Was letzte Preis

Lieber Tagesbuch,

fragt mich mein gegenüber über die Chatfunktion des Anbieters. In der Frage, die hier durch den extrem kurzen Satzbau des Senders fast schon in das unleserliche gesteigert wird, steckt die Intention, mir letzte Geheimnisse über meine Grenzen bezüglich des Wertes der von mir angebotenen Ware zu entlocken.

Basarisch würde ich jetzt mit einem exorbitanten Preis beginnen, in etwa 200.000 € für einen Beutel weißen Pfeffers von 100 Gramm. Da wir uns aber zu Beginn des 21.Jahrhunderts befinden, würde uns beiden sehr schnell bewusst, dass hierzulande nicht mehr die Preise des kruden und gewalttätigen Mittelalters zählen – sondern die hundert Gramm im Einkauf zwischen 20 und 30 Cent schwanken. Je nach Qualität und Entfernung zum Anbauland versteht sich. Man will ja nicht um den heißen Brei reden und bringt also einen ziemlich realistischen Preis heraus, der natürlich als die absolute Untergrenze angesehen werden kann – was hätte sonst die Frage nach dem letzten möglichen Limit nach unten auch für einen Sinn?

Kaum hat man seine Vorstellung eingespeist in das System aus Einsen und Nullen und die Nachricht fliegt in Windeseile über optische Kanäle zum Gegenüber irgendwo im wilden Kurdistan – welches sich natürlich in Wirklichkeit heute direkt um die Ecke im nächsten Stadtteil befindet, kann man sich schon das fürchterliche Gelächter auf der Gegenseite vorstellen – um danach ein Angebot gesendet zu bekommen, welches im Idealfall nur 1 Prozent der genannten Summe beträgt. Und dies mit einer Inbrunst an Weltwissen, die einem die Sprache oder in diesem Fall die Tastatur wegschlägt.

Völlig inakzeptable Angebote sind heute ja auch scheinbar in allen Lebensbereichen vollkommen an der Tagesordnung. Ich möchte nicht wehleidig oder als rückwärtsgerichtet erscheinen, aber hätten sich Autohersteller in den 90ern getraut, einen Mittelklassewagen für knappe 40.000 Mark auf den Markt zu bringen? Mittelklasse? Also so in der Art Golf und Konsorten?
Hätte man diesen dann überhaupt in die nähere Auswahl einbezogen? Klar, kommst du jetzt mit Inflation und so. Aber, mein junge, zwischenzeitlich gab es eine massive Abwertung, um knapp die Hälfte. Genannt Euro. Der ja auch nur gefühlt teurer ist.

Nun. Für eine Bratwurst hätte ich auf dem Basar aber eben keine 7 Mark bezahlt. Niemals. Weil ich wusste, dass der Herstellungspreis irgendwo um die 30 Pfennig lag- also wer auf meine Kosten dicken Reibach machen wollte, der war falsch gewickelt. Heute allerdings bekommt man nirgendwo mehr eine Wurst unter 2.50. Wie gut, wenn man keine mehr isst.

Vegan ist ja sowieso der bessere Mensch, habe ich mir sagen lassen.
Zumindest sind die Diskussionen heutzutage eher davon geprägt, dass man schneller alles besser weiß als früher. Wikipedia und Smartphones sei Dank. Aber in Zeiten von Faktencheck und unseriösen Nachrichten – wem soll man noch wirklich Glauben schenken, wenn nicht dem eigenen Instinkt? Glauben heißt eben nicht Wissen. Auch wenn dir religiös fanatische aller Richtungen heute etwas anderes erzählen mögen…

Über hunderte von Jahren von Generation zu Generation weitergegebene Werte können doch eigentlich nicht falsch sein. Ethik wandelt sich nicht derart schnell. Außer, man ist zum Beispiel immer noch Raucher. Dann wird man schnell an die Zeiten der Verfolgten und der Verfolger der Geschichte – egal wo und egal wann – erinnert. Der Mensch als des Menschen Wolf eben. Man denkt daran, wie sich wohl die Gebrandmarkten der jeweiligen Zeit gefühlt haben mögen…
Heute braucht man keine Abzeichen mehr. Die Ansammlung vor dem jeweiligen Gebäude gibt ja schon an, dass man sich zu der Sekte der Raucher bekennt.
Dass keine öffentlichen Anklagen und Verbrennungen stattfinden – kann man wohl getrost auf den Humanismus unserer Zeit schieben. Im Mittelalter war man da nicht ganz so zimperlich. Gut, da standen noch Feudalismus und Monarchie im Wege und auch zur Aufklärung bedurfte es erst einmal der Trennung von Kirche und Staat.

Heute trennt man ja eher das Volk vom Staate. Der Staat als sich mit sich selber befassendes Wesen. Welches den Krümmungsgrad der Banane oder Gurke bestimmt – und mitreden möchte in allen Belangen des öffentlichen Lebens. Dabei aber so wichtige Dinge wie den Ressourcenerhalt und die Pflege der Infrastruktur vollkommen hinten anstellt. Denn dazu ist kein Geld da. Wie auch, liegt ja nach der letzten Rettung auch alles bei den Banken. Wie soll da noch jemand was zusammenkratzen für Kitas oder Bildung?

Wozu auch Bildung? Man kann heute so schön Staaten lenken – ohne etwas zu tun oder zu wissen. Bewiesen ist dies ja nun schon mehrfach. Da brauche ich auch keinen täglichen Hinweis auf einen anderen Präsidenten irgendwo auf der Welt. Besser sind wir da ja auch nicht wirklich. Vielleicht nicht so alt und frisiert. Aber ganz sicher nicht besser. Ist aber immer einfacher mit dem Finger auf andere zu zeigen. Dann muss man sich nicht mit den eigenen Problemen beschäftigen…und das plumpe Volk ist abgelenkt. Ist ja auch gerade keine WM…Schade eigentlich.

Schöne neue Welt eben. In der sich jeder mit all den tollen Fakten der Bekannten beschäftigt, weil Gudrun gerade Melone in einem hippen Cafe in Wien isst. Oder der Peter im Stadion beim Fußball ganz begeistert seinen Schal schwenkt. Und wir dürfen alle sofort daran teilhaben.
Müssen dazu auch nicht einmal mehr vom Sofa aufstehen –außer um sich was zum knabbern oder trinken zu holen – und bekommen die Realität durch Fernseher und Smartphone direkt nach Hause geliefert. Was man so Realität nennt. Reality TV sicherlich nicht.

Schneller und immer schneller. Brauchte man damals noch Jahre um von China nach Europa zu reisen wie es einst ein gewisser Marco machte – kann man das heute gern selber mit seinem Polo in wenigen Tagen oder Wochen tun. Oder per Handy eben in Sekundenschnelle. Wobei das Handy selber erst einmal mit einem der riesigen Containerschiffe über die Meere geschippert werden muss um hier seinen täglichen Sklavendienst zu verrichten.

Und mir die Nachricht zu senden, auf die ich nun so lang gewartet habe. Denn heute sind schon Millisekunden quasi Jahrzehnte. Gefühlt halt, wie beim Seitenaufbau im Netz…

10 Euro. Das ich nicht lache. Nicht für dieses Teil. Da kann Er oder Sie sich einen anderen blöden suchen, wird er oder sie ja sicher auch finden.
An der nächsten Ecke wartet schon einer. Ganz sicher.

Zumindest wenn ich so betrachte, was so die Leben der anderen ausmacht.
Da komme ich mir auch vor wie auf einem Basar.

Einer im Himmel allerdings. Und der oder die Schöpfer bietet gerade frisches Hirn in der Theke an. 10 Euro das Kilo. Zum Sonderpreis eben. Ein echter Schnapper.

Ist den meisten allerdings schon zu viel. Die nehmen dann lieber einen etwas schöneren Körper für ein paar Cent mehr. Und wenn das nicht geht, dann wird er eben später direkt auf dem Planeten verschönert.
Schnipp-Schnapp und ein wenig Botox irgendwohin gespritzt – schon passt es doch zumindest für den Dschungel. Nicht den alltäglichen in der Stadt. Ich meine schon den anderen.

Was soll es, ich gehe weiter voran und blicke nicht zurück. Zumindest nur ungern. Aber beim nach rechnen bin ich eben weiterhin bei der D-Mark. Kann ich nix tun. Und beim Aufregen über die Preise irgendwie auch. Obwohl wir in Deutschland ja auch auf ganz hohem Niveau meckern. Sagen die Politiker ja immer. Oder lamentieren. Aber eben nicht demonstrieren. Außer es geht um einen Bahnhof.

Können wir ja wenigstens. Aber eben nicht Flughafen. Was war denn da nochmal? Reden wir lieber nicht über die letztlichen Kosten. Bei der Hamburger Pracht Leiche waren es am Anfang ja auch knappe 70 Mios. Am Ende dann halt 700. Was soll es schon? Die paar Peanuts mehr oder weniger. Wenn schon ein Vorstand bei VW für knappe 13 Monate gute 12 Mios bekommt und eine Rente von 8000 Euro…was soll der Geiz? Wir ham es doch!

Stellt sich mir als Steuerzahler immer wieder bei jeder neuen Bauleiche oder Stellenbesetzung die bange Frage:

Was letzte Preis?

Weisse Bescheid, ne?

Digitalisierung 2016.0

Lieber Tagesbuch,

ist, wenn ein Pokemonjagender Mobiltelefonanstarrer von einem autonom fahrenden Tesla-Auto überfahren wird, dies durch ein Google-Auto aufgenommen und durch eine Verkehrsüberwachungsdrohne komplett aufgezeichnet wird. Willkommen in der neuen Welt. Und die Amazon-Drohne blinzelt verstört beim Paketausliefern auf die Straße und versteht die Welt nicht mehr…

Was genau mag denn nun Digitalisierung sein? Fragst du mich das jetzt wirklich ernsthaft?

Nun, nehmen wir mal an du bist krankenversichert. Dann wird zukünftig der Arztbesuch gar nicht mehr nötig sein. Du schnappst dir morgens früh dein Handy, startest die App deines Hausarztes, der schaut sich über die Kamera deine Prusteln im Gesicht an und schreibt dich krank. Das geschieht unmerklich für dich im Hintergrund. 

Dabei wird erst der Arbeitgeber informiert – und danach die Krankenkasse. Du kannst dich hernach direkt in die Apotheken-App begeben, dort dein Medikament raussuchen (verschiedene Hersteller, mit manchen hast du vielleicht sogar eine Kooperation, d.h. die Sponsoren deiner Tochter die Blockflötenstunden dafür, dass du ihre Produkte kaufst) – und dieses wird dir dann per Drohne zugesandt.

Nach cirka 20 Minuten Flugzeit. Spätestens jetzt musst du deinen Arzt bewerten und für deine Krankenkasse dessen Rechnung freigeben.

Danach wieder ab ins Bett und genesen also. Bis dich am nächsten Morgen die App darauf hinweist, dass du ja sowieso in diesem Jahr schon öfters krank warst und man dir sofort die nächsten 3 Wochen als Krankzeit vorschlägt. Kommt jetzt auch nicht mehr drauf an. Und die Diagnose liefert man dir schon vorab anhand deiner im Klo gemessenen Körperflüssigkeitswerte. 

Nebenbei solltest du die Aufnahme von Alkohol reduzieren, rät dir die Arzt-App. Und gestern, der Fisch, der war aber nicht MSC – und schon gar nicht Bio. Und schon nervt das schlechte Gewissen. Schließlich kann von diesem einen Fisch das leben einer ganzen Fischerfamilie abhängen! Zumindest erscheint es so. In Wirklichkeit trifft es nur einen dieser riesengroßen Fischfang-Trawler im Atlantik – und der kann es weiß Gott verkraften…

Schöne neue Welt.

In der auch schon sehr früh feststeht, wer oder was du wirst. Vor allen Dingen haben deine Eltern dich schon vorher im Baukasten zusammengesetzt. Kann eigentlich kaum noch was schief gehen.

