Ran an die Eier!

Lieber Tagesbuch,

damit meine ich grundsätzlich natürlich AUCH das Liebesspiel zwischen Blume und Biene, so wie es jeder von uns kennt. Da werden dann sanft die Knospen bearbeitet und manchmal auch die Wurzel allen Übels beim Schopfe gepackt…soweit für uns Erwachsene recht eindeutig. Wenn dann im Nachgang noch ein harter Tritt in die Weichteile erfolgt und man dies alles rechtzeitig (so ca. 1 bis ½ Wochen vor den Feiertagen) erledigt – dann hat man sie: die zu Ostern allseits beliebten, bunten Eier!

Grün und rot und blau…

Fällt mir glatt einer ein:

Kommt ein Mann zum Ohrenarzt. Er nestelt an seinem Hosenschlitz herum, der Arzt ist irritiert und sagt sofort:‘ Ähm, ich bin ein Ohrenarzt. So wie es aussieht…‘

‚Moment, lassen Sie mich bitte kurz erklären.‘ Sagt der Patient während er seine Hose öffnet und an seiner Unterhose herumwerkelt.

‚Nein, nein, ich bin OHRENARZT, sie müssen sicherlich zu einem Urologen oder Internisten oder…‘

In der Zwischenzeit hat der Patient sein ‚Gemächt‘ entblößt und dieses erstrahlt in allen Regenbogenfarben, durchsetzt mit eitrigen und wunden Stellen.

‚Oh mein Gott. Damit müssen sie dringend zu einem Fachmann, das sieht schrecklich aus…‘

‚Lassen Sie mich doch bitt erst einmal erklären. Also. Wir haben einen Kegelklub. Und immer, wenn jemand in die Rinne wirft, dann kommen die beiden ältesten Kegelbrüder mit den dicksten Kugeln zu einem, stellen sich rechts und links vom Werfer auf, der muss sein Genital herausholen und zwischen den Kugeln platzieren – und dann zählen die beiden rückwärts…drei…zwei…eins…‘

Der Doktor starrt den Patienten entsetzt und fassungslos an, kriegt aber kein Wort mehr heraus.

‚Sehen Sie – und genau DAS höre ich nicht!‘

So viel also zu bunt gefärbten Eiern zu Ostern.

Wie kommt es eigentlich dazu, dass erwachsene Menschen zu einem besonderen Feiertag im Jahr in ihrem Garten oder sonst irgendwo in der Umgebung Lebensmittel, die sie zuvor mühsam mit Lebensmittelfarbe bearbeitet haben, verstecken – um diese dann später von anderen ausgraben zu lassen? Oder Monate später beim eigenhändigen Mähen des Rasens den fauligen Geruch bemerken und dann die jeweiligen Überreste mit kleinen Kotzanfällen beseitigen zu müssen? Welche Religion schafft so etwas? Und warum? Warum keine Sardinen oder die zugehörigen Dosen? Oder Käse? Oder warum versteckt man nicht direkt Blumenerde? Gut, schwer zu finden, ich verstehe es…

Der Name selber leitet sich ja aus dem lateinischen ab, also aus der alten Sprache Roms, dem Weltimperium, das sich vor den Neros und Cäsaren der Welt nicht verstecken konnte – und allen anderen einfach die eigene Ideologie  mit militärischen Mitteln aufgezwungen hat. Wer Parallelen entdeckt soll die zunächst für sich behalten. Hier geht es um Latein. Oder den, der mit seinem eben am Ende ist. Dem Lateinischen, in dem es ursprünglich ja Pascha heißt. Und wer den in der zivilisierten und emanzipierten westlichen Welt eben zu oft raushängen lässt, der bekommt auch mal einen zwischen die Hörner oder direkt einen Tritt gezielt unterhalb des Beckenbodens – und hat damit zwangsläufig geschwollene und farbige Eier. Kommt es also daher? Es wäre sinnig. Und hätte sogar nach den vergangenen tausenden von Jahren noch einen Bezug zur Realität. Den hat manch einer heutzutage ja schon verloren. Verlorene Eier. Wieder was anderes. Von den dicken oder verlorenen also kommt es eher nicht her. Auch wenn Eier ein zentraler Bestandteil des Festes sind, diese aber schon vor zigtausend Jahren bemalt wurden – galten Eier eben schlechthin schon immer für Fruchtbarkeit und wurden in eben den dazugehörigen Fruchtbarkeitsriten zu allen möglichen Dingen benutzt. Heutzutage bekundet man ja auch immer noch sein missfallen, in dem man wildfremde Menschen einfach mit faulen Eiern bewirft. Auf das die Frucht dieses Geistes für alle sichtbar stinke? Könnte für mich glatt ebenfalls ein tägliches Ritual werden…

