Gravitationswellen

Lieber Tagesbuch,

 

sind ja, unter vielen anderen, eines meiner Lieblingsthemen, wie du sicher über die Jahre festgestellt haben wirst. Einstein, Relativität und der Kosmos. Nichts liegt dem Otto-Normalverbraucher ferner, als sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Alles viel zu weit weg vom Alltags Geschehen. Reflektion? Wozu?

Also wird ihm auch nicht aufgehen, dass in den letzten Wochen vielleicht ein Meilenstein in der Forschung beschritten wurde. Man hat, wenn es nicht der Test der gesamten Detektoren-Anlage war, Gravitationswellen aufspüren können.

Um ein wenig Verständnis in diese vielleicht verwirrenden Worte zu bringen: schon vor Jahren wurden für viel, viel Geld Detektoren aufgebaut. Diese sollten die Vorhersage von Einstein, dass Gravitationswellen existieren, auf den Prüfstand bringen.

Solche Wellen würden zum Beispiel entstehen, wenn sehr massereiche Teilchen sich im Weltall umeinander bewegen. Jetzt keine Puddingteilchen oder mit gemischtem Hack für unter 3 Euro (wie pervers!!!) gemästete Menschen. In diesem Fall eher schwarze Löcher. Die sind ja selber schon sehr schwer nachzuweisen, weil sie halt schwarz sind. Und ebenso das Welle-Teilchen-Modell…aber dazu vielleicht ein anderes mal mehr.

Die supermassiven Löcher, die ja eigentlich keine Löcher sind, sondern nur Materieansammlungen. So wie einige Menschen wohl auch nur Materieansammlungen sind. Stoffwechseln wohl – aber alles andere ist vollkommen unerheblich. Ob existent oder nicht, letztlich kaum ein Unterschied zu erkennen. Wer weiß, wozu es gut ist…

Also tanzen diese ‚Löcher‘ in Virtuosität und heftig bewegt, ständig umeinander – und wegen ihrer gemeinsamen Anziehung entstehen eben diese berüchtigten und von Einstein damals vorausgesagten Gravitationswellen.

Also Schockwellen im Raum, quasi, die mit Lichtgeschwindigkeit durch das All sausen. Und nur minimal invasiv sind. Also für den Menschen nicht spürbar. Glaubt man in der Wissenschaft.

Ich selber bin ja der Meinung, dass diese Schockwellen durchaus Auswirkungen auf das menschliche Gehirn haben. Ansonsten kann ich mir verschiedene Verhaltensweisen der Menschheit gar nicht anders erklären. Als mit eben diesem Schockzustand. Und unter Schock macht man ja die verrücktesten Sachen. Man kreuzigt Menschen, oder verbrennt diese weil sie hexen sein könnten und auf Besen reiten sollen. Oder weil angeblich die Erde um die Sonne kreist. Lächerlich! Weiß doch jeder, dass es in Wirklichkeit die endlosen Schildkröten sind, die aufeinander gestapelt das Universum bilden.

Man vergiftet sich, im Schockzustand,  die eigene Infrastruktur bis zum abwinken, ob es nun Plastikschnipsel oder Chemierückstände im Wasser sind oder Feinstaub und Schwermetalle in der Luft.

Wir sind ja maximal belastbar. Auch wenn die Zahl der Krebsfälle gefühlt zugenommen hat. Ist wie mit der gefühlten Temperatur. Fühlt sich derzeit eher wie Winter an. Sollen aber 10 Grad sein. Seltsam…

Oder man hackt seine Lunge kaputt – jetzt eher so indirekt, in dem man der Erde die Lunge kaputthackt. Kann ja nur der Schockzustand sein. Schock über die Erkenntnis, hier so ziemlich allein zu sein im weiten Kosmos. Und die Gewissheit, irgendwie dann später auch mal wieder endgültig gehen zu müssen.

Diese Einsicht schockiert die meisten. Kinder noch nicht, die wissen davon ja oft noch nichts. Und die Realität kommt früh genug. Der Rest der Spezies ist jedoch geschockt. Gut, viele auch wieder nicht, die sind eher geschockt wenn ihre Lieblingssendung wegen einer Sportübertragung ausfällt. Oder weil gerade irgendetwas wirklich Wichtiges passiert ist, über das man nun berichten muss. Die goldene Sumpfdotterblume wird Pflanze des Jahres oder so. Oder die beliebten Unwörter des Jahres werden gewählt. Meines wäre in diesem Fall für 2016 ja ‚Kurzdeutsch‘.