Mit der kleinen App auf dem Smartphone wurde der perfekte Samencocktail zusammengestellt, vom Labor dann fertig gemixt und per Drohne zugestellt. Gut, guter Sex sieht jetzt anders aus – aber was tut man nicht alles für die Menschheit? Möchte nicht jeder einen kleinen Galileo oder Albert? Oder eine Marie? Was gäbe die Welt für einen neuen Jesus oder eine Jesine. Muss man ja nicht gleich wieder an die Wand nageln. oder an ein Kreuz. 

Fällt mir ein, was wäre gewesen, wenn man Jesus geköpft hätte? Würde dann heute jeder mit einem Schwert um den hals herumlaufen? Gut, in Zeiten von Terror und der wahlfreien Ausübung von grober Körperverletzung mit Todesfolge oder jeglichem anderen groben Unfug (ich sage es gleich: ich halte mich aus allen Diskussionen hierzu heraus. Bringt nix. Denn meine Argumente sind nicht tödlich!) kann so ein Mordinstrument bei der Hand oder besser am Hals sicher nützlich sein. 

Aber dann hat ja jeder eins. Halt so wie im kalten Krieg. Alle haben eine Bombe und darum nutzt sie keiner. Ja, so verrückt ist der von den Bäumen heruntergestiegene Affe! Wohl wahr! Manche hielten ja eben dieses verlassen der Bäume schon für den großen Irrtum. Andere gehen noch weiter und finden, wir hätten nicht mal das Wasser verlassen sollen. Besser für uns wäre es sicher gewesen. Gäbe es jetzt Planktoncocktails auf dem Meeresgrund. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gut, gibbet also am Spielplatz um die Ecke zur Genüge Jesines oder Jesusse in Tateinheit mit der bekannten Schackeline. Aber wir reden hier ja eher nicht von den Kindern mit sehr viel Potential – also enormer Luft nach oben -, die zumindest schon mal den Stift so halten können wie der Turm in Pisa steht. Zwar schief – aber dennoch lässt sich damit auch ein Wort hinkrakeln. Auch dabei ist man nicht mehr ganz so genau, schließlich wird auf Tablets geschrieben, die Autokorrektur übernimmt den Rest. Selbst der größte Dummbatz bekommt auf diese Weise Weltliteratur hin! Alle Minuten lang ein neuer Shakespeare! Nun, nicht exakt so lang und detailliert bzw. Pointen reich – aber zumindest hört es sich fast schon an wie Englisch. Das Deutsche. Sind wir akut ja auch nicht sehr weit weg von.

Kaum Werbung, in der nicht alles irgendwie besser ist, weil es ‚repair‘ oder ‚revitalift‘ oder ’smoothie‘ ist. Hinzu kommen ‚Events‘ und ‚Spots‘ die dein ‚Life‘ irgendwie besser machen. Es ‚upgraden‘.  Tja, manches mal wünschte ich mir weniger Werbung und mehr Hirn. Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben. Und wer schon Persil und Omo hat, der braucht sich um eine gescheite Gehirnwäsche keine Sorgen mehr zu machen. Ünrigens werden pro jahr 60 Millionen Tonnen Phosphor in die Kloake gespült. Die Hälfte unserer Einfuhren an Phosphor kippen wir wieder weg! Das nenne ich mal Weitblick! Ist so, als wenn ich am Geldautomaten nach jedem Abhebevorgang die Hälfte meines erhaltenen Geldes verschenken würde. Fände ich auch wieder toll. Würde ich den ganzen Tag nur an Bankautomaten stehen! Karriere als Bankautomaten-Vorsteher. Chief of – versteht sich. Man macht ja auch seinen Master und den Bachelor. 

Ich sags ja…denglisch sei dank. Aber nicht mal das ziehen wir durch. Könnte man doch zumindest schon mal das seidt einführen (Kombi aus seit und seid) und den bestimmenden Artikel endlich weglassen. Man liest ja auch kaum noch bestimmende Artikel. Alles eher Einheitsbrei. Auch wieder eine andere Geschichte.

Alles das ist auch bereits mit kleinen bunten Pillen erreichbar. Realität und keine Fiktion. Viagra und Co. lassen grüßen. Täglich wird es mehr. Und in Zukunft sind sogar direkte Eingriffe ins Hirn denkbar. Gut, macht man jetzt nicht so sehr viel kaputt. Von daher sag ich mal: schlimmer geht es eh immer! Also warum nicht? Wären wir wieder bei der Schnittstelle im Kopf, du erinnerst dich?

Naja, auf jeden Fall sind deine Lehrer dann das Internet und diese kleinen, süßen Roboter die dich durch deine Kindheit und Pubertät bis ins Erwachsenenalter begleiten. Kleine Pokémons und PacMans.

Und ein jeder hat eine Brille auf (was ja auch die Diskriminierung der Brillenträger endlich beenden würde) mit der er sämtliche Zusatzinformationen zu einem Objekt sofort eingeblendet bekommt. Steht man also vor der Sehenswürdigkeit und die Datenbrille sagt einem: hey, is 80 Jahre alt, heißt Omma Krawuttke und lebt hier im Altersheim um die Ecke. 

Was die jetzt gerade hier splitterfasernackt vor dem Picasso im Museum macht – man weiß es nicht genau. Aber zumindest erkennt man auf Blick oder Kopfnicken hin, wer die Erziehungsberechtigten waren und sind. Und wie viel Omma Krawuttke im Monat so an Rente kriegt. Und was sie gestern gegessen und eingekauft hat.

Gut, das würde jetzt wieder nur der Ordnungshüter sehen. Der sieht aber auch sofort alle Einträge zur Sprache der gestrigen Woche. Also alles, was Omma Krawuttke in der letzten Woche so vom Stapel gelassen hat.

In Einzelfällen vielleicht nicht so interessant. Aber insgesamt und in BIG DATA sicher ein willkommenes Highlight jeder autoritären Regierung. Die einem durch die Datenbrille natürlich auch immer anzeigt, wie etwas gerade aktuell heißt oder welche Wertung es gerade hat. Doppelplusgut sag ich nur.

Also in all der schönen Zeit in den Allergenfreien Bereichen der Großstadt werden immer mehr und weitere Daten über dich gesammelt. Und die verfestigen dann dein Bild. So dass ein jeder sofort weiß, woran er bei dir ist. Wie erwähnt eben auch der liebe Herr Staat. Der damit dann auch schon weit vor der anstehenden Wahl weiß, wen du denn wählen wirst.

Und darum muss die Wahl ja auch erst gar nicht stattfinden – weil das Ergebnis eh schon feststeht. Das wäre dann auch Demokratie 2.0! Heissa! Und Politiker die ihre Vita oder ihre Abschlüsse gefälscht haben oder irgendwo abgeschrieben oder sonst wie gelogen und korrumpiert haben – gibt es gar nicht mehr. Nur noch Politroboter die den lieben langen Tag nichts anderes tun, als das für und wieder zu debattieren. und zum Schluss wird abgestimmt.

Sagst du jetzt, wo ist der Unterschied zu heute?

Gut, die kosten eben nur noch Strom. Keine dicke Diät mehr.

Und wenn der durch Wind, Wasser und/oder Sonne hergestellt wird…ist doch erst mal alles gut!

Während das Volk draußen Pokemons jagt oder bei der EM/WM/AM/BM/CM zu Hause vor der Glotze zuschaut.

Arbeiten muss ja auch niemand mehr, denn sämtliche Jobs der Welt werden komplett von Robotern erledigt. So dass der Mensch sich ganz auf seine guten Seiten besinnen kann. Ich hatte es bereits beschrieben, du erinnerst dich sicher.

So malt der gute Mensch dann halt Ölgemälde aus Urin oder bastelt aus Filz kleine Hüte. Oder baggert in seinem Garten herum. Ganz, ganz kecke nehmen 3 Stunden lang den gerade im Garten entdeckten wilden(!) Vogel auf. Solange der Akku reicht. Und ein ECHTER VOGEL: Kein Pokemon! Wow!

Lange keinen mehr gesehen. Außer im Zoo oder im TV.

Schöne neue Welt halt…alles so wundervoll bunt! Und sogar in HD! CURVED! Also gebogen…für uns Ältere…

Weisse Bescheid, ne?

 

 

Getürkte Wahrheiten

Lieber Tagesbuch,

lassen mich seit ein paar Jahren ja nicht mehr los. In den letzten Wochen sogar wieder verstärkt. Schließlich stirbt die Wahrheit meist zuerst…und heute wird es eher ernst. Hin und wieder ist es eben nicht anders zu ertragen als mit Kritik…

Da erdreistet sich ein Pressesprecher eines noch im Bau befindlichen deutschen Flughafens doch tatsächlich, die ganze Wahrheit, und nichts als die Wahrheit auszuposaunen. Und was passiert dann gleich im Handumdrehen?

Genau, er wird entlassen. freigestellt. Von der Arbeit befreit. Von der ganzen Last, die ihm sicherlich auch stark vom Herzen gefallen sein dürfte – nachdem er sich einmal mit der sprichwörtlichen Verpulverung von Steuermilliarden eingehender befassen durfte.

Frei nach dem Motto: es darf nicht sein was nicht sein darf!

Oder wie im Mittelalter, wo man ja den Überbringer der Nachricht köpfte – weil man am Inhalt der Nachricht selber kaum was ändern kann.

Ist quasi wie ein Fußballspiel, welches so lange läuft, bis der richtige gewinnt.

Oder mit Referenden, die man so lange durchführt, bis das richtige Ergebnis herauskommt. Wobei richtig hier natürlich von der Kapitalkraft des jeweiligen Befragenden abhängt. Und auch, ob man ein Referendum dann auch überhaupt ernst nimmt. Oder, wie bei uns in der Republik, gar nicht erst durchführt, weil das Volk einfach unmündig ist. Das hat es vor knapp 100 Jahren ja bewiesen. Überhaupt findet man derzeit einige Parallelen zur Weimarer Republik. Aber dazu vielleicht mal ein anderes Mal mehr.

Muss man sich auch also mal vor Augen halten. Da wird im Jahre 2006, medienwirksam zur Fußball-WM im eigenen Lande, der erste Spatenstich zum Neubau eines Hauptstadtflughafens getan. Und anvisiert werden, neben einer Milliarde an Baukosten , knapp ein Jahr, also Ende 2007, wahrhaftig die Fertigstellung. Mittlerweile sind aber schon 10 (!) Jahre vergangen, die Kosten sind auf über 6(!) Milliarden angewachsen – und kein Ende ist in Sicht. Nicht, dass wir überhaupt jemals ein Bauprojekt in der Republik innerhalb der beiden Grenzen Zeit und Geld fertig bekämen. Völlig illusorisch. Wie auch? Wenn man Einsteins Zeit-Dilatation voraussetzt, also dass bei hoher Gravitation bzw. Anziehungskraft die Zeit gekrümmt wird, dann ist es doch klar: bei solchen Schwergewichten wie unseren windigen Politikern und den ganzen Baugrößen – da kann, durch die große Anziehungskraft der Kapitalgeber auf die Politiker schon mal die Zeit gekrümmt, gedehnt oder was weiß ich werden. Und Geld? Geld ist sowieso nur eine Illusion, dazu kommen wir später aber noch ausführlicher.

Also im Grunde kein Wunder – die soll es ja immer mal wieder geben – sondern leider eher bittere deutsche Realität. Medizin muss halt bitter schmecken. Vielleicht hat die Kanzlerin darum immer solche Gramfalten um den Mund herum? Wenn sie sich doch so sehr grämt, warum dann nicht den Weg frei machen für eine erfrischend NEUE Politik ohne das Kohl’sche aussitzen? Aber ich werde hier schon wieder politisch – das möchte ich ja eher vermeiden. Denn die dümmsten Kälber wählen eben ihre Metzger selber. Jeder kriegt eben das, was er auch verdient.