Kein Wunder, wenn man dann, glaubt man an Auferstehung und ewiges Leben, auch an ein solches Fruchtbarkeitssymbol glaubt. Warum man dieses dann aber eifrig versteckt und von Mitmenschen suchen lässt, ist vordergründig nicht ganz so einfach zu klären. Und wenn die Eier, wie gerade  schon beiläufig bemerkt, schon vor tausenden von Jahren bemalt wurden, selbst in China oder Afrika – ohne einen Bezug zur christlichen Religion…wird einem ganz anders, wenn man ein solches prähistorisches Ei dann mal entdeckt. Von der Wertigkeit einem Faberge-Ei nahe kommend – vom Geruch dann eher nicht.

Unabhängig von eben diesen bemalten Eiern verstecken viele ja noch andere Dinge im Leben vor den Mitmenschen. Manch einer seine Neigungen, oder den Besitz – weil man Angst vor dem Verlust hat. Verlustängste sind ja eine der größten Triebkräfte im Leben. Auch wenn das letzte Hemd ja bekanntlich keine Taschen hat. Dennoch hat man halt enorme Angst davor. Beim vergraben der Eier hingegen legt man es ja sogar darauf an, dass diese gefunden werden. Also wäre es gleich besser, man würde es wie beim Geocaching machen und sich die Koordinaten gleich mit aufschreiben. Das wiederum kann dann wirklich in Arbeit ausarten – aber man hat im Hochsommer die unliebsamen Überraschungen nicht. Oder nur wenige. Soll ja auch mal Zahlendreher geben. Oder andere Missverständnisse.

Manch einer lässt sich sogar die Färberei komplett abnehmen und kauft schon fertig gefärbte Eier. Geht einem natürlich der tolle Essiggeruch und das färben an sich flöten. Als Kind, wie sollte es auch anders sein, habe ich das geliebt. Sogar Eier ausgeblasen für den Osterstrauch habe ich regelmäßig. Jetzt nicht die des ortsansässigen Pfarrers für dessen Strauch – nein, weit gefehlt, auch wenn ich mir ob der Sorgsamkeit des Priesters mit seinen anvertrauten Messdienern nie ganz sicher war. Anderes Thema. Ich sage nur Thebartz van Elst. Golden Eier. Oder Goldener Ochse. Komme ich noch mal zu.

Also man feiert die Auferstehung des Herrn und hatte dafür früher einmal sogar eine ganze Osterwoche frei. Hat man dann wegrationalisiert, in Zeiten der Industrialisierung, bis auf den Freitag und den Montag. Blöd, wenn man am Samstag oder Sonntag zu Ostern dann arbeiten muss. Ist sowieso schon nicht mehr zeitgemäß. Aber an solchen Tagen ärgert man sich dann sogar mehrfach.

Hatte man also vorher eine Woche Zeit zu färben, zu verstecken und zu suchen – muss das alles in der heutigen, schnelllebigen Zeit, an einem Tag passieren. Im Schnelldurchgang eben. In der aggressivsten Form habe ich dies einmal bei den Nachbarn erlebt. Die Eltern verstecken um kurz nach 9 Uhr am frühen Ostersonntag die Eier, die Kinder suchen um 20 nach Neun danach – mit dezenten Hinweisen von den genervten Erziehungsberechtigten (‚guck doch mal hinter dem Strauch‘, ‚schau doch mal in die Regenwassertonne‘, ‚sieh mal im Kühlschrank nach‘), weil die grenzdebilen Spielkonsolensüchtigen eher mit einer neuen APP versuchen, auf ihrem Handy den Kumpels aus dem Kindergarten klarzumachen, warum sie gerade bei der netten Netzwerkballerei wegen der blöden Eltern nicht teilnehmen können. Da wird dann oft aus Nachbarschaftsgründen und den mit den Streitigkeiten untereinander verbundenen Polizeieinsätzen ganz drauf verzichtet und die bunten Eier landen sofort auf dem Wohnzimmertisch. Ohne lästiges verstecken oder gar suchen. Und dann aber Heidewitzka – 3 Wochen Cholesteringepumpe auf Kasse. Man kann die Teile dann irgendwann auch nicht mehr sehen. Selbst das Frühstücksei wird dann schief angesehen.

