Von Muskelhunden und Schweinekatern

 

Lieber Tagesbuch,

Heute wird es ernst. Also schon mal vorab die Warnung. Musst ja nicht zuhören…

Von den im Titel genannten kann man ja gerade um das neue Jahr herum besonders viel berichten! Mehr als 2 Wochen sind rum – und die ersten Kater werden schon dazu geführt haben, dass man von den neuen Vorsätzen ablässt.

Da nimmt man sich ja so allerlei Sachen vor.

Aufhören zu rauchen soll zumindest bei den Rauchern ja in jedem Jahr ganz weit vorne stehen. Fragt man sich schon, warum es gerade an Neujahr klappen soll, wenn man es das ganze Jahr nicht hinbekommen hat. Vielleicht, weil gerade mal wieder eine Preiserhöhung ansteht oder die netten Bildchen auf den Verpackungen plötzlich doch davon abhalten? Ansonsten ist doch der Neujahrstag nichts anderes als alle anderen Tage zuvor auch…was soll es. Nächstes Jahr ist auch ein Jahr…

Die Pfunde, die man über die Weihnachtsfeiertage angesammelt hat, sollen auch purzeln – Fitnessstudios freut es, wenn wieder zigtausende vorab die 2 Jahre Mitgliedsbeitrag überweisen um dann spätestens ab März, wenn es draußen wieder schöner wird, nie mehr im Wettkampfbereich der Athleten gesehen zu werden. Netter und schneller vorab – Gelderwerb, ich bin ein Idiot – ist es doch soooo einfach an das Geld anderer Leute zu kommen. Und ich steuere morgens immer das Büro an…dabei könnte ich durch eine Mucki-Bude wohl endgültig Millionär werden. Aber will ich das? Ernsthaft? Macht Geld glücklich? Mich nicht…

Aber apropos Geld.

Habe ich heute Morgen vernommen, dass 62 Menschen auf der Erde genauso viel besitzen, wie 3,6 Milliarden der ärmsten Menschen. Gut, die 3,6 Milliarden besitzen nun wirklich nichts, vielleicht gerade noch die Wellblechhütte in den Favelas oder irgendwas sonst auf dem Planeten um darin zu hausen. Dazu vielleicht noch einen schmutzigen Eimer um damit Wasser aus irgendeiner Brühe zu schöpfen.

Es ist also nicht wirklich eine Kunst, mehr zu besitzen.

Immer wieder erschreckend und auch absolut verstörend – zumal man dies aus den gesicherten Verhältnissen Deutschlands heraus – also aus einem Level, der in etwa den Königen im Mittelalter entspricht – kommentiert. An einem Computer, mit Internet und der Flasche Wasser auf dem Schreibtisch. Oder sogar dem heißen Tee – jetzt in der kalten Jahreszeit.

Wir reden hier allerdings über die 62 Superreichen. Diejenigen, die wirklich nicht mehr wissen, wohin mit der Kohle. Denn egal was sie auch machen – es wird immer mehr! Die Schere geht weiter auseinander und die Armut und der Hunger sind weiterhin stete Begleiter des doch so aufgeklärten und humanistischen Homo Sapiens.

Klar, unter uns Klosterschwestern ist das vielleicht kein Thema. Niemand, mit dem ich so ein paar Worte wechsele (und das sind wirklich verdammt viele…), kann es verstehen oder tolerieren. Aber in dem Unverständnis und der Wut darüber erkennt man auch die Machtlosigkeit, etwas zu verändern.

Dabei ist dem ja gar nicht so.

Man kann schon sehr viel tun. Nur muss man dafür halt auch aktiv werden, so wie man es an Neujahr mit den guten Vorsätzen ja auch muss. Den Schweinekater überwinden halt – oder eben den Muskelhund. Und dann raus, es gibt genug Projekte die man unterstützen kann.

Aber unabhängig davon kotzt mich eines doch sehr an:

Wenn diese 62 nur ein wenig von ihrem überbordenden Reichtum abgeben würden, dann könnte so vielen Menschen geholfen werden. Allerdings liegt es nicht in der Natur des Menschen zu helfen. Ausbeutung und Egoismus schon eher. Sieht man ja durchaus auch an den Regierungsformen – die alle in sich schon recht diktatorisch herkommen. Ob nun offen oder verkappt. Irgendwie WOLLEN wir doch auch immer Vortänzer.

Und im Mittelalter reichte es halt mal zur Burg mit dem eigenen Orchester und dem Hofnarren. Üppiges Essen und Ländereien.

Hat sich nicht viel verändert. Heute ist es halt der eigene Jet, die kleine Insel oder die Beteiligungen an den Firmen dieser Welt.

Macht dieser Reichtum dann glücklich?

Das frage ich mich wirklich ernsthaft. Denn man kann ja nichts mitnehmen. Wohin auch, wenn nach dem Tode alles vorbei sein sollte? Und im Fall der Wiedergeburt auch nicht. Was weg ist, ist weg.

Auch wenn ich vielleicht naiv bin – ich brauche nicht viel um glücklich zu sein. Ein Sonnenstrahl im Gesicht, meine große Liebe, meinen kleinen Frechdachs und vielleicht noch die Freiheit…aber das alles ist um so vieles mehr, was 3.6 Milliarden ihr Eigen nennen. Ich schäme mich. Wirklich.

Ich schäme mich, Mensch zu sein.

 

WEISSE BESCHEID, ne?

2 Gedanken zu “Von Muskelhunden und Schweinekatern

  1. koriandermadame schreibt:

    Ich kann alles liken, was du schreibst, nur beim letzten Satz dann nicht… da spring ich ab 😉 Ich schäme mich nicht Mensch zu sein! Ich versuche nach dem Spruch, den ich als Leitspruch mir auserkoren habe zu leben: http://eswirdzeitdasseszeitwird.com/uber/
    Und ich glaube an Wiedergeburt und das man da einiges Mitnehmen kann, nur nicht all das, was man anfassen und sehen kann ….
    so…und jetzt kann ich auch das like anklicken!

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