Und dann stellt sich in dem Rührstück um den deutschen Flughafen in Berlin doch glatt so ein popeliger, kleiner Pressesprecher hin – und meckert und zetert. Ich meine jetzt nicht den Pressesprecher der Kanzlerin. Der dreht ja eher an der Wahrheit so lange herum, dass am Ende keiner mehr weiß, was eigentlich Sache war. Oder man sitzt es, wie gesagt, einfach aus. Oder man ist gleich bestürzt. Man kennt das ja. Wenn da mal nicht nur die Diplomarbeit abgekupfert ist…

Aber so etwas einfach ungefiltert in einer Presseerklärung herauszugeben! Die Wahrheit! Wo sind wir denn? Das geht natürlich gar nicht. Nestbeschmutzer! Fast so, als wenn man einen ausländischen Staatspräsidenten mit satirischen Mitteln hier im Inland unmittelbar angreift – und die Mutter der Nation ergreift Partei. Und setzt sich damit einfach über bestehende Gewaltenteilung hinweg. In dem sie vorab schon verurteilt und Recht spricht. Oder das Parlament einfach Gesetze verabschiedet, die von vornherein Verfassungswidrig sind.

Kann man in all diesen Fällen nicht einfach mal bei der Wahrheit bleiben und zum Beispiel einen Despoten und Diktator auch wirklich Despot und Diktator nennen? Und einen Bruch der Demokratie auch als solchen bezeichnen? Scheinbar nicht. Es gibt halt immer noch Paragrafen, die zu Zeiten des Kaisers (‚Majestätsbeleidigung‘) eingeführt wurden und irgendwie die Jahrhunderte überleben. Weil keiner abändert solange man nicht aktiv wird. Seltsames Politikverständnis. Da wird dann lieber eine neue blaue Plakette eingeführt um das Abwracken 2.0 einzuleiten. Hat nix mit Wacken zu tun. Gott bewahre! Die armen Festivalbesucher. Würde ich doch nie über einen Kamm scheren mit diesem Pack…

Oder, ein weiteres Beispiel, man besitzt ein Unternehmen, mit dem man weltweit irrsinnige, ja wahnwitzige Gewinne einfährt, in dem man Telefone verkauft – nur 80 mal so teuer als es früher der Fall war. Und die anfallenden Gewinne aus den Verkäufen versteuert man dann irgendwo anders in der Welt. In einem Land, in dem man, sagen wir mal, so ein Prozent als Gewinnsteuer bezahlen muss. oder auch gleich gar nichts. Oh wie schön ist Panama! Und wie unschön ist Solidarität und der Gedanke daran! Man nutzt die Infrastruktur und die Menschen – aber Steuern zahlen? Bin ich blöd? Nun, als kleiner Mann bleibt einem nicht mehr als brav abzuführen. Wird ja schon zwangsweise getan. Auf dem Lohnzettel ersichtlich. Aber als globaler Konzern mit dem humanitären Ansatz, das Kapital ohne Rücksicht auf Verluste zu vermehren – was stört einen da schon die Solidarität? Oder auch Rücksichtnahme? Weder auf Verbraucher noch auf Umwelt. Bringt ja keinen Profit.

Wir leben eben heutzutage in einer vollkommen neuen Welt. Da bekommen bisher allseits bekannte Begriffe vollkommen neue Bedeutungen. Getürkt ist etwas nicht etwa, weil wir es mit Despoten oder gar Diktatoren zu tun haben, nein, weit gefehlt. Auch wenn du jetzt an genau so etwas denkst. Der Begriff ‚getürkt‘ selber kommt von einem im 18.Jahrhundert, zur Zeit von Friedrich dem Großen, als Weltneuheit vorgestellten Schachcomputer, bei dem vor dem für alle einsehbaren Schachfeld eine mit orientalischer Kleidung versehene Puppe saß, welche angeblich die einzelnen Züge mit einer ausgeklügelten Mechanik im Inneren eines Kastens berechnete und dann eigenhändig ausführte. Im Kasten selber saß aber ein kleiner Mensch. Man kam dem Treiben schnell auf die Schliche – und fortan war eine Sache ‚getürkt‘.

Fast so, wie uns die weise Politik wahr machen will, dass die Märkte und das Finanzwesen solch undurchschaubare Kästen sind, bei denen man eher ehrfürchtig den Banken und Großfinanziers zuschaut – ein Wunder, dass diese die Hintergründe verstehen und durchblicken! Und falls nicht und alles an die Wand fährt wie schon mehrfach geschehen, dann steht ja der Steuerzahler bereit und hilft mit seinem Ersparten und den allseits beliebten Steuermilliarden. Die haben wir dann plötzlich ja auch  ENDLOS zur Verfügung.

Genauso könnte man also heute von getürkten Wahrheiten sprechen. Man lässt also das Volk lieber in dem Glauben gewisser Wahrheiten – um sich selbst nicht mit bohrenden Fragen zu konfrontieren. Und um Antworten herum zu kommen.

Kennen wir alle doch aus dem Alltag nur allzu genau.

Mein Lieblingsbeispiel derzeit ist das tolle Mizellen-Wasser in der Werbung. Wundersames Wasser, welches bei der Anwendung spürbar alle Falten aus der Haut klopft und über Nacht den oder die Anwender mit der Haut einer 20jährigen ausstattet. Unbemerkt und ohne jede Qual. Fast ebenso unfassbar in der Wirkung wie die Beeren-Diät oder die Quark-Diät, welche jedes Jahr im Frühling durch den Blätterwald rauscht. Niemand weiß wie, und es funktioniert ja auch nicht wirklich. Und falls doch: dann war es die geheime Zutat, die wundersame Diät, Gott oder ein Panini-Sammelbildchen welches man auf dem Kaminsims mit Kerzenlicht im Dunkeln verehrt.

Dabei gibt es die Mizellen tatsächlich. Wer jetzt den genauen Ablauf der Entstehung von Mizellen herausfinden möchte, sei auf Wikipedia verwiesen. Erhellend. Kurzum: hier bilden sich kleine Klümpchen und die helfen angeblich gegen Falten. natürlich nicht, in dem sie sich in eben diese legen. Da geht jetzt keiner so genau drauf ein. Ein 30 Sekunden-Spot ist dafür auch zu kurz. Da müssen ja halbnackte Frauen gezeigt werden. Wobei, wenn man den Politikern folgen mag, dann ist auch das bald vorbei. Sexismus in Werbe-Spots: verboten! Besser. Dann glaubt den Mist wenigstens auch keiner mehr. So zumindest meine Hoffnung.

Und bei den Mizellen ist es im Grunde wie zuvor auch bei der berühmten Hyaluronsäure. Die war dann ja auch überall drin und unverzichtbar. Ich weiß auch gar nicht, wie ich mir ein Leben ohne Mizellen und Hyaluron noch vorstellen soll! Oder eben ohne Antioxidantien. Geschweige denn ohne Ionisiertes Wasser von den Polkappen. Mit einem Bagger frisch vom kalbenden Gletscher gehackt, mit Tauchern in Position manövriert um dann mit dem Tanker verschifft und anschließend portioniert und einzeln verkauft zu werden. Wer denkt da schon an die Umweltbilanz oder an CO2? Wenns schee macht! 14 Milliarden Jahre altes Wasser. Ob das noch gut ist? ich weiß ja nicht. Obwohl auch das Mindesthaltbarkeitsdatum (eine wundervolle deutsche Erfindung) längst nicht mehr das anzeigt, was es eigentlich sollte. Wegwerfmentalität mit eingeschlossen. Oder die bunten Ampeln. Wer achtet schon wirklich darauf? Die adipöse Gesellschaft sicherlich nicht. Bei denen muss die Verpackung schön bunt sein. Und am besten eben ionisiert und vom Mars. Oder wenigstens vom Mond. Raumfahrer-Nahrung. Herrlich.

Daneben eine kaum zu entziffernde Schrift in der Größe 0.0001 Arial, damit man auch auf gar keinen Fall etwas erkennt. Außer dem in fetter, einwandfrei lesbarer Schrift prangenden Markennamen. Und nicht nur gefühlte Quadrillionen an Inhalts- oder Aromastoffen. Alles ungefährlich. Alles natürlich. Wobei natürlich in diesem Fall heißt, dass es in unserem Universum herstellbar ist. Und in den letzten 20 Jahren noch keiner wirklich ernsthaft erkrankt ist. Wobei ernsthaft – wer will schon nach 20 Jahren den Zusammenhang zu einem damals verzehrten Yoghurt herstellen? Gut, in Amerika geht so was. Da steht auf den Produkten schließlich auch, dass man die Verpackung besser nicht mit isst. Wer so wahllos in sich hineinstopft. Was soll der auch schon groß wählen? Anderes Thema.

Ganz beliebt sind in der Aufzählung der tollen Zusatzstoffe ja auch die freien Radikale. Jetzt nicht die, die man mittlerweile in fast jeder Großstadt antrifft um gegen oder für etwas zu demonstrieren. Noch in den 80er Jahren war man damit der große Revoluzzer. Gern gesehen und etwas besonderes auf jeder Feier. Den Hippies der 60er Jahre angelehnt war man eben gegen alles und jeden. Und damit für das Leben. Warum? Ich weiß es ja auch nicht. Aber es war HIP.

Heute ist man eher gegen alles und jeden – und wird ganz schnell als Radikaler oder gar als Terrorist angesehen. Auch alle Maßnahmen, die man so ergreift, sollen ja vorrangig den Terrorismus oder diese Radikalen bekämpfen und eindämmen. Gewirkt hat das alles bisher nichts. Wie auch? Wenn jemand meint, er müsse sich in einer belebten Innenstadt in die Luft sprengen, dann wir der sicherlich vorher nicht noch über sein Handy den genauen Standort verraten. oder gar seinen Pass vor Ort verlieren. Oder einen Koffer mit irgendwelchen Schriften. Aber genau dies passiert. Fragt man sich: sind die zu doof? Wirklich so dämlich, dass selbst Nachbar Klawuttke drauf kommt und die Hintergründe erklären kann?

Oder aber sind wir schon so weit, dass wir Erklär-Fernsehen haben? Mit der kompletten Überwachung und dem Einheitsbrei um 20 Uhr? Alles getürkt. Und nächste Woche wird der Flughafen eröffnet!

Gut, welches Jahr habe ich jetzt nicht gesagt…und ein paar Milliarden mehr oder weniger – wen interessiert es schon? Wenn doch selbst von der EZB schon das Helikopter Geld angedacht ist. Fragst du dich, was das ist? Nun, ein lieber Onkel fliegt mit einem Hubschrauber über deiner Stadt und wirft einfach wahllos Geld ab. Welches man dann einsammeln kann. Wird sicherlich das Vertrauen in die Währung enorm stärken! Bei Nullzins versteht sich. Und Renten-Lücke. Fast so, wie eine Abwrackprämie für voll funktionsfähige Autos.  Nur  mehr hinten rum. Durch die Brust ins Auge. Nicht so ganz offensichtlich wie mit dem Hubschrauber. Verstehst du?

Wäre besser, die würden kein Geld sondern eher Hirn vom Himmel schmeißen. Aber solange hierzulande nicht 100 Prozent der Bevölkerung vegan lebt, würde ich nicht dafür garantieren wollen, was schlussendlich mit dem Hirn passiert…

Wer hat eigentlich beim Hirn mal auf die Inhaltsstoffe hingewiesen? Und müsste dort nicht auch eine Mindestnutzungsdauer vorgeschrieben werden? Eine Stunde am Tag?

Kein Wunder, dass man nicht mehr über den Rinderwahnsinn berichtet. Wenn eh alle davon betroffen sind.

WEISSE BESCHEID, ne?

Das Übersetzungsbüro

Lieber Tagesbuch,

für Leichte Sprache erklärt mir vom gestrigen Tage an, warum ich schon seit Jahren das Gefühl habe, ein Alien zu sein. Fremd auf diesem Felsbrocken im All namens Erde, fremd in meinem Land, meiner Stadt und oftmals sogar in meinem Körper.