Darum halten es einige wie mit ihrer nicht ausgelebten Religion: sie machen gar nicht erst mit. Freuen sich zwar auch auf die wenigen freien Tage, in denen sie entspannen können – solange bis draußen bei den anderen die Eier gesucht werden.

Stellen wir uns mal vor, wenn tatsächlich noch jedermann bei dem Mittelalterlichen Spektakel mitmachen würde. Man könnte in aller Seelenruhe ganze Stadtviertel plündern. Wie bei einer EM oder WM im Halbfinale – wenn die Deutschen dabei sind. Da taumelt auch alles in absoluter Glückseligkeit – während zur gleichen Zeit im Parallelament die wirklich wichtigen Gesetze verabschiedet werden.

Zum Beispiel, dass die Lebensmittelfarbe zum Färben der Ostereier nur noch aus biologisch abbaubaren und möglichst auch vom Menschen verzehrbaren Inhaltsstoffen bestehen darf. Als wenn jemand die Schale mit isst. Aber stimmt schon, ich hatte auch in der Kindheit oft Eier, deren Farbe nach dem pellen auch das ansonsten schneeweiße Ei im Inneren mitgefärbt hatten. Ich hab es trotzdem gegessen. Wer weiß was drin war? Und eigentlich bin ich auch froh drum. Ich habe ebenfalls Erde im Sandkasten gegessen, bin mit einer Schnoddernase rumgelaufen, bin auf Bäume geklettert und habe auch die Blätter von den Bäumen in meinen Mund gesteckt. Ich war halt auch die meiste Zeit draußen. Und das eben nicht nur am Ostersonntag zum Auffinden von versteckten, gefärbten Lebensmitteln von Zuchtvögeln. Wenn ich im heimischen Wohnzimmer vor der Kiste saß, dann war das eher für Cpt. Future, Biene Maja oder Kimba den Weißen Löwen. Da erstehen Gedanken in mir auf…herrlich. Hat Ostern eben doch was Gutes. Wer braucht schon Eier?…außer ein Herr Kahn?

WEISSE BESCHEID, ne?

 

 

 

 

 

Die erweiterte Periode

Lieber Tagesbuch,

hat jetzt nichts mit den bekannten Zyklen der Frau zu tun – auch wenn dieses Thema an sich ja schon ein weites Feld ist und sicherlich einmal der Betrachtung wert wäre. Aber Blut soll uns heute nicht weiter stören. Obwohl, da fällt mir spontan einer ein.

*political-correctness-off* *gender-mode-off* *satire-modus-on*

Was wäre, wenn die Erde sich 30 mal schneller drehen würde?

Nun. Es gäbe jeden Tag Gehalt und die Frauen würden verbluten…

*all-off-or-on*

Ich weiß. Böse. Aber hat was. Das mit dem Geld zumindest. Was wäre die Welt nur ohne Frauen…könnte man glatt aufs Geld verzichten…hehe…

Aber jeden Tag eine frische Gehaltszahlung, das hätte doch was. Wobei. Würde wahrscheinlich exakt 20 Minuten dauern und dann wären alle Dinge des täglichen Lebens 30 mal so teuer…wie ich uns als Menschheit so kenne.

Das Periodensystem.

Wundersame Entdeckung des Menschen, der sich seit Anbeginn der Zeit Gedanken darüber macht, aus welchen Stoffen denn die Welt besteht.

Das fing wahrscheinlich an bei den Höhlenbewohnern und der ersten Keule., Da wird sich der, der sie als erster auf den Schädel gezimmert bekam, auch Gedanken gemacht haben, woraus die wohl besteht. Zumindest kurzzeitig. Kurz vor dem Aufprall. Und dann erstmal nicht mehr. Manchmal auch nie mehr.