Kurzdeutsch ist jenes deutsch, welches in die deutsche Sprache Einzug hält, weil diejenigen, die die deutsche Sprache benutzen, nicht mehr genau wissen, welcher Artikel vor das zuständige nun fällige Wort gehört.

‚d’Cola‘.

Irgendwie Französisch. Und verstörend. Aber nur für uns. In etlichen hundert Jahren wird deutsch vielleicht gar nicht mehr existieren. Dies sollte uns keine Angst machen, Latein ist auch auf dem absteigenden Ast…und kaum noch jemand spricht hunnisch.

Ein weiteres Beispiel gefällig?

‚Heute Abend geh ich Kino‘.

Nun. Was will mir mein gegenüber sagen? Ich verstehe den Inhalt. Immerhin. Alles andere ist mir dann nicht mehr so eingängig. Warum wird aus einem ch ein sch? Isch. Disch.

Isch sehe es zu eng, isch weiß.

Ich liebe allerdings die deutsche Sprache auch. Dazu muss ich sie nicht perfekt beherrschen, ich selber bin voller Fehler. Gerade auch und wegen der Reform der letzten Jahre.

Aber ich bemühe mich weiterhin. Und für mich kommt Kurzdeutsch nur mit etlichen Promille in Frage. Dann wird es nämlich durchaus praktisch nur ‚Zhause‘ sagen zu müssen. Aber eben auch verständlich. Weil die Anziehungskraft über meine Abstoßungskraft siegt, die im Zuge der Einbildungskraft mit der Einwirkungskraft von Alkohol doch zu wünschen übrig lässt. Sprich: mich zieht es zu Boden. Manchmal auch mit Schockzustand.

Was aber ist dieses ES welches mich herunterzieht? Nach Einstein könnte es ein Graviton sein. Oder mehrere. Also Teilchen, die den anderen erst die Masse geben. So wie bei mir Plunder- oder eben die besagten Puddingteilchen. Oder Chips. Die geben mir Masse. Und der Alkohol enthemmt meine Widerstandskraft. Also ziehen mich die Gravitonen, so mehr bildlich gesprochen, auf den Boden der Tatsachen.

Gravitation und Anziehungskraft. Spüren wir im normalen Leben ja durchaus auch oft. Fühlen wir uns ja von so einigen Dingen im Leben angezogen. Für den einen ist es seine neue Tatzenjacke – für den anderen sein neues Auto. Oder auch der Lippenstift oder der Ring. Alles sehr anziehende Dinge. Je nachdem, welcher Mensch man gerade ist.

Geld soll ja auch anziehend wirken. Besonders auf eine bestimmte Sorte Mensch. Die, die es nicht haben. Starke Anziehungskraft. Und die Wellen, die von einer richtig fetten Menge Geld ausgehen können, die erlebt man mitunter ja auch vor Gericht. Oder wenn die RICHTIG Reichen Steuern hinterziehen. Da einigt man sich dann schnell außergerichtlich, da fließen ein paar Millionen und alle sind zufrieden. Man möchte den oder die mit der Kohle ja nicht verärgern. Dann wandern die nämlich aus. Also wird gebuckelt. Wenn alle an einem Strang ziehen würden – wohin dann auswandern? Womit ich wieder bei meiner geliebten Utopie wäre. Aber lassen wir das. Unrealistisch. Dystopie in Reinkultur – damit kommen wir besser klar.

Realistischer könnten also tatsächlich jene Wellen sein. Wenn man sie denn auch tatsächlich aufgespürt hat. Dieser Umstand ist aber noch nicht ganz klar. Man vermutet es seit Wochen – aber noch ist es nicht wirklich bestätigt. Könnte nämlich auch nur ein Test der Anlage sein. Das wiederum wissen nur 3 der hochrangigen Forscher die in dem Versuchsaufbau arbeiten. Und die testen eventuell ohne Wissen der anderen nur die gesamte Anlage. Also muss man weiter ein wenig abwarten bis es offiziell wird. Und falls es wirklich der Fall ist – dann wäre dies schon eine kleine Sensation. Eine nachträgliche ERNEUTE Bestätigung der Theorie, die vor 100 Jahren für Furore gesorgt hat.

Klar, interessiert dich jetzt nicht so wirklich. Dich interessiert im Grunde nur die direkte Auswirkung hier unten. Dass Wasser nach unten fließt oder Dinge zu Boden fallen. Dabei stimmt das gar nicht. Sie stürzen nämlich nur durch eine Krümmung der Raumzeit nach unten. Aber Krümmung, das wiederum dürfte dir ja wieder geläufig sein. Buckeln kannste ja ganz gut.