Klar, nicht selten hat dieses Gefühl eher damit zu tun,  dass ich meinen Fleischsack mit einer Überdosis alkoholartiger Substanzen derart schnell konfrontiert habe, dass dem armen physischen Ausdruck meiner Existenz nur eine simple Lösung bleibt: sich zu erbrechen.

Da kann man sich dann schon mal fremd im eigenen Körper fühlen, wenn sich alles dreht und man sich eher auf einer Achter oder gar 16erBahn wähnt.

Und sind wir doch mal ganz ehrlich, wie oft war dir in deinem Leben schon so richtig zum kotzen zu Mute?

Und das eher nicht wegen eines seltsamen Mageninhalts oder einer allzu kurvenreichen Strecke in den Schweizer Alpen auf der Flucht vor den deutschen Steuerfahndern, die nur mit einer kleinen, silbrig-glänzenden CD bewaffnet versuchen, dir, dem Beelzebub der Steuerhinterziehung, die Flötentöne beizubringen? Oft, ich weiß. Aber dies soll hier nicht das Thema sein.

In manchen dieser Kotzanfälle ist es aber auch nur das Unverständnis über einen nicht einmal sonderlich  komplizierten Sachverhalt.

Da könnte man einfach kotzen weil einem danach ist.

Und genau um dieses Unverständnis teilweise oder sogar ganz auszuräumen – wenn man denn intellektuell dazu in der Lage ist, gerade beim Typus des Berufspolitikers habe ich da ja oftmals so meine argen Zweifel, aber dies ist ja auch weithin bekannt – also um auch noch die letzten Fragen zu beantworten und absolute Klarheit zu schaffen, da gibt es nun das Übersetzungsbüro der Leichten Sprache.

Bevor ich dir in kurzen, verständlichen, klaren und leichten Sätzen erkläre worum es sich dabei handelt, sollten wir noch ein Wort zum gerade erwähnten Berufspolitiker verlieren.

Sicher, man kann ja immer einräumen, die lieben Abgeordneten MÜSSEN nicht immer alles verstehen, was sie so den lieben, langen und sicher auch sehr anstrengenden Tag im noch weitaus anstrengenderen  Parlament vor sich hin beschließen. Aber schön wäre es schon, oder?

Wenn jemand mir zum Beispiel die Halbwertszeit für Plutonium etwas näher bringen möchte, um mir damit eingehender klar zu machen, dass ich weit über 20 Tausend Jahre auf den von mir verursachten Müll aufzupassen habe, weil dieser in der Zwischenzeit stark strahlend ist und damit durchaus auch in der Lage alles andere im nahen Umfeld zu kontaminieren – dann kann man einer neuen Energiequelle im lockeren Gespräch ja durchaus auch schon einmal etwas skeptischer eingestellt sein. Wenn man nicht gerade einen etwas größeren Koffer unter seinem Schreibtisch in der Staatskanzlei gefunden hat.

Allerdings gäbe es unter solchen Umständen wohl auch kein BER oder irgendwelche Philharmonien an größeren Flussläufen. Oder zumindest nicht zu solchen Preisen und mit diesen Folgen. Sollte man doch annehmen.

Apropos: hat man ja gerade in dieser Woche auch wieder einmal festgestellt, dass bundesbananikanische Großbauprojekte im Schnitt IMMER 30 Prozent teurer werden als ursprünglich geplant. Im Durchschnitt wohlgemerkt. Fragt man sich glatt, ob bei der Planung und Veranschlagung solcher großen Bauvorhaben nicht auch meine Omma das letzte Wort haben könnte. So als ultima ratio.

‚Nix, datt is zu teuer.‘

‚Mensch Omma, datt soll doch der tollste und größte und beste und schnellste und überhaupt deutscheste Flughafen auffer Welt werden!‘

‚Nix. Dann kann ich wieder nicht schlafen wenn ich durch Zufall mal in Berlin übernachte. Nene, die haben doch auch schon ein paar Flughäfen. Is zu teuer. Auch mit dem ganzen Brimborium dabei. Schluss, Aus. Datt machen wir nich!‘

‚Och Mensch Omma!

Spricht es aus und in der Tagesschau am Abend hört man dann so tolle Sätze wie:

‚Auch das Bundesrepublikanische Großbauprojekt des Flughafenneubaus in Berlin wurde heute mittag vonne Omma abgelehnt. Nach der Elbphilharmonie, dem unterirdischen Stuttgarter Bahnhof und der eigenen Weltraumstartbasis in Andernach am Rhein ist dies damit das vierte Bauprojekt in Folge, welches mit der Begründung, es sei zu teuer, von der Omma abgelehnt wurde. Vertreter der Wirtschaft und der Bauindustrie in der Republik sind bestürzt und befürchten nun Einbußen bis hin zu klaren Einbrüchen in der Konjunktur.‘

Und?

Ich fände es herrlich.

Wenn man sich so alljährlich unser geliebtes Schwarzbuch anschaut, dann wird einem oft ganz schwarz vor Augen. Und dann könnte man kotzen. Da hätte der kluge Hausfrauensachverstand einer nur mittelmäßig begüterten Omma eben schon ausgereicht, um diesen Irrsinn zu verhindern. So meine Meinung.

Oder man institutionalisiert das ganze. Eben mit einem Übersetzungsbüro. Um das tägliche Geschwurbel in für alle verständliche Worte zu kleiden. Da würde die Nachricht im Staatsfernsehen der BRD dann nur noch lauten:

‚BER machen wir nich mehr – is zu teuer!‘

Das versteht doch wenigstens jeder! Jetzt nicht direkt warum genau eben dieses Projekt. Aber halt die für jeden verständlichen, wichtigsten Gründe. Ohne großes Palaver.

So könnte man sich dann auch die große Politik vorstellen.

Also keine schwülstigen Reden über Bestürzung oder tiefe Betroffenheit. Nein. Tacheles.

‚Wenn der Herr Putin da jetzt nicht seine Waffen mit der kompletten Armee abzieht und da nicht langsam mal Ruhe ist im Karton, dann gibt et richtig Laffka. Sacht die Omma.‘

Herrlich. Omma for President sozusagen.

Also quasi so, wie es bald in den USA auch sein wird. Zumindest reden dort ja auch alle vom Untergang der Demokratie.

Ich sag es ja, wäre sowohl hier als auch dort ganz gut.

Nach über 100 Jahren ist es mir auch nicht mehr ganz so klar, warum ich mir dieses tägliche Geschwafel anhören muss, wenn dadurch nur Aktionen im Hintergrund, Korruption oder sonstige Vorteilnahme gedeckt wird.

Letztlich soll das Büro aber ganz andere Aufgaben, leider, übernehmen. Es soll behördliche Anweisungen in ein deutsch übersetzen, welches auch der gemeine Bürger versteht. Nein, nicht der Wutbürger. Eher so du und ich. Dass man mit diesen Maßnahmen  implizit klar macht, dass sich die Politik und die damit zusammenhängenden Behörden nun schlussendlich ganz vom Bürger und seiner Sprache entfernt haben, das ist dabei jedoch nur nebensächlich. Was hat man schon davon, wenn einen das eigene Volk nicht mehr versteht?

Geschweige denn die Zugereisten? Welchen Eindruck hat man als Außenstehender von einer Behörde, die eine simple Übersetzung braucht, um sich verständlich auszudrücken?

Nicht, dass ich mich an dieser Stelle über Menschen mit Behinderung lustig machen oder deren Probleme klein reden möchte, weit gefehlt. Ich finde es eher sonderbar, dass man sich nicht verständlich auszudrücken vermag und hierfür noch Bürokräfte beschäftigen muss. Fragt man sich glatt, wer hier die Behinderung hat…

Und man fragt sich sofort, wer überhaupt noch in der Lage ist, in dieser Republik eine Steuererklärung ordentlich und vor allem Ordnungsgemäß auszufüllen – wenn das schon der gebildete und versierte Herr Hoeness nicht richtig schafft. Der Arme.

Geschweige denn von den ganzen Mitbürgern zu reden, die weder Schreiben noch Lesen können. Die armen Parlamentarier. Klar, dass man dann ein Übersetzungsbüro braucht.

Könnte ich auch langsam gebrauchen, verstehe das hier alles ja schon lange nicht mehr…

WEISSE BESCHEID, ne?

Kornkreise

Lieber Tagesbuch,

sind in diesen Tagen ja wieder hochaktuell.

Ob nun in Düsseldorf oder Köln, Koblenz oder Deggendorf – ob Fasching, Fassenach oder Karneval, ob mit Kostüm oder lieber gleich ganz ohne jegliche  Kleidung: Korn erleichtert alles. Zumindest denkt sich dies der gewöhnliche Karnevalist.

Abgesehen von heftigen Artikulations- sowie Bewegungsstörungen, die bis hin zu komatösen Zuständen reichen, in denen die geistig umnachteten im Parlament ihre Kreise ziehen (ohne Korn, wohlgemerkt), ist bei vielen die Aufnahme von allgemeinen Botschaften durch die Hinzunahme von gesättigten Kohlenwasserstoffen doch sehr stark eingeschränkt.

Gut, bis auf die Botschaft, dass gerade frische, vergorene oder destillierte Flüssigkeiten bestellt oder geliefert wurden.

Ziehen also die Jecken hübsch verkleidet durch die Straßen und ihre Kreise, auch Polonäsen genannt. Manch einer ist auch gar nicht mehr in der Lage geradeaus zu schreiten – sicherlich lässt sich der allgemeine Gang unter Alkoholeinfluss irgendwie in Korrelation zur Erfindung der Polonäse bringen. Kreislaufen mit Rausch. Und dazu mit Pappkappe und Schminke. Herrlich. Und fast schon so, wie der normale Tag im Büro. Jetzt ohne Korn oder Bier wohlgemerkt. Oder auch nicht? Wer weiß…

Ich persönlich finde diesen aus dem altgermanischen Heidentum stammenden Brauch immer noch sehr zeitgemäß.

Man stolzierte mit seltsamer Kleidung auf dem Körper, trug Masken, sprach wirres Zeug und klopfte wild mit irgendwelchen Hölzern herum – um die bösen Geister zu vertreiben. Letzte Woche im deutschen Bundestag. Nutzte nix, die Mehrheit des Parlaments war eh nicht anwesend und hat nur die Kohle für die Abwesenheit kassiert.

Vor knapp 5000 Jahren allerdings, in Mesopotamien, also da, wo jetzt zwischen Euphrat und Tigris gerade rivalisierende und marodierende Banden aus aller Herrn Länder ihr Unwesen treiben, da war es eine Art ‚Gleichstellungsfest‘. Der niedere durfte dem Hochgestellten mal die Meinung sagen und wurde dafür nicht sofort gesteinigt oder an den Eiern zum trocknen aufgehängt. Nun gut, hin und wieder nach der Feier ein bisschen. Aber dann hat ja auch keiner mehr so genau hingeschaut. Justitia war schon immer blind…und das auch ohne Alk!

Hin und wieder war es sogar möglich, dass diese Bräuche über ganze Wochen praktiziert wurden. Allerdings achtete man weithin darauf, irgendwann wieder die Ordnung herzustellen. Also das alte Herr-Sklaven-Verhältnis, welches sich ja wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte zieht, wieder herzustellen. Ober sticht unter. Notfalls auch mal nicht nur bildlich.

Scheinbar, weil der Mensch nicht anders kann.

Immer will irgendwer irgendwen anderen beherrschen oder dessen Besitz, Land, Frau, Kind oder auch nur Hut sein eigen nennen. Und dann gab et imma ma widda auffe Omme. Ab und zu auch mit den Hölzern, mit denen man noch kurz vorher die bösen Geister vertrieben hatte. Nannte sich dann auch Revolution. Oder Aufstand. Um den Herrscher zu vertreiben. Hat meist ja nix genutzt. Kam dann ein anderer und hat den Platz eingenommen. Vakuum zieht halt an. Meist Typen, mit eben dieser grenzenlosen leere im Kopf.