Bis hin zu den Griechen war unser Verständnis nur sehr rudimentär. Hatte man doch nur die Sinne um überhaupt feststellen zu können, aus was etwas besteht. Man konnte das salzige Wasser schmecken – auch wenn man nicht wusste, warum es überhaupt salzig war. Irgendwie war das ja auch egal. In 10 Minuten ging der Marathon los und der Verkäufer vor dem Stadiontor, der mit dem frischen Wasser geprotzt hatte, der war sicherlich schon längst über alle Berge. Also ausgespuckt und weiter dem Spektakel zugesehen…

Oder auch die Süße einer Frucht. Führte ja angeblich dazu, dass der Apfel, der nicht weit vom Stamm fiel, ausgerechnet Eva vor die Füße rollte. Und die Schlange ihr dann einflüsterte, davon zu naschen um die herrliche Süße zu probieren. Kannte Eva ja noch nicht. Und eine Handtasche zum aufbewahren für später war noch nicht erfunden. Geschweige denn der Kosmetikspiegel.

Die erste Frau war aber doch nicht blöd. Also bemühte sie ihren Vorkoster. Adam. Der ja auch an sich immer und in allen Momenten für das Grobe da war. Tiere erlegen, jagen, Holz hacken, Feuer machen. Müll rausbringen.

Gut, hätte er sich selber hinaus befördern müssen. Aber das hat ja dann dieser dämliche Gott erledigt, nachdem die Erkenntnis reifte…hier nackt im Garten rumzustehen und der Nachbar glotzt blöd aus der Höhle…

Wer wollte schon nackt durch die Gegend laufen? Von den Frauen jetzt. Ich höre schon eine Milliarde Männer ‚ich!‘ schreien…

Jo, Kleidung gibt es wohl nur deshalb. Denn am Anfang, so viel steht in beiden Sichtweisen, Wissenschaft und Religion, fest, da waren wir wohl nackt. Gut, Behaarung hatten wir noch reichlich. Und es gab noch keine Epiliergeräte oder Brasilian Waxing. Eher den Frauenvollbart und die Männerrückenbehaarung. Appetitlich.

Aber stehengeblieben waren wir ja eigentlich bei den alten Griechen. Um die beiden im Paradies kümmern wir uns noch ein anderes mal…

Gut, die haben also den ganzen Tag rumgehangen, die Griechen, so ein wenig philosophiert und dabei auch nebenbei noch irgendwie die Mathematik entdeckt – zumindest hatten Pythgoras und Sokrates nichts anderes zu tun, als es sich damals schon für alle Zukunft bei den Jugendlichen zu verkacken.

Und nebenher, neben rumliegen und Weintrauben verzehren und ein paar Quadrate oder Dreiecke in den Sand zu zeichnen, dachte man, die Welt bestehe aus Feuer, Wasser, Luft und Erde.

Also dieselbe Ansicht, die ein Großteil der Menschheit auch heute noch vertritt.

Neben dem so-dahin-stoffwechseln, wo es ja auf die Luft ganz besonders ankommt, dem anzünden von Feuer oder dem hochdrehen der Heizung, dem monatlichen Bad (alles andere wäre Verschwendung, habe ich doch tatsächlich von jemandem gehört, der sich seit 3 Jahren nicht wäscht sondern nur ein von ihm selber entworfenes Parfüm aufträgt. Na heidewitzka Herr Kapitän. Da kann man dann zu Karneval als Sondermülldeponie gehen. Ohne irgendwas am Outfit oder ähnlichem zu ändern. Pfui. Also einmal im Monat ist selbst für den bildungsfernen Bürger Minimum. Außer er entwickelt sich zum oder ist bereits ein Messie. Ich denke, dann kommen wir mit den 3 Jahren wieder ganz gut hin. Was das jetzt mit Fußball zu tun hat? Sag mal, hörst du mir überhaupt zu???) – und schlussendlich dem Boden der Tatsachen, auf dem das eigene Bett sich befindet,  existiert ja kaum etwas in der eingeengten Sichtweise.

Neben Atmung, Heizung, ritueller Waschung und dem zu-Bett-gehen unterscheidet sich das normale Leben also nicht wirklich von dem der Griechen im Altertum. 4 Elemente. Alles andere ist unwichtig.