Schon seltsam. Früher waren es vielleicht der Gutsbesitzer und seine Frau die vielleicht angehimmelt wurden – heute sind es Millionen von Sternchen und Sternen – und du mittendrin. Immer mit der Hoffnung, Deutschlands nächster Superstar oder das neue Topmodel zu werden.

Oder nochmal Bundespräsident. Eine weitere Amtszeit meines Lieblingspfarrers und etliche Millionen Kränze die noch niedergelegt werden können. Deutet sich zumindest an.

Gut, zieht mich persönlich jetzt eher nicht an. Stößt mich eher ab, die Idee.

Wobei. Ein Volk im Schockzustand wie es das deutsche derzeit zu sein scheint – da könnte durchaus alles möglich sein. Warum sollten es die deutschen auch besser haben als die Amerikaner?

Ich weiß, war alles sehr ernst heute. Ich verspreche Besserung. Wenn die nächste Gravitationswelle vorbeikommt…versprochen…dann surfen wir beide zusammen auf dem Kamm der Sonne entgegen…

Wie, man sollte meine Medikation ändern?

WEISSE BESCHEID, ne?

5 Gedanken zu “Gravitationswellen

  1. ratzebine schreibt:

    Hey alda,

    Du bist ja „immer für Anregungen offen (Themen, Hinweise, Fehler!!!), na dann also …
    Zwar weiß man bei Dir ja nie, was sprachlich genau so gewollt ist (Lieber Tagesbuch?), vor allem wenn frau Späteinsteigerin (dank[e] like auf meiner Seite [obwohl ich mangels Rente {also Zeit die ich mir von selbiger erhoffe} noch kaum zum Lesen des Abonnements komme]) ward – Kurve zurück: – oder aber ein Tippsfehler sein könnte.

    „Ob eistent oder nicht“ scheint mir aber von letzterer Couleur.

    Die selbstgestellte Frage, ob Du dann das “ Unwörter des Jahres werden gwählt“-e bewußt Seehoferisch ins bajuwarische abgeleiten ließt, läßt mich schon wieder zeifelnd innehalten. Oder ist das jetzt auch schon als Einleitung ins Kurzdeutsch die dichterische Freiheit? Den Leser anfixen, zum stolpern bringen? Hat geklappt 😀

    „oder der Ring,. Alles“ könnte glatt als reisserischer Titel eines Buches (oder einer tolkienschen MegaeventGravitonenVerfilmung) durchgehen, hab gerade auch gelernt daß selbst der Duden ‚!?‘ (oder war es ‚?!‘ ?) als besonderes Stilmittel durchgehen läßt, aber Komma+Punkt scheint mir da nicht von erwischt zu werden.

    Reicht das für’s Erste?
    ratzengrüße

    PS: solange Du zu bekanntlich klar als „Allohol“ benanntem noch „Alkohol“ sagen und sogar schreiben kannst hast Du zu wenig davon konsumiert!
    PS2: ich will NICHT Deutschlands nächster Superstar werden und (m)ein Topmodel bin ich schon, aber auf den Kamm kannze mich mitzunehmen versuchen, wenn die Welle denn käm(m)e, versuch’s halt mit klingeln oder sonstwie bemerkbar machen

    Gefällt 1 Person

  2. Bos Primigenius schreibt:

    …grins. Ja, ist ja dann gestern doch recht schnell durch die Presse gegangen. Hatte ich so nicht erwartet, weil eben wirklich nichts dabei ‚rumkommt‘, wie man so schön sagt. Außer der Erkenntnis, dass wir gar nicht so dämlich sind…

    Gefällt mir

  3. hansjoachimantweiler schreibt:

    Liebender Primärgenius

    ..Kinder wissen von alledem noch nichts“
    Da Kinder noch länger mehr drüben denn hüben sind ist der Tod für Sie kein Thema
    und Gravitationswellen sind für jeden „Nichtwissenschaftler“ Fühlmenschen
    erlebbar und am eigenen seelisch geistigen Labor bis in das Drüsensystem wie Hypophyse
    Pinialis bezeugbar
    Wenn Du liebst
    Und da ist „lieb haben “ weder gemeint noch „lieb sein“
    Dann entstehen die stärksten kreativen transzendierenden heilenden heiligen
    Gravitationsströme wie Sie Uns Erleuchtete und Erhellte bezeugend vorleben

    danke
    Dir Primärgenius
    Joachim von Herzen

    Gefällt 1 Person

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