge mich ein wenig um unsere  Demokratie so wie ich sie gelernt habe, um das Leben auf diesem Planeten, um jeden Einzelnen um mich herum. Man könnte mich auch Sozialpädagoge schimpfen. Oder eben Asozialpädagoge. Das käme der Sache näher…da ich ja oftmals das genaue Gegenteil von dem vertrete, was so vorgelebt wird. Vielleicht, weil ich hehre Ziele verfolge. Oder aber, weil Unterbewusst schon jemand für mich entschieden hat. Macht mich persönlich sozusagen wertungsfrei. War ich ja gar nicht aktiv. War mein Unterbewusstsein. Kann ich doch gar nichts dafür.

Wenn man mir also mal alle Schranken öffnen würde…

Dann würde ich so einige in die Schranken verweisen. Und dazu braucht man nicht mal viel Hirn…

WEISSE BESCHEID, ne?