Zieht sich wie ein roter Faden so durch den Alltag.

Ein-Aus-Lauter-Leise beim Fernseher.

Vor-zurück-links-rechts beim bewegen in der Öffentlichkeit.

Wach-einschlafend-schlafend-aufwachend als Zustände des Lebens.

Hungrig, durstig, müde, erschöpft.

Satt, sternhagelvoll, hellwach, aufgekratzt.

 

Kann man so stundenlang für alle Bereiche des Lebens durchgehen.

Geld drauf, Geld abgehoben, Geld ausgegeben, kein Geld mehr.

Arbeit verloren, ohne Arbeit, arbeitssuchend, Schmuckdesignerin.

Also alles in allem recht Griechisch – und nach Westerwelle auch römisch. Zumindest in der vollendeten Dekadenz. Wenn Fleisch nix mehr kostet und der Weg zum Discounter nur 5 Minuten beansprucht – dann ist es sehr weit bis zur nächsten Revolution. Ein voller Bauch revolutioniert nicht gern. Außer er ist austerisierter Grieche in Europa und möchte mit 55 schon in Rente gehen. Dafür lohnt es sich ja schon mal zu streiken.

Gut. Irgendwann, so knappe 4000 Jahre der totalen Abstinenz von Intelligenz später, hat sich dann wieder mal einer hingesetzt und nachgesehen, aus was denn die Welt wohl wirklich gemacht ist.

Als Alchemist war der aber eher auf der Suche nach Gold. So wie alle vor und nach ihm. Würde mich mal interessieren, wenn mal ein Komet eingefangen würde, auf dem es alle seltenen Stoffe des Kosmos im Überfluss gebe. Was dann lieber Kapitalismus? Ach, stimmt, wir sind ja schon bei den bunten Scheinchen und dem ‚Nullwert‘. Ich vergaß.

Eperimentierte der Typ also mit seinem Urin herum. Nicht, weil das so verlockend war. Eher, weil der so schön goldgelb war. Und von diesem Herrn an, der da seinen Morgenurin auf einer kleinen Gasflamme im Kolben erhitzte und aufwändig untersuchte, bis hin zu heutigen Kernfusionsexperimenten in Superbeschleunigern die Milliardensummen verschlingen, hat man eine ziemliche Menge an neuen Elementen entdeckt. Über 200, um es mal zu beziffern. Und dies in nur knappen 300 Jahren. Und ständig entstehen neue. Ob uns nach oben eine Grenze gesetzt ist, man weiß es derzeit nicht. Auch welche Möglichkeiten uns die ganzen neuen Elemente bieten werden – alles noch in den trüben Fenstern der Labore verborgen.

Das wichtigste Element jedoch, der gewöhnliche Sapiens, der kratzt sich derweil im Schritt und popelt an der Ampel. Oder lackiert sich bei rot die Fingernägel. Was wieder einmal beweist, dass Fortschritt und Wissen den gewöhnlichen Menschen jetzt nicht ganz so weit voranbringen. Gut, der kann auf dem Klo am frühen Morgen dann auch selber analysieren, dass die Streifen irgendwie…äh…lassen wir das. Bevor es total unappetitlich wird. Er könnte es aber. Das mit der Analyse.

Und darum ist es um jeden einzelnen der Erdenbürger wichtig. Wissen wir, wo und wann der nächste Bohr, Einstein, Shakespeare, Schiller, Mozart, Beethoven oder Gauck geboren wird? Eben.

Zumindest bei der nächsten Periode weiß es aber die Göttin ziemlich genau. DER oder DIE wird das Periodensystem definitiv NICHT erweitern.

Kommt sie zornig die Treppe herauf und öffnet die Tür zum Prinzenklo ruckartig:

‚Hör auf schon wieder mit deinem Urin rum zu spielen! Komm lieber runter, ich hab Apfeltorte gebacken…‘

WEISSE BESCHEID, ne?

 

 

 

 

 

Ich bin doch dein Vater!

 

Lieber Tagesbuch,

so würde wohl der Urahn von allen Menschen heute auf der Matte stehen und nicht vor der bösen Macht warnen – so wie es Luke erging als er nicht auf Obi Wan und Yoda hörte – sondern verwundert sein, wie so viel der bösen Macht auf diesem Planeten tätig sein kann.