So wie aktuell im Zweistromland ja auch. Von den Zuständen jetzt. In die Köpfe kann ich ja nicht reingucken. Wirkt aber irgendwie so…ähnlich.

Der eine will nich weg und wird von anderen dabei gedeckt und unterstützt.

Die anderen wollen unbedingt, dass der erstgenannte endlich abhaut und kämpfen dafür bis zum bitteren Ende. Und die dritten im Bunde wollen einfach gar nix mehr und kloppen sich direkt mit allen Beteiligten, die das nicht wollen. Und mittendrin dann der Rest, der sonst immer doof rumsteht und nur zuguckt. Jetzt wollen die aber auch ihr Süppchen kochen und mitmischen. Wer weiß, was am Ende dabei raus springt. Marodeure eben.

Und zwischenzeitlich zündet der wahnsinnige aus Nordkorea immer mal wieder ein paar Bomben und Langstreckenraketen – weil er wohl gerade Langeweile hat.

Unterdessen wird in anderen Landstrichen der Erde gefeiert und um den Korn gekreist was der Magen hält. Bis zum abwinken und zur totalen Umnachtung halt. Welch ein Wunder. Anders isset ja auch fast schon nicht mehr zu ertragen…

Man könnte ehrlich meinen, man lebt auf einem total Durchgeknallten Planeten, der von irgendwelchen verrückt gewordenen Primaten unter totaler Kontrolle steht. Keine Chance dem Wahn zu entkommen.

Von der anderen Seite des Atlantiks schwappt dann noch der Milliardär mit hinein – es wird wohl nicht besser. Das kann man sich kaum noch Schönsaufen. Aber versuchen kann man es immerhin.

Allenthalben herrscht also der Ausnahmezustand, hier vor Ort jedoch nur zwischen Altweiber und Aschermittwoch – woanders eben das gesamte Jahr. Womit wir wieder im Parlament wären.

Die Ausnahme bestätigt hier ja die Regel.

Im Normalfall, das hatten wir ja schon, sieht man leere Ränge und müde Debatten, die keinen so wirklich faszinieren oder auch nur interessieren. Jeder hat was zu sagen. Meistens nicht mal zur Sache – aber das tut hier nichts zur eben dieser.

Denn bezahlt wird man ja trotzdem. Ob man nun körperlich oder nur geistig oder irgendwie transzendent anwesend ist. Vertreten durch seine Aura oder die Chakren oder…Ommm. Macht ja auch nix. Fehlt nur noch, dass die Interviews bald auch so aussehen.

‚Was haben sie denn heute Nacht bei den so harten Verhandlungen erreicht?‘

In der gesamten Nacht wurde ausgiebig mit Alkohol experimentiert um die Wirkung auf unter 16jährige nachvollziehen zu können.

‚Tschakka! Alkohol nur noch ab 16!‘

Wie man jetzt auf die gezogene Grenze sowohl beim Kauf von Alkohol als auch bei der Wahl, der Möglichkeit Bundespräsident zu werden oder bei der Geschäftsfähigkeit nach BGB kommt – man kann es sich fast denken.

Aber eben auch nur fast.

In den meisten Fällen wird für die harte nächtliche Arbeit ganz gut verdient.

Der Normalbürger würde sagen: und dies nicht zu knapp. Nennt sich dann logischerweise Diät und soll wohl suggerieren, dass man Maß hält und sich in strengster Enthaltsamkeit übt. Gut, auf dem Oktoberfest, mit der Maß in der Hand. Da bin ich ganz bei dir. Aber ansonsten?

Enthaltsamkeit nach ausgiebigen Gelagen? Klar…nach Karneval ist Fasten angesagt. Wer es denn glaubt – soll laut Bibel seelig werden. Wenn der Papst das erlaubt. Dazu ein anderes mal mehr.

Ich für meinen Teil halte meine lieben Abgeordneten alle für leicht überbezahlt und auch gasförmig. Überflüssig eben.

Ursprünglich war die Höhe des Gehaltes ja dazu gedacht, die wichtigen Köpfe vor Korruption und Einflussnahme der Industrie zu schützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, auch stark zu bleiben und den Verlockungen des Geldes zu widerstehen. Darum eigentlich so hohe Gehälter.

Na das hat ja dann auch super geklappt. Die erste Woche.

Pharmalobby, Automobillobby, Tabaklobby, Ärztelobby, Hotellobby, Kaufmannslobby, Öllobby…mir fallen jetzt spontan keine weiteren mehr ein. Aber das reicht ja auch.

Zumal diese besagten Lobbyisten (oder deren Anwälte/ Kanzleien) Gesetze ausarbeiten, die dann von den Sekretären der Ministerien dem Parlament unterbreitet werden.

Der einzelne Politiker wäre ja auch überfordert, sollte er sich zwischen nächtlichem Komasaufen und Tagträumendem Parlamentsverzicht im heimischen Bett auch noch in die Materie Eindenken oder eingehender damit befassen müssen. Man muss ja flexibel bleiben, der nächste Posten winkt bald schon!

Wie, das glaubst du nicht? Dann hak mal nach…klingt verrückt, ich weiß. Aber das ist die Realität. Glauben heißt eben nicht Wissen. So wie Kunst von Können kommt und nicht von wollen. Dann hieße sie ja auch Wulst! Und Politik hieße eigentlich Lobbyismus. In Neusprech aber eher nicht. Da heißt es eher parlamentarischer Untersuchungsausschuss. Oder Verfassungsklage.

Fernab also von jeglicher Vernunft und Objektivität wird da auch schon mal eine Abwrackprämie beschlossen. Und dann schmeißt der Michl prompt sein Auto in die Tonne. Funktioniert noch einwandfrei, ist auch ansonsten kaum gealtert und toll verarbeitet, keine Kratzer im Lack, toller Oldtimer den man hegt und pflegt und damit auch ein wenig beiträgt zum Klimawandel – also weg damit! Wir haben es ja!  Strand in Dortmund? Klasse, pack schomma die Badehose ein!

Wie war das noch mal mit der Dekadenz?

Ach, stimmt ja.

Meist ging diese, in der Geschichte, ja nicht vom kleinen Volk aus – sondern von den Herrschenden. Und um es ein wenig erträglicher zu gestalten, mit ansehen zu müssen, dass der Herr in Saus und Braus lebt und der Knecht gerade so über die Runden kommt – um dies also zu legitimieren, da führten selbst die hochdekadenten Römer schon die Saturnalen ein.

Feierte man einfach einen Gott der auf dem Nachbarplaneten lebt – und alle waren zufrieden.

Später hat man den festen Wohnsitz des besagten Gottes dann irgendwann ganz nach weit draußen verlegt, um wissenschaftlich nicht angreifbar zu sein und sich dem niederen Volk nicht noch erklären zu müssen. So wie die Erde eben flach war und die Sonne sich um die Erde drehte. Logisch. Eingängig. Und so simpel. Prima eben. Trink! Und mach dir nich immer so viele Gedanken, Mensch!

In der Zwischenzeit, also wenn gerade nicht gefeiert wurde, gab es zumindest was zu essen und auch Spiele in der Arena. Da wurden dann andere geopfert – und man war froh, dass man selber im Trockenen saß und mit dem Daumen über Wohl und Wehe abstimmen durfte. Kanten Brot und Spiele. Oder Trauben und Wein. Wie es beliebt.

Gut, hat sich in den paar tausend Jahren jetzt insgesamt nicht so viel verändert an der Situation. Heute ist es nicht der Daumen sondern die ganze Hand, die für ein Kreuz gebraucht wird – und man muss nicht mal mehr die Hütte verlassen um die täglichen Dschungel- oder Bachelorspiele zu sehen.

Und mit den Mächtigen muss man auch nicht jeden Tag konfrontiert werden – da reicht ja auch der gewöhnliche Chef, der auch nur ein armer Untergebener seines Vorgesetzten ist. Und so weiter und so fort.

Und wenn man all dies geschichtlich jetzt im Zusammenhang sieht, dann ist es doch gar nicht mal so schlimm, wenn sich das Volk für eine komplette Woche total im Alkohol ertränkt, oder?

Würden wir doch auch verstehen, wenn wir, mal von außen betrachtet, quasi als Besucher, hier mit einem Raumschiff landen würden. Oder?

Oder wir zauberten mit unserer weit fortgeschrittenen Technik über Nacht Kreise ins Getreidefeld. .

Denn wenn die Primaten doch schon Atombomben bauen können – dann muss ja zumindest IRGENDWO auch ein Fünkchen Intelligenz zu vermuten sein, oder?

‚Also, Leute, heute machen wir die runden Teile direkt in das Korn. Datt Saufen die ja auch. Beachten die dann wenigstens.‘

‚ Ja, hoffen wir mal. Wenn die mit dem abfeiern aufgehört haben…also morgen, äh übermorgen. Ach, gucken wir in ein paar tausend Jahren noch mal nach…is besser, denk ich mal. Letztet mal mit der kack Kreuzigung hat mir jedenfalls echt gereicht. Vielleicht klappen ja schöne Bilder im Korn…is zumindest noch ein Versuch wert!‘

Denn eine zweite Chance hat doch wohl jeder verdient, oder?

WEISSE BESCHEID, ne?

Die erweiterte Periode

Lieber Tagesbuch,

hat jetzt nichts mit den bekannten Zyklen der Frau zu tun – auch wenn dieses Thema an sich ja schon ein weites Feld ist und sicherlich einmal der Betrachtung wert wäre. Aber Blut soll uns heute nicht weiter stören. Obwohl, da fällt mir spontan einer ein.

*political-correctness-off* *gender-mode-off* *satire-modus-on*

Was wäre, wenn die Erde sich 30 mal schneller drehen würde?

Nun. Es gäbe jeden Tag Gehalt und die Frauen würden verbluten…

*all-off-or-on*

Ich weiß. Böse. Aber hat was. Das mit dem Geld zumindest. Was wäre die Welt nur ohne Frauen…könnte man glatt aufs Geld verzichten…hehe…

Aber jeden Tag eine frische Gehaltszahlung, das hätte doch was. Wobei. Würde wahrscheinlich exakt 20 Minuten dauern und dann wären alle Dinge des täglichen Lebens 30 mal so teuer…wie ich uns als Menschheit so kenne.

Das Periodensystem.

Wundersame Entdeckung des Menschen, der sich seit Anbeginn der Zeit Gedanken darüber macht, aus welchen Stoffen denn die Welt besteht.

Das fing wahrscheinlich an bei den Höhlenbewohnern und der ersten Keule., Da wird sich der, der sie als erster auf den Schädel gezimmert bekam, auch Gedanken gemacht haben, woraus die wohl besteht. Zumindest kurzzeitig. Kurz vor dem Aufprall. Und dann erstmal nicht mehr. Manchmal auch nie mehr.

Bis hin zu den Griechen war unser Verständnis nur sehr rudimentär. Hatte man doch nur die Sinne um überhaupt feststellen zu können, aus was etwas besteht. Man konnte das salzige Wasser schmecken – auch wenn man nicht wusste, warum es überhaupt salzig war. Irgendwie war das ja auch egal. In 10 Minuten ging der Marathon los und der Verkäufer vor dem Stadiontor, der mit dem frischen Wasser geprotzt hatte, der war sicherlich schon längst über alle Berge. Also ausgespuckt und weiter dem Spektakel zugesehen…

Oder auch die Süße einer Frucht. Führte ja angeblich dazu, dass der Apfel, der nicht weit vom Stamm fiel, ausgerechnet Eva vor die Füße rollte. Und die Schlange ihr dann einflüsterte, davon zu naschen um die herrliche Süße zu probieren. Kannte Eva ja noch nicht. Und eine Handtasche zum aufbewahren für später war noch nicht erfunden. Geschweige denn der Kosmetikspiegel.

Die erste Frau war aber doch nicht blöd. Also bemühte sie ihren Vorkoster. Adam. Der ja auch an sich immer und in allen Momenten für das Grobe da war. Tiere erlegen, jagen, Holz hacken, Feuer machen. Müll rausbringen.