Nehmen wir mal an, das ganze mit der Religion wäre tatsächlich so passiert.

Hätten wir also zunächst einmal das Problem, welche der vielen Religionen denn nun die richtige sei. Alle zugleich – dann wären wir ja wieder bei der indischen Vielgötterei, wo es für jeden neu kreierten Muffin auch einen passenden Gott und für jede neue Slipeinlage auch eine passende Göttin gibt. Jaja, ich höre schon den Gender-Beauftragten. Hallo: dies war ein Scherz! Geht genauso gut andersherum und as weiß ich wie.

 

Da haben wir also den oder die Gott oder Göttin – und dieser oder diese wäre ja quasi der Vater oder die Mutter von uns ALLEN! Jo, stimmt, is schon so – Vadder Abraham steht ja gleich für 3 der großen Weltreligionen. Nutzt nur nix. Die Kinder, wie im wahren Leben, sind zerstritten wer denn den Papi oder die Mami am liebsten hat. Und wer die schönste Bude gebaut hat, den tollsten Partner gefunden, das beste Auto gekauft und den irrsten Job von allen gefunden hat.

 

Nichts Neues also.

 

2 der 3 haben wir fast schon hinter uns gebracht, die werden zwar noch ausgeübt – wirken aber quasi nicht mehr bindend für unsere moralischen Vorstellungen. Na, für die überwiegende Mehrheit der ‚zivilisierten‘ Völker. Da fängt aber schon das nächste Problem an. Wer oder was heißt hier zivilisiert? Wenn man wochenlang vor einem Schuhgeschäft ausharrt um die neuesten Sneakers zu bekommen, wenn das nächsten Telefon einen solchen Hype auslöst, dass auch dort wochenlang der Laden belagert wird…wenn wir in Massentierhaltung und Erdbodenverseuchung neue Rekorde aufstellen. Ist das zivilisiert? Nur weil wir drüber reden können?

 

Jo, wir quasseln den lieben langen Tag, ganz besonders wenn es um die Gleichberechtigung ´der vorderasiatischen Sumpfschildschnecke geht…nicht, dass ich was gegen die Schnecke hätte oder den Schutz derselben nicht verstehen und unterstützen würde.

Aber zunächst einmal verhungern immer noch Menschen auf diesem Planeten, es werden sinnlos Individuen gemordet, es wird weiter unterdrückt und gefoltert, getötet und diktiert. Im Namen des oder der oder von wem auch immer Allmächtigen.

 

Manch einer zündet Wasserstoffbomben als wenn es hier um einen Partybesuch ginge und man zeigen müsse, wer denn die tollste Bombe explodieren lassen kann. Seht her: ganz mächtiger Badabooom….

 

Badaboom im Kopf würde ich mal sagen.

Alle ziemlich durchgeknallt. Und was dem einen seine Nachtigall, ist dem anderen sein Kuckuck. War schon immer so und wird immer so sein. In jeder Familie. So ist das Leben. Wir leben von der Individualität. Wären wir alle konform, wir würden nichts mehr erfinden nehme ich mal an, alles würde im grau der Masse verschwinden.

 

Ätzend.

 

Aber um alle zusammen in Eintracht auf dem Planeten zu leben, da sind wir scheinbar noch Lichtjahre von entfernt.

Habe ich den Eindruck. Jeden Tag aufs Neue. Sehe ich ja schon in der Nachbarschaft. Alle ziemliche Egoisten, denen der eigene Gartenzaun näher ist als alles andere.

 

Was tun?

Vadder oder Mudder – wenn es dich tatsächlich geben sollte…wird Zeit, mal ein Machtwort zu sprechen. Hat doch angeblich in der Vergangenheit auch immer geklappt. Den Erzählungen nach zu urteilen.

 

Und falls nicht? Tja, dann bleibt einem noch die Realität: ist nur ein Felsbrocken im All und man kann sich an jedem Tag erfreuen. Carpe Diem. Und Noctem. Und überhaupt: nutze das Leben! Nicht im Jenseits spielt die Musik – hier wird gefeiert!!!

 

WEISSE BESCHEID, ne?

Logistisches Problem

Lieber Tagesbuch,

 

beschäftigt mich seit dem Wochenende gewaltig. Und vorsichtig: heute wird es richtig schwarz…

Das logistische Problem also. Jetzt nicht so sehr von der kaufmännischen Seite. Ne, eher so von der religiösen.

Nehmen wir mal an, *schenkelklopf*, ich wäre religiös. Welche Religion würde ich mir aussuchen?

Eine, die friedfertig ist, keine Kriege anzettelt, wo die Priester keine kleinen Kinder verführen, die nicht korrupt ist, die ihr Heil nicht im Jenseits sucht und im Diesseits mit Rat und vor allem TAT zur Seite steht.

 

Bleibt eigentlich keine übrig. Wenn ich ehrlich bin.

Gut, vielleicht ein wenig der Buddhismus oder der Laizismus. Und vielleicht noch irgendwelche exotischen Lichtenergie-Sekten. Aber so real, für den heutigen Tag, so für das ganze Leben. Irgendwie recht trostlos. Da lobe ich mir den Atheisten. Der geht von nix aus. Nach dem Tod ist halt alles vorbei. Niente. Rien ne va plus. Um es mit dem Franzosen zu sagen.

 

Der ist ja dieser Tage mächtig stinkig. So wie die Amis damals nach 9/11. Verständlich. Wenn irgendwelche Durchgeknallten meinen, sie könnten von ihrer Religion überzeugen, in dem sie sich und andere wegballern. Ziemlich krude diese Sicht der Dinge. Und da wären wir bei dem logistischen Problem.

 

7 Milliarden Menschen. 5 Milliarden die nicht an den Koran glauben. Also muss rein logistisch jeder der Gläubigen 3.5 Andersgläubige umbringen. Da aber viele (ich sage mal trotzig 99 Prozent) der Muslime gar niemanden töten wollen, weil dies ja auch gar nicht der Auftrag von Stammesvater Abraham war – muss der übrige Teil um so mehr Attentate begehen.

Also quasi Anschlag-to-go. So der Sprenggürtel anner Ecke. Für 3-500 Euro. Frei konfigurierbar. Und jederzeit entzündbar. Krasse Vorstellung. Und wenn dann alle weg sind, dann sind sie komplett unglücklich. Denn so richtig glücklich (nach eigenen Aussagen) ist der gläubige Moslem ja nur, wenn er sich in den Demokratien der Welt aufhält. Und frei ist. Wie all anderen. Siehe arabischer Frühling. Denn in allen anderen Fällen ist er ja irgendwie unglücklich und möchte auch etwas abhaben vom Lebensglück. Und etwas ändern. Oder er muss Öl und viel Kohle haben.

Dann geht es ja auch irgendwie. Lasse ich jetzt mal einfach so dahingestellt. Aber wie immer ist auch daran wohl einiges dran. Und mal andersherum: woher kommen all die besagten Jungfrauen? Muss man die auch vorher alle erst wegsprengen? Mit sich selbst? Krasse Religion. Mal ehrlich, wenn dir an der Tür einer so was verkaufen will – dann fragst du dich, warum die Zeugen Jehovas dich schon nerven?

 

Warum muss ausgerechnet diese verrückte Religion alle anderen Menschen auf der Welt töten? Kann man dann nicht mal dafür Sorge tragen, dass dieser weltweite Wahnsinn endlich mal aufhört? So ein weltweites Verbot von Waffen? Denn Kriege sind um keinen Deut besser.

Kein Krieg, kein Kampf, keine Aggression mehr. Schöne Welt.

 

Also jedem Säugling ein Implantat mit einer Sprengladung in den Kopf, die auf Aggression reagiert.

Kein Sorge, die Menschheit stirbt nicht aus. Sie wird eher friedfertig in einigen Hundert Jahren.

Könnte ich mir vorstellen.

Aber jetzt hältst du mich für übergeschnappt und absolut durchgeknallt. Um keinen Preis besser als all die anderen.

 

Doch. Denn ich töte niemanden. Habe ich auch nicht vor. Versprochen. Wofür auch? Für einen jämmerlichen Steinbrocken im All? Den ich sowieso wieder verlassen muss?

 

Für wie bekloppt hältst du mich eigentlich?

 

WEISSE BESCHEID, ne?