Gut, hätte er sich selber hinaus befördern müssen. Aber das hat ja dann dieser dämliche Gott erledigt, nachdem die Erkenntnis reifte…hier nackt im Garten rumzustehen und der Nachbar glotzt blöd aus der Höhle…

Wer wollte schon nackt durch die Gegend laufen? Von den Frauen jetzt. Ich höre schon eine Milliarde Männer ‚ich!‘ schreien…

Jo, Kleidung gibt es wohl nur deshalb. Denn am Anfang, so viel steht in beiden Sichtweisen, Wissenschaft und Religion, fest, da waren wir wohl nackt. Gut, Behaarung hatten wir noch reichlich. Und es gab noch keine Epiliergeräte oder Brasilian Waxing. Eher den Frauenvollbart und die Männerrückenbehaarung. Appetitlich.

Aber stehengeblieben waren wir ja eigentlich bei den alten Griechen. Um die beiden im Paradies kümmern wir uns noch ein anderes mal…

Gut, die haben also den ganzen Tag rumgehangen, die Griechen, so ein wenig philosophiert und dabei auch nebenbei noch irgendwie die Mathematik entdeckt – zumindest hatten Pythgoras und Sokrates nichts anderes zu tun, als es sich damals schon für alle Zukunft bei den Jugendlichen zu verkacken.

Und nebenher, neben rumliegen und Weintrauben verzehren und ein paar Quadrate oder Dreiecke in den Sand zu zeichnen, dachte man, die Welt bestehe aus Feuer, Wasser, Luft und Erde.

Also dieselbe Ansicht, die ein Großteil der Menschheit auch heute noch vertritt.

Neben dem so-dahin-stoffwechseln, wo es ja auf die Luft ganz besonders ankommt, dem anzünden von Feuer oder dem hochdrehen der Heizung, dem monatlichen Bad (alles andere wäre Verschwendung, habe ich doch tatsächlich von jemandem gehört, der sich seit 3 Jahren nicht wäscht sondern nur ein von ihm selber entworfenes Parfüm aufträgt. Na heidewitzka Herr Kapitän. Da kann man dann zu Karneval als Sondermülldeponie gehen. Ohne irgendwas am Outfit oder ähnlichem zu ändern. Pfui. Also einmal im Monat ist selbst für den bildungsfernen Bürger Minimum. Außer er entwickelt sich zum oder ist bereits ein Messie. Ich denke, dann kommen wir mit den 3 Jahren wieder ganz gut hin. Was das jetzt mit Fußball zu tun hat? Sag mal, hörst du mir überhaupt zu???) – und schlussendlich dem Boden der Tatsachen, auf dem das eigene Bett sich befindet,  existiert ja kaum etwas in der eingeengten Sichtweise.

Neben Atmung, Heizung, ritueller Waschung und dem zu-Bett-gehen unterscheidet sich das normale Leben also nicht wirklich von dem der Griechen im Altertum. 4 Elemente. Alles andere ist unwichtig.

Zieht sich wie ein roter Faden so durch den Alltag.

Ein-Aus-Lauter-Leise beim Fernseher.

Vor-zurück-links-rechts beim bewegen in der Öffentlichkeit.

Wach-einschlafend-schlafend-aufwachend als Zustände des Lebens.

Hungrig, durstig, müde, erschöpft.

Satt, sternhagelvoll, hellwach, aufgekratzt.

 

Kann man so stundenlang für alle Bereiche des Lebens durchgehen.

Geld drauf, Geld abgehoben, Geld ausgegeben, kein Geld mehr.

Arbeit verloren, ohne Arbeit, arbeitssuchend, Schmuckdesignerin.

Also alles in allem recht Griechisch – und nach Westerwelle auch römisch. Zumindest in der vollendeten Dekadenz. Wenn Fleisch nix mehr kostet und der Weg zum Discounter nur 5 Minuten beansprucht – dann ist es sehr weit bis zur nächsten Revolution. Ein voller Bauch revolutioniert nicht gern. Außer er ist austerisierter Grieche in Europa und möchte mit 55 schon in Rente gehen. Dafür lohnt es sich ja schon mal zu streiken.

Gut. Irgendwann, so knappe 4000 Jahre der totalen Abstinenz von Intelligenz später, hat sich dann wieder mal einer hingesetzt und nachgesehen, aus was denn die Welt wohl wirklich gemacht ist.

Als Alchemist war der aber eher auf der Suche nach Gold. So wie alle vor und nach ihm. Würde mich mal interessieren, wenn mal ein Komet eingefangen würde, auf dem es alle seltenen Stoffe des Kosmos im Überfluss gebe. Was dann lieber Kapitalismus? Ach, stimmt, wir sind ja schon bei den bunten Scheinchen und dem ‚Nullwert‘. Ich vergaß.

Eperimentierte der Typ also mit seinem Urin herum. Nicht, weil das so verlockend war. Eher, weil der so schön goldgelb war. Und von diesem Herrn an, der da seinen Morgenurin auf einer kleinen Gasflamme im Kolben erhitzte und aufwändig untersuchte, bis hin zu heutigen Kernfusionsexperimenten in Superbeschleunigern die Milliardensummen verschlingen, hat man eine ziemliche Menge an neuen Elementen entdeckt. Über 200, um es mal zu beziffern. Und dies in nur knappen 300 Jahren. Und ständig entstehen neue. Ob uns nach oben eine Grenze gesetzt ist, man weiß es derzeit nicht. Auch welche Möglichkeiten uns die ganzen neuen Elemente bieten werden – alles noch in den trüben Fenstern der Labore verborgen.

Das wichtigste Element jedoch, der gewöhnliche Sapiens, der kratzt sich derweil im Schritt und popelt an der Ampel. Oder lackiert sich bei rot die Fingernägel. Was wieder einmal beweist, dass Fortschritt und Wissen den gewöhnlichen Menschen jetzt nicht ganz so weit voranbringen. Gut, der kann auf dem Klo am frühen Morgen dann auch selber analysieren, dass die Streifen irgendwie…äh…lassen wir das. Bevor es total unappetitlich wird. Er könnte es aber. Das mit der Analyse.

Und darum ist es um jeden einzelnen der Erdenbürger wichtig. Wissen wir, wo und wann der nächste Bohr, Einstein, Shakespeare, Schiller, Mozart, Beethoven oder Gauck geboren wird? Eben.

Zumindest bei der nächsten Periode weiß es aber die Göttin ziemlich genau. DER oder DIE wird das Periodensystem definitiv NICHT erweitern.

Kommt sie zornig die Treppe herauf und öffnet die Tür zum Prinzenklo ruckartig:

‚Hör auf schon wieder mit deinem Urin rum zu spielen! Komm lieber runter, ich hab Apfeltorte gebacken…‘

WEISSE BESCHEID, ne?

 

 

 

 

 

Schubladen im Elefanten – Porzellanladen

Lieber Tagesbuch,

oder wie ich von einem Fettnäpfchen auf kürzestem Weg in das nächste gelange.

Unter diesem Titel gebärdet sich derzeit der bayerische Landeschef. Da zu den aktuellen Themen der Politik längst schon alles gesagt wurde – aber eben noch nicht von jedem, wird er nicht müde, den Schweinwerfer sowohl auf den Freistaat als auch auf seine Person zu lenken. Wieso überhaupt Freistaat? Frei genug, um jede noch so uninteressante Grütze in die Republik zu posaunen? Immerhin. Ist keiner bestürzt darüber…oder legt Kränze nieder.

Ich kritisiere nicht einmal, dass er sich in die lange Reihe der Besucher des großen, wenn nicht sogar größten (jetzt nicht körperlich, sondern eher politisch) russischen Vorstehers für Recht und Ordnung im Asiatischen Teil der Welt einreiht. Nach Stalin oder Lenin oder den ganzen anderen Ungestalten der Geschichte. Kleine Menschen sag ich nur…hüte dich vor kleinen, manchmal auch grünen Menschen…

Wesensgestalt menschlicher Mythen behüte!

Macht mein Feinkosthändler um die Ecke ja auch, solche Besuche. Jetzt nicht direkt in Russland. Eher bei seiner lieben Mutter oder seinem Vater. Und redet eben auch lauthals darüber.

Also ist an diesen Besuchen und den Berichten darüber grundsätzlich ja auch nichts auszusetzen. Wer war, bitte schön, noch NICHT beim kleinen süßen Putin um ihm seine Aufwartung zu machen. Während der totaaaal schlimmen und harten Sanktionen der EU. Und dem Rest der Welt. Darf der ja jetzt nicht mehr an die Förmchen der anderen. Weil der da einfach ganz blöde einmarschiert ist. Der böse. Da sind wir dann mächtig bestürzt und verurteilen das. Früher gab es für so was mächtig was auf das Fressbrett.

Heute wird verurteilt. Natürlich nicht VOR. Sondern irgendwie mittendrin. Das ist Zivilisation in der besten aller Welten, wir sind einen Schritt weiter! Ich bemühe jetzt nicht das Bild des Abgrundes….

In der Zwischenzeit kann man ganz toll wieder einmal irgendwo Kränze niederlegen oder einen ganz, ganz tollen und ganz wichtigen Fusionsreaktor in Schwung bringen. Auch wenn wir von wirklichen Fusionen noch Lichtjahre entfernt sind. So in jeglicher Beziehung jetzt. Bis auf die Zwischenmenschliche. Ein weites Feld und anderes Thema.

Aber zumindest das Plasma kriegen wir schon hin. Für 1,06 Milliarden…und für 800 Millionen eine Philharmonie. Wie viele Kitas das sind? Du bist vielleicht ein Kultur- und Wissenschaftsbanause. Also wirklich…das kann man doch so engstirnig gar nicht sehen! Schließlich ist Kultur ein hohes und wichtiges GUT! Scheiss watt auf die Blagen!!!

Manch einer wäre froh, wenn er erst mal genug Bildung bekommen würde…aber ich schweife ab.

Audienz bei ihrer Majestät, dem kleinkotz gleich an der Wolga.

Ist ja in etwa vergleichbar mit der Audienz beim Papst. Zumindest genauso schwer zu bekommen, für unsereins.

Dass man den Politikzirkus des Oligarchen-Pflegers damit nur unnötig aufwertet, wen stört es wirklich? Empörung und Bestürzung, gar Entrüstung allenthalben. Aber Konsequenzen? Eher weniger.

Heutzutage ist es auch keine wirkliche Debatte mehr, ob man einfach so Länder annektieren kann. Was in früheren Zeiten durchaus auch einmal zu einem Weltkrieg gereicht hat – das ruft heute nur müde sogenannte ‚Sanktionen‘ hervor. Gut, wirkt dann soviel, wie wenn ich meinem Hund Sanktionen in Deutsch androhe. Solange er weiter sein Futter hingestellt bekommt, wird er mich müde belächeln. Und brav Sitz und Platz machen. Aber sein Lieblingskissen bekomme ich trotzdem nicht. Wer kauft noch mal das Gas? Ein Schelm wer außer böses etwas anderes dabei denkt…

Was also im Falle von außerparlamentarischen Parteien ganz gut klappt – der Boykott und das ‚in-die-Ecke-stellen‘, das ist bei Staatspräsidenten dann etwas schwieriger. Gut, wenn es nicht gerade der völlig weltfremde Nordkoreanische Vortänzer ist. Aber selbst der wird von dem ein oder anderen schon mal besucht. Auch wenn es eher in einer ‚Klapse‘ ist. Die da Nordkorea heißt. Kim-Kim-Kim. Oder wie der sich gleich wieder schimpft. Sung oder Jung oder Dung. Auf jeden Fall ziemlich ‚ill‘.

Also übt man sich darin, eifrig alle in irgendwelche Schubladen zu packen, die nicht bei 3 auf den Bäumen sind. Jede Äußerung wird sofort politisch gewichtet. Und was nicht der Regierungshaltung entspricht, ist sofort extreme linke oder rechte Ecke. Ich weiß selber schon gar nicht mehr, was ich bin. Rechtsextremer Linker? Oder Linksextremer Rechter? Auf jeden Fall wohl eher in der Opposition. Und damit eben auch in der Minderheit. macht nix. Macht Spaß!

So eine Opposition ist ja noch nicht einmal mehr geduldet. Auch durch die Schere im Kopf schon nicht mehr. Wagt man sich ja kaum, zu aktuellen Themen noch öffentlich Stellung zu beziehen. Ist man ja gleich abgestempelt und in die Schublade gepackt. Kommt man dann auch nur schwer wieder raus. Dafür sorgt schon die BILD. Oder andere.

Außer man ist eben Ministerpräsident in Bayern. Dann kann man sich quasi (fast) alles erlauben. Also ist man so ungefähr Staatsvize-vize. Wenn nicht sogar drüber.

Oder aber man ist Filmer/Composer/Darsteller/Produzent/was-weiss-ich-was-noch und heißt mit Künstlernamen Tschiller.

Passt ja.

Fast genauso dämlich wie es Göde oder Motsard wäre. Eher peinlich.

Chill me up scotty.

Denn trotz des ganzen Stress und der Unwirklichkeit des Seins, sei an dieser Stelle mal die Kritik der feinen Vernunft angebracht.

Muss man sich als Schauspieler/Filmemacher/Produzent/Writer/Cutter/Composer nicht wirklich auch hin und wieder Gedanken darüber machen, warum man den Film nicht gleich ganz neu erfindet? Warum werden nicht auch die Filmgeräte, die Filmmusik, die Filmstudios und die Fans von einem selber produziert, composed, gecutted und downgewrited?

Spätestens mit dem Auftritt im Allerheiligsten, dem Fußballstammtisch am Sonntag, wurde mir blitzartig klar, dass ich keineswegs mehr gechilled war. Hatte dieser Typ, gegen den Mister Tausend Volt in Wirklichkeit die Größe einer Babyzelle hatte, sich jetzt auch schon in meine Lieblingsecke gedrängt? Zeit genug, den Fernseher der Verdammnis auszuschalten und von meinem geliebten Zerstreuungssport hinüber zur Realität des Tages zu wechseln. Macht der also nicht nur den Tatort unsicher. Nein, weil keiner seinen neuesten Film ansehen will (droht ein totaler Flop zu werden) und er sich persönlich für die absolute Gottheit der gesamten Menschheitsgeschichte hält…trotz näselnder, nuschelnder Stimme, weil also die niederen Fans nicht in den Tempel strömen um der Gottheit bei seinem neuesten Stunt zuzuschauen…erscheint der also am Sonntag in den frühen Morgenstunden höchstpersönlich beim Fußballstammtisch.

Was, bitte schön, hat dieser Typ dort verloren? Noch NIE Fußball gezockt (na gut, vielleicht mit Kumpels auf der Wiese) und vom übersteigerten Selbstbewusstsein her längst schon der nächste Präsidentschaftskandidat der Republikaner in Amerika – muss er nun auch noch hier seinen Senf hinzugeben. Kaum zu verstehen und immer mal wieder seine nette Tochter in den Apparat haltend. Die nächste Moderatorin. Auf jeden Fall.

Da fallen einem gar keine Schubladen mehr ein, die noch unbesetzt sind.

Aber zum Glück gibt es ja die Aus-Taste.

Obwohl. Wenn der gleich mal wieder auf alle einpöbelt wie der berühmte Elefant im Laden mit den Mingvasen…das hätte schon was.

Mir reicht es aber wieder.

Mein Flieger geht gleich.

Ich muss mit Lieblings-Bundespräsident und dem tollen Außenminister und dem Kanzleramtsminister und den ganzen anderen wichtigen Fuzzies mit besonderen Aufgaben schnell mal rüberjetten zum Assad. Um dort meine Bestürzung klar zum Ausdruck zu bringen. Meine Besorgnis. Und meine tiefe Abwehr. Ich verurteile dies ja auf das schärfste.

Was genau?

Ist das nicht ebenso egal wie die blöden Sprüche der Machthaber? Abgespultes Politik-Bullshit-Bingo. Jeden Tag einen Satz -heiße Ohren am Besten…

Wird Zeit, dass die alle in der größten Schublade verschwinden. Der Menschheitsgeschichte. Damit WIR hier mal wieder was gebacken bekommen auf Erden…ne, keine kleinen Brötchen. Und geh mir bloß weg mit dem Krimsekt…

WEISSE BESCHEID, ne?

Dolly BASTA

Lieber Tagesbuch,

wäre ja MEINE ultimative Antwort auf Forschung an embryonalen Stammzellen. Jetzt nicht Dolly. Eher das Basta. Für mich gibt es da irgendwie eine imaginäre Schmerzgrenze. Mir geht es persönlich alles zu weit. Aber ich bin ja auch nur ein kleiner (Wut?)Bundesbürger…

In England hat man gerade das okay bekommen. Natürlich nur aus Forschungsgründen. Ist quasi so, wie die Japaner mit den Walen. Die machen das ja auch nur aus Forschungsgründen. Oder der normale Iraner bis vor kurzem mit seinem angereicherten Plutonium. Auch nur wegen der lieben Forschung.

Jetzt also Stammzellen.

Damit ist in naher Zukunft der Weg frei für den Menschen 2.0. Zumindest offiziell. Soll ja keiner glauben, dass die anderen Hexenköche nicht schon lange an den Experimentiertischen stehen würden. Frankenstein lässt grüßen. Und ganz ohne Alchemie und Hokuspokus oder Strom einleiten um zum Leben zu erwecken. Nein. Ganz real und wahrscheinlich, wenn es denn dann lang genug erforscht ist, total simpel. Bekommt man dann seinen Bausatz bei Netto, Lidl oder Aldi.

Wie wär es? Lieber 3 oder gar 4 Beine? Welche Anzahl an Armen oder Fingern wären denn genehm? Augen- und Haarfarbe gehen dabei dann total unter, wenn man schlussendlich sogar die politische Gesinnung vorbestimmen kann.

‚Na, in DER Kombination wird der sicher mal Diktator in einem karibischen Inselstaat. Mit allen Konsequenzen. Wird dann wohl nicht alt. Wollen sie beide nicht lieber die Beamtenvariante? Lehrer oder Sachbearbeiter? Hätte ganz goldene Zukunft…‘

Das Pärchen schaut sich intensiv an.

‚Ne, lassen sie mal, das mit dem Inselstaat kommt uns gelegen, wir wollten sowieso nach der Geburt auswandern und unsere Unterstützungszahlungen in der Karibik kassieren. Das passt ganz gut!‘

 

Stellt sich die philosophische Frage, ob die Abtreibung von Cäsar, Hannibal, Attila, Idi Amin, Hitler oder Stalin etwas geändert hätte? Wären andere in die Bresche gesprungen? Wäre die Welt besser ohne die negativen Erfahrungen? Fragen über Fragen.

Kann man schlecht beantworten, bleibt alles weiterhin Spekulation.

Aber die bestimmbaren Faktoren beim zukünftigen Nachwuchs, die werden Ruck-Zuck auch Teil unserer gelebten Realität. Mag sich die Gesellschaft noch so sehr sträuben: wenn die ersten Staaten damit beginnen, dann wird zum Schluss jeder aufspringen um den Zug nicht zu verpassen. Ich denke, wir alle werden es noch erleben.

Kiemen, Flossen, Flügel – was uns alles genau bevorsteht, man weiß es nicht.

Spätestens wenn der eigene Nachwuchs dann durch das Zimmer fliegt oder stundenlang unter Wasser in der Badewanne herumplantscht. Spätestens dann werden wir realisieren, dass wir WIRKLICH zum alten Eisen gehören.

Wird man also zukünftig durch einzelne, fliegende Polizeibeamte in der Luft überwacht – ohne das man es bemerkt. Allgemeine Verkehrskontrolle. Bitte den Führerschein, die Fahrzeugpapiere und den Klon-Nachweis.

Wie, sie sind gar nicht geklont? So ein richtiger Mensch? Wo gibt es denn sowas noch? Fahren sie mal dort drüben in die Lücke, wir werden ihr Fahrzeug mal genauer untersuchen…

Auch Spione können zukünftig dann über zig Kilometer durch ihre optimierten Ohren auch noch den kleinsten Seufzer wahrnehmen. Und Transportprobleme werden von den menschlichen Hulks erledigt – mit Beinen wie Baumstämme und einer extra-breiten Ladefläche auf dem Rücken. Von wegen Feinstaub und Diesel. Das Gen macht‘s!

Die Frau mit den 500 Fingern tippt in aller Seelenruhe in der Schreibstube des Amtes vor sich hin – und der wirkliche Normalbürger, der wird Hartz beziehen. 8 oder 9 oder so. 4 reicht ja dann schon lange nicht mehr.

Für das menschliche Genom haben wir noch Jahrzehnte gebraucht. Beim Klonen werden wir die Schallmauer noch in diesem Jahrhundert durchbrechen. Versprochen. Wer sollte auch einen Riegel vorschieben? Zu verlockend ist es, am gewöhnlichen Menschen herumzuexperimentieren. Hat der Mensch ja schon immer gemacht. Nannte sich dann Zucht oder Ordnung. Oder beides.

So Leute, ich muss los. Arzttermin. Mein rechter Flügel schmerzt seit gestern wieder. Und meine Frau muss wegen ihrer sechsten Brust nochmal unter das Messer. Je oller, je Dolly.

Nicht, dass es mich stören würde. Aber nachdem das eigene Pferd nun auch Milch und Wolle abwirft…warum keinen Paprika-Hahn? Oder ein Dönertier? So mit Zwiebel auf dem Kopf?

Und wozu noch Kostüme zu Karneval, wenn man sich kurz die Gene spritzen kann – um dann als Batman oder Meerjungfrau im Getümmel gar nicht mehr groß aufzufallen…

Wolle mer se neilosse?

WEISSE BESCHEID, ne?

Der mechanische Fernseher

Lieber Tagesbuch,

feiert seinen 90. Geburtstag. Was mit einer einfachen Lochscheibe und einer bunten Puppe begann, das endet, zumindest bis gestern, mit Kasalla im Dschungelcamp. Heute eher besinnliche Gedanken zum 90. Geburtstag der liebsten Erfindung der Menschheit nach dem Wasserklosett.

Stellt sich einem so ganz allgemein die Frage, liegt es vielleicht an der Lochscheibe, dass viele Sendungen ein solches Loch im Kopf hinterlassen – oder war das Loch schon vorher da und muss nur gefüllt werden? In vielen Fällen ertappt man sich beim nächsten Griff in die Chipstüte bei dem Gedanken: ‚warum eigentlich schaue ich mir das an‘?

Automatisch halt – oder ist es in Wirklichkeit das Unterbewusstsein, welches sich durch die bunten Bilder auf der Mattscheibe derart gelangweilt abwendet und in letzten Zuckungen, vor dem dahinscheiden in seelischer Umnachtung, diese Frage in das Bewusstsein entlässt.

Haben Wissenschaftler ja in den letzten Jahren durch MRT-Aufnahmen festgestellt, dass die einzelnen Entscheidungen des Menschen schon Millisekunden, bevor sie scheinbar ‚bewusst‘ entschieden werden, durch das Unterbewusste bewertet und in der Folge auch bestimmt werden. Da hat man quasi gar keinen Einfluss darauf – darum kauft man sich dann eine Blöd am Kiosk.  Oder schaut RTL2. Oder wählt…

Heißt die Mattscheibe eigentlich darum so, weil alles im Menschen ermattet, selbst die Gegenwehr? Wo wären wir ohne Big Brother, DSDS, GZSZ? Warum eigentlich weiß jeder, der diese Kürzel hört, worüber ich hier schreibe? Warum liest keiner die Blöd und weiß dennoch über die Schlagzeilen Bescheid – alles unterbewusste Käufe, verdrängt vom Ich, versteckt vor dem eigenen Bewusstsein? Macht es einfacher, viele Entscheidungen im Leben zu verstehen bzw. nachzuvollziehen. Da bekommt der kalte Krieg endlich einen Sinn. Oder die Mauer. Die war ja, so Ulbricht, auch gar nicht beabsichtigt. Ist quasi unterbewusst gemauert worden. Von mechanischen Maurern. Die das auch nicht wollten. Geschweige denn gewusst oder gar bewusst wahrgenommen haben. Ist ja darum auch so lang geworden. Hat ja keiner Stopp gesagt…so richtig bewusst. Das Politbüro war ja zu diesem Zeitpunkt schon wieder mit dem neuen 5-Jahres-Plan beschäftigt…

Liegt es in der Natur des Menschen, sich mit den ganzen Banalitäten des Lebens lieber abzugeben, als über die gesamte Menschheit und deren drängende Probleme nachzudenken und dabei vielleicht sogar Lösungen zu finden?

Was stört mich schon eine Erwärmung des Planeten, wenn ich im Januar im Garten endlich meinen Geburtstag feiern kann! In kurzen Hosen und T-Shirt! Endlich…habe ja auch lang genug drauf gewartet. Grill angezündet und das Fass anstechen!

Währenddessen, in einem anderen Teil des Felsbrocken im All: Schneesturm! Und im Radio die sinnige Bemerkung, dieser wäre sogar mit Schnee und viel Wind. Ja sag mal. Wie kann das denn? Ein Sturm mit Wind? Und noch dazu Flocken? Ach. Stimmt. Wir haben ja noch Winter. Und im Radio sitzen eben auch nur Menschen mit 32 Knochen mehr im Kopf. Mechanisches Gehirn.

Zumindest in anderen Teilen der Welt. Wenn man mal vom heimischen Wohnzimmer ausgeht.

Ich gebe es zu – ich bin froh mich abends mit Irrsinn berieseln lassen zu können. Oder, falls ich es möchte, mir hochgeistiges oder kulturelles oder feinsinniges oder nachdenkliches anzuschauen. Ich habe die freie Wahl. Gut, nicht alles ist hochqualitativ. Aber 2 Tonnen Würmer – das hat was. Wann hat man schon die Gelegenheit im Leben, die alle auf einmal zu sehen?

Im Dschungel selber war ich noch nicht – und ich bin auch so spät am Abend nicht dabei. Da liege ich schon im Bett und lese mich durch die Welt.

Auch eine Form der Kommunikation. So mehr mit sich selber. Scheinen sehr viele Menschen zu benötigen, sonst wären die Verkaufszahlen einschlägiger trivialer Literatur nicht so hoch!

Ob also nun atomarer oder gefühlskalter Winter sei mal ganz dahingestellt. Tut sich ja nicht viel in der Unterscheidung. Wenn man nicht mehr miteinander redet, dann ist Kommunikation immer sehr schwierig. Wie bei mir und meinem Buch!

Außer, die Kommunikation läuft nur noch über die Medien ab. Nennt sich dann Propaganda. Wobei die Vorsilbe Pro hier ja schon fehl am Platz ist, nimmt sie einen doch positiv im Voraus ein.

Eigentlich, um möglichst objektiv zu bleiben, ist es ja Paganda. Dies wiederum versteht aber keiner – zumindest wäre es ein neues Unwort für die Gesellschaft für deutsche Sprache. Und weckt Assoziationen zu Pangäa – den Urkontinent.

Also hören wir uns die Paganda der jeweiligen Seite an. Und sehen Bilder über den angeblichen oder tatsächlichen Terror des Tages. Ein Autofahrer terrorisiert seine Mitmenschen mit Abgasen. Ein anderer treibt seinen Terror in der gesamten Nachbarschaft in dem er mit lauter Musik sinnlos durch die Gegend fährt. Also fast so wie der mobile Musikantenstadel. Den man bei uns sehr gut Nachmittags auf der A40 beobachten kann. Stop and go in seiner feinsten Ausprägung.

Alles ist Terror. Und überall ist Terror. Keine Kriege mehr ohne die zugehörige terroristische Miliz.

Und wir immer live dabei. So daß man wunderbar abstumpft und nur noch milde lächelnd den ‚Vogel des Jahres‘ oder die ‚Schnecke der Woche‘ wahrnimmt. Bunt gemixt mit Kochshows und wunderbaren Selbstfindungssendungen a la Dschungelcamp.

Da sag mir einer, das Fernsehen sei tot. Dass sich die Jugend immer weiter ins Netz verlagert und gerne streamt ändert ja nichts an der Tatsache, dass der Normalbürger mechanisch am Abend den Knopf auf der Fernbedienung drückt.

Nicht, dass ich das verurteilen würde, sehe ich doch selber gern Krimis oder Unterhaltung bzw. Comedy.

Aber es ist schon verrückt, wie sich unsere Gesellschaften in den letzten 100 Jahren gewandelt haben. Und wie viel Unsinn den Tag über durch Menschen produziert wird.

Stell sich mal einer vor, es ist Revolution und die Fernsehsender berichten über die 3 Terroristen. Und alles schaut gebannt zu. Auf dem heimischen Sofa. Mit dem Popcorn.

Wer ist nun ärmer dran? Der, der den Unsinn erschafft oder der, der es sich auch noch ansieht?

Ganz oft habe ich mir eine Lochscheibe gewünscht, die den Mist wegfiltert. Und dann kamst du.

Und mal ganz ehrlich: ein mechanischer Fernseher, hört sich für mich eher nach einem Roboter an, der sich durch das Programm zappt. So wie die Rundfunkintendanten. Oder der deutsche Michel.

WEISSE BESCHEID, ne?

 

 

 

 

 

Unvermögen

Lieber Tagesbuch,

 

ist laut einer neuen Studie des Bundesfirlefanzministeriums sehr gleich verbreitet in der Bananenrepublik Schlaand.

Entgegen den bisherigen Vermutungen, dass das Vermögen in direkter Weise mit dem Unvermögen in Korrelation steht, haben Wiesenschaftler nun herausgefunden, dass das Unvermögen proportional zur Machtfülle wächst.

Erste Studien ergaben bereits im Altertum zarte Hinweise auf die direkte Verbindung zwischen Macht und Ohnmacht. Schon Moses war nicht in der Lage, selber das Wasser zu teilen: er brauchte einen Gott dafür. Dass dieser dann auch gleich noch mit Geboten um die Ecke kam, lief nach dem Motto: die Geister die ich rief…

Das Unvermögen zieht sich aber weiter wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte. Angefangen bei eben diesem Gott, der nicht in der Lage war, eine fehlerfreie Kopie seiner selbst zu erstellen (das Klonen war kurz nach dem Urknall noch in den Kinderschuhen – und der Tinnitus nach dem großen Knall hat auch sein übriges getan) bis hin zu Shakespeare, der nicht in der Lage war, die Frage nach dem Sein oder Nichtsein zu beantworten. Er war ja auch kein Gott, der einfach so mal eben alles aus dem Nichts erschaffen hat. Obwohl die Zentralbanken heutzutage auch Geld aus dem Nichts erschaffen können. Aber das ist ein anderes Thema.

So war es eben auch Gilgamesch nicht möglich, den Tod des Enkidur, oder Hannibal, trotz Elefantenrunde über die Alpen, letztlich die Niederlage von Karthago zu verhindern. Obwohl beide Vermögend und sicherlich auch mit Macht versehen waren. Nutzt halt nix wenn man nicht die richtige Idee hat.

Denn Unvermögende gibt es ja zu Tausenden.

Die können morgens schon nicht aufstehen, weil sie in der Nacht nicht schlafen konnten. Dann können sie nicht frühstücken, weil sie ja am Vortag auch nicht einkaufen konnten.

Gleiches gilt aber dann auch für sämtliche Mahlzeiten des Tages. Und können sich auch nicht anziehen, weil sie sich vor dem Schrank auch nicht entscheiden können.

Und können deswegen nicht arbeiten gehen, weil nackt geht ja nun auch nicht.

Und aus Sorge um einen möglichen Job können sie nachts nicht schlafen.

Darüber können sie auch mit niemandem sprechen – weil keiner da ist, der sich das anhören würde. Und schließlich fällt es auch niemandem so wirklich auf. Weil all die anderen ebenfalls unvermögend sind. Ein Teufelskreis.

Auch wenn man sich fragt, warum da jetzt wieder direkt solch ein Aberglauben im Spiel sein muss. An den Schwefeltypen glaubt doch nicht wirklich noch jemand, oder? Irrsinn. Und das im 21. Jahrhundert. Aber da gibt es ja noch ganz andere Dinge, an die Menschen so glauben. Ich sage nur Lichtenergie. Oder Demokratie.

Ich vermag mir nicht auszumalen, wo dies alles noch hinführen wird.

In ein paar hundert Jahren werden alle so abhängig von kleinen, süßen Robotern sein, dass selbst lesen und schreiben wieder komplett verlernt sind. Das ist keine Prognose sondern nur die Fortführung des Jetzt in die Zukunft. Sag ich mal so.

Vor etwa 10 Jahren war die normale U-Bahnfahrt noch von vielen lesenden Menschen begleitet. Bücher. Nicht Whatsapp. Also INHALT nicht AUFENTHALT waren maßgeblich.

Aber was soll es schon?

Spätestens mit der Vorstellung, dass irgendwann in weiter Ferne keiner mehr weiß, was die Warnhinweise an den Stollen zu den atomaren Giftfässern zu bedeuten haben und man eher glaubt, dass es sich hier um was ganz mega-tolles handelt, welches man unbedingt sofort ausbuddeln muss, um dort schnell mal reinzuschauen…spätestens dann wird einem klar: Knappe Zwanzigtausend Jahre soll der strahlende Dreck dort unter der Erde liegen? Is klar. Ihr seid mir echte Spaßvögel.

Wahrscheinlich können eben diese dann bereits ohne Motoren fliegen.

Und die echten Vögel (wegen der Mutationsraten in der unmittelbaren Nähe von radioaktiven Fässern) können dann sprechen.

Und lesen sich gegenseitig die Bedienungsanleitungen für ihre fehlgesteuerten Menschen vor.

‚Meiner kackt immer in den Käfig!‘

‚Ja, bei Menschen ist das ja auch immer gleich so ein riesiger Haufen! Musst ihn vegan ernähren, dann stinkt es zumindest nicht so doll…‘

‚Ja du hast gut zwitschern, woher nehmen? Bio und vegan ist mir zu teuer, ich kann nur zum Vogli!‘

‚Tja, hättest du mal besser aufgepasst und nicht immer dazwischengeträllert…dann wärst du heute ein hohes Tier! Ein Saat-Sekretär oder so…‘

‚Ach, was soll es schon. Muss ich halt weiter von meinem Mindestlohn leben und zusehen. Zumindest gibt es in meiner Stadt noch keine Menschensteuer wie bei euch…‘

Wir verlassen diese zukünftige (?) Diskussion und wenden uns wieder der unmittelbaren Gegenwart zu.

Unvermögen ist also, wenn man trotzdem einfach weiter macht.

Ohne Blick auf die Konsequenzen.

So an einem lauschigen Frühlingsnachmittag eine Atombombe in der Garage entwickeln etwa.

Oder mit 180 durch die Fußgängerzone – am Sonntag-Mittag.

Oder Geld drucken um Staatsanleihen damit zu kaufen.

Oder wählen zu gehen und sich nix dabei zu denken – und trotzdem zu hoffen, dass sich was ändert. Also das normale Verhalten des Bürgers von heute.

Wo war ich?

Genau: ob nun Gilgamesch oder Moses oder Cäsar oder wer auch immer in der Geschichte.

Probleme gab es immer schon. Und immer genug Leute mit Unvermögen, das Problem zu lösen. Wie sagte Einstein? Wenn man nur einen Hammer hat, dann sieht jedes Problem wie ein Nagel aus…

 

WEISSE BESCHEID, ne?